Diplomarbeit, 2005
108 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Zugänge zum Begriff „Angst“
2.1 Psychologischer Kontext
2.2 Soziologischer Kontext
Kontinuität und Wandel in der Gesellschaft
2.3 Angst im politischen und wirtschaftlichen Kontext
2.4 Epidemiologie der Ängste
2.5 Angst im Wandel der Zeit
2.5.1 Angsterleben im Mittelalter
2.6 Zusammenfassung
3. Angst bei Kindern und Jugendlichen heute
3.1 Angst als ein Problem unserer Gesellschaft? – Darstellung der aktuellen politischen und wirtschaftlichen Situation
3.2 Verteilungsformen von Angst bei Heranwachsenden
3.3 Auftretenswahrscheinlichkeit von Angst in Beziehung zum Geschlecht
3.4 Einflussfaktoren der Erwachsenen auf Kinderängste
3.5 Zusammenfassung
4. Angst nach dem ICD-10 in Bezug auf die klinische Kinderpsychologie
4.1 Differenzierung angemessene und unangemessene Angst
4.2 Darstellung des ICD-10
4.2.1 Somatoforme Störungen F45
4.2.2 Emotionale Störung des Kindesalters F93
4.3 Zusammenfassung
5. Angst als Lebensbegleiter im Lebensfeld Schule
5.1 Beeinträchtigung durch Erziehungsberechtigte
5.2 Beeinträchtigung durch Lehrerinnen und Lehrer
5.3 Einwirkungen durch Peer- Groups
5.4 Schulische Gewalt
5.4.1 Was ist schulische Gewalt?
5.4.2 Unterschiede im Gewaltvorkommen – Geschlecht, Alter und Schulform
5.4.3 Beziehung zwischen Opfer und Täter
5.4.4 Ursachen für schulische Gewalt
5.5 Aktuelles Geschehen im Zusammenhang mit Schule
5.6 Zusammenfassung
6. Zusammenfassung der Hypothesen
7. Erläuterung der Methode zur Angsterfassung
7.1 Fragestellung und Ziele
7.2 Erhebungsinstrument und Durchführung der Befragung
7.2.1 Grundauszählung und Stichprobenauswahl
7.3 Die Befragung im ländlichen Raum
7.4 Zusammenfassung
8. Darstellung der Ergebnisse von Angst bei Schülern und Schülerinnen
8.1 Statistische Daten zur Person
8.2 Die Ängste der Schülerinnen und Schüler an der Grundschule und Hauptschule im Vergleich
8.2.1 Schulspezifische Ängste
8.2.2 Signifikante generelle und situationsspezifische Ängste
8.2.3 Soziale Ängste - Angst und Selbstbewusstsein
8.2.4 Der Übergang in den Beruf als Angstfaktor – Die achten Klassen im Vergleich
8.2.5 Psychosomatische Ängste
8.2.6 Angst vor Gewalt im Schulkontext
8.2.7 Mädchenspezifische Auswertung
8.3 Interpretation und Schlussfolgerung
9. Aufgaben der sozialen Arbeit
9.1 Die soziale Arbeit in Auseinandersetzung mit Angst und ihrer Bewältigung
9.1.1 Angstbewältigung in und mit der Familie
9.2 Angstbewältigung im schulischen Kontext im Sinn der Schulsozialarbeit
9.2.1 Aufgaben hinsichtlich der Schule und der Lehrenden
9.2.2 Bewältigung durch Befähigung von Gleichaltrigen und Peer- Groups
9.3 Perspektiven einer Gewalt hemmenden Pädagogik
9.3.1 Prävention in Korrelation von Familie, Bildungsarbeit und Schule
9.3.2 Prävention und Intervention in der Schule
9.3.3 (Peer-) Mediation und Sozialtraining
9.4 Zusammenfassung
10. Schlusswort: Angst, ein Phänomen mit Zukunft
Die Arbeit untersucht das Angsterleben von Kindern und Jugendlichen an einer Grund- und Hauptschule, um Erkenntnisse für die schulische Prävention und die Soziale Arbeit zu gewinnen. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, welchen Ängsten Schülerinnen und Schüler in ihrem Alltag – insbesondere in Schule und Familie – ausgesetzt sind und welche Rolle Faktoren wie Geschlecht, Schulform und gesellschaftliche Einflüsse dabei spielen.
