Wissenschaftlicher Aufsatz, 2003
10 Seiten
1. Rideamus (Fritz Oliven)
2. Die Autobiographie „Ein heiteres Leben“
3. Die Operette „Die lustigen Nibelungen“
4. Die Operette „Hugdietrichs Brautfahrt“
5. Fazit und Nachwirkung
Die vorliegende Arbeit untersucht das literarische und musikdramatische Wirken des Berliner Juristen und Humoristen Fritz Oliven, bekannt unter seinem Pseudonym „Rideamus“. Ziel ist es, seine Bedeutung als Wegbereiter der humoristischen Kleinkunst im frühen 20. Jahrhundert sowie die gesellschaftskritische Sprengkraft seiner Zusammenarbeit mit dem Komponisten Oscar Straus aufzuzeigen.
Die Operette „Die lustigen Nibelungen“
Die erste Zusammenarbeit von Rideamus und Oscar Straus erfolgte in Ernst von Wolzogens „Überbrettl“, 1901 in Berlin, das in Anlehnung an das Pariser „Chat noire“ und andere, zwanzig Jahre zuvor in der französischen Metropole gegründete Vorbilder, weitgehende Freizügigkeit propagierte und sich in Gegensatz zu den Moralnormen der Zeit stellte.
Oscar Straus und Rideamus verstanden sich auf Anhieb und zwischen beiden entstand ziemlich rasch eine optimale Zusammenarbeit. Da kaum ein Abend verging, an dem der Zensor nicht das gerade gespielte Programm verbot, war es zwangsläufig eine äußerst produktive Zeit für den Komponisten Oscar Straus. Zahlreiche Überbrettl-Lieder, die zumeist szenisch dargeboten wurden, entstanden und wurden großenteils auch gedruckt. Dass diese Miniaturform der Operette immer noch trägt, erwies sich Ende des 20. Jahrhunderts mit mehreren szenischen Überbrettl-Abenden im oberfränkischen Pegnitz und auch im thüringischen Rudolstadt; Die Titel waren „Furor teutonicus auf der Sylvesterfahrt“, „Die Erfindung der Sittlichkeit“ und „Benefiz 2001“.
Nach dem allzu raschen Ende des Überbrettls fassten Oscar Straus und Rideamus den Entschluss, eine abendfüllende Operette á la Offenbach zu schreiben. Der zunächst von beiden avisierte Plan, „Potiphars Weib“ zu dramatisieren, stieß auf Schwierigkeiten bei der Zensur: die Profanierung eines biblischen Stoffes bedeutete Erregung öffentlichen Ärgernisses,- und erst Richard Strauss, der Namensvetter mit dem „ss“ am Namensende, durfte zehn Jahre später diesen Stoff - als Ballett mit Namen „Josephs Legende“ - komponieren.
Im Gegensatz zur Verwendung des biblischen Stoffes erhob jedoch zunächst niemand einen Einwand gegen die Verwendung des Nibelungenliedes. Also einigten sich Straus und Rideamus auf eine burleske Dramatisierung der „Nibelungen“. Mit dieser Operette persiflierten Straus und Rideamus das Berlin Wilhelms II., so wie Jacques Offenbach mit seinen homerischen Parodien das Paris Napoleon III. verlacht hatte.
Rideamus (Fritz Oliven): Das Kapitel zeichnet den Lebensweg des Berliner Juristen Fritz Oliven nach, der als erfolgreichster Humorist des frühen 20. Jahrhunderts galt und nach der Flucht vor den Nationalsozialisten in Brasilien verstarb.
Die Autobiographie „Ein heiteres Leben“: Die Analyse der 1951 erschienenen Memoiren zeigt, dass diese zwar amüsant sind, jedoch kaum verlässliche Informationen über die politische Situation der damaligen Zeit oder das Exil des Autors bieten.
Die Operette „Die lustigen Nibelungen“: Dieser Abschnitt beleuchtet die Entstehung des erfolgreichsten gemeinsamen Werkes von Rideamus und Straus und analysiert die Provokation durch die burleske Umdeutung nationaler Mythen.
Die Operette „Hugdietrichs Brautfahrt“: Es wird die gesellschaftskritische Stoßrichtung des zweiten gemeinsamen Werkes analysiert, das insbesondere durch die Verspottung von Geheimbünden und moralischer Verlogenheit beim konservativen Publikum auf Ablehnung stieß.
Fazit und Nachwirkung: Das Kapitel reflektiert den späten Ruhm des Komponisten Oscar Straus nach der Trennung von seinem Texter und würdigt den bleibenden Beitrag von Rideamus zur deutschen Kleinkunst.
Rideamus, Fritz Oliven, Oscar Straus, Überbrettl, Die lustigen Nibelungen, Hugdietrichs Brautfahrt, Operette, Satire, Berliner Kultur, Antisemitismus, Zensur, Exilliteratur, Burleske, Kleinkunst, Kulturgeschichte.
Die Arbeit befasst sich mit dem literarischen Wirken des humoristischen Autors Fritz Oliven, der unter dem Pseudonym Rideamus bekannt wurde.
Im Mittelpunkt stehen die Biografie des Autors sowie seine erfolgreiche, aber auch kontroverse Zusammenarbeit mit dem Komponisten Oscar Straus.
Das Ziel ist es, Rideamus als bedeutende Figur des frühen 20. Jahrhunderts zu würdigen und die politische Sprengkraft seiner Werke aufzuzeigen.
Es handelt sich um eine literatur- und kulturwissenschaftliche Analyse, die Originaltexte, Memoiren und historische Zeitdokumente auswertet.
Der Hauptteil konzentriert sich auf die Entstehung und die rezeptionsgeschichtlichen Konflikte rund um die Operetten „Die lustigen Nibelungen“ und „Hugdietrichs Brautfahrt“.
Zu den zentralen Schlagworten zählen Rideamus, Überbrettl, Operette, Satire und Kulturkritik.
Die Werke wurden als Verhöhnung nationaler Werte empfunden, was zu massiven Protesten konservativer und deutschnationaler Kreise führte.
Die Zensur war eine ständige Begleiterin ihrer Arbeit, da sie häufig Tabus wie religiöse Stoffe oder die Moralvorstellungen der Gesellschaft angriffen.
Um beruflich zu überleben und sich den bürgerlichen Erwartungen anzupassen, distanzierte sich Straus von seinem unkonventionellen Textdichter.
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