Magisterarbeit, 2006
123 Seiten, Note: 1,4
1. Einleitung
2. Makrohistorischer Kontext
2.1. Niederländische Annexionsforderungen
2.2. Vollzug der Grenzkorrekturen trotz öffentlicher Kritik
2.3. Verhandlungen um die Rückgabe
3. Elten zwischen zwei Grenzen
3.1. Der 23. April 1949 – „Als wir bei Holland kamen …“
3.2. Politisches Leben in Elten
3.2.1. Eine außergewöhnliche Konstruktion – Das „Drostamt“ Elten
3.2.2. Landdrost Dr. Adriaan Blaauboer – Ein pragmatischer Diktator?
3.2.3. Secretaris Henk Welling und die Verwaltung – im Dienste des Bürgers?
3.2.4. Die „Commissie van Advies“ – Sprachrohr der Bevölkerung?
3.2.5. Wie die „Maiglöckchen“ für Ordnung sorgten
3.3. Wirtschaftsleben
3.3.1. Der Fremdenverkehr – eine „Goldgrube“
3.3.2. Gut Leben an der Grenze? – Die Entwicklung von Handel und Handwerk
3.3.3. Das „Sorgenkind“ Landwirtschaft
3.3.4. Der pendelnde Arbeiter und die ökonomische Lage der Bevölkerung
3.4. Dorfleben
3.4.1. Platzmangel – Die Wohnraumproblematik
3.4.2. Die Volksschule – Ein „deutscher“ Eckpfeiler
3.4.3. Die Katholische Kirche – ein zweiter deutscher Pfeiler?
3.4.4. Eingeschränkte Mobilität – Der Grenzverkehr
3.4.5. Vereine und Feste – Feiern ohne Grenzen
3.5. Der 1. August 1963 – „Die Butternacht“
4. Elten 1946-1963 – Ein Stimmungsbild
4.1. November 1946 bis April 1949 – Angst und Ungewissheit regieren
4.2. April 1949 bis Mitte der 50er Jahre – Die Lage entspannt sich
4.3. Mitte der 50er Jahre bis 1963 – Ein Stimmungswandel?
5. Schlussfolgerungen
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen der niederländischen Auftragsverwaltung auf den Alltag der Bevölkerung im Grenzort Elten zwischen 1949 und 1963. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie sich das dörfliche Zusammenleben durch die Grenzkorrekturen veränderte, welche Konstanten erhalten blieben und wie die Eltener Bevölkerung ihr Verhältnis zu den niederländischen Verwaltern im Laufe der Zeit gestaltete.
3.1. Der 23. April 1949 – „Als wir bei Holland kamen …“
„Es ist als ob der Frühling das harte Geschehen abmildern wollte. Strahlend blauer Himmel wölbt sich über dem Land am Niederrhein. Einer der schönsten Tage des jungen Jahres ist angebrochen, doch die blühende Pracht rings umher kann nicht darüber hinwegtäuschen, daß es zugleich der schwärzeste für die Bewohner des Eltener Zipfels ist.“61
Zwei Tage nach dem 23. April 1949 blickt die RHEINISCHE POST in ihrer Montagsausgabe auf ein bewegtes Wochenende für die Eltener Bevölkerung zurück. Nur 48 Stunden zuvor war die ehemalige deutsche Gemeinde Elten vorläufig dem niederländischen Staatsgebiet zugeschlagen worden.
Die Grenzkorrektur mit dem offiziellen Titel „Grenscorrectie II-A-9“62 spielte sich in Elten beinahe exakt nach dem vorher im alliierten Protokoll (s.S.13) festgelegten Muster ab. Die Berichterstattung der RHEINISCHEN POST auf deutscher Seite und der niederländischen Tageszeitung DE GRAAFSCHAPS-BODE bestätigen das.63 Einzig und allein der Unterschied zwischen den in beiden Ländern gültigen Sommer- und Winterzeiten sorgte für kleinere Verwirrung. Die Niederländer überschritten zwar wie geplant, pünktlich um 12 Uhr die Grenze, allerdings nach ihrer Zeitrechnung. Indiz dafür ist unter anderem die Berichterstattung in den Medien: Während die RHEINISCHE POST von „mittags 13 Uhr“64 als Übernahmezeitpunkt schreibt, berichtet DE GRAAFSCHAPS-BODE: „Om 12 uur werd […] door de verschillende Nederlandse instanties het burgerlijk bestuur overgenomen.“65
1. Einleitung: Die Einleitung skizziert die historische Situation Eltens nach 1949, definiert die Forschungsfragen der Arbeit und legt die methodische Vorgehensweise sowie die Quellenlage dar.
