Diplomarbeit, 2006
96 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Aufgabenstellung und Ziel der Arbeit
2 Theoretischer Teil
2.1 Biochemische Grundlagen
2.1.1 Allgemeines zu Proteinen
2.1.2 Hühnereiweiß-Lysozym (HEWL)
2.1.3 Bovine Serum Albumin (BSA)
2.2 Grundlagen der Kristallisation
2.2.1 Kristallisationskinetik
2.2.2 Kristallstruktur und Habitus
2.3 Prozesstechnische Grundlagen
2.3.1 Energieeintrag
2.3.2 Reaktionstechnische Berechnungen
2.4 Grundlagen der Filtration
3 Experimenteller Teil
3.1 Materialien und Methoden
3.1.1 Kristallisation
3.1.2 Filtration
3.2 Kristallisationen
3.2.1 Kristallisation von HEWL ohne Energieeintrag
3.2.2 Kristallisation von HEWL im Rührkessel
3.2.3 Kristallisation von BSA ohne Energieeintrag
3.2.4 Kristallisation von BSA im Rührkessel
3.3 Filtrationen
3.4 Ergebnisse
3.4.1 Kristallisation von Lysozym ohne Energieeintrag
3.4.2 Rührkesselversuche mit Lysozym
3.4.3 Kristallisation von BSA ohne Energieeintrag
3.4.4 Rührkesselversuche mit BSA
3.4.5 Filtrationsergebnisse
3.5 Diskussion
3.5.1 Beurteilung der HEWL-Kristallisationen
3.5.2 Bewertung der Kristallisation von BSA
4 Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht die Einflussfaktoren auf die Proteinkristallisation und deren Auswirkungen auf die Filtrierbarkeit der resultierenden Präzipitate, mit dem Ziel, den Kristallisationsprozess prozesstechnisch so zu optimieren, dass eine effiziente mechanische Abtrennung ermöglicht wird.
1.1 Problemstellung
Biologische Makromoleküle gewinnen zunehmend an Bedeutung. Peptide, Enzyme und Proteine sind als Medikamente in der Medizin nicht mehr wegzudenken. Allein am Beispiel des Peptidhormons Insulin zeigt sich die steigende Nachfrage an industriell hergestellten Biomolekülen. Mittlerweile hat sich diese Nachfrage längst auf andere Bereiche ausgedehnt. Neben der Pharmabranche, mit ihrer Forderung nach hochreinen Substanzen, haben sich vor allem die Kosmetik-, Lebensmittel- und Haushaltsindustrie als Interessenten von biologisch wirksamen Substanzen erwiesen. Dabei kommt es neben der Reinheit, zusätzlich auf die Menge und damit auf die Wirtschaftlichkeit der Produktion an. Werden die geringen Mengen an therapeutischen und analytischen Proteinen meist mit kostenintensiven Methoden, wie der Chromatographie gewonnen, genügt den übrigen industriellen Proteinen oft eine partielle Aufreinigung.
Beispielsweise werden für die Herstellung von Waschmitteln hydrolytische Depolymerasen (Enzyme) in Mengen von 100 kg bis zu mehreren Tonnen pro Jahr produziert [1, 2]. In solchen Prozessen, aber auch als erste Reinigungsstufe der Aufarbeitung zum hochreinen Protein, hat die Kristallisation entscheidende Vorteile gegenüber anderen Trennungsmethoden. Ein einfacher apparativer Aufbau, eine schnelle Prozessführung sowie eine kostengünstige Verfahrensauslegung sind nur ausgewählte Eigenschaften, die für eine Kristallisation sprechen.
1 Einleitung: Beschreibt die zunehmende Bedeutung biologischer Makromoleküle und die Notwendigkeit effizienter, wirtschaftlicher Trennmethoden für industrielle Proteine.
2 Theoretischer Teil: Vermittelt die biochemischen Grundlagen von Proteinen, die Mechanismen der Kristallisation sowie verfahrenstechnische Aspekte des Energieeintrags und der Filtration.
3 Experimenteller Teil: Erläutert die eingesetzten Materialien, die Versuchsaufbauten für Kristallisation und Filtration sowie die methodische Vorgehensweise bei den durchgeführten Experimenten.
4 Zusammenfassung: Fasst die Erkenntnisse über den Einfluss chemischer und verfahrenstechnischer Parameter auf die Kristallqualität und Filtrierbarkeit von HEWL und BSA zusammen.
Proteinkristallisation, Filtration, Lysozym, HEWL, Albumin, BSA, Ammoniumsulfat, Rührkessel, Filterkuchenwiderstand, Kristallisationskinetik, Aussalzeffekt, Kristallhabitus, Energieeintrag, Phasendiagramm, Trennverfahren.
Die Arbeit befasst sich mit der Optimierung der Kristallisation von Proteinen, insbesondere Hühnereiweiß-Lysozym (HEWL) und Bovine Serum Albumin (BSA), um die anschließende Filtration der Kristallsuspensionen effizienter zu gestalten.
Die zentralen Felder umfassen die biochemischen Grundlagen der Proteinkristallisation, die verfahrenstechnische Gestaltung des Rührens im Kristallisationsprozess und die mathematische Beschreibung der Filtration mittels Druckfilter.
Das Hauptziel ist die Verkürzung der Filtrationszeit und die Minimierung des Filterkuchenwiderstands durch eine gezielte Anpassung der Kristallisationsbedingungen.
Es werden Kristallisationsexperimente in Microwells und Rührkesseln durchgeführt, gefolgt von Druckfiltrationsversuchen sowie analytischen Methoden wie UV-Vis-Spektroskopie, Lichtmikroskopie und Röntgenbeugung (XRD).
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der Kristallisations- und Filtrationsmechanismen sowie einen umfangreichen experimentellen Teil, in dem verschiedene Einflussgrößen wie Drehzahl, Salzkonzentration und Proteinkonzentration systematisch untersucht werden.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Proteinkristallisation, Filtrierbarkeit, Filterkuchenwiderstand, Energieeintrag im Rührkessel und das Löslichkeitsverhalten von Proteinen.
HEWL kristallisiert unter den gewählten Bedingungen besser in isometrischen Formen, während BSA schwieriger zu kristallisieren ist und unter vielen Bedingungen zur Bildung von schwer filtrierbaren amorphen Präzipitaten neigt.
Ein zu hoher Energieeintrag führt durch Abrieb zu kleineren Kristallen oder zur Zerstörung der Kristallstruktur, was den Filterkuchenwiderstand negativ beeinflusst; ein optimaler Energieeintrag ist daher essenziell für die Filtrierbarkeit.
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