Examensarbeit, 2002
128 Seiten, Note: sehr gut
Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
Einleitung
1. Kindheit im wissenschaftlichen und literarischen Diskurs
1.1 Kindheit im wissenschaftlichen Diskurs
1.1.1 Kindheit als Lebensalter der Erziehungsbedürftigkeit
1.1.2 Kindheit im wechselseitigen Spannungsverhältnis zwischen kollektiven und individuellen Vorstellungen
1.1.3 Kindheit als individuelle Erfahrung
1.2 Kindheit im literarischen Diskurs
1.2.1 Kinderliteratur im 18. Jahrhundert
1.2.2 Kinderliteratur im 19. Jahrhundert
1.2.3 Kinderliteratur im 20. Jahrhundert
1.3 Kindheit im Diskurs dieser Arbeit
2. Inhalt und Abgrenzung des Untersuchungsgebietes
2.1 Zur Begrifflichkeit Kinderbuch
2.2 Der Deutsche Jugendliteraturpreis als Auswahlkriterium
3. Biografien der Autoren und inhaltliche Betrachtung der zum Deutschen Jugendliteraturpreis 1999-2001 nominierten Bücher der Sparte Kinderbuch
3.1 BOIE, KIRSTEN: Nicht Chicago. Nicht hier.
3.2 DOYLE, BRIAN: Der Mann mit der Maske
3.3 DOORSELAER, WILLY VAN: Die Rache des Marmorzüchters
3.4 FRIED, AMELIE, GLEICH, JACKY: Der unsichtbare Vater
3.5 FUNKE, CORNELIA: Herr der Diebe
3.6 HÄRTLING, PETER: Reise gegen den Wind. Wie Primel das Ende des Krieges erlebt
3.7 LEEUWEN, JOKE VAN: Viegelchen will fliegen
3.8 LEMBCKE, MARJALEENA: Als die Steine noch Vögel waren
3.9 MORPURGO, MICHAEL: Das Gespenst mit den roten Augen
3.10 PENNAC, DANIEL: Kamos gesammelte Abenteuer
3.11 PLUDRA, BENNO: Jakob – heimatlos
3.12 REUTER, BJARNE: Hodder der Nachtschwärmer
3.13 RICHTER, JUTTA: Der Hund mit dem gelben Herzen oder die Geschichte vom Gegenteil
3.14 RICHTER, JUTTA: Der Tag, als ich lernte die Spinnen zu zähmen
3.15 ROWLING, JOANNE K.: Harry Potter – Der Stein der Weisen
3.16 THOR, ANNIKA: Eine Insel im Meer
3.17 VRANCKEN, KAAT: Anna und die Sache mit der Liebe
4. Die Darstellung von Kindheit im Überblick
5. Die Darstellung von Kindheit an exemplarisch ausgewählten Texten
5.1 Auswahlkriterien
5.2 Die Kindheit im Werk von KIRSTEN BOIE „Nicht Chicago. Nicht hier.“
5.2.1 Die Darstellung der Protagonisten
5.2.2 Der Protagonist im soziokulturellen Umfeld
5.3 Die Kindheit im Werk von AMELIE FRIED und JACKY GLEICH „Der unsichtbare Vater“
5.4 Die Kindheit im Werk von KAAT VRANCKEN „Anna und die Sache mit der Liebe“
5.5 Die Kindheit im Werk von ROWLING „Harry Potter und der Stein der Weisen“
5.5.1 Der Protagonist als mythisches Kind
5.5.2 Der Protagonist im Spannungsfeld von Noch-Kindsein und Erwachsenheit
5.5.3 Der Protagonist im soziokulturellen Umfeld
5.5.3.1 Peer Group
5.5.3.2 Familienstrukturen
5.5.3.3 Geschlechtsspezifische Differenzierung im Kindheitsbild
6. Resümee
Die vorliegende wissenschaftliche Hausarbeit untersucht die Darstellung von Kindheit in Kinderbüchern, die in den Jahren 1999 bis 2001 für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert wurden, um das vermittelte Bild von Kindern und ihrer sozialen Wirklichkeit zu analysieren.
