Magisterarbeit, 2006
141 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Der Verstädterungsprozess im 19. und frühen 20. Jh.
1.1.1 Bevölkerungsentwicklung und Urbanisierung
1.1.2 Kommunale Leistungsverwaltung
1.1.3 Säkularisierung
1.2 Gliederung der Verwaltungsorganisation der Provinz Brandenburg
1.2.1 Bildung der Provinz Brandenburg
1.2.2 Kreiseinteilung
1.3 Grundlagen der städtebaulichen Entwicklung
1.3.1 Fluchtliniengesetz von 1875
1.3.2 Bauordnungen
1.4 Forschungsstand und Arbeitshypothesen
2 Die Grundlinien der Entwicklung von Weißensee
2.1 Bildung des Gutsbezirkes
2.2 Veräußerung des Gutsbezirkes
2.3 Gründung der Gemeinde Neu-Weißensee 1880
2.4 Eingemeindungsbestrebungen der Stadt Berlin
2.5 Verleihung der Stadtrechte und Vereinigung der beiden Weißenseer Gemeinden
3 Städtebauliche Entwicklung in Weißensee
3.1 Wohnbebauung
3.1.1 Wohnungsmangel und Wohnungsbau
3.1.2 Wohnungsbau und Wohnqualität in Neu-Weißensee
3.2 Verkehrstechnische Erschließung
3.3 Infrastrukturelle Bautätigkeit
3.3.1 Friedhöfe
3.3.1.1 Friedhof der Georgengemeinde
3.3.1.2 Friedhof der Zions- und Segensgemeinde
3.3.1.3 Friedhof der Gemeinde
3.3.2 Märkte und Vergnügungseinrichtungen
3.3.2.1 Pferdemarkt
3.3.2.2 Vergnügungspark an der Amalienstraße
3.3.2.3 Albrechtshof und Sommertheater Backhaus
3.3.3 Kommunalbauten
3.3.3.1 Rathaus
3.3.3.2 Gemeindehaus und Spritzenhaus
3.3.3.3 Schulbauten
3.4 Stadttechnische Versorgungsanstalten
3.4.1 Gasversorgung
3.4.2 Kanalisation
3.4.2.1 Anschluss an die Berliner Wasserversorgung
3.4.2.2 Aufbau der Entwässerung
3.5 Gesundheitsversorgung
3.5.1 Diakonissenheim
3.5.2 Bau des Krankenhauses
3.6 Einrichtungen der Sozialfürsorge
3.6.1 Stiftung Bethabara / Beth-Elim
3.6.2 Israelitische Taubstummenanstalt
3.7 Sakralbauten
3.7.1 Katholische Kirche
3.7.1.1 Entwicklung der katholischen Gemeinde
3.7.1.2 St. Josef-Kirche
3.7.1.3 Katholisches Gemeinde- und Schwesternhaus
3.7.2 Evangelische Kirche
3.7.2.1 Konflikt um die Kirchennot in Weißensee
3.7.2.2 Bau der Bethanienkirche
3.7.3 Baptistische Kapelle
3.8 Industrie- und Gewerbebauten
3.8.1 Ansiedlung von Industriebetrieben
3.8.1.1 Eisengießerei Behr
3.8.1.2 Holzbearbeitungsfabrik
3.8.1.3 Ruthenbergsche Gewerbehöfe
3.8.2 Landwirtschaftliche Betriebe und Erzeugnisse
4 Fazit
Die Arbeit untersucht den Wandel des Berliner Stadtteils Weißensee von einem agrarisch geprägten Dorf zu einer urbanisierten Siedlung im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Der Fokus liegt dabei auf der baulichen Entwicklung, der Flächenausdehnung sowie dem sozioökonomischen Strukturwandel, der durch die Urbanisierung Berlins maßgeblich beeinflusst wurde.
