Diplomarbeit, 2007
143 Seiten, Note: 2,0
2 Einführung
3 DIE MODERNE SOZIAE ARBEIT
3.1 Definition und Begriff der Sozialen Arbeit
3.2 Zum aktuellen Stand der Sozialen Arbeit
3.3 Zeitgemäße Arbeitsethik
4 ANTHROPOLOGISCHE KOMPONENTEN
4.1 Das Mensch-Maschine-Bildnis
4.2 Ein transzendierendes Wesen - der Mensch
5 DIE CHANCE SPIRITUELLER EINFLÜSSE
5.1 Spiritualität - Versuch einer Definition
5.2 Der Mensch - von Natur aus religiös
5.3 Neue Religiosität
5.4 Wunsch nach alternativem Gedankengut wächst
5.5 Gefahren und Grenzen von Spiritualität
5.5.1 Therapie und Beratung bei spirituellen Krisen
5.6 Soziale Arbeit und Spiritualität
6 WISSENSCHAFTLICH ANERKANNTE TECHNIKEN
6.1 Die Meditation
6.1.1 Wissenschaftliche Forschung zur Wirkungsweise der Meditation
6.2 Die Gestalttherapie
6.2.1 Methoden der Gestalttherapie
6.2.2 Forschungsergebnisse zur Wirkungsweise der Gestalttherapie
6.3 Die transpersonale Psychologie
6.4 Ken Wilbers „Integraler Ansatz“
7 HEILUNG DURCH GLAUBEN
7.1 Soziale Arbeit und Gesundheit
7.2 Kritik an Schulmedizin wächst
7.3 Fakten, Fakten, Fakten
7.4 Die Dimension des Glaubens im Heilungsprozess
7.5 Der Placebo Effekt
7.5.1 Erklärungsversuch für den Placebo-Effekt
7.5.2 Historische Dimension zur Macht der Imagination
7.5.3 Imaginationsarbeit heute
7.5.3.1 Psychodynamische Imaginationstherapien
7.5.3.2 Kognitiv-behaviorale Imaginationstherapien
7.5.3.3 Empirische Effizienzkontrolle der Imaginationstherapien
7.6 Vorschläge für eine spirituellere medizinische Praxis
7.7 Spirituell-inspirierte Soziale Arbeit mit alten Menschen
7.8 Spirituell-inspirierte Soziale Arbeit mit kranken Menschen
8 FRAGEBOGENERHEBUNG
8.1 Forschungsfragen
8.2 Aufbau des Fragebogens
8.3 Auswertung und Ergebnisse
8.4 Fazit
9 SCHLUSSBETRACHTUNG
10 QUELLENVERZEICHNIS
10.1 Literatur
10.2 Artikel
10.3 Internetquellen
10.4 Internetquellen ohne spezifischen Autor
11 ANHANG
a) NIEDERBERGER
b) HARDY
c) Fragebogen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, das Verständnis von Spiritualität im Kontext der Sozialen Arbeit zu schärfen und zu klären, inwieweit spirituelle Aspekte sinnvoll und professionell in diese Profession integriert werden können, insbesondere bei der Arbeit mit alten, kranken und behinderten Menschen. Die Forschungsarbeit geht der Frage nach, ob Spiritualität eine Ressource für Klienten und Professionelle darstellen kann und wie eine spirituell-inspirierte Praxis ethisch vertretbar gestaltet werden kann.
Die Dimension des Glaubens im Heilungsprozess
Wie man schon feststellen konnte, ist das Interesse an Spiritualität in den letzten Jahren wieder vermehrt gewachsen (Vgl. 5.2). Langsam entdeckt auch die Medizin, dass sie sich früher oder später diesem Trend wird anpassen müssen. Denn wie eine repräsentative Emnid-Umfrage herausfand, sinkt das Vertrauen der Menschen in die Schulmedizin zunehmend. Demnach bevorzugten 80 Prozent der Deutschen Naturheilmittel vor chemischen Medikamenten. Weiter heißt es, immer mehr Menschen sprechen der spirituellen Dimension bei einer Krankheit größere Bedeutung zu als noch vor Jahrzehnten.
„Die Menschen haben genug davon, als mechanisches Zufallsprodukt der Evolution behandelt zu werden, wenn sie sich ihres fühlenden und verstehenden Wesens innewerden.“ 199
Dies bestätigen auch neueste Studien. Arndt BÜSSING (Lehrstuhl an der Universität Witten/Herdecke) und seine Kollegen Thomas OSTERMANN und Peter F. MATTHIESEN befragten 112 Krebs- sowie 57 MS-Patienten, welche Rolle Spiritualität und Religion bei ihrer persönlichen Krankheitsbewältigung einnahmen. Das eindeutige Ergebnis lautete: 70% der Befragten schenkten sowohl einer Höheren Macht als auch ihrer inneren Stärke Vertrauen und erlebten die Krankheit als Hinweis bzw. Anstoß, sich mit sich selbst auseinander zu setzen und ihr Leben zu verändern. Ganze 65% sahen in der Krankheit eine Chance zur eignen Weiterentwicklung. Noch immerhin 40% waren davon überzeugt, mithilfe spiritueller Quellen ihre Krankheit begünstigend beeinflussen zu können. Soziodemographisch stellte man fest, dass je höher die Schulbildung der Teilnehmer war, desto größer auch die Bereitschaft, für die Krankheitsbewältigung spirituelle Quellen zu nutzen.200
Einführung: Die Autorin begründet ihre Arbeit mit der persönlichen Erfahrung der Relevanz spiritueller Themen in sozialen Berufsfeldern und dem Ziel, diesen schwammigen Begriff für die Soziale Arbeit zu strukturieren.
