Diplomarbeit, 2003
123 Seiten, Note: 1.3
1. Das Kinderfilmfestival Goldener Spatz
1.1 Gesellschaftliche Hochachtung – Der Kinderfilm in der DDR
1.2 Für die Kinder und mit den Kindern – Die Geburt des „Spatzen“
1.3 Die Erziehung der Gefühle
1.4 Die Geschichte des Festivals bis 1989
1.5 Land in Sicht – Nach der Deutschen Wiedervereinigung
2. Filmanalysen
2.1 Verfahrensweise der Filmanalysen
2.2 Ein Schneemann für Afrika (1977)
2.2.1 Filmrealität
2.2.1.1 Wechselnde Handlungsstränge – Inhalt und Stilelemente
2.2.1.2 Die Filmfiguren und ihre Beziehungen
2.2.1.3 Die Handlungsorte MS „Wismar“ und Coccatuttibana
2.2.2 Bedingungsrealität
2.2.2.1 Losanskys Herz für Kinder und Phantasie
2.2.2.2 Von der Arbeit mit Trickfiguren und jungen Darstellern
2.2.3 Bezugsrealität
2.2.3.1 Gedanken von Solidarität und Freundschaft
2.2.3.2 Phantasie schärft den Blick für die Realität
2.2.4 Wirkungsrealität
2.2.4.1 Kritik und Lob für den Film
2.2.4.2 Der Film im Wettbewerb um den Goldenen Spatz
2.3 Das Heimweh des Walerjan Wróbel (1991)
2.3.1 Filmrealität
2.3.1.1 Die fünf Stationen Walerjans
2.3.1.2 Die Kraft von Bild und Ton
2.3.2 Bedingungsrealität
2.3.2.1 Der erste Spielfilm des „düsteren“ Dokumentaristen
2.3.3 Bezugsrealität
2.3.3.1 Zwangsarbeit in Deutschland
2.3.3.2 Das Nazi-Unrecht am Beispiel eines konkreten Schicksals
2.3.4 Wirkungsrealität
2.3.4.1 Rezeption und Bewertung durch die Kinderjury
2.3.4.2 Kommerzieller Erfolg vs. anerkannte Qualität
2.4 Emil und die Detektive (2000)
2.4.1 Filmrealität
2.4.1.1 Inhaltliche Struktur und formaler Aufbau des Kinderkrimis
2.4.2 Bedingungsrealität
2.4.2.1 Die Entstehung des Remakes
2.4.2.2 Kästners Klassiker als Erfolgsgarant für das Remake
2.4.3 Bezugsrealität
2.4.3.1 Übertragung der klassischen Vorlage in die Moderne
2.4.3.2 Die Kraft von Kindern
2.4.4 Wirkungsrealität
2.4.4.1 Statements der Kinderjury
2.4.4.2 Erfolg nach Erwarten
2.5 Schlussfolgerung
3. Fazit und Ausblick - Ein gutes Klima für den deutschen Kinderfilm?
Die vorliegende Arbeit analysiert drei ausgewählte Spielfilme, die auf dem Kinder- und Jugendfilmfestival „Goldener Spatz“ mit dem Preis der Kinderjury ausgezeichnet wurden. Ziel ist es, unter Anwendung der systematischen Filmanalyse die filmischen Gestaltungsmittel, Entstehungsbedingungen und die Bedeutung der Kinderjuryentscheidungen zu beleuchten, um zentrale Merkmale erfolgreicher Kinderfilme zu identifizieren.
2.2.1.2 Die Filmfiguren und ihre Beziehungen
Im Folgenden werden die Charaktere der vier Hauptfiguren Asina, Kasimir, Karli und Bob und ihre Beziehungen zueinander veranschaulicht.
Für die Darstellung der Asina wurde die damals achtjährige Hadiatou Barry aus über 300 dunkelhäutigen Kindern ausgewählt (vgl. Sächsisches Tageblatt Dresden 1976). In ihrem roten Kleid und den 21 Zöpfen ist sie unverwechselbar für den Zuschauer, der in kurzen Blenden mit ihr das lange Warten auf Karlis Eintreffen erlebt. Asina ist Einzelgängerin, nie sieht man sie im Spiel mit den Nachbarskindern oder ihren Brüdern und auch beim Empfang Karlis steht sie abseits am Strand. Sie nimmt den Kontakt zu anderen zumeist nur mit dem Ziel auf, Neuigkeiten über das ersehnte Schiff zu erfahren. Ihr deutscher Matrosenfreund Karli und sein versprochenes Geschenk stehen in ihrem kindlichen Lebensmittelpunkt.