1.1 Der Verstädterungsprozess im 19. und frühen 20. Jh.
Die moderne Stadt- und Urbanisierungsgeschichte konzentrierte sich bis zu den sechziger Jahren des vorigen Jh. überwiegend auf die Betrachtung des frühen Städtewesens des Mittelalters. Das historische Feld des Verstädterungsprozesses im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jh. lag nicht im besonderen Forschungsinteresse. Seit den siebziger Jahren des 20. Jh. entwickelte sich die Untersuchung der Stadtgeschichte des 19. und 20. Jh. zu einem florierenden Forschungszweig der Geschichtswissenschaft. Das Hauptaugenmerk richtete sich hier im Kern auf die Grundlagen der Urbanisierung, die durch sprunghaftes Bevölkerungswachstum und Verstädterung in der zweiten Hälfte des 19. Jh. ihren Anfang nahm. In den letzten drei Dekaden erlebte die Untersuchung der Stadt eine Blüte, da eine Vielzahl an Komponenten der städtischen Entwicklung außerhalb des demographischen Wandels in das Blickfeld der Aufmerksamkeit rückte.
Dabei wurden die Forschungserkenntnisse der politischen, sozialen und ökonomischen Strukturen der Stadt als einem Subjekt und Objekt von gesamtgesellschaftlichen Veränderungsprozessen in einem weiten Feld der Lokal-, vergleichenden Stadt- und Urbanisierungsgeschichte zu einem Gesamtbild der deutschen Stadt in der Urbanisierungsphase des 19. und 20. Jh. verwebt.
1 Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Zielsetzung der Arbeit, den Wandel von Weißensee vom Dorf zum Stadtteil nachzuzeichnen, und führt in die theoretischen Grundlagen der Urbanisierung und Verwaltungsgeschichte ein.
2 Die Grundlinien der Entwicklung von Weißensee: Das Kapitel schildert die chronologische Entwicklung Weißensees von den preußischen Agrarreformen über die Gründung der Gemeinde Neu-Weißensee bis hin zur Verleihung der Stadtrechte.
3 Städtebauliche Entwicklung in Weißensee: Hier werden detailliert die verschiedenen Aspekte der städtebaulichen Wandlung behandelt, darunter Wohnungsbau, Verkehrsanbindung, soziale Infrastruktur, Sakralbauten und Industrieentwicklung.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die städtebauliche Transformation Weißensees als Abbild der preußisch-deutschen Geschichte im Kontext der urbanen Expansion Berlins.
Weißensee, Urbanisierung, Verstädterung, Stadtentwicklung, Berlin, Gutsbezirk, Kommunalverwaltung, Infrastruktur, Wohnungsbau, Industrieansiedlung, Sozialfürsorge, Baurecht, Bodenspekulation, 19. Jahrhundert, 20. Jahrhundert.
Die Arbeit zeichnet den historischen Wandel des Berliner Stadtteils Weißensee von einem agrarisch geprägten Dorf zu einer verstädterten Ansiedlung während der Urbanisierungsphase zwischen 1871 und 1905 nach.
Die zentralen Themen umfassen die Siedlungsentwicklung, die kommunale Verwaltungsgeschichte, die städtebauliche Planung, den Infrastrukturausbau sowie die Entwicklung von Sozial- und Sakralbauten.
Das Ziel ist es, die Prozesse und Faktoren der städtischen Überformung in Weißensee zu analysieren und die Wandlung Weißensees als Fallbeispiel für die Berliner Stadtentwicklung zu veranschaulichen.
Die Arbeit basiert auf einer historischen Analyse, die durch die Auswertung von Ortschroniken, zeitgenössischen Dokumenten, Haushaltsberichten, Bauakten und der einschlägigen wissenschaftlichen Forschungsliteratur fundiert wird.
Der Hauptteil gliedert sich in eine chronologische Entwicklungslinie Weißensees und eine detaillierte Untersuchung spezifischer städtebaulicher Bereiche wie Wohnbau, Verkehr, Infrastruktur, Gesundheit und Industrie.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Urbanisierung, Boden- und Bauspekulation, kommunale Leistungsverwaltung, Infrastrukturelle Erschließung und soziale Segregation charakterisiert.
Es gab den Gemeinden ein Instrument zur gezielten Steuerung der städtebaulichen Entwicklung an die Hand, wobei die praktische Umsetzung in Weißensee oft durch finanzielle Belastungen und private Einzelinteressen erschwert wurde.
Sie waren als private Akteure maßgeblich an der Erschließung von Bauland und der Parzellierung des Gutsbezirkes beteiligt, agierten jedoch primär gewinnorientiert und weniger nach einem umfassenden städtebaulichen Plan.
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