Magisterarbeit, 2003
108 Seiten, Note: 1,3
Einleitung
1 Geschichte der Kinderphilosophie
1.1 Begriffsklärung
1.2 Kindheitsbilder. Mythisches Denken und Transzendenzerfahrungen
1.3 Kinderphilosophie in Theorie und Praxis
1.3.1 Kontroverse Diskussion der Kinderphilosophie in den zwanziger Jahren
1.3.2 Tendenzen der Kinderphilosophie nach dem Zweiten Weltkrieg
1.4 Systematisierung der Positionen und Modelle
2 Philosophieren mit Kindern
2.1 Ziele und Perspektiven der Kinderphilosophie
2.2 Grundlagen der philosophischen Gesprächsführung mit Kindern
2.3 Das sokratische Gespräch
3 Philosophie als Thema von Kinder- und Jugendliteratur
3.1 Formale und inhaltliche Charakteristika
3.2 Philosophie in der Kinder- und Jugendliteratur vor „Sofies Welt“
4 „Sofies Welt“. Betrachtung eines modernen Klassikers
4.1 Das Erfolgswerk
4.1.1 Entstehungshintergrund
4.2 Intention des Autors
4.3 Skizzierung des Inhalts
4.4 Darstellung der Philosophiegeschichte
4.4.1 Formal-sprachliche Aspekte des philosophiehistorischen Teils
4.4.2 Der sokratische Dialog. Methodisches
4.4.3 Selektion der Philosophiegeschichte
4.5 Betrachtung der belletristischen Rahmenhandlung aus kinderphilosophischer Sicht
4.5.1 Formale und strukturelle Aspekte
4.5.2 Sprachliche Besonderheiten
4.5.2 Von Berkeley und märchenhaften Wesen. Bewusstseinsebenen
4.5.3 Nutzen des Philosophiekurses. Hat Gaarder sein Ziel erreicht?
5 Kaffeeklatsch mit Machiavelli. Vittorio Hösles „Café der toten Philosophen“
5.1 Entstehungsgeschichte
5.2 Motivation und Zielbestimmung
5.3 Hösles Methodik. Heuristische und didaktische Aspekte des philosophischen Diskurses
5.3.1 Methodische Grundprinzipien
5.3.2 Das Café als phantastisch-philosophische Institution
5.3.3 Philosophieren mit Nora. Zum Lehrer-Schüler-Verhältnis
5.3.4 Die Macht der Suggestion: Von Schutzphilosophen und anderen Heiligen
5.3.5 Mac, Tom und das Trio Infernale. Hösles Darstellung der Philosophiegeschichte
5.3.6 Schlussbetrachtung
6 „Philosophie – Abenteuer Denken“. Expedition ins Gedankenreich
6.1 Große Fragen, keine Antworten: Laws Absichten und Grundprinzipien
6.2 Das Baukastenprinzip. Form und Struktur der acht Abenteuer
6.3 „Was meinst du?“ – Laws philosophiedidaktische Strategie
6.3.1 Invasion vom Mars: Science Fiction als Element der Wissensvermittlung
6.4 Die „Buh-Hurra-Theorie“. Philosophische Probleme und ihre Entwicklung
6.5 Resümee eines Abenteuertrips
7 Schluss
Die Arbeit untersucht, auf welche Weise philosophisches Gedankengut in der neueren Kinder- und Jugendliteratur transportiert wird und inwieweit es die Realität junger Rezipienten durchdringen kann. Anhand von drei Fallbeispielen wird analysiert, wie diese Werke theoretische philosophische Diskurse für Kinder aufbereiten und ob sie dabei das Ziel eines eigenständigen Philosophierens erreichen oder lediglich als Wissensvermittlung fungieren.