Selbst im Spiel und beim Zöpfe flechten dreht sich alles um die Frage, wann Karli ankommt. Phantasievoll, optimistisch und ein bisschen verträumt trotzt sie den neckenden Sprüchen der anderen Dorfbewohner und glaubt immer fest an eine baldige Ankunft. Ungeduld und Phantasie sind bis zur Begegnung mit Kasimir Asinas vorherrschende Markenzeichen. Bei dessen Anblick jedoch weicht ihre lebhafte Neugier in schüchterne Zurückhaltung und stillen Stolz. Dass dieses Geschenk alles übertrifft, was sie sich vorgestellt hatte und dass diese Begegnung mit einem fremden Wesen etwas einzigartiges ist, versteht Asina sofort.
1. Das Kinderfilmfestival Goldener Spatz: Dieses Kapitel dokumentiert die Entstehungsgeschichte des Festivals, die Arbeit der Kinderjury und die Entwicklung des Kinderfilms in der DDR sowie nach der Wiedervereinigung.
2. Filmanalysen: Hier werden drei ausgewählte Preisträgerfilme anhand der systematischen Filmanalyse in den Bereichen Filmrealität, Bedingungsrealität, Bezugsrealität und Wirkungsrealität untersucht.
3. Fazit und Ausblick - Ein gutes Klima für den deutschen Kinderfilm?: Der abschließende Teil reflektiert den aktuellen Stand der Kinderfilmproduktion und diskutiert das Potenzial zur stärkeren Berücksichtigung der kindlichen Zielgruppe.
Goldener Spatz, Kinderfilm, Kinderjury, Filmanalyse, DEFA, Medienkompetenz, Filmfestival, Zwangsarbeit, Erich Kästner, Filmästhetik, Kinderrechte, Selbstbestimmung, Spielfilm, Rezeption, DDR-Kultur
Die Arbeit untersucht das Kinderfilmfestival „Goldener Spatz“ und analysiert anhand von drei Preisträgerfilmen aus verschiedenen Jahrzehnten, welche Merkmale und Themen für das junge Publikum bei der Bewertung von Kinderfilmen besonders bedeutsam sind.
Neben der Geschichte des Festivals stehen vor allem die filmästhetische Analyse, die Produktionskontexte sowie die Rezeption durch die Kinderjury im Mittelpunkt der Betrachtung.
Das Hauptziel besteht darin, zu ergründen, warum bestimmte Filme von Kindern ausgezeichnet werden und ob es trotz inhaltlicher und zeitlicher Unterschiede Gemeinsamkeiten gibt, die für die Entscheidungsfindung der Kinderjury maßgeblich sind.
Die Arbeit orientiert sich methodisch an dem Arbeitsbuch „Einführung in die Systematische Filmanalyse“ von Helmut Korte und gliedert jede Filmanalyse in die vier Bereiche Filmrealität, Bedingungsrealität, Bezugsrealität und Wirkungsrealität.
Der Hauptteil widmet sich der intensiven Analyse von „Ein Schneemann für Afrika“ (1977), „Das Heimweh des Walerjan Wróbel“ (1991) und „Emil und die Detektive“ (2000), wobei jeweils Struktur, Kontext, Thematik und Rezeptionsgeschichte betrachtet werden.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Kinderjury, Filmfestival, Filmanalyse, DEFA-Kinderfilm, Kinderrechte und Medienkompetenz.
Das Festival wird als ein zentraler Ort der Selbstbestimmung für Kinder beschrieben, an dem diese ihre eigene Stimme erhalten, ihre Vorlieben artikulieren und Einfluss auf die Wahrnehmung von Kinderfilmen nehmen können.
Die Autorin betont, dass eine stärkere Einbeziehung der Kinderwünsche und eine Förderung der Medienkompetenz essenziell für die qualitative Stärkung und gesellschaftliche Anerkennung des Kinderfilms ist.
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