Diplomarbeit, 2006
111 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Gründe für anteilsbasierte Vergütungen
2.1 Gründe aus Unternehmenssicht
2.2 Gründe aus Aktionärssicht
3. Formen der anteilsbasierten Vergütung und ihre Finanzierung
3.1 Gestaltungen und Arten der anteilsbasierten Vergütung
3.1.1 Ausgabe von echten Anteilen
3.1.2 Ausgabe von echten Aktienoptionen
3.1.3 Ausgabe von virtuellen Aktien oder virtuellen Aktienoptionen
3.2 Finanzierungsarten
3.3 Der Verwässerungseffekt
4. Bewertung der anteilsbasierten Vergütung
4.1 Bewertung von echten und virtuellen Aktien
4.2 Bewertung von echten und virtuellen Aktienoptionen
4.2.1 Das Black-Scholes-Merton-Modell
4.2.2 Das Binomialmodell und die Monte-Carlo-Simulation
5. Kritische Würdigung der Bilanzierung gemäß IFRS 2
5.1 Anwendungsbereich und Grundlagen des Standards
5.2 Ausgleich durch echte Eigenkapitalinstrumente
5.2.1 Fair-Value-Bestimmung der Eigenkapitalinstrumente
5.2.1.1 Risikoloser Zinssatz und erwartete Dividenden
5.2.1.2 Das Problem der frühzeitigen Ausübung
5.2.1.3 Das Problem der Volatilitätsschätzung
5.2.2 Vereinbarung von Ausübungsbedingungen
5.2.3 Unbestimmbarkeit des Fair Value
5.3 Ausgleich durch Barzahlung
5.4 Wahlmöglichkeit zwischen Ausgleich in bar oder durch Eigenkapitalinstrumente
5.4.1 Die Gegenpartei entscheidet
5.4.2 Das Unternehmen entscheidet
5.5 Anhangsangaben und Übergangsvorschriften
6. Kritische Überprüfung der Anwendung des Standards bei deutschen börsennotierten Unternehmen
6.1 Gegenstand der Untersuchung und Auswahl der Unternehmen
6.2 Adäquanz der Darstellung der aktienbasierten Vergütungsvereinbarung
6.3 Adäquanz der Anwendung und Darstellung der Bewertungsmodelle
6.4 Darstellung der Auswirkungen auf die Vermögens- und Finanzlage
6.5 Zusammenfassung und Folgerungen der Untersuchung
7. Resümee und Ausblick
Diese Arbeit verfolgt das Ziel, die Bilanzierungsvorschriften des IFRS 2 für anteilsbasierte Vergütungen darzustellen, kritisch zu würdigen und die erstmalige praktische Anwendung dieses Standards anhand von Geschäftsberichten deutscher börsennotierter Unternehmen aus dem Jahr 2005 zu überprüfen.
4.2.1 Das Black-Scholes-Merton-Modell
Zu den bekanntesten Optionspreismodellen gehört das Modell von Fischer Black, Myron Scholes und Robert Merton (Black-Scholes-Merton-Modell), das im Jahr 1973 erstmals publiziert wurde. Das Hauptaugenmerk liegt im Folgenden auf den die verbal formulierbaren Grundannahmen der Black-Scholes-Merton (BSM)-Formel, da diese für den weiteren Verlauf der Arbeit von Bedeutung sind. Deshalb soll auf eine mathematische Herleitung der BSM-Formel verzichtet werden.
Grundannahme des BSM-Modells ist die Diversifikationsmöglichkeit der Investoren. Sie können ihr Portfolio ständig an die veränderten Aktienkurse anpassen, damit die Rendite des Gesamtportfolios aus verschiedenen Anlagen immer dem risikolosen Zinssatz entspricht. Dies setzt voraus, dass die Investoren in der Lage sind zu hedgen. Ein Ausgleichen der Kursbewegung eines Finanzinstruments durch ein anderes Instrument wird als Hedging bezeichnet. Es dient zur Absicherung von Risiken. Da die Rendite des Portfolios dem risikolosen Zinssatz entspricht, wird keine Risikoprämie fällig. Als Folge ist das Portfolio unabhängig von der Risikoeinstellung der Investoren. Sowohl risikoneutrale als auch risikoscheue Investoren zahlen denselben Preis.
Weitere Annahme ist, dass der Aktienkurs einer Brown’schen Bewegung folgt. Das Modell der Brown’schen Bewegung wird in der Physik für die Bewegung von Teilchen verwendet. Es besagt, dass sich Teilchen im Laufe einer Zeitspanne immer gleich verteilen werden. Dieses Prinzip lässt sich ebenfalls auf Aktienkurse übertragen. Dies führt dazu, dass Aktienkurse innerhalb eines bestimmten Zeitraums mit derselben Wahrscheinlichkeit fallen oder steigen werden.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Verbreitung anteilsbasierter Vergütungen ein und erläutert die Zielsetzung der Arbeit sowie das methodische Vorgehen bei der Überprüfung des IFRS 2.
