Diplomarbeit, 2002
91 Seiten, Note: 1,8
0. Einleitung
1. Allgemeine Einführung in Begriffe und Definitionen
1.1 Drogen/Betäubungsmittel
1.1.1. Legale Drogen
1.1.2. Illegale Drogen
1.2. Betäubungsmittel
1.3. Drogenabhängigkeit / Sucht
1.4. Schädlicher Gebrauch
2. Überleitung zu Heroin im speziellen
2.1. Historische Anmerkungen zum Arzneimittel Heroin
2.2. Zur Wirkungsweise der Opioide - Allgemeine Wirkungsweise
2.3. Besondere Bedingungen der Heroinabhängigkeit
2.3.1. Wirkungen des Heroin - eine Beschreibung
2.3.2. Nebenwirkungen
2.3.3. Zu den Entzugserscheinungen bei Heroinabhängigkeit
2.3.4. Zur Toleranzentwicklung bei Opioidabhängigkeit
3. Überblick in die politische Dimension der Drogenproblematik
3.1. Politik
3.2. Staat
3.3. Drogenpolitik
3.4. Drogenpolitische Hauptstrategien
3.4.1. der „liberal approach“
3.4.2. der „social approach“
3.4.3. der „legal approach“
4. Konzeptionelle und Handlungsorientierte Drogenarbeit
4.1. Menschenbilder in der Drogenarbeit
4.1.1. Bild der Konsumenten als Kranke
4.1.2. Bild der Drogenkonsumenten als eigenverantwortliche Subjekte
4.2. Die Ansätze in der Drogenarbeit
4.2.1. Der klassische Abstinenzansatz
4.2.2. Der akzeptierende Ansatz
5. Die Substitutionsbehandlung
5.1. Die Methadonbehandlung in Deutschland
5.1.1. Methadonbehandlungsmethoden
5.1.2. Ziele
5.2. Gegenargumentation zu Methadon
6. HeGeBe
6.1.Internationaler Rundblick
6.2. Historischer Abriss zur Entstehung des bundesdeutschen Modellprojekts
6.3. Beschreibung des bundesdeutschen Modellprojekts
6.3.1. Problemhintergrund
6.3.2. Zielsetzung
6.3.3. Zielgruppen
6.3.4. Die zentralen Zugangsbedingungen
6.3.5. Hypothesen
6.3.6. Untersuchungsgruppen
6.3.7. Ärztliche Behandlung
6.3.8. Psychosoziale Begleittherapien
6.3.9. Studienablauf und -dauer
6.4. Allgemeine Schwierigkeiten bei der Heroinverschreibung
6.4.1. Zeitliche Schwierigkeiten
6.4.2. Persönliche Schwierigkeiten
6.4.3. Sachliche Schwierigkeiten
6.5. Zusammenfassung
7. Ethische Probleme bei Heroinverschreibung
7.1. Staatsideen
7.1.1 Liberale Staatsidee
7.1.2. Soziale Wohlfahrtsstaatidee
7.1.3. Liberale Sozialstaatsidee
7.2. Autonomie und Selbstbestimmung / Recht auf Rausch
7.3. Diskussion der ethischen Problemstellung
7.4. Persönliche Gedanken
8. Stellungnahmen ehemaliger Heroinkonsumenten zur staatlichen Heroinvergabe
8.1. Gedanken zu Beginn
8.2. Erhebungsinstrument – das Interview
8.2.1. Gliederung
8.2.2. Durchführung
8.2.3. Interviewleitfaden für die Befragung von ehemaligen Heroinkonsumenten
8.3. Interviewauswertung:
8.3.1. Auswertung: Allgemeine Angaben
8.3.2. Auswertung: Einstieg und Verlauf der Drogenkarriere
8.3.3. Auswertung: Ausstieg aus der Abhängigkeit
8.3.4. Auswertung: Stellung zur staatlichen Heroinvergabe
8.3.5. Auswertung: hypothetische Frageerweiterung
8.4. Zusammenfassung
9. Schluss und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Problematik der heroingestützten Behandlung (HeGeBe) und setzt sich kritisch mit deren Wirksamkeit und ethischen Implikationen auseinander. Das primäre Ziel ist es, den wissenschaftlichen Diskurs um die kontrollierte Heroinabgabe durch eine Literaturrecherche zu strukturieren und durch qualitative Interviews mit ehemaligen Konsumenten um eine bisher oft vernachlässigte Betroffenenperspektive zu ergänzen.
2.3.1. Wirkungen des Heroin - eine Beschreibung
Je nach der persönlichen Verfassung, der Dosierung und Erfahrung verursacht der Heroinmissbrauch den typischern Heroinrausch, ein Glücksgefühl und ein Entrücktsein aus dem Alltag. Die Wirkung der Einzeldosis ist nicht immer dieselbe, sondern von den Umständen und der Persönlichkeit abhängig. Das Heroin `fährt` nach der Injektion sofort ein und löst beim Abhängigen in diesem Moment einen richtiggehnden „Flash“, „High“ oder „Kick“ aus, was eine Hochstimmung, ein Glücksgefühl und eine höchste euphorische Erlebnisfülle bewirkt. Werden Heroinabhängige nach Wesen und Inhalt des Heroinrausches gefragt, pflegen viele zu antworten, „im Grunde sei das Rauscherlebnis mit nichts zu vergleichen, es sei einmalig. Aber wenn es einen Vergleich gäbe, dann der mit einem Orgasmus, nur dass er viel kürzer sei als ein Heroinrausch und nicht so intensiv ausgeprägt.“
Diese akuten Erscheinungen klingen innerhalb von Minuten wieder ab. Hierauf folgt ein Zustand der Beruhigung, der aber nur etwa 2 Stunden andauert. Bei sehr stark Heroinabhängigen wird häufig mit dem Drogenkonsum nur mehr ein Abklingen des „Opiathungers“ oder der „Gier“ erreicht, ohne dass der Abhängige die vorher beschriebene Hochstimmung erlebt. Um weiterhin in diesen Genuss zu kommen, muss der Abhängige das Heroin zusammen mit anderen Stoffen konsumieren. Aus diesem Grunde mixt er dann sogenannte Cocktails (Drogengemische).
