Diplomarbeit, 2006
69 Seiten, Note: 1,5
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
2 Der Sarbanes-Oxley Act
2.1 Entstehungsgeschichte
2.1.1 Bilanzskandale in den USA
2.1.2 Kritik an der Prüfungsgesellschaft Arthur Andersen
2.1.3 Bilanzskandale in Europa
2.2 Ziel des SOA
2.3 Aufbau und Inhalt
2.3.1 Aufsichtsbehörde für die Rechnungslegung
2.3.2 Unabhängigkeit des Wirtschaftsprüfers
2.3.3 Verantwortlichkeiten der Unternehmen
2.3.4 Offenlegungspflichten für Finanzinformationen
2.3.5 Weitere Vorschriften
2.4 Geltungsbereich und Fristen
3 Das interne Kontrollsystem
3.1 Abgrenzung von Sec. 302 und 404 SOA
3.2 Grundlagen des IKS
3.3 Das COSO-Rahmenwerk
3.4 COBIT für IT-Kontrollen
4 Sec. 404 SOA in deutschen Unternehmen
4.1 Organisation und Ablauf von SOA 404-Projekten
4.1.1 Projektumfang und -organisation
4.1.1.1 Bestimmung wesentlicher Elemente
4.1.1.2 Projektplan
4.1.1.3 Auswahl von Software-Tools
4.1.2 Bewertung und Dokumentation der Kontrollen
4.1.2.1 Standard zur Dokumentation
4.1.2.2 Ablauf- und Prozessübersicht
4.1.2.3 Dokumentation der Kontrollen
4.1.3 Beurteilung der Effektivität des IKS
4.1.3.1 Kontrolltests
4.1.3.2 Kontrollschwächen
4.1.4 Managementberichterstattung
4.2 Die Rolle des Abschlussprüfers
4.2.1 Beurteilung des IKS
4.2.1.1 Prüfungsstandards des PCAOB
4.2.1.2 IDW Prüfungsstandard 260
4.2.2 Abschluss der IKS-Prüfung
4.3 Probleme bei der Implementierung von SOA-Anforderungen
4.4 Kosten und Nutzen der Sec. 404 SOA
4.5 Konsequenzen für US-Börsennotierungen
5 Gegenüberstellung von EU-Regelungen und dem SOA
6 Einfluss auf die deutsche Gesetzgebung
6.1 Umsetzungsstand der 8. EU-Richtlinie in Deutschland
6.2 Das 10-Punkte-Programm der Bundesregierung
6.2.1 Bisherige Entwicklungen der Corporate Governance
6.2.2 Reformen in Folge des SOA
7 Schlussbetrachtung und Ausblick
Ziel dieser Arbeit ist es, die Konsequenzen des Sarbanes-Oxley Act (SOA) für deutsche Unternehmen mit einer US-Börsennotierung sowie für deren Abschlussprüfer darzustellen und zu analysieren, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der praktischen Umsetzung der Section 404 zur Einrichtung eines effektiven internen Kontrollsystems (IKS) liegt.
4.1.1.1 Bestimmung wesentlicher Elemente
Das oberste Entscheidungsgremium (Steering Committee), welches sich aus CFO, Projektleiter oder Vertretern des Vorstandes zusammensetzt hat festzulegen, welche Positionen der Rechnungslegung von Kontrollen erfasst werden müssen. Laut PCAOB sind Kontrollen für alle wesentlichen Positionen (Significant Accounts) des Jahresabschlusses notwendig. Ein Konto ist dann wesentlich, wenn es nicht außerordentlich unwahrscheinlich ist, dass dieses Konto Fehler enthält, die einzeln oder kumuliert eine bedeutende Wirkung auf den Jahresabschluss haben können. Beispielsweise dürfen Steuerpositionen im Unternehmen auf keinen Fall als unwesentlich gelten, denn durch permanente und schwierig vorhersehbare Schwankungen spielen sie eine wichtige Rolle für die Finanzberichterstattung und müssen daher mit ausreichenden Kontrollen abgedeckt werden.
