Examensarbeit, 2006
103 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen der Arbeit
2.1 Begriffserklärung deutschsprachiger Raptext
2.2 Literaturwissenschaftliche Berechtigung deutschsprachiger Raptexte
2.3 Literaturwissenschaftliche Relevanz deutschsprachiger Raptexte
2.4 Literarische Situation von Jugendlichen in Deutschland
2.5 Der hermeneutisch-kontextualistische Ansatz
3. Forschungsgegenstand Rap im Kontext
3.1 Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte des Rap im Kontext der HipHop-Kultur
3.1.1 Entstehung des Rap im Kontext der HipHop-Kultur in den USA
3.1.2 Entwicklung des Raps im Kontext der HipHop-Kultur in den USA
3.1.3 Entstehung des Raps im Kontext der HipHop-Kultur in Deutschland
3.1.4 Entwicklung des Raps im Kontext der HipHop-Kultur in Deutschland
3.2 Afrikanische Sprachpraktiken im Rap
3.3 Rapgenres in Deutschland
3.1.1 Polit-Rap
3.1.2 Story-Rap
3.1.3 Party-Rap
3.1.4 Pimp-Rap
3.1.5 Battle-Rap
3.1.6 Gangster-Rap
3.1.7 Freestyle-Rap
4. Hermeneutisch-kontextualistische Analyse und Interpretation ausgewählter Raptexte
4.1 Präsentation und Konstruktion von Identität in deutschsprachigen Raptexten
4.1.1 Interpretation des Polit-Raptextes „Eins auf Eins“ von Skills En Masse
4.1.2 Interpretation des Story-Raptextes „Die Jungs aus’m Reihenhaus" von Blumentopf
4.1.3 Interpretation des Story-Raptextes „Ich hab’ geschrieben" von Torch
4.2 Präsentation von Gesellschaftsbildern und Erfahrungswelten in deutschsprachigen Raptexten
4.2.1 Interpretation des Gangster-Raptextes „Mein Block" von Sido
4.2.2 Interpretation des Gangster-Raptextes „Mein Block" von Azad
4.2.3 Interpretation des Story-Raptextes „Mein Block" von Blumentopf
4.2.4 Interpretation des Battle-Raptextes „Mein Block" von Aggro Berlin
4.2.5 Interpretation des Battle-Raptextes „Mein Block" von Eko
4.3 Resümee und Fazit der Interpretation
5. Schluss
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern deutschsprachige Raptexte als eigenständige literarische Gattung einer nicht-literarischen Jugendkultur fungieren und welche Funktion sie für die Konstruktion von Identität sowie die kritische Auseinandersetzung mit sozialen Verhältnissen erfüllen.
3.1 Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte des Rap im Kontext der HipHop-Kultur
Die soziohistorische Betrachtung der Entstehung und Entwicklung des Rap im Kontext der HipHop-Kultur ist in vier Phasen gegliedert. Diese beschreiben die Entstehung und die Entwicklung des Rap in den USA selbst und die Entstehung des Rap nach afroamerikanischen formalen, stilistischen und inhaltlichen Vorgaben in Deutschland und seine weitere hiesige Assimilierung und Akkomodation. Dabei werden sowohl die spezifischen sprachlichen Praktiken und Rituale als auch die Werte und Ideale der HipHop-Kultur nachvollziehbar dargestellt. Für die Betrachtung dieser Prozesse ist wichtig festzuhalten, dass die Begriffe Rap und HipHop keine Synonyme sind, sondern vielmehr in einem hierarchischen Verhältnis zueinander stehen. HipHop ist der Oberbegriff für einen umfassenderen kulturellen Komplex, der ein gesamtes kulturelles Umfeld wie spezifische Mode, Stil, Einstellungen und Ideologien umfasst: „HipHop ist nicht Rap. HipHop meint die Synthese aus Sprache, Bild, Musik und Tanz. Oder anders ausgedrückt: aus Rap, Graffiti, DJ-Techniken und Breakdance. Rap ist [lediglich] das bekannteste und kommerziell erfolgreichste Feld des HipHop“ (Menrath 2001, 30).
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die These ein, dass Raptexte eine literarische Gattung einer nicht-literarischen Jugendkultur darstellen, die Identität konstruiert und gesellschaftliche Kritik übt.
2. Theoretische Grundlagen der Arbeit: Es erfolgt die Definition des Begriffs „deutschsprachiger Raptext“ sowie die literaturwissenschaftliche Legitimierung unter Einbeziehung deskriptiver, normativer und pragmatischer Literaturbegriffe.
3. Forschungsgegenstand Rap im Kontext: Dieses Kapitel beschreibt die soziohistorische Entstehung des Rap in den USA und Deutschland sowie die afrikanischen Sprachpraktiken und die verschiedenen Rapgenres.
4. Hermeneutisch-kontextualistische Analyse und Interpretation ausgewählter Raptexte: In diesem Hauptteil werden konkrete Raptexte hinsichtlich ihrer Identitätskonstruktion und ihrer Gesellschaftsbilder mit dem hermeneutisch-kontextualistischen Ansatz analysiert.
5. Schluss: Der Schluss resümiert, dass Rap für die Zielgruppe eine wesentliche Funktion zur Identitätsbildung und sozialen Teilhabe übernimmt, die klassische Literatur oft nicht erfüllen kann.
Rap, HipHop, Literatur, Identität, Jugendkultur, Polit-Rap, Story-Rap, Gangster-Rap, Battle-Rap, Hermeneutik, Sprachpraktiken, Soziale Situation, Migration, Performativität, Gesellschaftskritik.
Die Arbeit analysiert deutschsprachige Raptexte als eine literarische Ausdrucksform innerhalb der HipHop-Kultur, speziell für Jugendliche, die sonst einen geringen Bezug zu klassischer Literatur haben.
Die zentralen Felder umfassen Identitätskonstruktion, Gesellschaftsbilder, die soziohistorische Entwicklung des Rap und die verschiedenen Ausprägungen von Rapgenres in Deutschland.
Ziel ist es, die literarische Berechtigung und Relevanz deutschsprachiger Raptexte aufzuzeigen und zu demonstrieren, wie Rapper diese Texte zur Selbstbehauptung und Kritik an sozialen Missständen nutzen.
Der Autor verwendet einen hermeneutisch-kontextualistischen Ansatz, um die Texte in ihrem soziohistorischen und kulturellen Entstehungskontext zu interpretieren.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Forschungsgegenstandes Rap im Kontext der HipHop-Kultur sowie die konkrete Analyse ausgewählter Raptexte anhand der identitätsstiftenden und gesellschaftskritischen Aspekte.
Neben dem zentralen Begriff Rap sind Identität, Jugendkultur, Migration und Gesellschaftskritik als tragende Konzepte der Untersuchung hervorzuheben.
Der Gangster-Rap glorifiziert die Rolle des gesellschaftlichen Außenseiters und beschreibt das Leben in den sozialen Niederungen, während beispielsweise der Polit-Rap expliziter politische Forderungen und explizite Sozialkritik formuliert.
Der „Block“ fungiert als zentrale Metapher für den lokalen Lebensraum und die soziale Identität; er wird dabei von verschiedenen Künstlern je nach Genre als Widerstandsraum, soziales Getto oder (wie bei Eko) als kommerzielles Arbeitsumfeld unterschiedlich besetzt.
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