0. Einleitung: Diese Einleitung beschreibt die Motivation des Autors, sich mit der heroingestützten Behandlung auseinanderzusetzen, und erläutert die Gliederung sowie methodische Vorgehensweise der Arbeit.
1. Allgemeine Einführung in Begriffe und Definitionen: Hier werden grundlegende Begriffe wie Drogen, Betäubungsmittel und Sucht definiert, um eine wissenschaftliche Basis für die weitere Betrachtung zu schaffen.
2. Überleitung zu Heroin im speziellen: Dieses Kapitel fokussiert auf die Geschichte und pharmakologische Wirkungsweise von Heroin sowie die spezifischen Bedingungen der Heroinabhängigkeit.
3. Überblick in die politische Dimension der Drogenproblematik: Der Autor beleuchtet die Rolle von Politik und Staat in der Drogenproblematik und differenziert zwischen den drei Drogenpolitik-Hauptstrategien.
4. Konzeptionelle und Handlungsorientierte Drogenarbeit: Hier werden die ethischen Menschenbilder in der Drogenarbeit und der Gegensatz zwischen Abstinenz- und akzeptierendem Ansatz dargestellt.
5. Die Substitutionsbehandlung: Das Kapitel erläutert die Methoden der Methadonbehandlung in Deutschland sowie die Zielsetzungen und vorliegende Gegenargumente.
6. HeGeBe: Dies ist der Kernpunkt der Arbeit, der das bundesdeutsche Modellprojekt zur Heroinverschreibung detailliert beschreibt und internationale Vergleiche zieht.
7. Ethische Probleme bei Heroinverschreibung: Eine Diskussion der moralischen Fragestellungen im Kontext staatlicher Staatsideen und des Rechts auf Rausch.
8. Stellungnahmen ehemaliger Heroinkonsumenten zur staatlichen Heroinvergabe: Der Autor präsentiert eine qualitative Interviewauswertung mit ehemaligen Betroffenen zu ihren Erfahrungen und Ansichten.
9. Schluss und Ausblick: Der Autor fasst die gewonnenen Erkenntnisse zusammen und wagt einen Ausblick auf die zukünftige Ausrichtung der Suchthilfe.
Heroin, Heroinvergabe, Drogenabhängigkeit, Sucht, Substitution, Drogenpolitik, akzeptierende Drogenarbeit, Abstinenzansatz, Modellprojekt, Drogenhilfe, Interviewauswertung, ethische Problemstellung, Rausch, Prävention, Behandlungsmethoden.
Die Diplomarbeit untersucht das Konzept der staatlichen Heroinvergabe im Rahmen der deutschen Drogenhilfe, hinterfragt deren Wirksamkeit und betrachtet die ethischen und praktischen Aspekte dieser Behandlungsmethode.
Die Schwerpunkte liegen bei den wissenschaftlichen Grundlagen von Drogensucht, den politischen Ansätzen der Drogenkontrolle, dem deutschen Modellprojekt (HeGeBe) sowie der ethischen Diskussion über staatliche Verantwortung und individuelles Selbstbestimmungsrecht.
Das Ziel ist eine wissenschaftliche Darstellung der heroingestützten Behandlung sowie die Bereicherung des Fachdiskurses durch eine qualitative Befragung ehemaliger Heroinkonsumenten, um deren Sicht auf die staatliche Heroinvergabe zu dokumentieren.
Der theoretische Teil stützt sich auf eine umfangreiche Literaturrecherche. Der empirische Teil besteht aus einer qualitativen Auswertung strukturierter Interviews mit drei ehemaligen Drogenabhängigen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in Begrifflichkeiten und Drogenpolitik, eine detaillierte Beschreibung des HeGeBe-Modellprojekts, eine ethische Analyse sowie die Auswertung der Experteninterviews.
Die zentralen Begriffe sind Heroinvergabe, Sucht, Substitution, Drogenpolitik, ethische Problemstellung und die Perspektive ehemals Abhängiger.
Das Modellprojekt ist das Kernstück der Arbeit. Es wird auf seine wissenschaftliche, politische und organisatorische Entstehung hin untersucht, um den therapeutischen Wert im Vergleich zur Methadon-Substitution zu bewerten.
Die befragten Ex-User stehen der staatlichen Heroinvergabe mehrheitlich ablehnend gegenüber, da sie diese nicht als Weg aus der Sucht sehen. Sie äußern jedoch Verständnis für die Vergabe bei schwerstkranken Patienten (z.B. AIDS-Patienten), bei denen keine Heilungschance mehr besteht.
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