Diplomarbeit, 2006
98 Seiten, Note: 1.3
I. Einleitung
II. Theoretische Grundlagen und Konzepte
1. Transformationsprozesse allgemein
2. Merkmale und Charakteristika der postkommunistischen Übergängen
2.1 Politisches Handeln- Akteure, Strategien, Machtressourcen
3. Strategien wirtschaftliche Transformation
3.1 „Schocktherapie vs. Gradualismus“
3.2 Das J-Kurve Modell
3.3 Das J-Kurve Modell und Osteuropa
3.4 Zusammenfassung
4. Soziokulturelle Aspekte der Transformation
4.1 Formelle und informelle Institutionen. Institutioneller Wandel
4.2 Informelle wirtschaftlichen Institutionen und Formen wirtschaftlicher Integration
4.3 Historische Entwicklung der wirtschaftliche Integrationsmechanismen in Bulgarien
4.4 Die soziokulturelle Entwicklung aus zivilgesellschaftlicher Perspektive
5. Schlussfolgerungen
III. Der bulgarische Transformationsprozess - „Ein Übergang zu…was?“
1. Der Anfang - Faktoren und Voraussetzungen
1.1 Die Ausprägung des kommunistischen Regime
1.2 Der Umbruch - der Zerfall des kommunistischen Systems
1.3 Die Verhandlungen an den „Runden Tischen“
1.4. Zusammenfassung
2. Regierungspolitik 1989 – 1997
2.1. Die Instabile politische Situation
2.2. Wirtschaftliche Reformen
2.2.1 Die Ausgangslage
2.2.2. Die ersten Reformversuche Makroökonomische Stabilisierung und erste Liberalisierungsmaßnahmen
2.2.3. Strukturelle Reformen
a) Demonopolisierung und Umstrukturierung des Staatssektors
b) Privatisierungsstrategien
c) Reformen im Bankensektor und die Finanzkrise von 1996
d) Gründe für den Misserfolg struktureller Reformen- Zusammenfassung
3. Die Entwicklungen aus der Perspektiven Hellmanns und Chavdarova
3.1 Über die „Gewinner“ und „Verlierer“ der Transformation
3.2 Die Umverteilungsprozesse in der wirtschaftlichen Entwicklung
3.3 Die gesellschaftlichen und sozialen Folgen
IV. Zusammenfassung und Schlussbetrachtung
1. Die Auswahl der theoretischen Ansätze
2. Zusammenfassung der Ergebnisse
Die Arbeit untersucht die Faktoren, die den problematischen Transformationsverlauf in Bulgarien seit 1989 erklären können. Dabei wird insbesondere analysiert, warum die Kombination aus politischer Instabilität, wirtschaftlicher Rückständigkeit und dem Einfluss informeller Institutionen die Konsolidierung einer funktionierenden Demokratie und Marktwirtschaft erschwert hat, wobei die Rolle spezifischer politischer und wirtschaftlicher Akteure zentral ist.
3.1 „Schocktherapie vs. Gradualismus“
Der Zusammenbruch der sozialistischen Gesellschaftsordnungen in Osteuropa Ende der 80-er Jahre traf die Wirtschaftswissenschaftler weitgehend unvorbereitet. So mussten diese im Angesicht der Notwendigkeit, Handlungsvorschläge für die politischen Entscheidungsträger zu generieren, sich oft mit theoretisch wenig fundierten ad hoc- Hypothesen verhelfen. Vor allem die Dichotomie „Gradualismus vs. Schocktherapie“ und damit verknüpfte eher metaphorische Begründungen prägte das Denken vieler Ökonomen und der von ihnen beratenen Politiker. (Oberender 03, S.1)
Aus neoliberaler Sicht bedingt die Einführung einer dezentralen Marktwirtschaft eine grundlegende Entkoppelung wirtschaftlicher und staatlicher Strukturen. Deswegen sollten die, für die Marktkoordination erforderlichen Basisinstitutionen wie Wettbewerbsrecht, Durchsetzung privater Verträge und Eigentumstitel, „rule of law“ usw., zumindest in ihren Grundzügen schon vor der eigentlichen Transformation implementiert werden.
Die Institutionenbildung an sich, da politisch steuerbar, wird als relativ unproblematisch gesehen und deswegen gar nicht thematisiert. Die Transformationsdebatte konzentriert sich stärker auf die Geschwindigkeit und die Reihenfolge der nachfolgenden Maßnahmen - das Sichern von freier, wettbewerbsgesteuerter Märkte, deren Gleichgewicht, unterschiedlichen Maßnahmen zur Stabilisierung, Liberalisierung und Privatisierung.
