Examensarbeit, 2002
76 Seiten, Note: 1,0
Einleitung 4
Was ist Freiarbeit 5
2.1 Die reformpädagogischen Wurzeln der Freiarbeit 5
2.1.1 Freiarbeit im Konzept von Peter Petersen (1884 – 1952) 6
2.1.2 Freiarbeit im Konzept von Célestin Freinet (1896 – 1944) 7
2.1.3 Freiarbeit im Konzept von Maria Montessori (1870 – 1952) 8
2.2 Versuch einer Definition 10
2.3 Der veränderte Lernbegriff 13
2.4 Das Verhältnis von Freiheit und Arbeit 14
2.5 Veränderungen als Voraussetzung für ein Gelingen der Freiarbeit 16
2.5.1 Die Lehrerrolle 16
2.5.2 Die Schülerrolle 16
2.5.3 Die vorbereitete Umgebung 17
2.6 Organisationsformen 18
2.7 Die Lernstraße als spezielle Form der Freiarbeit 19
2.8 Freiarbeit in den Richtlinien und im Lehrplan 20
2.9 Freiarbeit und klassischer Unterricht im Vergleich 22
Freiarbeit im Religionsunterricht 23
Das Konzept von Horst Klaus Berg 23
Der „prozeßbezogene Apekt“ von Freiarbeit 25
Der „gegenstandsbezogene Aspekt“ von Freiarbeit 26
Ein Kriterienkatalog für Freiarbeitsmaterialien nach Horst Klaus Berg 28
Zur Struktur des Materials 28
Zur didaktischen Funktion des Materials 29
Das Thema „Einführung in die Bibel“ im Religionsunterricht der 5./6. Klasse – Vergleich einer klassischen Unterrichtseinheit mit einem Freiarbeitsmaterial 30
Allgemeine Lernziele einer Unterrichtseinheit zur „Einführung in die Bibel“ 31
4.2 Vorstellung einer klassischen Unterrichtseinheit und eines Freiarbeitsmaterials zum Thema 35
4.2.1 „Die Bibel – das Buch der Christen“ - eine klassische Unterrichtseinheit aus dem neuen Kursbuch Religion 5/6 35
4.2.2 Kritische Betrachtung der Unterrichtseinheit 43
4.2.3 „Unterwegs durch die Bibel: Lernstraße in 17 Stationen für die Sekundarstufe“ 44
4.2.4 Kritische Betrachtung der Lernstraße 52
4.3 Vergleich der Lehrgänge 56
4.3.1 Allgemeine Unterschiede 56
4.3.2 Vergleich der Unterrichtseinheiten unter didaktischem und theologischem Aspekt 59
4.3.3 Zusammenfassung des Vergleichs 66
Exkurs: „Ostern“ in Freiarbeit 68
4.4 Eignet sich Freiarbeit zur „Einführung in die Bibel“ 69
Fazit 70
Die Arbeit untersucht, inwieweit das Unterrichtsprinzip der Freiarbeit im Religionsunterricht der Sekundarstufe I zweckmäßig und erfolgreich eingesetzt werden kann, insbesondere im Hinblick auf die Vermittlung biblischer Inhalte im Vergleich zu klassischen Unterrichtsmodellen.
2.1.1 Freiarbeit im Konzept von Peter Petersen (1884 – 1952)
Der Deutsche Peter Petersen ist in erster Linie für seinen „Jena-Plan“, ein Reformmodell für die Volksschule der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts, bekannt geworden. Im Jena-Plan ist die Bearbeitung eines Wochenplans vorgesehen, der sich an der ‚natürlichen’ Leistungskurve der Schüler orientiert. Dieser Wochenplan soll den genau durchstrukturierten „Fetzenstundenplan“ ersetzen und enthält fächerübergreifende Aufgaben, die die Kinder selbständig im Laufe einer Woche bearbeiten sollen.
Die Wichtigkeit der Selbsttätigkeit wird in Petersens Definition einer „pädagogischen Situation“ deutlich: Diese Situation sei „ein problemhaltiger Lebenskreis von Kindern oder Jugendlichen um einen Führer, von diesem in pädagogischer Absicht derart geordnet, daß jedes Glied des Lebenskreises genötigt [...] wird, als ganze Person zu handeln, tätig zu sein“. In der Schule soll es dementsprechend in erster Linie darum gehen, solche Situationen zu schaffen, um die Persönlichkeitsentwicklung der Schüler zu fördern und ihnen zu helfen, das „volle Selbst“, also ihre Persönlichkeit, selbsttätig zu entfalten.
