Examensarbeit, 2006
77 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Konzepte und Ansätze eines modernen Literaturunterrichts in der Sekundarstufe II
2.1.1 Literaturtheorie und Literaturdidaktik
2.1.2 Kulturkonzepte und Kulturdidaktik
2.1.3 Postkoloniale Theorie und didaktische Umsetzung im Literaturunterricht
2.1.4 Filmtheorie und Filmdidaktik
2.2 Bedeutung der vorgestellten Konzepte eines modernen Literaturunterrichts für Long Walk Home und Rabbit-Proof Fence als Unterrichtsthemen
3 Unterrichtskonzeptionen
3.1 Lernziele einer Behandlung der ausgewählten Werke im Englischunterricht
3.1.1 Curriculare Vorgaben: Lernziele eines Literaturunterrichts im Fach Englisch der Sekundarstufe II an Gymnasien
3.1.2 Inhaltliche Lernziele einer Beschäftigung mit Australien
3.1.3 Methodische Lernziele der Roman- und Filmanalyse
3.2 Lerninhalte
3.2.1 Historische, kulturelle und literarische Hintergründe von Long Walk Home und Rabbit-Proof Fence
3.2.2 Der Roman im Unterricht: Analyse von Textgestalt und Textaussage
3.2.3 Film im Unterricht
3.2.3.1 Analyse und Rezeption
3.2.3.2 Long Walk Home als Literaturverfilmung
4 Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potential des Themas Australien im Englischunterricht der Sekundarstufe II, unter besonderer Berücksichtigung des Romans "Rabbit-Proof Fence" von Doris Pilkington und dessen Verfilmung "Long Walk Home" von Philip Noyce. Die zentrale Forschungsfrage zielt darauf ab, wie diese Werke dazu beitragen können, curriculumvorgegebene Lernziele zu erreichen und gleichzeitig interkulturelle Orientierung sowie ein tieferes Verständnis globaler Zusammenhänge bei Schülern zu fördern.
Die Bedeutung der vorgestellten Konzepte modernen Literaturunterrichts für Long Walk Home und Rabbit-Proof Fence als Unterrichtsthemen
Die oben vorgestellten Konzepte können sowohl auf die Roman- als auch auf die Filmanalyse übertragen werden. Im folgenden wird die Relevanz der einzelnen Ansätze für das Unterrichtsprojekt erläutert. Bei der Analyse von Rabbit-Proof Fence und Long Walk Home soll eine Art der Interpretation stattfinden, welche die verschiedenen Ansätze kombiniert, denn die Grenzen zwischen den dargestellten Theorien verschwimmen immer mehr: Bei der Roman- und Filmanalyse kann eine einzige Forschungsrichtung nicht zu einen runden Ergebnis führen, sondern erst Literaturtheorie, Filmtheorie, Kulturtheorie und postkoloniale Theorie in ihrem Zusammenspiel können einen Film vollständig polyperspektivisch beleuchten.
Im Zentrum der Betrachtung steht im Sinne des New Criticism der Text (also Roman bzw. Film). Die verschiedenen Verfahren der Literaturwissenschaft spielen in der Analyse eine Rolle: Durch das „close reading“ können wesentliche Aussagen des Textes verstanden werden. Jedoch müssen für ein umfassenderes und tiefgründigeres Verständnis ebenfalls externe, außerhalb des Textkörpers stehende Faktoren, z.B. der historische Kontext oder der kulturelle Hintergrund, beachtet werden. Diese Analyseverfahren entsprechen der hermeneutischen Vorgehensweise. Weiterhin ist der Rezipient, in diesem Fall der Schüler, in seinem Verhältnis zum Text relevant. Besonders der Film, aber auch der Roman, spielen mit der Empathie und Identifikation des Rezipienten mit diesem Text (POTTER & SCHAFFER 2004), deswegen muss die Bedeutung des Verhältnisses zwischen Rezipient und Text im Sinne der Rezeptionsästhetik analysiert werden.
