Diplomarbeit, 2006
202 Seiten, Note: 1,00
A Theoretischer Bezugsrahmen zum A380-Flugnetz und den europäischen Flugnetzen
A 1 Netzwerktheorie der Verkehrsgeografie am Beispiel eines Flugverkehrsnetzes
1. Begriffsklärungen
1.1 Die Wissenschaft vom Verkehr und die Verkehrsgeografie
1.2 Luftverkehr und Luftverkehrsmarkt
1.3 Flugverkehr
2. Verkehrsnetze
2.1 Einführung in die allgemeine Netzwerktheorie
2.2 Flugverkehrsnetz als spezielles Verkehrsnetz
2.3 Knoten im Flugverkehrnetz: Forschungsgegenstand Flughafen
2.3.1 Definition „Flughafen“
2.3.2 Flughafen als Wirtschafts-, Standort- und Umweltfaktor
2.3.3 Klassifizierung und Infrastruktur von Flughäfen
2.3.4 Statistische Maßzahlen
2.4 Kanten im Flugverkehrsnetz: Netzwerktypen
2.4.1 Der Aufbau von Flugroutensystemen
2.4.1.1 Punkt-zu-Punkt-Verbindung
2.4.1.2 Hub-and-Spoke-System
2.4.2 Fluggesellschaften als Betreiber der Netzwerke
2.4.2.1 Definition „Fluggesellschaft“ und Klassifizierung
2.4.2.2 Kooperationen im Flugverkehr
2.4.2.3 Fluggeräte
2.4.2.4 Statistische Mobilitätserfassung
A 2 Der Einfluss des Flugverkehrs auf die Globalisierungsprozesse
1. Rahmenbedingungen und Merkmale des Globalisierungsprozesses
1.1 Das Phänomen der Globalisierung
1.2 Ursachen und Auswirkungen der Globalisierungsprozesse
1.2.1 Transport- und Kommunikationssysteme
1.2.2 Institutionelle Rahmenbedingungen
1.2.3 Finanzsysteme
1.2.4 Standortfaktoren
1.2.5 Transnationale Unternehmen
1.2.6 Migration von Arbeitskräften
1.3 Kritische Beurteilung der Globalisierungsprozesse
2. Die Kanten im Flugnetz: Zeit-Raum Konvergenz
2.1 Die Zeit- und Raumstrukturen im Zuge der Globalisierung
2.2 Zeit-Raum-Konvergenz im Flugverkehr
2.3 Der „Tunnel-Effekt“ im Flugverkehr
3. Die Knoten im internationalen Flugnetz: Global Cities
3.1 Merkmale der Global City
3.2 Theorien
3.2.1 CHRISTALLER
3.2.2 TAYLOR
3.2.3 FRIEDMANN
3.2.4 SASSEN
3.3 Flughäfen in Global Cities
A 3 Der Einfluss des Flugverkehrs auf den Tourismus
1. Begriffsklärungen
2. Entwicklung des Flugtourismus
3. Produktzyklen von Urlaubsstilen
4. Wachstumszyklen von Tourismusregionen
B Empirische Vorgehensweise
B 1 Die Datenermittlung im Forschungsprozess
B 2 Teils-standardisierte qualitative Interviews
B 3 Expertenauswahl
B 4 Interviewleitfaden
C Aktuelle Situation in den europäischen Flugnetzen
C 1 Aufbau des A380-Flugnetzes
1. Die Bedeutung des neuen A380 im Flugverkehr
2. A380-Hubs
2.1 Anforderungen an die A380-Hubs
2.2 Europäische A380-Hubs
2.2.1 Rhein/Main Flughafen Frankfurt
2.2.2 Flughafen München
2.2.3 Flughäfen Amsterdam, London, Paris
2.2.4 Mögliche A380-Flughäfen in Europa
3. A380-Airlines und Streckensystem
3.1 Lufthansa
3.2 Air France
3.3 Emirates
3.4 Etihad Airways
3.5 Singapore Airlines
3.6 Weitere A380-Airlines im Überblick
3.7 Streckensystem
C 2 Europäisches Liniennetz
1. Situation der Sekundär-/Tertiärflughäfen am Beispiel von Deutschland