2. Makrohistorischer Kontext: Dieses Kapitel erläutert die übergeordneten politischen Debatten, die Annexionspläne der Niederlande nach 1945 und die diplomatischen Verhandlungen mit den Alliierten bis zum Abschluss des Ausgleichsvertrages.
3. Elten zwischen zwei Grenzen: Der Hauptteil analysiert detailliert die politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebensumstände im Dorf unter der niederländischen Verwaltung, unterteilt in Struktur, Alltag und soziale Bereiche.
4. Elten 1946-1963 – Ein Stimmungsbild: Dieser Abschnitt zeichnet die zeitliche Entwicklung der Stimmungslage und der Haltung der Bewohner gegenüber den niederländischen Verwaltern nach, von der Angst vor der Annexion bis zur späteren Akzeptanz.
5. Schlussfolgerungen: Die Schlussfolgerungen fassen die Ergebnisse zusammen und bewerten die Auswirkungen der 14-jährigen niederländischen Periode auf Elten sowie die Bedeutung der Instrumentalisierung von Emotionen durch politische Akteure.
Elten, Grenzkorrekturen, Niederlande, Deutschland, Drostamt, Dr. Adriaan Blaauboer, Grenzpendler, Fremdenverkehr, Landwirtschaft, Wohnungsbau, Mikrohistorie, Nachkriegszeit, Zeitzeugen, Stimmungsbild, Rückgliederung.
Die Arbeit befasst sich mit der spezifischen Lebenssituation im deutschen Grenzdorf Elten, das zwischen 1949 und 1963 unter niederländischer Auftragsverwaltung stand.
Die Arbeit untersucht das politische System des „Drostamtes“, die wirtschaftliche Entwicklung unter dem Einfluss des Fremdenverkehrs und der Grenzgänger-Problematik sowie gesellschaftliche Aspekte wie Schule, Kirche und Vereinsleben.
Das Ziel ist es, den Eltener Alltag in dieser Zeit zu rekonstruieren und zu prüfen, inwieweit die Grenzkorrekturen das Zusammenleben veränderten oder ob Konstanten trotz der „Niederlandisierung“ fortbestanden.
Die Arbeit nutzt die hermeneutische Analyse von Primärquellen (Briefe, Akten, Protokolle) in Verbindung mit der Auswertung von 13 Zeitzeugeninterviews, um subjektive Wahrnehmungen und objektive Fakten zu verknüpfen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Bereiche „Politisches Leben“, „Wirtschaftsleben“ und „Dorfleben“, wobei auch die Rolle der Führungspersönlichkeiten wie Landdrost Dr. Adriaan Blaauboer und Secretaris Henk Welling kritisch hinterfragt wird.
Zu den prägenden Begriffen zählen Grenzkorrektur, Drostamt, Zeitzeugen, wirtschaftlicher Aufschwung, Fremdenverkehr sowie der deutsch-niederländische Alltag im Zeitraum von 1949 bis 1963.
Die niederländische Verwaltung baute ab Mitte der 50er Jahre neue Siedlungen, wie das „Hoek van Holland“, und schaltete eine Wohnungskommission als Vermittlungsinstanz zwischen Landdrost und Bevölkerung ein.
Sie fungierte als einer der wichtigsten „deutschen Eckpfeiler“, da dort trotz der niederländischen Verwaltung weiterhin nach deutschen Lehrplänen und von deutschen Lehrkräften unterrichtet wurde.
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