Diplomarbeit, 2003
68 Seiten, Note: 2,0
0. Einleitung
1. Beobachtungen
1.1. Die zitierten Theologen des 16./17. Jahrhunderts
1.2. Formalia
1.3. Verteilung der Zitate in der Gliederung der PD
2. Vergleich
2.1. Vorüberlegungen
2.2. Wissenschaftliche Werke von Speners Lehrern am Beispiel Johann Conrad Dannhauers
2.3. Andere Reformschriften
2.3.1. Johann Gerhard
2.3.2. Johann Saubert
2.3.3. Johann Quistorps „Pia Desideria“
2.3.4. Eine radikale Reformschrift: Theophil Großgebauers „Wächterstimme aus dem verwüsteten Zion“
2.4. Auswertung
3. Einzeluntersuchung
3.1. Balthasar Meisner, PD 18,29-19,2
a) Kontext
b) Gewährsmann
c) Titulatur
d) Referenz
e) Text
3.2. Johann Ludwig Hartmann / Johann Gerhard, PD 19,2-19
a) Kontext
b) Gewährsmänner
c) Titulatur
d) Referenz
e) Text
3.3. Balthasar Raith, PD 25,15-26,5
a) Kontext
b) Gewährsmänner
c) Titulatur
d) Referenz
e) Text
3.4. Martin Luther
3.4.1. Römerbriefvorrede, PD 33,35-34,22
a) Vorgeschichte
b) Kontext
c) Titulatur
d) Referenz
e) Text
3.4.2. Empfehlung Johann Taulers, PD 74,15-75,8
a) Kontext
b) Titulatur
c) Referenz
d) Text
3.5. Johann Arndt, PD 35,2-19 (ff.)
a) Kontext
b) Gewährsmann
c) Titulatur
d) Referenz
e) Text
3.6. Erasmus Sarcerius, PD 46,8-47,23
a) Kontext
b) Gewährsmann
c) Titulatur
d) Referenz
e) Text
3.7. Abraham Calov
a) Kontext
b) Gewährsmann
c) Titulatur
d) Referenz
e) Text
4. Argumenta e silentio
5. Würdigung
Die vorliegende Untersuchung analysiert die Eigenart, Funktion und Bedeutung der Zitate von Theologen des 16. und 17. Jahrhunderts in Philipp Jakob Speners Werk "Pia Desideria", um zu prüfen, ob Speners Zitierpraxis als gezieltes Mittel zur theologischen Legitimation diente.
3.1. Balthasar Meisner, PD 18,29-19,2
Das erste direkte Zitat eines Theologen des 16./17. Jahrhunderts in den Pia Desideria steht im ersten Teil, im Zusammenhang mit der Klage über den geistlichen Stand. Voran gehen eine allgemeine Einleitung und die theologische Erörterung, ob und inwiefern der Heilige Geist durch unchristlich lebende Pfarrer etwas bewirken könne. Nun beklagt Spener, daß diejenigen, die sich um „die innere Gottseligkeit“ bemühen, verdächtigt werden, heimlich mit den verschiedensten Schwärmereien oder der katholischen Lehre zu sympathisieren. Er nennt namentlich „den verdacht eines heimlichen Papisten / Weigelianers oder Quäckers“51. In den beiden folgenden Zitaten wird der Weigelianismus52 wieder erwähnt, der Verdacht des „Papisten“ nicht. Das ist insofern auffällig, als Spener selbst einige Jahre zuvor vorgeworfen worden war, „papistisch“ zu predigen53. Daß Verdächtigungen ihn persönlich getroffen hätten, erwähnt Spener jedoch nicht. Spener ist darauf bedacht, sich nicht selbst als Opfer darzustellen, sondern als neutralen, aber um die Kirche besorgten Beobachter. Insofern bekommt der Abschnitt auch nicht den Anschein einer persönlichen Apologie, sondern den einer sachlichen Kritik.
