Diplomarbeit, 2006
63 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Das Ringen um die führende Rolle im Deutschen Bund
2.1 Die Ausgangslage vor dem Preußisch-Österreichischen Krieg
2.2 Nachkriegsordnung
2.2.1 Preußen und die Politik 1866
2.2.2 Ausgangslage Österreichs und die Nachkriegsordnung
2.2.3 Das „dritte Deutschland“ – Rolle und Position der süddeutschen Staaten
2.3 Die liberale Bewegung
2.3.1 Die Ausgangslage
2.3.2 Die neue Rolle der Liberalen
2.3.3 Die Nationalliberale Partei
2.3.4 Der Nationalverein und Süddeutschland
3 Der Norddeutsche Bund
3.1 Die Putbuser Diktate: Ereignisse im Vorfeld der Gründung
3.2 Der konstituierende Reichstag
3.2.1 Die Änderungen des Verfassungsentwurfes
3.2.2 Die Staatsorganisation des Norddeutschen Bundes im Verhältnis zum Bonapartismus
3.2.3 Bewertung der Verfassungsänderungen durch den konstituierenden Reichstag
3.3 Innere Ausgestaltung des Norddeutschen Bundes
3.4 Außenpolitisches Erscheinungsbild des Norddeutschen Bundes
3.5 Das Verhältnis zu den süddeutschen Staaten
4 Das Zollparlament 1868
4.1 Der Vorlauf und die Ausgestaltung des neuen Zollvereinsvertrags
4.2 Zollparlamentswahl und Bewertung
5 Der Deutsch-Französische Krieg und die Reichseinigung
5.1 Der Vorlauf zum Krieg
5.2 Reichseinigung und Reichsverfassung
6 Fazit
Diese Arbeit analysiert die politischen, verfassungsrechtlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen im Vorfeld der deutschen Reichseinigung zwischen 1866 und 1871. Dabei steht die Untersuchung der preußischen Hegemonie unter Bismarck sowie die Rolle und politische Transformation der Liberalen im Norddeutschen Bund und im Zollparlament im Vordergrund.
3.1 Die Putbuser Diktate: Ereignisse im Vorfeld der Gründung
Nach den Ereignissen des Jahres 1866 verbrachte Bismarck einen Erholungsurlaub in Putbus auf der Insel Rügen. Er nutzte diesen Urlaub um in zwei Schriften, die als Putbuser Diktate bekannt geworden sind, die ihm vorschwebende Ordnung für die zukünftige Struktur Norddeutschlands nach den Ereignissen von 1866 zusammenzufassen.
Nach seinen Vorstellungen sollte in Norddeutschland ein „Norddeutscher Bund“, bestehend aus Preußen mit Lauenburg, Sachsen, Mecklenburg-Schwerin, Sachsen-Weimar, Mecklenburg-Strelitz, Oldenburg, Braunschweig, Sachsen-Meiningen, Sachsen-Altenburg, Sachsen-Coburg-Gotha, Anhalt, Schwarzburg-Rudolstadt, Schwarzburg-Sondershausen, Waldeck, Reuß ältere Linie, Reuß jüngere Linie, Schaumburg-Lippe, Lippe, Lübeck, Bremen, Hamburg, und aus den nördlich vom Main gelegenen Teilen des Großherzogtums Hessen entstehen. Dieser Bund umfasste somit den gesamten Norddeutschen Raum und trug den Bestimmungen des Prager Friedens Rechnung, nach welchen der Main die Grenze preußischer Bemühungen bilden sollte.
1 Einleitung: Die Einleitung steckt den chronologischen Rahmen von 1866 bis 1871 ab und formuliert die Forschungsfrage zur Rolle Bismarcks sowie der Liberalen im Prozess der deutschen Reichseinigung.
2 Das Ringen um die führende Rolle im Deutschen Bund: Dieses Kapitel behandelt die preußisch-österreichische Rivalität, die Nachkriegsordnung nach 1866 sowie die Anpassung der liberalen Bewegung an die neuen politischen Machtverhältnisse.
3 Der Norddeutsche Bund: Hier werden die Gründung durch die Putbuser Diktate, die Verfassungsgebung durch den Reichstag, die Rolle des Bundeskanzlers und die innen- sowie außenpolitische Ausgestaltung analysiert.
4 Das Zollparlament 1868: Dieses Kapitel beleuchtet den Vorlauf und die Ausgestaltung des neuen Zollvereinsvertrags sowie die politische Bedeutung der Zollparlamentswahlen für die deutsche Einigung.
5 Der Deutsch-Französische Krieg und die Reichseinigung: Die Analyse konzentriert sich auf die Vorbereitung des Krieges durch Bismarck, die militärische Entscheidung und die finalen Verhandlungen zur Reichsgründung 1871.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Rolle Bismarcks als Mehrer preußischer Macht sowie die Bedeutung der liberalen Kooperation als "Juniorpartner" bei der Formung des Deutschen Reiches zusammen.
Bismarck, Norddeutscher Bund, Preußen, Liberale Bewegung, Reichseinigung, Verfassung, Zollverein, Zollparlament, Machtpolitik, Kleindeutsche Lösung, Deutsch-Französischer Krieg, Realpolitik, Nationalverein, Souveränität, Parlamentarismus
Die Diplomarbeit untersucht die politischen und verfassungsrechtlichen Umbrüche im Deutschland der Jahre 1866 bis 1871, die den Weg von der Auflösung des Deutschen Bundes bis hin zur Gründung des Deutschen Kaiserreiches ebneten.
Im Zentrum stehen die Machtausweitung Preußens unter Otto von Bismarck, die Neugestaltung der deutschen Verhältnisse durch den Norddeutschen Bund und der politische Wandel innerhalb der liberalen Bewegung.
Ziel der Arbeit ist es zu ergründen, ob Bismarck primär gesamtdeutsche Interessen verfolgte oder ob er die Einigung als Mittel zur Erweiterung der preußischen Macht und Hegemonie nutzte, und wie sich die Liberalen in diesem Prozess positionierten.
Die Arbeit folgt einem chronologischen Rahmen der Ereignisse und stützt sich dabei auf eine Analyse von Primärquellen (Dokumente, Briefe) sowie wissenschaftlicher Fachliteratur.
Der Hauptteil analysiert detailliert die Nachkriegsordnung von 1866, die Entstehung der Verfassung des Norddeutschen Bundes, die Rolle des Zollparlaments sowie die Eskalation und den Verlauf des Deutsch-Französischen Krieges.
Wesentliche Begriffe sind Bismarck, Norddeutscher Bund, preußische Hegemonie, liberale Realpolitik, deutsche Reichseinigung und das Spannungsfeld zwischen monarchischem Prinzip und Parlamentarismus.
Der Nationalverein fungierte als eine wichtige liberale Bewegung zur Förderung des Einheitsgedankens, verlor jedoch nach Bismarcks Amtsantritt und der Spaltung der Fortschrittspartei an Bedeutung, da sich die Liberalen zunehmend auf eine pragmatische Zusammenarbeit mit der Regierung einließen.
Die Verfassung wird als eine "einmalige Konstruktion" und als Kompromiss zwischen autoritären, monarchistischen Strukturen und Ansätzen eines parlamentarischen Systems gewertet, wobei die Macht vorrangig bei Preußen und Bismarck konzentriert blieb.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