2. Die Linienstrecken in Europa dargestellt am Beispiel von deutschen Airlines
C 3 Das neue Flugnetz des Low Cost-Segments
1. Das Geschäftsmodell Low Cost
2. Die Low Cost-Carrier auf dem europäischen Flugmarkt
2.1 Wichtige Low Cost-Airlines im Überblick
2.2 Beispiel Ryanair
2.3 Situation der Low Cost-Carrier in Europa
3. Low Cost als neuer Schwerpunkt auf deutschen Flughäfen
C 4 Das touristische Flugnetz
1. Die aktuelle Situation in der Tourismusbranche
2. Der touristische Flugverkehr
3. Die Bedeutung des Tourismusflugsegments für deutsche Flughäfen
D Auswirkungen des A380 und Zukunftstrends
D 1 Trends im Flugnetz der großen Netzwerkcarrier
1. Airbus und das Hub-and-Spoke-System
1.1 Airbus
1.2 Hubs
1.3 Spokes
2. Boeing und das Punkt-zu-Punkt-System
3. Boeing versus Airbus - wer beherrscht Europa?
4. Außereuropäische Situation
D 2 Gefahren und Gegenmaßnahmen im europäischen Linienflugnetz
1. Mögliche Änderungen durch die Markteinführung des A380
2. Weitere Gefahren im Linienflugnetz
3. Maßnahmen
3.1 Sekundär-/Tertiärflughäfen
3.2 Traditionelle Linienfluggesellschaften
D 3 Entwicklungen im europäischen Low Cost-Segment
1. Weiteres Wachstum im Low Cost-Verkehr
2. Konsolidierung im Billigflugsegment
3. A380 im Low Cost-Verkehr?
D 4 Trends im touristischen Flugnetz
1. Die Zukunftsaussichten des touristischen Flugverkehrs
2. Neuorientierung der Charterfluggesellschaften
3. Der A380 im touristischen Flugverkehr
Zusammenfassung
Die vorliegende Diplomarbeit untersucht die strukturellen Auswirkungen der Markteinführung des neuen Airbus A380 auf die europäischen Flugnetzstrukturen. Dabei wird analysiert, wie sich die Konzentration von Passagierströmen auf wenige, zentrale "Mega-Hubs" auf das Liniennetz, das touristische Flugnetz sowie das wachsende Low-Cost-Segment auswirkt und welche Anpassungsstrategien für verschiedene Akteure im Luftverkehrsmarkt notwendig sind.
Die Bedeutung des neuen A380 im Flugverkehr
Wie in Kapitel A2 bereits erwähnt, liefert Airbus in den kommenden Jahren ein außergewöhnlich großes neues Fluggerät, den neuen A380, in Abbildung C1.1 dargestellt. Es handelt sich hierbei um das größte Passagierflugzeug der Welt mit einer Länge von 73 m, einer Höhe von 24,1 m und einer Flügelspannweite von 79,8 m. Das Leergewicht dieses Fluggeräts beträgt 270 Tonnen, jedoch kann es mit bis zu 560 Tonnen beladen starten. Dabei beträgt der nötige Anlauf 2990 m, was den üblichen Startbahnlängen entspricht. Die Reichweite wird bei Lufthansa mit 14 800 Kilometern (für die Standard-Konfiguration mit 555 Passagieren) bzw. mit 10 400 km (im Frachtbereich mit 150 Tonnen Zuladung) angegeben (vgl. Lufthansa Magazin Special A380), was vor allem bei Langstreckenflügen in den pazifischen Raum von Vorteil ist. Es kann zwischen den wichtigsten Drehkreuzen in Europa, Nordamerika und Asien nonstop geflogen werden.
