Masterarbeit, 2006
109 Seiten, Note: 1,9
1. Gegenstand, Hintergrund und Daten
1.1 Fragestellung und Themenverortung
1.2 Entwicklungen und Begründung interkultureller Bildung
1.2.1 Geschichtlicher Abriss
1.2.2 Bedeutungswandel des Begriffs „Multikulturelle Gesellschaft“
1.2.3 Identitätskonstruktionen zwischen Multi- und Transkulturalität
1.2.4 Leitkultur(en) in der Bundesrepublik
1.2.5 Genese und Konzept interkulturellen Lernens in Deutschland
1.3 Interkulturelles Lernen braucht Spannungsfelder
1.4 Interkulturelle Bildung als Querschnittsaufgabe
1.4.1 Zuständigkeiten im Kooperativen Kultur- & Bildungsföderalismus
1.4.2 Vorschulzeit
1.4.3 Schulische Bildung
1.4.4 Außerschulische Angebote
1.4.5 Ausbau von ganztägigen Lernorten
1.5 Qualitätsmerkmale interkulturellen Lernens
2. Kulturelle Bildung schafft Lernräume interkultureller Kompetenzen
2.1 Kulturell-Ästhetische Bildung
2.1.1 Pädagogische Wendung
2.2 …in der Bundesrepublik Deutschland
2.2.1 Orte kultureller Bildung
2.2.2 Aufgabenverortung der Kulturpädagogik
2.2.3 Kulturelle Bildung ist eine Querschnittsaufgabe
2.2.4 Evaluationsmöglichkeiten von Kompetenzerwerb
2.3 …im interkulturellen Kontext
2.3.1 Inszenierung von Spannungszuständen
2.3.2 Grenzen kultureller Bildungsarbeit
2.4 …ist Lernen im 3. Raum
2.4.1 Raummodelle als Orientierungssysteme
2.4.2 Dritte Räume sind metakulturelle Sinnräume
2.4.3 Transkultureller Ansatz im Dritten Raum
2.4.4 Zwischen symbolischen und tatsächlichen Orten
2.4.5 Zusammenfassende Thesen
2.5 Beispiele von Einrichtungen und Projekten
3. Empirische Untersuchung
3.1 Zielsetzung, Gegenstand und Methode der Untersuchung
3.1.1 Ziel der Forschungsarbeit
3.1.2 Begründung des Gegenstands
3.1.3 Empirischer Ansatz
3.2 Experten-Interview
3.3 standardisierte Fragebögen
3.4 Vergleich der Akteure hinsichtlich der Kulturdimensionen
3.4.1 Machtdistanz
3.4.2 Universalisierung / Individualisierung
3.4.3 Unsicherheitsvermeidung (Angst)
3.4.4 Maskulinität / Femininität (Emotionalität)
3.4.5 Langzeitorientierung
3.5 Ergebnisse Interkultureller Kompetenzstufen
3.5.1 Interkulturelle Kompetenz als ständiger Prozess
3.5.2 Pendelbewegungen interkultureller Phasen
3.5.3 interkulturelle Fähigkeitsbereiche
3.5.4 Vergleich der Akteure
3.5.5 Resümee
4. Ausblick
4.1 Zwischen Homogenisierung und Etablierung einer Diversitätskultur
4.1.1 Warum in die Ferne schweifen, wenn das Fremde liegt so nah?
4.1.2 Aus- & Weiterbildung für Multiplikatoren/innen
4.2 Das Spannungsfeld der Akteure als Chance für Kooperation
Die Arbeit untersucht, wie kulturelle Bildung (wie Musik, Kunst oder Theater) den Erwerb interkultureller Kompetenzen in der Bundesrepublik Deutschland fördern kann. Dabei wird die zentrale Forschungsfrage verfolgt, inwiefern sich die Organisationskulturen schulischer und außerschulischer Bildungseinrichtungen unterscheiden und wie diese Unterschiede sowie die daraus resultierenden Spannungsfelder produktiv für eine diversitätsorientierte Kooperation genutzt werden können.
1.1 Fragestellung und Themenverortung
Ausgehend von der Tatsache einer gesteigerten gesellschaftlichen Heterogenität, des zunehmenden Aufeinandertreffens unterschiedlicher Traditionen und Werte in den verschiedenen gesellschaftlichen Praxisfeldern wird eine Bereicherung der kulturellen Vielfalt auch eine Vielzahl von gesellschaftspolitischen Herausforderungen insbesondere für die nachfolgende Generation mit sich bringen. Die beschleunigten Prozesse der kulturellen Globalisierung und das Entstehen multikultureller Gesellschaften durch internationale Migrationsbewegungen drängen die bildungspolitischen Akteure auf ein theoretisch-konzeptionelles Durchdringen der neuen Anforderungen. Auch die europäische Einigung, die nicht nur die Wirtschafts-, sondern auch die Kulturregionen einander näher rücken lässt und außerdem gemeinsame Anstrengungen zur Zukunftssicherung unausweichlich machen, gehören in die Aufzählung der wesentlichen Entwicklungslinien.
