Examensarbeit, 2001
125 Seiten, Note: 1,0
1. Die Schule für Körperbehinderte und ihre Schülerschaft
1.1 ICIDH-2: Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit und Behinderung
1.2 Die Institution und ihre Aufgaben
1.3 Die Schülerschaft der Schule für Körperbehinderte
1.4 Zusammenfassung
2. Die Bedeutung des Wohnens für den Menschen mit und ohne Behinderung
2.1 Die Bedeutung des Wohnens aus der Sicht der transaktionalen Wohntheorie
2.2 Bedürfnisse des Menschen bezüglich seiner Wohnung
2.3 Besondere Bedürfnisse und Erschwernisse von Menschen mit Körperbehinderung
2.4 Zusammenfassung
3. Das Unterrichtsthema Wohnen im Spiegel von Empfehlungen, Richtlinien und Lehrplänen
3.1 Empfehlungen zum Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung
3.2 Lehrpläne und Richtlinien für Sonderschulen in Hamburg
3.3 Darstellung der schulischen Vorbereitung auf das Wohnen in Fachbüchern der Körperbehindertenpädagogik
3.4 Zusammenfassung
4. Der Lernbereich Wohnen in der Unterrichtspraxis
4.1 Konzeptionen zur Umsetzung des Lernbereichs im Unterricht
4.1.1 Maßnahmen zur Verselbständigung nach Stadler
4.1.2 Überlegungen für die pädagogisch-psychologische Arbeit nach Weinwurm-Krause
4.1.3 Trainingswohnen
4.2 Voraussetzungen für die Durchführung in der Unterrichtspraxis
4.3 Zusammenfassung
5. Planung, Darstellung und Begründung der Untersuchung
5.1 Planung des Untersuchungsvorhabens
5.2 Auswahl geeigneter Erhebungsmethoden
5.2.1 Das problemzentrierte Interview
5.2.2 Die teilnehmende Beobachtung
5.3 Darstellung und Begründung des Untersuchungsdesigns
5.3.1 Darstellung des forschungsmethodischen Vorgehens
5.3.2 Festlegung des Beobachtungsziels
5.3.3 Darstellung und Begründung des Beobachtungsleitfadens
6. Planung und Durchführung der Unterrichtseinheit
6.1 Bedingungsfeld der Klasse
6.2 Beschreibung der Schüler
6.3 Lernziele und Förderschwerpunkte
6.4 Analyse des Unterrichtsthemas
6.5 Festlegung der Unterrichtsmethode
6.6 Überlegungen zum Medieneinsatz
6.7 Verlaufsplanung der Unterrichtseinheit
6.8 Reflexion der Unterrichtseinheit
6.9 Durchführung der teilnehmenden Beobachtung
7. Auswertung der Untersuchung
7.1 Auswahl geeigneter Auswertungsverfahren
7.1.1 Die gegenstandsbezogene Theoriebildung nach Strauss
7.1.2 Die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring
7.2 Begründung des gewählten Auswertungsverfahrens
7.3 Qualitative Inhaltsanalyse der Beobachtungsberichte
7.4 Darstellung und Interpretation der Ergebnisse
8. Resumé / Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Schulen für körperbehinderte Kinder ihre Schüler gezielt auf die Anforderungen und die Wahl einer individuellen nachschulischen Wohnform vorbereiten können. Im Fokus steht dabei die Vermittlung von Sachwissen und Handlungskompetenzen, um eine selbstbestimmte Lebensführung zu fördern.
Die Bedeutung des Wohnens aus der Sicht der transaktionalen Wohntheorie
Der im Folgenden vorgestellte transaktionale Ansatz der Wohnpsychologie fragt danach, was Wohnen ist und was die Wohnung für das in ihr lebende Individuum bedeutet (vgl. HARLOFF 1995, 25). Mit dem Begriff ‚Transaktion‘ soll die feste Einheit zwischen Mensch und Umwelt ausgedrückt werden. Diese steht im Gegensatz zum früher verwendeten Terminus der ‚Interaktion‘, die vom aktiven Menschen und von der passiven Umwelt ausgeht. In einer Mensch-Umwelt-Einheit (M-U-E) dagegen wird der Aufforderungscharakter der physischen Umwelt betont. So wirken zum Beispiel beim Schreiben Blatt, Stift und Mensch zusammen. „Sie handeln gemeinsam gemäß ihren Eignungen und Fähigkeiten, Transaktionen zu vollziehen. Über diese Transaktionen werden Situationen / Zustände verändert, in etwas Neues transformiert“ (HARLOFF 1995, 26). Wichtig ist es dabei zu beachten, dass der Faktor Zeit bei jeder Transformation von Situationen oder Zuständen einbezogen werden muss.
