Diplomarbeit, 2007
101 Seiten, Note: 1,3
1. Vorwort
2. Einleitung
3. Definition von Drogen
4. Sucht/Abhängigkeit
4.1 Körperlich-physische und psychische Abhängigkeit
4.2 Die Entstehung von Sucht/Abhängigkeit
4.3 Sucht/Abhängigkeit in Hinblick auf Heroin und Kokain
5. Heroin
5.1 Die Entdeckung vom Heroin – Geschichtlicher Rückblick
5.2 Unterteilungen von Heroin
5.2.1 Heroin Nr. 1
5.2.2 Heroin Nr. 2
5.2.3 Heroin Nr. 3
5.2.4 Heroin Nr. 4
5.2.5 Ergänzende Information
5.3 Die Wirkung von Heroin
5.4 Der Konsum von Heroin
5.5 Die Folgen des dauerhaften Heroinkonsums für den Menschen
6. Kokain (auch Cocain)
6.1 Die Entdeckung vom Kokain – Geschichtlicher Rückblick
6.2 Die Wirkung von Kokain
6.3 Der Konsum von Kokain
6.4 Die Folgen des dauerhaften Kokainkonsums für den Menschen
7. Falldokumentation Marco S.
7.1 Erster Eindruck von Marco S.
7.2 Der Fall - Problemdarstellung
7.3 Das Genogramm von Marco S.
7.4 Analyse und Interpretation der Falldokumentation
7.4.1 Beziehungsstrukturen innerhalb des Herkunftssystems von Marco S.
7.4.1.1 Systemtheorie nach Helm Stierlin; insbesondere sein Mehrgenerationsmodell
7.4.1.2 Bindungstheorie nach John Bowlby und Mary Ainsworth
7.4.1.3 Phänomenologischer Ansatz von Bert Hellinger
7.4.1.4 Struktureller Ansatz von Salvador Minuchin
7.4.2 Beziehungsstrukturen außerhalb des Herkunftssystems von Marco S.
Kindheit
7.5 Fazit der Analyse und Interpretation
8. Falldokumentation Anne P.
8.1 Erster Eindruck von Anne P.
8.2 Der Fall - Problemdarstellung
8.3 Das Genogramm von Anne P.
8.4 Analyse und Interpretation der Falldokumentation
8.4.1 Beziehungsstrukturen innerhalb des Herkunftssystems von Anne P.
8.4.1.1 Systemtheorie nach Helm Stierlin; insbesondere sein Mehrgenerationsmodell
8.4.1.2 Struktureller Ansatz von Salvador Minuchin
8.4.1.3 Entwicklungsorientierter Ansatz von Virginia Satir
8.4.1.4 Den phänomenologischen Ansatz von Bert Hellinger
8.4.2 Beziehungsstrukturen außerhalb des Herkunftssystems von Anne P.
8.4.2.1 Systemtheorie nach Helm Stierlin; insbesondere sein Mehrgenerationsmodell
8.5 Fazit der Analyse und Interpretation
9. Schluss
Die vorliegende Arbeit untersucht die Hintergründe und Ursachen für den dauerhaften Konsum von Heroin und Kokain anhand von zwei tiefgehenden Fallstudien. Die Forschungsfrage fokussiert sich darauf, welche individuellen Lebensgeschichten, Traumatisierungen und systemischen Beziehungsstrukturen dazu führen, dass Menschen in eine schwerwiegende Drogenabhängigkeit geraten.
7.1 Erster Eindruck von Marco S.
Der erste Eindruck, den die Verfasserin von Marco vermittelt bekommen hat war, dass es sich bei ihm um einen untypischen Junkie handelt. Er erschien beim ersten Kontaktgespräch in gewaschener Kleidung und hatte ein gepflegtes Äußeres. Seine Haare waren gewaschen, seine Zähne gepflegt und er wirkte mental klar.
Ein weiterer wichtiger Punkt, den die Verfasserin anführen möchte ist, dass Marco sich während der Interviews immer gut ausdrücken konnte und auf ihre Fragen präzise und authentische Angaben gab, so dass sie eine klare Vorstellung gewinnen konnte, wie er sich in bestimmten Situationen seines Lebens gefühlt haben muss. Durch die Wortwahl und seine Auffassungsgabe erkannte die Verfasserin rasch, dass er sehr intelligent ist. Das wurde ihr immer besonders deutlich, wenn sie mit ihm über seine Aussagen sprach, die er versuchte zu analysieren. Marco wirkte dann immer in sich gekehrt und konnte ihr dann nach einer kurzen Denkpause in einer bedachten Art und Weise schildern, wie er zu einer bestimmten Auffassung gekommen war.