Die Kindheit im Werk von KIRSTEN BOIE „Nicht Chicago. Nicht hier.“
BOIES Kinderroman zeichnet das Bild von zwei Protagonisten, Karl und Niklas, deren skizzierten Charaktere in einem Kontrast zueinander stehen. Da der Kontrast in der direkten Gegenüberstellung am deutlichsten hervortritt, werden die Protagonisten nicht separat betrachtet.
Da die Autorin für das Geschehen eine Erzählform wählte, bei der das Erzählverhalten zwischen personal und neutral alterniert, werden die Geschehnisse aus der Sicht von Niklas erfasst bzw. neutral dargestellt, wenn der Erzähler wie ein außenstehender Beobachter berichtet, also aus der Distanz darlegt, was geschieht. Aufgrund dieser Tatsache gibt es auch keinerlei Erklärungen für das gewalttätige Verhalten von Karl.
Einleitung: Einführung in die Forschungsfrage hinsichtlich der Kindheitsdarstellung in nominierten Kinderbüchern der Jahre 1999-2001 sowie methodische Hinführung.
1. Kindheit im wissenschaftlichen und literarischen Diskurs: Theoretische Auseinandersetzung mit dem Kindheitsbegriff aus pädagogischer und historischer Sicht sowie Überblick über die Entwicklung der Kinderliteratur vom 18. bis zum 20. Jahrhundert.
2. Inhalt und Abgrenzung des Untersuchungsgebietes: Definition des Begriffs Kinderbuch im Kontext der Arbeit und Begründung der Auswahlkriterien basierend auf dem Deutschen Jugendliteraturpreis.
3. Biografien der Autoren und inhaltliche Betrachtung der zum Deutschen Jugendliteraturpreis 1999-2001 nominierten Bücher der Sparte Kinderbuch: Porträts der Autoren und Kurzzusammenfassungen der untersuchten Werke als Grundlage für die nachfolgende Analyse.
4. Die Darstellung von Kindheit im Überblick: Abstraktion allgemeiner Regularitäten aus dem Textkorpus, wie Schul- und Familienstrukturen sowie Außenseiterrollen.
5. Die Darstellung von Kindheit an exemplarisch ausgewählten Texten: Detaillierte Fallstudien zu spezifischen Werken (Boie, Fried/Gleich, Vrancken, Rowling) hinsichtlich ihrer Gattung und Kindheitsdarstellung.
6. Resümee: Synthese der Ergebnisse zur Kindheitsdarstellung in der untersuchten Kinderliteratur und Ausblick auf zukünftigen Forschungsbedarf.
Kindheit, Kinderliteratur, Deutscher Jugendliteraturpreis, Kinderroman, Sozialisation, Identitätsfindung, Familienstruktur, Schule, Außenseiter, Geschlechterrollen, Pädagogik, Literarische Motivik, Mythos vom Kind, Mediatisierung, Belletristik.
Die Arbeit analysiert, wie Kindheit in Kinderbüchern dargestellt wird, die zwischen 1999 und 2001 für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert wurden.
Thematisiert werden unter anderem die Darstellung von Familie, Schule, die Rolle von Außenseitern sowie geschlechtsspezifische Unterschiede in den Erzählungen.
Ziel ist es, ein Verständnis dafür zu entwickeln, welches Bild von Kindheit den jungen Lesern durch sanktionierte Kinderliteratur vermittelt wird.
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse von ausgewählten Kinderromanen vorgenommen, wobei ein besonderer Fokus auf dem soziokulturellen Kontext und der "systemprägenden Dominante" liegt.
Der Hauptteil gliedert sich in biografische Porträts der Autoren, eine Übersicht zur Darstellung von Kindheit und tiefgehende Fallanalysen zu ausgewählten Romanen.
Schlüsselbegriffe sind vor allem Kindheit, Kinderliteratur, Sozialisation, Identitätsfindung sowie literarische Rollenbilder und Familienstrukturen.
Das Buch von Kirsten Boie zeichnet sich durch die Darstellung unmotivierter Gewalt unter Schülern aus und bricht mit dem traditionellen "Mythos vom Kind", das als von Natur aus gut gilt.
Harry Potter wird als Variation des mythischen Kindes analysiert, das trotz realer Schwäche durch eine besondere Kraft die Welt retten kann und somit eine idealisierte Kindheitsform repräsentiert.
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