Diplomarbeit, 2005
141 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1 Definition und Abgrenzung
2. Wirtschaftsstandort VR China
2.1 Die Wirtschaftsentwicklung seit 1978 (Reform- und Öffnungspolitik)
2.2 Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts seit 1978
2.3 Einkommensentwicklung und –verteilung
2.4 Sonderwirtschaftsgebiete
3. Chinas WTO-Beitritt und das Auslaufen des Agreement on Textiles and Clothing (ATC)
4. Motive für Investitionen in der VR China
4.1. Absatz- und marktorientierte Motive für Investitionen
4.2. Kostenorientierte Investitionsmotive
5. Investitionsstandort VR China
5.1 China als Absatz- und Handelsstandort für Bekleidung
5.1.1 Chinas Einzelhandel und der Absatzmarkt für Bekleidung
5.1.2 Erfolgsfaktoren im Absatzmarkt für Bekleidung
5.1.3 Chinas Konsumenten
5.2 China als Produktions- und Beschaffungsstandort
5.2.1 Die Beschaffungsstrategie des Global Sourcing
5.2.2 Die VR China als Beschaffungsland
5.2.3 Herausforderungen bei der Beschaffung
6. Formen und Strategien der Internationalisierung
6.1 Außenhandel
6.2 Kooperationen ohne Kapitalbeteilung
6.2.1 Internationale Lizenzvergabe
6.2.2 Lohnfertigung
6.2.3 Franchise
6.2.4 Das Contractual Joint Venture
6.3 Kooperationen mit Kapitalbeteiligung (Direktinvestitionen)
6.3.1 Das Equity Joint Venture
6.3.2 Wholly Foreign Owned Enterprise
7. Markteintrittsphasen
7.1 Vorbereitungs- und Verhandlungsphase
7.1.1 Vorbereitungen
7.1.2 Informationsbeschaffung
7.1.3 Partnersuche
7.1.4 Partnerwahl
7.1.5 Vertragsverhandlungen
7.2 Genehmigungs- und Registrierungsphase
7.2.1 Lizenzgeschäfte
7.2.2 Joint Ventures und Wholly Foreign Owned Enterprises
8. Praktische Erfahrungen und Einschätzungen im China-Geschäft
8.1 Die Tom Tailor AG
8.2 Trend GmbH & Co. KG
8.3 Hugo Boss AG
9. Zusammenfassung und Ausblick
Die Arbeit untersucht die verschiedenen Internationalisierungsstrategien der Textil- und Bekleidungsbranche am Beispiel Chinas, um Unternehmen eine Orientierung für einen erfolgreichen Markteintritt unter Berücksichtigung spezifischer Rahmenbedingungen zu bieten. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Analyse der Motive, Standortbedingungen und praktischen Erfahrungen für Hersteller und Händler bei der Erschließung des chinesischen Marktes.
Die Beschaffungsstrategie des Global Sourcing
Weltweite Aktivitäten rücken im Hinblick auf die Sicherung der unternehmerischen Wettbewerbsposition zunehmend in den Vordergrund. Somit wird auch das Global Sourcing als eigenes Entscheidungs-, Problem- und Gestaltungsfeld wahrgenommen. Vorgelagerte Glieder der Wertschöpfungskette gewinnen an Bedeutung, da der Trend bei den Unternehmen zur Verringerung der eigenen Wertschöpfungstiefe zu beobachten ist. Das Konzept der weltweiten Beschaffung und das Global Sourcing rückt in den Vordergrund.
Dem Global Sourcing wird dabei eine strategische Bedeutung zugemessen. Denn neben der kostengünstigen Beschaffung von Waren, ist eine Kernaufgabe des Global Sourcing, ein wettbewerbsfähiges Wertschöpfungsnetzwerk auf der Versorgungsseite eines Unternehmens zu installieren. Diese komplexe und bedeutende Aufgabe muss in die Unternehmens- bzw. Wettbewerbsstrategie eingebunden sein, da sie untrennbar mit den Kernfunktionen (wie F&E, Produktion und Absatz) eines Unternehmens zusammenhängt.
Bei der Beschaffung stehen strategische Wettbewerbsfaktoren wie Kosten, Zeit, Qualität und Flexibilität im Vordergrund, die in bestmöglicher Weise kombiniert werden müssen. Das Ziel des Sourcing ist, die zeit-, mengen- und ortsgerechte Bereitstellung der Waren in anforderungsgerechter Qualität zu gewährleisten.