Bereits mehrere US-amerikanische Konzerne, wie Eastman Kodak Co., MCI Inc. und Kroger Co. haben Aufgrund von Mängeln des IKS im Bereich Steuern bei der Umsetzung der Sec. 404 SOA versagt. Sie erhielten eine sog. „adverse opinion“, d.h. der Apr hat keine Bestätigung über das Bestehen ausreichender interner Kontrollen erteilt.
1 Einleitung: Darstellung der Problemstellung durch Bilanzskandale in den USA und deren Auswirkungen auf deutsche Unternehmen, sowie Erläuterung des Zieles und Aufbaus der Arbeit.
2 Der Sarbanes-Oxley Act: Analyse der historischen Entstehung des Gesetzes, seiner Ziele, seines Aufbaus sowie des Geltungsbereichs für Emittenten.
3 Das interne Kontrollsystem: Erläuterung der Grundlagen eines internen Kontrollsystems unter Einbeziehung des COSO-Rahmenwerks und COBIT für IT-Kontrollen.
4 Sec. 404 SOA in deutschen Unternehmen: Detaillierte Untersuchung der Organisation, Dokumentation, Prüfung und Implementierungsproblematik der Section 404 in der deutschen Unternehmenspraxis.
5 Gegenüberstellung von EU-Regelungen und dem SOA: Vergleich der europäischen Abschlussprüferrichtlinie mit dem SOA hinsichtlich der Anforderungen an Abschlussprüfer und Berufsaufsicht.
6 Einfluss auf die deutsche Gesetzgebung: Analyse der Reaktion des deutschen Gesetzgebers auf den SOA durch Gesetzesreformen und das 10-Punkte-Programm.
7 Schlussbetrachtung und Ausblick: Zusammenfassung der Ergebnisse und Einschätzung der zukünftigen Entwicklung für börsennotierte Unternehmen.
Sarbanes-Oxley Act, SOA, Section 404, internes Kontrollsystem, IKS, Corporate Governance, Abschlussprüfer, Finanzberichterstattung, PCAOB, US-Börsennotierung, COSO, Risikomanagement, Compliance, Bilanzskandale, Rechnungslegung.
Die Arbeit befasst sich mit den Auswirkungen des US-amerikanischen Sarbanes-Oxley Act auf deutsche Unternehmen mit einer Notierung an einer US-Börse.
Die zentralen Themen sind die Anforderungen an interne Kontrollsysteme, die Rolle der Abschlussprüfer, die Dokumentationspflichten sowie der regulatorische Vergleich zwischen US-Recht und EU-Vorgaben.
Das primäre Ziel ist es, die Konsequenzen des SOA für deutsche Unternehmen darzustellen, insbesondere die organisatorischen und finanziellen Herausforderungen bei der Implementierung von Sec. 404.
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse regulatorischer Rahmenwerke, offizieller Standards (PCAOB, IDW) sowie auf empirische Studien zur Umsetzung von SOA-Anforderungen.
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der praktischen Umsetzung von SOA-Projekten, der Dokumentation von Kontrollen, der Rolle des Abschlussprüfers bei der Effektivitätsprüfung sowie den Kosten-Nutzen-Aspekten für deutsche Unternehmen.
Wesentliche Begriffe sind SOA, Section 404, internes Kontrollsystem (IKS), Corporate Governance und Abschlussprüfer.
Sec. 302 betrifft die allgemeine Offenlegung und Verfahrenskontrolle durch das Management, während sich Sec. 404 spezifisch auf die Wirksamkeit interner Kontrollen in Bezug auf die externe Finanzberichterstattung konzentriert.
COSO dient als international anerkannter Standard und Rahmenkonzept, an dem sich deutsche Unternehmen bei der Gestaltung und Dokumentation ihres internen Kontrollsystems orientieren, um den Anforderungen des SOA gerecht zu werden.
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