Ein wesentliches Konzept in diesem Zusammenhang ist der New Historicism. Der Roman und der Film beschäftigen sich mit australischer Geschichte, denn PILKINGTON hat die durch ihre Tanten mündlich überlieferte Flucht der Mädchen fiktional aufbereitet und um den geschichtlichen Überblick zu Beginn des Romans erweitert (Goodspeed-Chadwick 2003: 205). New Historicism ermöglicht eine Analyse der Werke in ihren historischen Kontexten und ist deswegen besonders geeignet für die Schule. Autobiographien, auch teils fiktionale Autobiographien, stellen heute eine bedeutende Gattung dar und können besonders im Zusammenhang mit Postkolonialismus als bedeutsam erachtet werden.
1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert die administrativen Veränderungen im Englischunterricht der Sekundarstufe II sowie die Notwendigkeit, Identitätsfindung und interkulturelle Kompetenz als zentrale Bildungsziele zu etablieren.
2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel führt zentrale wissenschaftliche Theorien wie Literaturtheorie, Kulturkonzepte, postkoloniale Theorie und Filmtheorie ein, die als Basis für den Literaturunterricht dienen.
3 Unterrichtskonzeptionen: Der Hauptteil leitet aus den theoretischen Grundlagen konkrete inhaltliche und methodische Lernziele ab und schlägt spezifische Unterrichtsinhalte zur Analyse der ausgewählten Werke vor.
4 Schlussbetrachtung: Das Fazit resümiert, dass das untersuchte Unterrichtsprojekt den Anforderungen an einen modernen, problemorientierten Fremdsprachenunterricht vollumfänglich gerecht wird.
Australien, Englischunterricht, Sekundarstufe II, Rabbit-Proof Fence, Long Walk Home, postkoloniale Literatur, Aborigines, stolen generations, Medienkompetenz, Literaturdidaktik, Interkulturelles Lernen, Filmanalyse, Romananalyse, Rassismus, Identitätsfindung
Die Arbeit beschäftigt sich mit der didaktischen Konzeption eines Unterrichtsprojekts für die gymnasiale Oberstufe, das den Roman "Rabbit-Proof Fence" und dessen Verfilmung "Long Walk Home" nutzt, um Australien als Unterrichtsthema zu erschließen.
Im Zentrum stehen die postkoloniale Geschichte Australiens, das Schicksal der "stolen generations", die Bedeutung von Rassismus und Identitätskonflikten sowie die filmische und literarische Umsetzung dieser Problematiken.
Ziel ist es aufzuzeigen, dass diese spezifischen australischen Werke ideal geeignet sind, um sowohl curriculare Anforderungen als auch moderne pädagogische Bildungsziele wie interkulturelle Handlungskompetenz zu fördern.
Die Autorin stützt sich auf eine Kombination aus Literaturdidaktik, hermeneutischen Analyseverfahren, postkolonialer Theorie, New Historicism und moderner Filmanalyse (Filmsemiotik und Filmnarratologie).
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die Ableitung konkreter Lernziele aus den Lehrplänen und die detaillierte Darstellung von Lerninhalten zu den historischen Hintergründen sowie zur strukturellen Analyse von Text und Film.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie "stolen generations", "postkoloniale Literatur", "interkulturelles Lernen", "Medienkompetenz" und "Filmanalyse".
Der Film fokussiert stärker auf die individuelle emotionale Geschichte der Mädchen, nutzt dramatische filmische Mittel (Musik, Bildsprache) zur Identifikationssteuerung und nimmt inhaltliche Vereinfachungen vor, um eine breitere Wirkung beim Zuschauer zu erzielen.
Die Arbeit argumentiert, dass das öffentliche Erzählen und die Aufarbeitung der traumatischen Vergangenheit den betroffenen Aborigines hilft, lange unterdrückten Stimmen Gehör zu verschaffen und aktiv an ihrer eigenen Identitätsfindung mitzuwirken.
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