Angesichts dieser fortschreitenden Pluralisierung rücken Konzepte interkulturellen Lernens verstärkt auf die Agenda bundes- und landesweiter Bildungsausschüsse und Entwicklungsorganisationen. In der aktuellen Stellungnahme des Bundesjugendkuratoriums (BJK) zu Migration, Integration und Jugendhilfe ist zu lesen, dass die deutsche Gesellschaft bereits jetzt multiethnisch und interkulturell geprägt ist, was für die Zukunft noch stärker gelten wird. Die ExpertInnen verweisen auf aktuelle Studien, die von einem Drittel junger Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland ausgehen. In den großen Städten Westdeutschlands wird bei den 15jährigen sogar ein Anteil von bis zu 40 % errechnet. Nach Schätzung des BJK muss künftig der Integrationspolitik eine hohe Priorität eingeräumt werden. Allerdings wird sie erst allmählich als zentrale jugend-, bildungs- und kulturpolitische Querschnittsaufgabe erkannt. Nach Auffassung des BJK ist Integration ein wechselseitiger Prozess zwischen der Mehrheitsgesellschaft und der zugewanderten Bevölkerung: „Zentrale Orientierungen sind hierfür die Anerkennung der kulturellen Vielfalt und das Ziel eines gleichberechtigten Miteinanders heterogener Bevölkerungsgruppen auf der Grundlage des in Deutschland geltenden Rechts einschließlich der Verfassung.“
1. Gegenstand, Hintergrund und Daten: Dieses Kapitel verortet die Arbeit thematisch und historisch, indem es die Notwendigkeit interkultureller Bildung im Kontext von Migration und Globalisierung beleuchtet.
2. Kulturelle Bildung schafft Lernräume interkultureller Kompetenzen: Hier wird untersucht, wie ästhetische Bildungsangebote als Lernräume fungieren und Potenziale zur Kompetenzsteigerung bieten.
3. Empirische Untersuchung: Dieser Teil präsentiert die qualitative Analyse von Experteninterviews und Fragebögen, um die Arbeitsweisen und Kulturen schulischer und außerschulischer Akteure zu vergleichen.
4. Ausblick: Das Abschlusskapitel diskutiert Ansätze zur verbesserten Zusammenarbeit der Akteure und plädiert für ein gezieltes Spannungsmanagement zur Etablierung einer Diversitätskultur.
Interkulturelle Kompetenz, Kulturelle Bildung, Organisationskultur, Schule, Außerschulische Bildung, Diversitätskultur, Identitätsbildung, Transkulturalität, Interkulturelles Lernen, Spannungsfeld, Partizipation, Kompetenzvermittlung, Sozialisation.
Die Master-These untersucht die Rolle kultureller Bildung bei der Entwicklung interkultureller Kompetenzen in der BRD und beleuchtet das Spannungsfeld zwischen schulischen und außerschulischen Lernorten.
Die Schwerpunkte liegen auf interkulturellem Lernen, der Analyse von Organisationskulturen, dem Einfluss von kulturellen Dimensionen nach Hofstede und der Bedeutung des „Dritten Raums“ für Bildungsprozesse.
Das Ziel ist es, Unterschiede in den Organisationskulturen von Schulen und außerschulischen Bildungsträgern zu erheben und zu analysieren, um daraus Empfehlungen für eine erfolgreiche, diversitätsorientierte Zusammenarbeit abzuleiten.
Die Arbeit nutzt einen qualitativen empirischen Ansatz, bestehend aus Experteninterviews und ergänzenden standardisierten Fragebögen, um die „Organisationskulturen“ der verschiedenen Bildungsakteure zu untersuchen.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen kultureller Bildung und eine umfangreiche empirische Untersuchung, die den Vergleich der Akteure hinsichtlich ihrer Werte, Orientierungen und Kompetenzkonzepte darstellt.
Die wichtigsten Begriffe sind Interkulturelle Kompetenz, Organisationskultur, Kulturelle Bildung, Transkulturalität und Diversitätsmanagement.
Schulen sind eher hierarchisch und leistungsorientiert strukturiert, während außerschulische Akteure prozessorientierter arbeiten und Flexibilität sowie individuelle künstlerische Entfaltung in den Vordergrund stellen.
Es dient als theoretisches Konzept, um geschützte Lernräume zu definieren, in denen durch künstlerische Praxis unterschiedliche kulturelle Perspektiven auf Metaebene verhandelt und transkulturelle Kompetenzen gefördert werden können.
Der Autor plädiert für ein bewusstes "Spannungsmanagement" und eine gezielte Kooperation zwischen Schule und außerschulischer Arbeit, um die Diversität nicht als Störung, sondern als Chance für nachhaltiges Lernen zu begreifen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

