Examensarbeit, 1997
113 Seiten, Note: 1,0
Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg
Einleitung
1 Voraussetzungen für das Attentat: Person und Erfahrungswelt Elsers
1.1 Lebenslauf
1.1.1 Kindheit und Jugend
1.1.2 Ausbildung und Gesellenjahre in Königsbronn
1.1.3 Jahre der Wanderschaft
1.1.4 Rückkehr nach Königsbronn
1.2 Lebenswirklichkeit im Zeichen der Hitler-Diktatur
1.2.1 Lage und Stimmung der Arbeiterschaft
1.2.2 Hitlers Weg in den Krieg
1.3 Persönlichkeitsmerkmale und Einstellungen
1.3.1 Wesenszüge und soziale Beziehungen
1.3.2 Einstellung zum Beruf
1.3.3 Einstellung zur Politik
1.3.4 Einstellung zur Religion
1.3.5 Zusammenfassung und kritische Anmerkungen
1.4 Versuch einer Deutung
2 Das Attentat: Vorbereitung, Durchführung, Folgen
2.1 Die Planung des Attentats
2.1.1 Die ersten Vorbereitungen in Königsbronn und Schnaitheim
2.1.2 Fortsetzung der Vorbereitungen in München
2.2 Der Tag des Attentats
2.2.1 Der Hitler-Ludendorff-Putsch am 8. November 1923
2.2.2 Der 8. November 1939
2.3 Verhöre und Ermittlungen
2.3.1 Die Ermittlungen in München
2.3.2 Verhöre in Königsbronn und Umgebung
2.4 Reaktionen und Wirkungen
2.4.1 Reaktionen der Reichsführung
2.4.2 Darstellung des Attentats in der Presse
2.4.3 Reaktionen der Kirchen und anderer gesellschaftlicher Gruppen
2.4.4 Reaktionen in Elsers Heimat
2.4.5 Reaktionen des Auslandes
2.5 Persönliche Folgen: Elsers Leidenszeit und Tod
2.5.1 Die Zeit im Konzentrationslager Sachsenhausen
2.5.2 Letzter Aufenthalt im Konzentrationslager Dachau
3 Deutungen und Wertungen
3.1 Mythen und Legenden: Georg Elser - ein Einzeltäter?
3.1.1 Ein inszeniertes Attentat der Gestapo?
3.1.2 Die „Hintermännertheorie“ Georg Vollmers
3.1.3 Die neuen „Erkenntnisse“ des Günter Peis
3.1.4 Hypothesen zum Tode Georg Elsers
3.1.5 Anmerkungen
3.2 Der Umgang mit Elser in der Nachkriegszeit
3.2.1 Einordnung Elsers in die Widerstandsbewegung
3.2.2 Wertung und Würdigung des Attentats von 1945-1989
3.2.3 Die Entwicklung seit 1988
3.2.4 Die aktuelle Diskussion um den Widerstand
4 Behandlung des Themas im Geschichtsunterricht
4.1 Pädagogische Bedeutung
4.2 Didaktische Überlegungen
4.3 Methodische Überlegungen
Zusammenfassung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht das Attentat von Georg Elser auf Adolf Hitler am 9. November 1939. Das primäre Ziel ist die fachwissenschaftliche Analyse der Motive und Lebensumstände Elsers sowie die Erörterung seiner didaktischen Bedeutung für den Geschichtsunterricht an Hauptschulen, um eine fundierte Grundlage für die Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit zu schaffen.
1.1 Lebenslauf
In Elsers Biographie sucht man vergebens nach Schlüsselereignissen oder auffälligen Entwicklungen, die Anlaß geben zu der Vermutung, er könnte sich im Herbst 1938 zu einem Attentat auf die oberste Reichsführung entschließen. Daß er die Tat alleine geplant und ausgeführt haben sollte, war sowohl für diejenigen, denen der Anschlag gegolten hatte, als auch für die Öffentlichkeit nicht nachvollziehbar. Auch in seinem Heimatort Königsbronn glaubten die wenigsten, daß er die Tat ohne Hintermänner ausgeführt hatte. Bis heute umgeben ihn Mythen und Gerüchte, dabei sind zahlreiche Fragen offen geblieben und geben Anlaß zu Spekulationen.
Elsers Leben war das eines „gewöhnlichen“ Arbeiters. Sein Werdegang war sicher nicht untypisch in dieser ländlichen Gegend. Seine Lebensgeschichte bis zum Herbst 1938 ist unauffällig und „zugleich faszinierend in ihrer Gewöhnlichkeit.“ Die soziale Welt, in der er aufwuchs, hatte „etwas Altmodisches“, es war die Welt einer bäuerlichen Großfamilie, einer Familienstruktur, die seit der Industrialisierung im Auflösen begriffen war.
1 Voraussetzungen für das Attentat: Person und Erfahrungswelt Elsers: Dieses Kapitel analysiert Elsers Werdegang, seine soziale Herkunft sowie seine beruflichen und persönlichen Einstellungen, die ihn zu seinem Entschluss führten.
2 Das Attentat: Vorbereitung, Durchführung, Folgen: Hier wird der detaillierte Planungsprozess, die technische Konstruktion des Sprengsatzes sowie die unmittelbare Durchführung und die Reaktionen auf das Attentat dargestellt.
3 Deutungen und Wertungen: Dieses Kapitel widmet sich den Mythen und der langwierigen, schwierigen Anerkennung Elsers als Widerstandskämpfer in der deutschen Nachkriegsgeschichte.
4 Behandlung des Themas im Geschichtsunterricht: Der abschließende Teil erörtert die pädagogische und didaktische Relevanz des Themas und bietet methodische Ansätze für die praktische Unterrichtsarbeit.
Georg Elser, Hitler-Attentat, Widerstand, Nationalsozialismus, Einzeltäter, Bürgerbräukeller, NS-Diktatur, Arbeiterschaft, Zeitgeschichte, Geschichtsunterricht, Königsbronn, Widerstandskämpfer, Propaganda, Zeitgeschichte
Die Arbeit beleuchtet das Leben und das Attentat von Georg Elser am 9. November 1939 auf Adolf Hitler und analysiert die historische sowie pädagogische Einordnung dieses Ereignisses.
Die Schwerpunkte liegen auf der Biografie Elsers, der technischen Vorbereitung des Attentats, der Mythenbildung rund um die Tat sowie der didaktischen Aufbereitung des Themas für Schulen.
Ziel ist es, Elser als Akteur aus dem "einfachen Volk" zu begreifen und Grundlagen für eine kritische Auseinandersetzung mit der NS-Diktatur im Unterricht zu liefern.
Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse historischer Verhörprotokolle, zeitgenössischer Dokumente und der vorhandenen Fachliteratur sowie auf Interviews mit Zeitzeugen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Elsers Sozialisation, die detaillierte Beschreibung der Anschlagsplanung in München und die anschließende kritische Auseinandersetzung mit Deutungen und Legenden.
Zu den zentralen Begriffen gehören Widerstand, Einzeltäter, Nationalsozialismus, Geschichtsunterricht und die Person Georg Elser.
Diese Historiker konnten anhand der Verhörprotokolle nachweisen, dass Elser als Einzeltäter gehandelt hat und dass es keine belegbaren Hintermänner gab.
Königsbronn tat sich lange schwer, Elser zu rehabilitieren; er wurde dort über Jahrzehnte oft als Mörder oder Nestbeschmutzer diskreditiert, anstatt als Widerstandskämpfer anerkannt zu werden.
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