0. Einleitung: Die Einleitung diskutiert die Forschungsdebatte um Speners Zitierpraxis, insbesondere die von Johannes Wallmann aufgeworfene These der „taktischen Klugheit“ bei der Auswahl lutherisch-orthodoxer Zitate.
1. Beobachtungen: Dieses Kapitel liefert eine Bestandsaufnahme der zitierten Autoren, der formalen Zitierweise sowie der Verteilung der Zitate innerhalb der „Pia Desideria“.
2. Vergleich: Durch den Vergleich der „Pia Desideria“ mit wissenschaftlichen Werken (z.B. Dannhauer) und anderen Reformschriften (z.B. Saubert, Großgebauer) werden Parallelen und Unterschiede in der Zitierfunktion herausgearbeitet.
3. Einzeluntersuchung: In diesem Hauptteil werden ausgewählte Zitate führender Theologen (Meisner, Hartmann, Raith, Luther, Arndt, Sarcerius, Calov) hinsichtlich Kontext, Titulatur, Referenz und inhaltlicher Funktion detailliert analysiert.
4. Argumenta e silentio: Das Kapitel untersucht, warum bestimmte Theologen (z.B. Melanchthon, Dannhauer) im Text fehlen, und reflektiert Speners bewussten Verzicht auf direkte inhaltliche Auseinandersetzungen.
5. Würdigung: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die „taktische Klugheit“ Speners als ein komplexeres, funktional vielfältiges Mittel zur Absicherung seiner Theologie innerhalb des lutherischen Umfelds.
Pia Desideria, Philipp Jakob Spener, lutherische Orthodoxie, Pietismus, Zitierpraxis, Kirchenreform, Theologiegeschichte, Balthasar Meisner, Martin Luther, Johann Arndt, taktische Klugheit, Reformschriften, Kontroverstheologie, Frömmigkeit, Kirchenzucht.
Die Arbeit untersucht die Eigenart und Funktion der Zitate von Theologen des 16. und 17. Jahrhunderts im Werk "Pia Desideria" von Philipp Jakob Spener.
Im Fokus stehen die Zitiertechnik Speners, seine Auswahl der Gewährsmänner sowie die Frage, wie er durch Zitate seine Reformvorschläge innerhalb der lutherischen Tradition legitimierte.
Ziel ist es zu prüfen, ob Spener Zitate gezielt einsetzte, um seine eigenen Bestrebungen in die lutherische Tradition einzupassen und sich gegen den Vorwurf der Irrlehre abzusichern.
Die Autorin/der Autor nutzt eine exemplarische, textnahe Untersuchung (Einzelanalyse) von Zitaten sowie einen komparativen Ansatz, bei dem die "Pia Desideria" mit anderen zeitgenössischen Schriften verglichen wird.
Der Hauptteil widmet sich einer detaillierten Einzelanalyse von Zitaten verschiedener Theologen, wobei insbesondere der Kontext, die Titulatur der Gewährsmänner und die Genauigkeit der Referenzen beleuchtet werden.
Wichtige Begriffe sind Pia Desideria, lutherische Orthodoxie, Pietismus, Zitierpraxis, taktische Klugheit und Reformprogramm.
Balthasar Meisner dient als erstes Beispiel, an dem Spener die Vorwürfe gegen seine Frömmigkeitsbewegung (z.B. Verdacht auf Schwärmerei) durch den Verweis auf eine anerkannte orthodoxe Autorität sachlich zu entkräften sucht.
Während Dannhauer Zitate als Gesprächspartner nutzt, deren Sicht er differenziert beurteilt, dienen Zitate für Spener primär dazu, seine eigene Position als mit der Tradition übereinstimmend zu belegen.
Luther nimmt als "unser theurer Lutherus" eine herausgehobene Sonderstellung ein; seine Zitate dienen dazu, alle "lutherischen" Einwände gegen Speners Anliegen zum Schweigen zu bringen.
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