2. Zugänge zum Begriff „Angst“
„Angst ist ein biochemischer Prozess im Körper, bei dem das Nebennierenmark innerhalb weniger Sekunden eine Botenstoffmischung aus 80% Adrenalin und 20% Noradrenalin ausschüttet. Die Hormone wirken auf unseren Sympathikus, einen Teil unseres Nervensystems, den wir nicht beeinflussen können. Es kommt zu einer kurzfristigen Bereitstellung von Energie, durch die wir entweder verbessert reagieren können, oder aber bei überwältigender Angst blockiert werden“ (Düsenberg, Svantje 2005: Moderne Säbelzahntiger, In: ZKSA 2. Quartal (2005) H 8763, 6).
Angst ist eine Emotion, die jedoch mehr ist als ihr biochemischer Vorgang beschreibt. Im Folgenden wird sie deswegen in verschiedenen Kontexten betrachtet werden.
1. Einleitung: Darstellung der Problematik von Ängsten bei Heranwachsenden sowie Erläuterung des persönlichen Forschungsanliegens der Autorin.
2. Zugänge zum Begriff „Angst“: Theoretische Herleitung des Angstbegriffs aus psychologischer, soziologischer und historischer Perspektive.
3. Angst bei Kindern und Jugendlichen heute: Untersuchung gesellschaftlicher und familiärer Einflüsse auf das Angsterleben der heutigen Generation.
4. Angst nach dem ICD-10 in Bezug auf die klinische Kinderpsychologie: Diagnostische Klassifizierung von Angststörungen nach medizinischen Leitlinien.
5. Angst als Lebensbegleiter im Lebensfeld Schule: Analyse der Schule als primären angstbesetzten Ort durch Leistungsdruck, Gewalt und Peer-Interaktionen.
6. Zusammenfassung der Hypothesen: Kurze Darlegung der Forschungsfragen, die im empirischen Teil verifiziert werden sollen.
7. Erläuterung der Methode zur Angsterfassung: Beschreibung des Forschungsdesigns, der Stichprobenauswahl und der eingesetzten Fragebögen.
8. Darstellung der Ergebnisse von Angst bei Schülern und Schülerinnen: Präsentation und Interpretation der empirisch gewonnenen Daten der Schülerbefragung.
9. Aufgaben der sozialen Arbeit: Konzeptionelle Vorschläge für Prävention, Intervention und Angstbewältigung im schulischen Umfeld.
10. Schlusswort: Angst, ein Phänomen mit Zukunft: Abschließendes Resümee über die Notwendigkeit von Aufmerksamkeit für kindliche Ängste in einer wandelnden Gesellschaft.
Angst, Kindheit, Jugend, Schule, Sozialarbeit, Schülerbefragung, Leistungsdruck, Schulausfall, Gewaltprävention, Peer-Groups, Psychosomatik, Angststörungen, ICD-10, Sozialisation, Pädagogik.
Die Arbeit befasst sich mit den Ängsten von Kindern und Jugendlichen am Beispiel einer Schülerbefragung an einer Grund- und Hauptschule und leitet daraus konkrete Konsequenzen für die Soziale Arbeit ab.
Die zentralen Bereiche sind die psychologischen und soziologischen Ursachen von Angst, die Rolle des Schulsystems bei der Entstehung von Ängsten sowie der Einfluss von Gewalt und Medienkonsum auf das Angsterleben.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wovor Kinder und Jugendliche in der heutigen Zeit Angst haben, und welche Unterstützungsangebote (z.B. Schulsozialarbeit) notwendig sind, um diese Ängste abzubauen.
Die Autorin kombiniert eine theoretische Literaturanalyse mit einer empirischen quantitativen Datenerfassung mittels Fragebögen an 126 Schülerinnen und Schülern.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auseinandersetzung mit dem Angstbegriff sowie eine empirische Auswertung, die Vergleiche zwischen Schularten, Geschlechtern und Altersstufen zieht.
Die zentralen Begriffe sind Angst, Schulangst, Soziale Arbeit, Leistungsdruck, Gewaltprävention und Kindheit im Wandel.
Die Schule wird als ein Ort beschrieben, der durch Leistungszwang, Notendruck und soziale Hierarchien (Peer-Groups) signifikante Ängste auslösen kann, was die Einführung von Konzepten wie Mediation notwendig macht.
Die Studie zeigt, dass Mädchen signifikant höhere Ängste äußern als Jungen, wobei die Autorin dies auf geschlechtsspezifische Sozialisationsmuster und den Erziehungsdruck zurückführt.
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