Besonders attraktiv macht das Flugzeug sein geringer Treibstoffverbrauch von insgesamt 310.000 Liter Kerosin, womit nur rund drei Liter davon benötigt werden, um einen Fluggast 100 km weit zu transportieren (vgl. Lufthansa Magazin Special A380). Damit wird das Fliegen wesentlich umweltfreundlicher, so dass der A380 auch als „grünes Flugzeug“ bezeichnet wird. VERTRETER 14 (Flughafen Frankfurt) schätzt nicht nur diesen geringen Treibstoffverbrauch, sondern auch, dass der Flug mit dem A380 „sanft, leiser und sicherer“ werden wird. Als „Flaggschiff“ (VERTRETER 14, Flughafen Frankfurt) wird das Gerät damit neue ökonomische und ökologische Standards setzen (vgl. VERTRETER 1, Flughafen Dresden). Damit werden zwei wichtige Aspekte des in Kapitel A1 dargestellten „magischen Dreiecks“ gleichzeitig erfüllt.
A Theoretischer Bezugsrahmen zum A380-Flugnetz und den europäischen Flugnetzen: Vermittlung der theoretischen Grundlagen aus der Verkehrswissenschaft, Netzwerktheorie sowie Globalisierungs- und Tourismusforschung.
B Empirische Vorgehensweise: Darstellung der methodischen Vorgehensweise bei der Datenerhebung mittels Experteninterviews und deren Auswertung.
C Aktuelle Situation in den europäischen Flugnetzen: Analyse der gegenwärtigen Marktgegebenheiten und der Rolle des A380 innerhalb der europäischen Flugnetze unter Berücksichtigung von Linienverkehr, Low-Cost-Segment und Tourismus.
D Auswirkungen des A380 und Zukunftstrends: Diskussion der zukünftigen Entwicklungen und möglichen Konsequenzen für die Akteure im europäischen Luftverkehrsmarkt.
A380, Luftverkehr, Verkehrsgeografie, Globalisierung, Netzwerktheorie, Hub-and-Spoke, Punkt-zu-Punkt, Flughafen, Low-Cost-Carrier, Tourismus, Flugnetz, Wettbewerb, Strategie, Standortfaktoren, Intermodalität.
Die Arbeit analysiert die strukturellen Auswirkungen der neuen globalen A380-Strecken von Airbus auf die bestehenden europäischen Flugnetzwerke, wobei insbesondere die verschiedenen Marktsegmente (Linienverkehr, Low Cost und Tourismus) betrachtet werden.
Die zentralen Themenfelder umfassen die Netzwerktheorie der Verkehrsgeografie, die globalen Auswirkungen des Flugverkehrs, die ökonomischen Anforderungen an Flughäfen sowie die strategischen Neuausrichtungen von Fluggesellschaften.
Das primäre Ziel ist es, ein Verständnis für die zukünftige Situation im europäischen Luftverkehr zu gewinnen, indem die aktuellen Strategien der Akteure (Flughäfen und Airlines) vor dem Hintergrund der A380-Markteinführung wissenschaftlich untersucht werden.
Die Arbeit basiert auf einer deduktiv-nomologischen Vorgehensweise und nutzt als empirisches Instrument teils-standardisierte qualitative Experteninterviews, um fundierte Erkenntnisse aus der Branche zu gewinnen.
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen des Flugverkehrs, die Auswirkungen der Globalisierung, die empirische Datenerhebung sowie die aktuelle Marktsituation und Zukunftstrends in den Bereichen Linien-, Low-Cost- und touristischer Flugverkehr.
Wichtige Begriffe sind A380, Hub-and-Spoke-System, Punkt-zu-Punkt-Verbindung, Globalisierung, Verkehrsgeografie und Low-Cost-Markt.
Der A380 stellt hohe Anforderungen an die Infrastruktur (z.B. Startbahnbreite, Fluggastbrücken). Während er für Mega-Hubs wie Frankfurt und München eine Stärkung der Hub-Position bedeutet, stellt er für Sekundärflughäfen eine Herausforderung dar, da deren Investitionskosten für die Abfertigung oft in keinem wirtschaftlichen Verhältnis zum Nutzen stehen.
Sie haben sich als eigenständiges und wachsendes Marktsegment etabliert, verdrängen klassische Linienfluggesellschaften auf Kurz- und Mittelstrecken und zwingen sowohl Flughäfen als auch Netzwerkcarrier zu strategischen Anpassungen, wie etwa dem Aufbau eigener Low-Cost-Töchter oder einer stärkeren Spezialisierung.
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