1. Einleitung: Einführung in die Marktbedeutung Chinas sowie Abgrenzung der Textil- und Bekleidungsindustrie für die vorliegende Arbeit.
2. Wirtschaftsstandort VR China: Analyse der wirtschaftlichen Entwicklung seit der Öffnung 1978, der Einkommensverteilung sowie der Rolle der Sonderwirtschaftsgebiete.
3. Chinas WTO-Beitritt und das Auslaufen des Agreement on Textiles and Clothing (ATC): Darstellung der Auswirkungen des WTO-Beitritts und des Quotenfalls auf den globalen Textilhandel.
4. Motive für Investitionen in der VR China: Untersuchung der markt- und kostenorientierten Beweggründe für ein Engagement in China.
5. Investitionsstandort VR China: Detaillierte Betrachtung Chinas als Absatz- und Produktionsstandort sowie Analyse der Erfolgsfaktoren für Bekleidungshändler und Hersteller.
6. Formen und Strategien der Internationalisierung: Vorstellung der verschiedenen Kooperationsformen ohne und mit Kapitalbeteiligung inklusive der rechtlichen Rahmenbedingungen.
7. Markteintrittsphasen: Leitfaden für die praktische Umsetzung eines Markteintritts, von der Vorbereitung und Partnersuche bis zur Genehmigungs- und Registrierungsphase.
8. Praktische Erfahrungen und Einschätzungen im China-Geschäft: Experteninterviews mit Tom Tailor, Trend GmbH und Hugo Boss zur praxisnahen Validierung der Internationalisierungsstrategien.
9. Zusammenfassung und Ausblick: Fazit der Ergebnisse und Einschätzung der langfristigen Marktperspektiven in China.
China, Textilindustrie, Bekleidungsindustrie, Internationalisierungsstrategien, Global Sourcing, WTO-Beitritt, Joint Venture, Markteintritt, Direktinvestitionen, Unternehmensführung, Beschaffungsmanagement, Außenhandel, Markterschließung, Produktpiraterie, Guanxi
Die Arbeit analysiert die Strategien der Textil- und Bekleidungsbranche zur Internationalisierung in der Volksrepublik China, wobei sowohl die Produktions- als auch die Absatzperspektive betrachtet werden.
Die Schwerpunkte liegen auf der wirtschaftlichen Entwicklung Chinas, den Investitionsmotiven, verschiedenen Markteintrittsformen, der Beschaffungslogistik sowie den praktischen Erfahrungen durch Fallstudien.
Das Ziel ist es, Unternehmen, die in China tätig werden wollen, einen fundierten Überblick über die wirtschaftlichen Bedingungen und die erforderlichen Strategien für einen erfolgreichen Markteintritt zu geben.
Die Arbeit kombiniert theoretische Grundlagenanalysen mit einer empirischen Erhebung durch schriftliche und mündliche Befragungen von Führungskräften der Textil- und Bekleidungsbranche.
Der Hauptteil behandelt ausführlich die Investitionsmotive, die Rahmenbedingungen des Standorts China, Strategien der Kooperation (Joint Ventures, Franchise) und die einzelnen Phasen des Markteintrittsprozesses.
Die wichtigsten Begriffe sind China, Internationalisierungsstrategien, Textilwirtschaft, Global Sourcing, WTO, Markteintritt und Direktinvestitionen.
Guanxi ist für den Erfolg in China essenziell, da es als Schmiermittel in den geschäftlichen und behördlichen Beziehungen dient und den Zugang zu Ressourcen und notwendigen Genehmigungen erheblich erleichtern kann.
Der Beitritt führte zu einer Liberalisierung des Außenhandels, einem Abbau von Handelshemmnissen und erleichterten Zulassungsbedingungen für ausländische Investitionen, insbesondere im Handelssektor.
Aufgrund der Größe Chinas und regionaler Unterschiede im Modebewusstsein, bei Körpermaßen und klimatischen Bedingungen erfordert eine erfolgreiche Marktbearbeitung eine aufwändige Anpassung an lokale Begebenheiten.
Die Wiedereinführung von Quoten durch die EU führte bei vielen Unternehmen zu Verunsicherung, höheren Kosten durch kurzfristige Lieferantenwechsel und einem Vertrauensverlust in das internationale Handelssystem.
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