Die Durchführung dieser Reformschritte bedarf eines gewissen gesellschaftlichen Konsenses hinsichtlich des Übergangs zur Marktwirtschaft. In den meisten traditionellen Analyseansätzen wird dieser meist als gegeben unterstellt und nicht sonderlich thematisiert. Es werden lediglich die soziale Anpassungs- oder Reformkosten berücksichtigt, die potentiell die Akzeptanz senken könnten, aber angesichts der aus dem kommunistischen System ererbten strukturellen Blockaden als unvermeidlich gelten. Optimale Transformationsstrategien sollten in dem Sinne diese Anpassungslasten möglichst gering und zeitlich begrenzt halten. Da der Kostenanfall als Funktion der Transformationsgeschwindigkeit angesehen wird, konzentriert sich die Debatte auf die beiden grundsätzlichen Zeitalternativen Schocktherapie und Gradualismus. (ebd., S.8)
I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Komplexität der Transformation Bulgariens seit 1989 ein und erläutert die Forschungsinteressen der Arbeit sowie die theoretischen Ansätze.
II. Theoretische Grundlagen und Konzepte: In diesem Kapitel werden die allgemeinen Bedingungen von Transformationsprozessen erörtert und die Konzepte der formellen und informellen Institutionen sowie wirtschaftliche Reformstrategien wie "Schocktherapie" und "Gradualismus" dargelegt.
III. Der bulgarische Transformationsprozess - „Ein Übergang zu…was?“: Dieses Kapitel untersucht die spezifischen Faktoren des bulgarischen Transformationsverlaufs, die Rolle der Akteure bei den "Runden Tischen" sowie die wirtschaftspolitischen Reformmaßnahmen und deren Folgen.
IV. Zusammenfassung und Schlussbetrachtung: Hier werden die Ergebnisse der angewandten theoretischen Ansätze zusammengefasst und die Erkenntnisse zum problematischen Transformationsprozess in Bulgarien synthetisiert.
Transformation, Bulgarien, Marktwirtschaft, Demokratisierung, Institutionen, informelle Institutionen, wirtschaftliche Reformen, Schocktherapie, Gradualismus, Eliten, Reformverlierer, Korruption, Transformationkosten, Regimewechsel, Runder Tisch
Die Arbeit analysiert den komplexen Transformationsprozess Bulgariens nach 1989 und versucht zu ergründen, warum dieser Verlauf im Vergleich zu anderen postkommunistischen Ländern mit so großen wirtschaftlichen und sozialen Schwierigkeiten verbunden war.
Zentrale Themen sind die Etablierung marktwirtschaftlicher und demokratischer Strukturen, der Einfluss von Eliten, die Rolle von informellen Institutionen sowie die Auswirkungen von Reformstrategien auf die soziale und wirtschaftliche Lage der Bevölkerung.
Das Ziel ist es, die spezifischen landesspezifischen Faktoren und Handlungsstrategien zu identifizieren, die den "problematischen Transformationsverlauf" in Bulgarien erklären und den Einfluss politischer und wirtschaftlicher Machtkonstellationen auf die Reformpolitik aufzuzeigen.
Es wird eine theoretisch fundierte Analyse mittels sekundärer Literaturquellen durchgeführt, wobei die Ansätze von Merkel/Rüb (Transitionspolitik), J. Hellmann (Wirtschaftsreformen) und T. Chavdarova (kulturell-historische Perspektive) kombiniert werden.
Im Hauptteil (Teil III) wird der bulgarische Transformationsprozess von 1989 bis 1997 detailliert analysiert, inklusive der Rolle der politischen Eliten, der "Runden Tische" und der wirtschaftlichen Reformversuche sowie deren Scheitern.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Transformation, Reformblockaden, informelle Institutionen, Elitenkonsens, Korruption und Transformationkosten charakterisieren.
Korruption wird in der Arbeit nicht nur als Begleiterscheinung, sondern als zentrales, strukturelles "Instrument" beschrieben, das von Eliten genutzt wurde, um Kapital vom Staat in den privaten Sektor zu transferieren, was die Entwicklung stabiler Marktstrukturen erheblich behinderte.
Dieser Begriff beschreibt das Phänomen, dass neben den formellen, neuen demokratischen Institutionen weiterhin alte, informelle Praktiken wie Reziprozität und klientelistische Netzwerke fortbestehen, die das Wirtschaftsleben nachhaltig und desintegrierend beeinflussen.
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