1. Die Schule für Körperbehinderte und ihre Schülerschaft: Dieses Kapitel definiert den Behinderungsbegriff mittels der ICIDH-2 und erläutert den Bildungs- sowie Rehabilitationsauftrag der Schule für Körperbehinderte.
2. Die Bedeutung des Wohnens für den Menschen mit und ohne Behinderung: Hier wird Wohnen aus wohnpsychologischer Perspektive analysiert und mit den spezifischen Bedürfnissen und Erschwernissen körperbehinderter Menschen in Beziehung gesetzt.
3. Das Unterrichtsthema Wohnen im Spiegel von Empfehlungen, Richtlinien und Lehrplänen: Das Kapitel untersucht, inwieweit Wohnvorbereitung in offiziellen Dokumenten und Standardwerken der Fachpädagogik als Aufgabe der Schule verankert ist.
4. Der Lernbereich Wohnen in der Unterrichtspraxis: Es werden didaktische Konzepte zur Wohnvorbereitung wie das „Trainingswohnen“ vorgestellt und kritisch reflektiert.
5. Planung, Darstellung und Begründung der Untersuchung: Dieses Kapitel beschreibt das methodische Design der empirischen Studie, insbesondere die Auswahl der problemzentrierten Interviews und der teilnehmenden Beobachtung.
6. Planung und Durchführung der Unterrichtseinheit: Die praktische Umsetzung eines Unterrichtsprojekts zur Wohnwahl in einer 7. Klasse wird hier detailliert dokumentiert.
7. Auswertung der Untersuchung: Anhand der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring werden die gewonnenen Beobachtungsdaten ausgewertet und interpretiert.
8. Resumé / Ausblick: Das Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und leitet daraus konkrete Empfehlungen für die schulische Praxis ab.
Wohnvorbereitung, Schule für Körperbehinderte, Selbstbestimmung, Wohnform, Inklusion, Handlungskompetenz, Trainingswohnen, qualitative Sozialforschung, Unterrichtseinheit, Pädagogik, Teilhabe, Lebenspraktische Fertigkeiten, Sozialisation.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie Schulen für körperbehinderte Schüler einen Beitrag zur Vorbereitung auf ein eigenständiges Leben leisten können, insbesondere in Bezug auf die Wahl der nachschulischen Wohnform.
Die Arbeit verknüpft psychologische Wohntheorien mit sonderpädagogischen Lehrplänen und erprobt didaktische Konzepte zur praktischen Wohnvorbereitung im Unterricht.
Ziel ist es, den Schülern Kompetenzen für eine selbstbestimmte Entscheidung über ihre spätere Wohnsituation zu vermitteln und dabei die Kluft zwischen bestehenden Konzepten und der Unterrichtspraxis zu überbrücken.
Es handelt sich um eine empirische Arbeit, die Methoden der qualitativen Sozialforschung wie die teilnehmende Beobachtung und die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring nutzt.
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Rahmenbedingungen, reflektiert aktuelle pädagogische Ansätze und dokumentiert ein konkretes Unterrichtsprojekt (Werkstatt-Unterricht) zur Wohnvorbereitung.
Wohnvorbereitung, Selbstbestimmung, Inklusion, Handlungskompetenz und Trainingswohnen sind die zentralen Begriffe der Arbeit.
Sie ermöglicht es der forschenden Lehrkraft, das Lernverhalten und die Interaktionsprozesse der Schüler in einer authentischen Unterrichtssituation direkt zu erfassen und zu evaluieren.
Das Trainingswohnen dient als praxisorientiertes Modell, das in der Arbeit zwar als wertvolle Ergänzung anerkannt, aber aufgrund seines Fokus auf lebenspraktische Handgriffe um kognitive und ästhetische Aspekte der Wohnwahl erweitert wird.
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