Diplomarbeit, 2006
50 Seiten, Note: 1,7
Jura - Zivilrecht / Handelsrecht, Gesellschaftsrecht, Kartellrecht, Wirtschaftsrecht
1. Einleitung
2. Vertragsabschluss vor VVG-Reform
2.1. Gesetzliche Grundlage
2.2. Vertragsschluss
2.3. Inhalt der Verbraucherinformationen
2.4. Adressat
2.5. Anforderung an die Verbraucherinformation
2.6. Zeitpunkt der Übergabe der Information
2.6.1. Bei Antragstellung (Antragsmodell) § 8 Abs. 4 sowie Abs. 5
2.6.2. Nach Antragstellung (Policenmodell) § 5a VVG
3. Vertragsabschluss nach VVG-Reform
3.1. Gesetzliche Grundlage
3.2. Inhalt der Informationspflicht
3.3. Adressat
3.4. Form der Informationspflicht
3.5. Zeitpunkt der Informationspflicht
3.6. Zeitpunkt der Informationspflicht bei Fernabsatzverträgen
3.7. Die Informationspflicht bei Abschluss über Vermittler
3.7.1. Vertragsvermittlung durch Versicherungsvertreter
3.7.2. Vertragsvermittlung durch Versicherungsmakler
3.8. Sanktionen bei Verstoß gegen Informationspflicht
3.9. Mögliche Prozessabläufe
3.9.1. Verzichtslösung
3.9.2. Ignorations-Lösung
3.9.3. Invitatio-Lösung
3.9.4. Die Informationsblatt-Lösung
3.10. Motive und Kritik an Abschaffung des Policenmodells
4. Stellungnahme zur Abschaffung des Policenmodells
5. Die Lösungsmöglichkeiten durch den VN vor VVG-Reform
5.1. Das Widerrufsrecht § 8 Abs. 4 VVG
5.1.1. Inhalt der Regelung
5.1.2. Rechtswirkungen
5.2. Das Rücktrittsrecht § 8 Abs.5 VVG
5.2.1. Inhalt der Regelung
5.2.2. Rechtswirkungen
5.3. Das Widerspruchsrecht § 5 a VVG
5.3.1. Inhalt der Regelung
5.3.2. Rechtswirkungen
5.4. Widerrufsrecht bei Fernabsatz § 48c VVG
5.4.1. Inhalt der Regelung
5.4.2. Rechtswirkung
5.5. Die Billigungsklausel § 5 VVG
5.5.1. Inhalt der Regelung
5.5.2. Rechtswirkungen
6. Die Lösungsmöglichkeiten des VN nach VVG-Reform
6.1. Das Widerrufsrecht
6.1.1. Gesetzliche Grundlage
6.1.2. Adressat
6.1.3. Beginn der Widerrufsfrist
6.1.4. Dauer der Widerrufsfrist
6.1.5. Beweisführung
6.1.6. Form des Widerrufs
6.1.7. Vertragszustand während der Widerrufsfrist
6.1.8. Ausschluss des Widerrufs
6.2. Rechtsfolgen des Widerrufs
6.2.1. Gesetzliche Grundlage
6.2.2. Zeitpunkt der Vertragsbeendigung
6.2.3. Rechtsfolgen bei korrekt erfolgter Belehrung durch den VR
6.2.4. Rechtsfolgen bei nicht erfolgter oder unvollständiger Belehrung
6.2.5. Erstattung der Prämie
6.2.6. Besonderheit in der Lebensversicherung
6.3. Abweichender Versicherungsschein
7. Stellungnahme zum neuen Widerrufsrecht
8. Die vorläufige Deckungszusage vor VVG-Reform
8.1. Gesetzliche Regelungen vor VVG-Reform
8.2. Trennungstheorie
8.3. Beginn der vorläufigen Deckung
8.4. Form der vorläufigen Deckungszusage
8.5. Einbeziehen von AVB
8.6. Beendigung des Vertrags über die vorläufige Deckung
8.6.1. Zustandkommen des Hauptvertrags
8.6.2. Nichtzustandekommen des Hauptvertrags
8.7. Zeitliche Begrenzung
8.8. Prämienerhebung für die vorläufige Deckung
8.9. Rückwirkender Wegfall der vorläufigen Deckung
9. Die Reglungen nach VVG-Reform
9.1. Die Bedeutung der vorläufigen Deckung
9.2. Gesetzliche Grundlage
9.3. Trennungstheorie
9.4. Die Informationspflichten nach § 7 VVG-E
9.4.1. Die Informationspflicht bei Abschluss über einen Vermittler
9.4.2. Die Informationspflicht bei Fernabsatzvertrag
9.4.3. Einbeziehung von AVB