Seine Mimik und Gestik spielten in allen Gesprächsblöcken eine große Rolle. Die Verfasserin konnte ihm oft aus seinem Gesicht ablesen, wenn er Sorgen hatte. Dabei waren seine Augen ein ganz zentraler Punkt. Seine Augen spiegelten auch in Situationen, in denen er nicht sprach, sehr viel über seine Empfindungen wieder. Er konnte durch seine Augen viel über seinen momentanen Gefühlszustand aussagen, aber nur, wenn die Interviewerin genau hinsah. Für viele Menschen war es sicherlich auch schwer, Marco zu durchschauen, da er durch sein Auftreten versuchte, immer gut gelaunt und witzig zu wirken. Er überspielte seine Sorgen sehr gut, da er keine negativen Emotionen nach Außen tragen wollte. Warum das so war, wird die Verfasserin mit Marcos Lebensgeschichte begründen, die im Folgenden dargestellt wird.
1. Vorwort: Die Verfasserin erläutert ihre persönliche Motivation für die Themenwahl, die auf ihrer Tätigkeit in einer Drogenberatungsstelle (DROBS) basiert.
2. Einleitung: Dieses Kapitel gibt einen strukturellen Überblick über den Aufbau der Arbeit, von der Definition der Drogen bis hin zu den konkreten Fallanalysen.
3. Definition von Drogen: Es erfolgt eine wissenschaftliche Definition des Drogenbegriffs sowie eine Differenzierung zwischen harten und weichen Drogen und deren gesellschaftlicher Wahrnehmung.
4. Sucht/Abhängigkeit: Die Begriffe Sucht und Abhängigkeit werden theoretisch untersucht, inklusive der Unterscheidung von körperlich-physischer und psychischer Abhängigkeit.
5. Heroin: Eine detaillierte Abhandlung über Heroin, von der historischen Entdeckung und Herstellung bis hin zur Wirkung, Konsumformen und gesundheitlichen Langzeitfolgen.
6. Kokain (auch Cocain): Dieses Kapitel beschreibt Kokain analog zu Heroin hinsichtlich seiner Entstehung, pharmakologischen Wirkung, Konsumarten und der spezifischen Folgen für den Konsumenten.
7. Falldokumentation Marco S.: Eine detaillierte Fallstudie, die Marcos Lebensgeschichte, seine traumatischen Erlebnisse und die Analyse seiner familiären Beziehungsstrukturen beleuchtet.
8. Falldokumentation Anne P.: Eine eingehende Fallstudie von Anne P., inklusive ihrer Biografie, der schwierigen Familiensituation und einer tiefenpsychologischen Interpretation ihrer Abhängigkeit.
9. Schluss: Ein Fazit, das den Drogenkonsum als restriktive Bewältigungsstrategie für lebensgeschichtliche Krisen zusammenfasst und Zukunftsperspektiven für die Betroffenen formuliert.
Sucht, Abhängigkeit, Heroin, Kokain, Fallstudie, Systemtheorie, Bindungstheorie, Traumatisierung, sexueller Missbrauch, Drogenberatung, Prävention, Resilienz, Posttraumatische Belastungsstörung, Identitätsbildung, Familiensoziologie
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entstehung und Aufrechterhaltung einer dauerhaften Drogenabhängigkeit (speziell Heroin und Kokain) bei zwei betroffenen Personen durch eine Verknüpfung von theoretischem Wissen und praktischer Falldokumentation.
Die Schwerpunkte liegen auf der Pharmakologie der genannten Drogen, der psychologischen Ursachenforschung (Traumata) sowie der systemischen Familienbetrachtung zur Erklärung individueller Lebenskrisen.
Ziel ist es, die tieferliegenden Gründe hinter der Suchtbiografie der beiden Probanden aufzudecken und zu zeigen, inwiefern frühe kindliche Erfahrungen und familiäre Verstrickungen den Weg in die Abhängigkeit ebnen.
Die Verfasserin verwendet primär qualitative Ansätze, insbesondere die Erstellung von Genogrammen sowie eine Analyse der Beziehungsstrukturen anhand systemtheoretischer und bindungstheoretischer Erklärungsmodelle.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Darstellung der Substanzen Heroin und Kokain sowie zwei umfangreiche Falldokumentationen (Marco S. und Anne P.), die durch eine intensive Befragung und therapeutische Analyse gewonnen wurden.
Die zentralen Begriffe sind Sucht, Abhängigkeit, Heroin, Kokain, Traumatisierung, Systemtheorie, Bindungstheorie und Falldokumentation.
Der Fall Marco S. zeigt eindrucksvoll den Zusammenhang zwischen schwerwiegendem sexuellem Missbrauch in der Kindheit, einem traumatischen Unfall im Jugendalter und der Entwicklung einer instabilen Identität, die den Drogenkonsum als "Flucht" notwendig erscheinen lässt.
Bei Anne P. wird deutlich, wie ein starrer, leistungsfordernder familiärer Rahmen und die Rolle als "Sündenbock" ohne emotionale Wärme ein lebenslanges Streben nach Anerkennung erzeugen, welches letztlich in der Sucht endet, um den familiären Anforderungen zu entfliehen.
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