DIE MODERNE SOZIAE ARBEIT: Dieses Kapitel erörtert Begriffsdefinitionen und den aktuellen Stand der Sozialen Arbeit, wobei das Empowerment-Konzept als Basis für ein ganzheitliches Verständnis hervorgehoben wird.
ANTHROPOLOGISCHE KOMPONENTEN: Es wird der Übergang vom Mensch-Maschine-Bildnis zur ganzheitlichen Sichtweise auf den Menschen sowie dessen Streben nach Transzendenz als anthropologische Grundlage untersucht.
DIE CHANCE SPIRITUELLER EINFLÜSSE: Hier wird Spiritualität definiert und der aktuelle gesellschaftliche Trend zur Sinnsuche aufgezeigt, wobei auch Gefahren und spirituelle Krisen kritisch betrachtet werden.
WISSENSCHAFTLICH ANERKANNTE TECHNIKEN: Die Arbeit stellt Methoden wie Meditation und Gestalttherapie vor, deren Wirksamkeit durch Forschungsergebnisse belegt wird, um sie für die Soziale Arbeit nutzbar zu machen.
HEILUNG DURCH GLAUBEN: Dieses Kapitel konzentriert sich auf den Bezug zur Arbeit mit kranken Menschen, kritisiert Defizite der Schulmedizin und betont die Bedeutung von Glauben und Imagination im Heilungsprozess.
FRAGEBOGENERHEBUNG: Die Autorin präsentiert die Ergebnisse einer eigenen Online-Umfrage unter Sozialarbeitern zur Integration spiritueller Aspekte in deren berufliche Praxis.
SCHLUSSBETRACHTUNG: Zusammenfassend wird die Notwendigkeit unterstrichen, Spiritualität stärker in die Theorie und Ausbildung der Sozialen Arbeit zu integrieren, da die Praxis bereits einen Bedarf signalisiert.
Soziale Arbeit, Spiritualität, Sinnsuche, Ganzheitlichkeit, Meditation, Gestalttherapie, Krankheit, Heilungsprozess, Empowerment, Transzendenz, Religiosität, Leib-Seele-Einheit, Soziale Iatrogenesis, Psychoneuroimmunologie, Praxisrelevanz.
Die Diplomarbeit untersucht die Rolle und Bedeutung von Spiritualität in der Sozialen Arbeit sowie deren Potenziale und Grenzen bei der Betreuung von alten, kranken und behinderten Menschen.
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Spiritualität, anthropologische Grundlagen des Menschenbildes, wissenschaftlich anerkannte Techniken wie Meditation und Gestalttherapie, sowie eine kritische Analyse des heutigen medizinischen Systems und die Bedeutung von Glauben für Gesundheit.
Das Ziel ist es, den Begriff der Spiritualität für die Soziale Arbeit verständlich zu rahmen und zu klären, ob und wo spirituelle Aspekte sinnvoll ihren Platz in dieser Profession finden sollten.
Neben einer intensiven Literaturrecherche und theoretischen Aufarbeitung anthropologischer und psychologischer Ansätze nutzt die Autorin eine qualitative-quantitative Fragebogenerhebung unter Sozialarbeitern, um den aktuellen Stand der spirituellen Praxis in der Branche abzubilden.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung (Anthropologie, Spiritualitätsbegriff), die Vorstellung wissenschaftlich fundierter Methoden (Meditation, Gestalttherapie) und die Anwendung auf den Studienschwerpunkt der Arbeit mit alten, kranken und behinderten Menschen, inklusive der Kritik am aktuellen Gesundheitssystem.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Soziale Arbeit, Spiritualität, Ganzheitlichkeit, Sinnsuche, Empowerment, Krankheit, Heilungsprozess und Transzendenz.
Es beschreibt das Wechselspiel zwischen seelischen und körperlichen Aspekten eines Patienten, bei dem der Arzt je nach Beobachtungsstandpunkt entweder das seelische oder das körperliche Befinden in den Vordergrund stellt, wobei beide Aspekte untrennbar zur Ganzheit des Menschen gehören.
In Anlehnung an Ivan Illich bezeichnet sie damit die Form der medizinischen Bürokratie, die Krankheit produziert, anstatt sie zu heilen, indem sie Stress verstärkt, Abhängigkeiten schafft und den Raum für individuelle Selbstheilung und Menschlichkeit durch Standardisierung einschränkt.
Die Umfrage zeigte ein überdurchschnittlich positives Interesse an spirituellen Einflüssen in der Sozialen Arbeit. Die Mehrheit der Teilnehmer setzt bereits Methoden wie Entspannungstechniken oder Meditation ein, sieht jedoch auch die Notwendigkeit, Spiritualität begrenzt und professionell einzusetzen, um die Ernsthaftigkeit der Profession zu wahren.
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