9.5. Die Beratungspflichten des VR nach § 6 VVG-E
9.6. Das Widerrufsrecht
9.7. Beendigung der vorläufigen Deckung
9.7.1. Gesetzliche Grundlage
9.7.2. Durch Zustandekommen des Hauptvertrags
9.7.3. Nichtzustandekommen des Hauptvertrags
9.7.4. Durch Kündigung der vorläufigen Deckung
9.7.5. Befristung der vorläufigen Deckung
9.8. Prämienzahlung für den Vertrag der vorläufigen Deckung
9.9. Rückwirkender Wegfall der vorläufigen Deckung
10. Stellungnahme zur Regelungen der vorläufigen Deckung
11. Schlussbemerkung
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen der Reform des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) auf den Vertragsabschluss und analysiert dabei insbesondere den Übergang von bisherigen Modellen (wie dem Policenmodell) zu neuen Informationspflichten sowie die gesetzliche Neuregelung der vorläufigen Deckung.
3.9.4. Die Informationsblatt-Lösung
Die Informationsblatt-Lösung knüpft an die Forderung der Verbraucherschützer an, den nicht greifbaren Versicherungsvertrag für den VN transparenter zu gestalten. Der VN soll in die Lage versetzt werden, sich ein Urteil bilden zu können, was der angebotene Versicherungsschutz für Ihn bedeutet und in wie weit dieser seinen Vorstellungen und Bedürfnissen entspricht. Mit Übersendung der AVB und der übrigen Verbraucherinformation kann der VN notwendigen Informationen über den Inhalt und die Leistungen seines Versicherungsvertrages prüfen. I.d.R. wird der durchschnittliche VN die AVB und Verbraucherinformationen aufgrund der Fülle und den unverständlichen Formulierungen nicht lesen. Die Versicherungsprodukte und ihre AVB sind so komplex, dass sie nur von Fachleuten verstanden werden können. Um den VN ausreichend Informationen zu seinem Versicherungsvertrag zu geben, sind die AVB als einziges Medium unzureichend. Das Ziel des Regierungsentwurfs dem VN einen besseren Überblick über den abgeschlossenen Versicherungsvertrag zu verschaffen, in dem die Verbraucherinformationen bereits bei Antragsstellung ausgehändigt werden sollen, wird in Frage gestellt.
Nach der Informationsblatt-Lösung ist vorgesehen, dem VN bei Antragstellung ein Informationsblatt zur Verfügung zu stellen, welches die wichtigsten Daten des Versicherungsvertrags enthält. Mit Übersendung der Police werden dem VN dann die vollständigen Unterlagen ausgehändigt.
Das Informationsblatt soll in verständlicher Form eine Auflistung der wesentlichen Leistungen und Einschränkungen des Versicherungsschutzes sowie der Rechte und Pflichten aus dem Versicherungsvertrag enthalten. Mit dem Informationsblatt wird eine bessere Transparenz für das unsichtbarere Produkt Versicherungsschutz geschaffen. Damit dem VN ermöglicht wird, einzelne Punkte in den AVB gezielt nachlesen zu können, sind die einzelnen Punkte des Informationsblatts um die Fundstellen in den AVB zu ergänzen.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Auswirkungen der VVG-Reform ein und thematisiert den Wegfall des Policenmodells sowie die erstmalige gesetzliche Regelung der vorläufigen Deckung.
2. Vertragsabschluss vor VVG-Reform: Dieses Kapitel erläutert die bisherige Rechtslage hinsichtlich der Verbraucherinformationen und die Praxis der Vertragsannahme sowie des Policenmodells.