2. Gründe für anteilsbasierte Vergütungen: Dieses Kapitel erörtert die personalwirtschaftlichen Motive auf Unternehmensseite sowie die Anreiztheorie aus der Perspektive des Principal-Agent-Konflikts.
3. Formen der anteilsbasierten Vergütung und ihre Finanzierung: Es werden die verschiedenen Gestaltungsmöglichkeiten von Vergütungsplänen sowie die Methoden der Aktienbeschaffung und der Verwässerungseffekt analysiert.
4. Bewertung der anteilsbasierten Vergütung: Hier werden die mathematischen Grundlagen und verschiedenen Bewertungsverfahren wie BSM-Modell, Binomialmodell und Monte-Carlo-Simulation für Aktien und Optionen erläutert.
5. Kritische Würdigung der Bilanzierung gemäß IFRS 2: Dieses Kapitel analysiert detailliert die Anwendungsbereiche, die Fair-Value-Bestimmung und die spezifischen Herausforderungen bei Ausübungsbedingungen und Barzahlungen.
6. Kritische Überprüfung der Anwendung des Standards bei deutschen börsennotierten Unternehmen: Dieser Abschnitt vergleicht die tatsächliche Umsetzung des IFRS 2 in deutschen Geschäftsberichten mit den Anforderungen des Standards und bewertet die Transparenz.
7. Resümee und Ausblick: Diese Zusammenfassung reflektiert die Erkenntnisse zur Bilanzierung und weist auf den weiteren Forschungsbedarf bezüglich der Schätzungsspielräume und der Standardisierung hin.
IFRS 2, anteilsbasierte Vergütung, Mitarbeiteraktienoptionen, Bilanzierung, Fair Value, Black-Scholes-Merton-Modell, Binomialmodell, Monte-Carlo-Simulation, Aktienbeschaffung, Verwässerungseffekt, Ausübungsbedingungen, Geschäftsberichte, Transparenz, Risikoneutralität, Personalaufwand.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Bilanzierung anteilsbasierter Vergütungsprogramme (z.B. Aktienoptionen) nach dem internationalen Rechnungslegungsstandard IFRS 2 und deren Umsetzung bei deutschen börsennotierten Unternehmen.
Die Arbeit umfasst die theoretischen Grundlagen der Vergütungsformen, mathematische Bewertungsmodelle für Optionen, die spezifischen Bilanzierungsregeln des IFRS 2 sowie eine empirische Untersuchung der Berichterstattung börsennotierter Unternehmen.
Das Ziel ist es, die Vorschriften des IFRS 2 vorzustellen, kritisch zu würdigen und die Qualität der erstmaligen Umsetzung bei deutschen börsennotierten Unternehmen anhand der Geschäftsberichte 2005 zu bewerten.
Es werden eine Literaturanalyse zu den Bilanzierungsgrundlagen sowie eine deskriptive empirische Analyse der Geschäftsberichte von 37 deutschen Unternehmen durchgeführt, um die praktische Anwendung der Bewertungsmodelle und Offenlegungspflichten zu vergleichen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Vergütungsformen, die Erläuterung der Bewertungsverfahren (BSM, Binomial, Monte-Carlo) und eine kritische Auseinandersetzung mit der Bilanzierung gemäß IFRS 2, inklusive einer umfangreichen empirischen Bestandsaufnahme.
Zentrale Begriffe sind der Fair Value, die Volatilitätsschätzung, die frühzeitige Ausübung von Optionen, der Verwässerungseffekt und die verschiedenen Arten der Leistungsbedingungen.
Das Modell wird kritisch bewertet, da es von konstanten Parametern ausgeht und speziell für europäische Optionen konzipiert ist, weshalb es für die Bewertung von Mitarbeiteroptionen mit frühzeitigen Ausübungsmöglichkeiten oft ungeeignet ist.
Der Verwässerungseffekt ist ein zentraler Nachteil für Altaktionäre, wenn neue Aktien zur Erfüllung von Vergütungsplänen ausgegeben werden; die Arbeit zeigt, wie dieser Effekt die Unternehmens- und Aktionärsperspektive beeinflusst.
Während ein Ausgleich in Eigenkapitalinstrumenten meist zu einer Gegenbuchung im Eigenkapital führt, erfordert ein Barausgleich die Bildung einer Rückstellung, was zu einer erfolgswirksamen Wertanpassung an jedem Bilanzstichtag führt.
Der Autor stellt fest, dass viele Unternehmen wichtige Parameter (wie den Aktienkurs oder die Basis der Volatilitätsberechnung) unzureichend angeben, was die Nachvollziehbarkeit des Fair Values für Investoren erschwert.
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