Diplomarbeit, 2006
58 Seiten, Note: 1,00
1. Problemstellung und Ziel der Arbeit
2. Mittelstand als der typische Factoring-Anwender
2.1. Bedeutung des Mittelstandes
2.2. Probleme der Finanzierung im Mittelstand
3. Factoring als Lösungsmöglichkeit der Finanzierungsproblematik
3.1 Definition von Factoring
3.2. Ablauf eines Factoring-Geschäftes
3.3. Eignungsvoraussetzungen für Factoring
3.4. Funktionen des Factorings
3.4.1. Die Finanzierungsfunktion
3.4.2. Die Delkrederefunktion
3.4.3. Die Dienstleistungsfunktion
4. Betriebswirtschaftliche Effekte des Factorings und ihre Bedeutung für den Forderungsverkäufer
4.1.Vorbemerkung zu der empirischen Untersuchung
4.2. Die Finanzierungsfunktion
4.2.1. Vorteile für den Factor-Kunden
4.2.2. Nachteile für den Factor-Kunden
4.3. Die Delkrederefunktion
4.3.1. Vorteile für den Factor-Kunden
4.3.2. Nachteile für den Factor-Kunden
4.4. Die Dienstleistungsfunktion
4.4.1. Vorteile für den Factor-Kunden
4.4.2. Nachteile für den Factor-Kunden
4.5. Auswirkungen des Factorings auf die Eigenkapitalquote und die Rentabilität des Factor-Kunden
4. Zusammenfassung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die praxisrelevante Bedeutung von Vor- und Nachteilen des Factorings aus Sicht der Forderungsverkäufer, um aufzuzeigen, wie dieses Finanzierungsinstrument zur Lösung von Finanzierungsproblemen mittelständischer Unternehmen beitragen kann.
3.1 Definition von Factoring
Als Factoring wird in der Fachliteratur der Kauf von Geldforderungen aus Warenlieferung oder Dienstleistungen bezeichnet. Die Forderungen müssen einem Unternehmen laufend entstehen und an seine gewerblichen Kunden gerichtet sein. Diese Standard-Definition verdeutlicht zwar ein wichtiges Merkmal, dass Factoring ein Kauf- und kein Kreditgeschäft ist, sie gibt aber leider nicht die komplizierte Natur des Factoring-Geschäftes wider. Der Deutsche Factoring-Verband e.V. fügt hinzu, dass Factoring der kurzfristigen Umsatzfinanzierung und dem hundertprozentigen Schutz vor Forderungsausfällen dient, und dass zum Factoring ein effizientes Debitorenmanagement gehört. Der Kauf erfolgt zumeist vor der Fälligkeit der Forderung, wodurch dem Unternehmen vom Factoring-Institut finanzierte Liquidität zur Verfügung steht.
Nun wird klar: Obwohl Factoring auch eine kreditähnliche Finanzierungsfunktion hat, ist es mit einem klassischen Bankkredit kaum zu vergleichen. Es handelt sich eher um eine vielseitige Finanzdienstleistung. An dieser Stelle sei erwähnt, dass Factoring nach § 1 Abs. 3 KWG kein genehmigungspflichtiges Bankgeschäft ist. Das kann, im Zusammenhang mit BASEL-II-Richtlinien, unter bestimmten Voraussetzungen für den Factoring-Kunden von Vorteil sein. Näher wird darauf in dem Kapitel 4.2.1.1. eingegangen.
1. Problemstellung und Ziel der Arbeit: Darstellung des Finanzierungswandels bei deutschen Banken und die daraus resultierende Notwendigkeit für den Mittelstand, alternative Finanzierungsformen wie Factoring zu erschließen.
2. Mittelstand als der typische Factoring-Anwender: Analyse der qualitativen und quantitativen Merkmale des Mittelstands sowie der spezifischen Finanzierungsschwierigkeiten, die eine stärkere Bankenabhängigkeit verursachen.
3. Factoring als Lösungsmöglichkeit der Finanzierungsproblematik: Erläuterung des theoretischen Grundwissens über Factoring, einschließlich der Definition, des Ablaufs, der Eignungskriterien und der drei Hauptfunktionen (Finanzierung, Delkredere, Dienstleistung).
4. Betriebswirtschaftliche Effekte des Factorings und ihre Bedeutung für den Forderungsverkäufer: Empirische Untersuchung der Vor- und Nachteile von Factoring anhand einer Umfrage und detaillierte Analyse der Auswirkungen auf Liquidität, Bilanzstruktur und Rentabilität.
4. Zusammenfassung und Ausblick: Resümee über das noch nicht voll ausgeschöpfte Potenzial des Factorings und Ausblick auf die steigende Notwendigkeit professioneller Unternehmenssteuerung für den Mittelstand.
Factoring, Mittelstand, Unternehmensfinanzierung, Liquidität, Delkrederefunktion, Dienstleistungsfunktion, Bilanzoptimierung, Basel II, Forderungsmanagement, Eigenkapitalquote, Rentabilität, Finanzdienstleistung, Bankenunabhängigkeit, Debitorenmanagement, Finanzierungsinstrumente.
Die Arbeit analysiert die Vor- und Nachteile von Factoring aus der Perspektive des Forderungsverkäufers, insbesondere vor dem Hintergrund der Herausforderungen für mittelständische Unternehmen.
Zu den Schwerpunkten zählen die Finanzierungsprobleme des Mittelstands, die Funktionsweise von Factoring, die Auswirkungen auf die Liquidität und Rentabilität sowie der Einfluss auf das Bilanzrating.
Das Ziel ist es, die praxisrelevante Bedeutung von Factoring zu untersuchen und zu bewerten, inwieweit dieses Instrument die Finanzierungssituation des typischen Mittelständlers verbessern kann.
Die Arbeit kombiniert eine fundierte theoretische Literaturanalyse mit den Ergebnissen einer eigenen empirischen Umfrage unter Factoring-Anwendern.
Der Hauptteil analysiert detailliert die drei Säulen des Factorings – Finanzierungs-, Delkredere- und Dienstleistungsfunktion – und prüft deren Vor- und Nachteile hinsichtlich Kosten, Risiken und organisatorischer Effekte.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Liquiditätssicherung, Forderungsverkauf, Eigenkapitalquote, Basel II und Debitorenmanagement geprägt.
Aufgrund der Basel-II-Richtlinien hat die Eigenkapitalausstattung einen maßgeblichen Einfluss auf das Rating bei Banken, was wiederum direkt die Kreditkonditionen beeinflusst. Durch Factoring kann die Bilanz verkürzt und die Eigenkapitalquote gestärkt werden.
Im Gegensatz zur Warenkreditversicherung bietet Factoring einen vollen Schutz auf die finanzierten Forderungen ohne Notwendigkeit eines expliziten Schadensnachweises und beinhaltet zusätzlich umfassende Service-Komponenten wie das Mahnwesen und die Debitorenbuchhaltung.
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