3. Vertragsabschluss nach VVG-Reform: Hier werden die neuen Anforderungen an Informationspflichten, verschiedene Prozessmodelle wie die Verzichtslösung und das Informationsblatt sowie die Kritik an der neuen Rechtslage dargelegt.
4. Stellungnahme zur Abschaffung des Policenmodells: Dieses Kapitel bewertet kritisch die neuen Anforderungen an Versicherer und Vermittler infolge der Abschaffung des Policenmodells.
5. Die Lösungsmöglichkeiten durch den VN vor VVG-Reform: Detaillierte Darstellung der bisherigen Lösungsrechte für den VN wie Widerruf, Rücktritt und Widerspruch sowie deren Rechtsfolgen.
6. Die Lösungsmöglichkeiten des VN nach VVG-Reform: Analyse der vereinheitlichten Widerrufsrechte, der Fristbeginne und der Rechtsfolgen bei korrekter oder mangelhafter Belehrung durch den VR.
7. Stellungnahme zum neuen Widerrufsrecht: Einschätzung der Vereinheitlichung des Widerrufsrechts als positiv für die Klarheit, aber problematisch hinsichtlich des erhöhten Stornorisikos für den VR.
8. Die vorläufige Deckungszusage vor VVG-Reform: Erläuterung der bisher nicht gesetzlich geregelten vorläufigen Deckung, der Trennungstheorie und der Kündigungs- bzw. Wegfall-Szenarien.
9. Die Reglungen nach VVG-Reform: Erörterung der neuen gesetzlichen Basis für die vorläufige Deckung, der Informations- und Beratungspflichten sowie der Beendigungsmöglichkeiten.
10. Stellungnahme zur Regelungen der vorläufigen Deckung: Fazit zur beibehaltenen Regelung des rückwirkenden Wegfalls und zur Notwendigkeit einer klaren AVB-Regelung.
11. Schlussbemerkung: Abschließende Würdigung der Reform als Verbraucherverbesserung, bei der jedoch weiterhin einseitige Belastungen für die Versicherer kritisch hinterfragt werden.
Versicherungsvertragsgesetz, VVG-Reform, Verbraucherschutz, Policenmodell, Widerrufsrecht, vorläufige Deckung, Informationspflicht, Versicherungsnehmer, Versicherer, AVB, Transparenzgebot, Stornorisiko, Fernabsatz, Versicherungsvermittler, Beratungspflicht
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen der Reform des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) auf die Praxis des Vertragsabschlusses und die Absicherung der Rechte des Versicherungsnehmers.
Zu den zentralen Feldern zählen die Informationspflichten vor Vertragsabschluss, die Abschaffung des Policenmodells, das neue Widerrufsrecht sowie die gesetzliche Neugestaltung der vorläufigen Deckung.
Das Ziel ist die Untersuchung der Konsequenzen der Reform für die Praxis der Versicherer sowie die Prüfung, ob die neuen Regelungen zu mehr Transparenz für den Versicherungsnehmer führen, ohne den Versicherer übermäßig zu belasten.
Die Arbeit nutzt eine rechtswissenschaftliche Analyse des Regierungsentwurfs zur VVG-Reform unter Einbeziehung der Fachliteratur und vergleicht diese mit der bisherigen Rechtslage.
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den verschiedenen Prozessabläufen des Vertragsabschlusses, den Lösungsrechten des Versicherungsnehmers vor und nach der Reform sowie den spezifischen Regelungen zur vorläufigen Deckung.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Versicherungsvertragsgesetz, Policenmodell, Widerrufsrecht, Transparenz und vorläufige Deckung charakterisiert.
Das Policenmodell wird kritisiert, da der Gesetzgeber dem Versicherungsnehmer eine frühzeitige Information vor Vertragsschluss ermöglichen möchte, um die Transparenz über den Versicherungsschutz zu erhöhen.
Es handelt sich um die Möglichkeit des Versicherers, den Versicherungsschutz bei Nichtzahlung der Prämie so zu beenden, dass er rückwirkend als nicht gewährt gilt, sofern dies rechtzeitig angekündigt wurde.
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