4.5.1 Formale und strukturelle Aspekte
Die belletristische Rahmenhandlung ist gekennzeichnet durch eine auktoriale Erzählsituation: in Form einer Er-Erzählung wird im dominanten Modus des ‚telling’, also mit kommentierender, bewertender und erläuternder Einmischung der Erzählinstanz und beliebigem Wechsel zwischen Außen- und Innensicht, das literarische Geschehen dargestellt:
„Sofie schaute in den Briefkasten, ehe sie das Gartentor öffnete. In der Regel gab es darin viel Reklamekram und einige große Briefumschläge für ihre Mutter. Sofie legte dann immer einen dicken Stapel Post auf den Küchentisch, ehe sie auf ihr Zimmer ging, um ihre Aufgaben zu machen. An ihren Vater kamen nur manchmal Kontoauszüge, aber er war schließlich auch kein normaler Vater. Sofies Vater war Kapitän auf einem Öltanker und fast das ganze Jahr unterwegs.“
1 Geschichte der Kinderphilosophie: Dieses Kapitel gibt einen systematischen Überblick über die historischen Hintergründe, die theoretischen Debatten und die wichtigsten Vertreter der Kinderphilosophie.
2 Philosophieren mit Kindern: Hier werden die Ziele, die Grundlagen der Gesprächsführung und die Bedeutung des sokratischen Dialogs als methodische Instrumente beim Philosophieren mit Kindern beleuchtet.
3 Philosophie als Thema von Kinder- und Jugendliteratur: Das Kapitel definiert, was philosophische Kinderliteratur ausmacht und wie sich diese inhaltlich und formal charakterisieren lässt.
4 „Sofies Welt“. Betrachtung eines modernen Klassikers: Diese umfassende Analyse untersucht Jostein Gaarders Erfolgswerk hinsichtlich seiner Philosophiegeschichte-Darstellung, der Fiktionsebene und des tatsächlichen Nutzens für den kindlichen Leser.
5 Kaffeeklatsch mit Machiavelli. Vittorio Hösles „Café der toten Philosophen“: Das Kapitel widmet sich dem Briefwechsel zwischen Hösle und Nora K. und bewertet die methodische Umsetzung der kinderphilosophischen Grundsätze in diesem Werk.
6 „Philosophie – Abenteuer Denken“. Expedition ins Gedankenreich: Hier wird das Werk von Stephen Law analysiert, insbesondere dessen Ansatz, Philosophie als interaktive Erlebnisreise mit Alltagsbezug zu vermitteln.
7 Schluss: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und bewertet den Beitrag der diskutierten Bücher zur philosophischen Durchdringung des kindlichen Alltags.
Kinderphilosophie, Philosophiegeschichte, Philosophieren mit Kindern, Kinderliteratur, Sofies Welt, Jostein Gaarder, Vittorio Hösle, sokratischer Dialog, Stephen Law, Kritisches Denken, Philosophiegeschichte, Pädagogik, Didaktik, Jugendliteratur, Bewusstseinsbildung
Die Arbeit analysiert, wie philosophisches Wissen und das Philosophieren selbst in drei bekannten Werken der Kinder- und Jugendliteratur (von Gaarder, Hösle und Law) dargestellt und vermittelt werden.
Die Schwerpunkte liegen auf der Geschichte der Kinderphilosophie, der methodischen Gestaltung philosophischer Gespräche und der literarischen Umsetzung komplexer philosophischer Themen für junge Zielgruppen.
Das Ziel ist es zu prüfen, inwieweit die ausgewählten Werke die Kinder tatsächlich zum eigenständigen, kritischen Denken anregen oder ob sie lediglich als passive Wissensvermittlung dienen.
Es handelt sich um eine vergleichende Literaturanalyse, die pädagogische und philosophiedidaktische Ansätze heranzieht, um die Texte der drei Autoren kritisch zu untersuchen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der drei Hauptwerke, wobei jeweils Entstehungshintergrund, Intention, Darstellung der Philosophiegeschichte und die methodische Umsetzung betrachtet werden.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Kinderphilosophie, philosophische Didaktik, Identitätsfindung, sokratische Methode und literarische Wissensvermittlung charakterisieren.
Die Autorin kritisiert, dass Alberto Knox eher als autoritärer Lehrmeister auftritt, der Wissen präsentiert, anstatt Sofie zum eigenständigen, kritischen Denken auf Augenhöhe zu befähigen.
Stephen Law wird als innovativ eingestuft, da er Philosophie als aktionsgeladene Abenteuerreise gestaltet und den Leser dazu einlädt, Theorien kritisch zu hinterfragen, anstatt sie bloß zu konsumieren.
Das fiktive Café dient als phantastische Institution, um die Philosophiegeschichte lebendiger zu gestalten, fungiert aber gleichzeitig primär als Forum für Hösles eigene philosophische Deutungen.
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