Die Schule sollte sich an der Familie orientieren, „Lebensstätte der Jugend“ werden und in erster Linie den Gemeinschaftssinn der Schüler fördern. Petersen führt statt der Jahrgangsklassen altersheterogene ‚Stammgruppen’ ein, um den Schülern die Möglichkeit zu geben, voneinander zu lernen und sich gegenseitig zu helfen. Im Mittelpunkt steht dabei neben dem Wissenszuwachs die Gemeinschaft in der Gruppenarbeit und in diesem Zusammenhang die Erziehung zu geregelten Umgangsformen, zu einer angemessenen Arbeitshaltung des Einzelnen in der Gruppe und somit zu sozialer Kompetenz des Schülers.
Einleitung: Problematisierung der gesellschaftlichen Veränderungen und Begründung der Notwendigkeit einer veränderten schulischen Unterrichtspraxis zur Förderung der Selbständigkeit.
Was ist Freiarbeit: Darstellung der reformpädagogischen Wurzeln und theoretischen Grundlagen sowie Versuch einer eindeutigen Definition des Begriffs Freiarbeit.
Freiarbeit im Religionsunterricht: Übertragung des Freiarbeitskonzepts auf den Religionsunterricht unter besonderer Berücksichtigung des Modells von Horst Klaus Berg.
Das Thema „Einführung in die Bibel“ im Religionsunterricht der 5./6. Klasse – Vergleich einer klassischen Unterrichtseinheit mit einem Freiarbeitsmaterial: Empirisch-analytischer Vergleich zwischen traditionellen Lehrbuchinhalten und einer Lernstraßen-Konzeption zum Thema Bibel.
Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Einsatzmöglichkeiten von Freiarbeit, insbesondere die Empfehlung eines Mixes aus Freiarbeit für Sachthemen und lehrergeleitetem Unterricht für Glaubensinhalte.
Freiarbeit, Religionsunterricht, Reformpädagogik, Bibelunterricht, Lernstraße, Selbständigkeit, Selbsttätigkeit, Horst Klaus Berg, Maria Montessori, Peter Petersen, Célestin Freinet, Unterrichtsmethodik, Sekundarstufe I, Didaktik, Offener Unterricht
Die Arbeit analysiert das Unterrichtsprinzip der Freiarbeit und dessen Eignung für den Religionsunterricht an weiterführenden Schulen, insbesondere in der Sekundarstufe I.
Die Schwerpunkte liegen auf den theoretischen Grundlagen der Freiarbeit, ihrer methodischen Umsetzung im Religionsunterricht und der kritischen Evaluation konkreter Lehrmaterialien.
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob Freiarbeit sinnvoll genutzt werden kann, um sowohl soziale Kompetenzen als auch fachliche und theologische Lerninhalte zu vermitteln.
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse zu den pädagogischen Grundlagen und eine vergleichende Analyse zweier spezifischer Unterrichtskonzepte zum Thema „Einführung in die Bibel“.
Im Hauptteil werden reformpädagogische Ansätze (Jena-Plan, Montessori, Freinet) diskutiert, ein Kriterienkatalog für Freiarbeitsmaterialien erstellt und ein praktischer Vergleich zwischen einer klassischen Unterrichtseinheit und einer Lernstraße durchgeführt.
Die wesentlichen Begriffe umfassen Selbstständigkeit, Offener Unterricht, Lernstraße, Bibeldidaktik und das Verhältnis von prozess- und gegenstandsbezogenen Aspekten.
Das Thema ist geeignet, da es sowohl rein historische Sachthemen als auch komplexe theologische Glaubensinhalte beinhaltet und somit die Grenzen der Freiarbeit verdeutlicht.
Der Lehrer wandelt sich vom Wissensvermittler zum helfenden Begleiter und Berater, dessen Aufgabe in der didaktischen Vorbereitung der Umgebung und der Lernmaterialien liegt.
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