Diplomarbeit, 2006
87 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Der Sparkassensektor in Deutschland
2.1 Einordnung und Rolle des Sparkassensektors im deutschen Bankenmarkt
2.1.1 Grundlagen des deutschen Sparkassensektors
2.1.1.1 Historische Entwicklung
2.1.1.2 Rechtliche Aspekte
2.1.1.3 Charakteristika
2.1.2 Marktstellung der Sparkassen und Landesbanken
2.1.2.1 Aufbau und Struktur
2.1.2.2 Positionierung im Wettbewerb
2.1.2.3 Wirtschaftliche Kennzahlen
2.2 Treiber der Veränderungen im deutschen Sparkassensektor
2.2.1 Allgemeine Branchenentwicklung
2.2.2 Auswirkungen europäischer Entscheidungen
2.2.2.1 Neue Eigenkapitalanforderungen
2.2.2.2 Wegfall der Haftungsgarantien
2.3 Aktuelle Entwicklungen bei Sparkassen und Landesbanken
2.3.1 Strategie der Sparkassen
2.3.2 Strategien der Landesbanken
3 Die Sparkassen in Italien und Frankreich
3.1 Entwicklung des Sparkassensektors in Italien
3.1.1 Ausgangssituation
3.1.2 Motive der Reformbestrebungen
3.1.3 Schrittweise Privatisierung der italienischen Sparkassen
3.1.3.1 Formale Privatisierung
3.1.3.2 Gesetzesinitiativen im Jahr 1994
3.1.3.3 Materielle Privatisierung
3.1.3.4 Regelungen der Tremonti-Reform
3.1.4 Auswirkungen der Reformen
3.1.4.1 Positionierung und Eigentümer
3.1.4.2 Wettbewerb und Vertrieb
3.1.4.3 Profitabilität und Effizienz
3.2 Entwicklung des Sparkassensektors in Frankreich
3.2.1 Ausgangssituation
3.2.2 Motive der Reformbestrebungen
3.2.3 Umgründung der Sparkassen in genossenschaftliche Rechtsform
3.2.3.1 Kernpunkte der Sparkassenreform
3.2.3.2 Lokale Sparvereinigungen
3.2.3.3 Sparkassen-Genossenschaften
3.2.3.4 Sparkassenorgane auf nationaler Ebene
3.2.4 Auswirkungen der Reform
3.2.4.1 Positionierung und Eigentümer
3.2.4.2 Wettbewerb und Vertrieb
3.2.4.3 Profitabilität und Effizienz
4 Entwicklung des deutschen Sparkassensektors
4.1 Ausgangssituation und Veränderungen in Deutschland - ein Vergleich mit Italien und Frankreich
4.1.1 Ausgangssituation im deutschen, italienischen und französischen Sparkassensektor
4.1.2 Veränderungen im Vergleich
4.2 Privatisierungsdiskussion um den deutschen Sparkassensektor
4.2.1 Öffentlicher Auftrag in der Kritik
4.2.2 Gewährleistungsfunktion
4.2.3 Struktursicherungsfunktion
4.2.4 Förder- und Hausbankenfunktion
4.2.5 Wettbewerbsfunktion
4.2.6 Finanzpolitische Aspekte und das Verbundprinzip
4.3 Genossenschaft und Aktiengesellschaft als Privatisierungsalternativen
4.3.1 Chancen einer Sparkassen-Genossenschaft
4.3.2 Problemfelder einer Sparkassen-Genossenschaft
4.3.3 Potenzial und Risiko einer Sparkassen AG
5 Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht die kontrovers geführte Diskussion über die Privatisierung des deutschen Sparkassensektors. Ziel ist es, die angeführten Argumente vor dem Hintergrund der in Italien und Frankreich gewonnenen Erfahrungen aus dortigen Reformprozessen auf ihre Validität zu überprüfen.
3.1.3 Schrittweise Privatisierung der italienischen Sparkassen
Die beschriebenen Gründe führten 1990 zur Verabschiedung des Amato-Carli-Gesetzes, als ersten Schritt zur Entpolitisierung und Privatisierung der Sparkassen. Das Gesetz schrieb eine Trennung der bis dahin von den Sparkassen simultan verfolgten Aufgaben vor: Die Wahrnehmung der sozialen und öffentlichen Tätigkeiten und das Betreiben der Bankgeschäfte. Dazu wurden die Sparkassen, wie alle öffentlich-rechtlichen italienischen Banken, aufgefordert ihre bisherige Rechtsform aufzugeben und sich in Aktiengesellschaften umzuwandeln. Zusätzlich wurden Trägerstiftungen des privaten Rechts gegründet, denen im zweiten Schritt das Eigenkapital der zugehörigen Sparkassen mit der Verpflichtung übertragen wurde, mindestens 51% der Sparkassenanteile zu halten.
Während den Stiftungen die gemeinnützigen und öffentlichen Aufgaben zur Förderung der regionalen Entwicklung übertragen wurden, bestand die Aufgabe der neu gegründeten Sparkassen-AG darin, das traditionelle Bankgeschäft zu betreiben. Diese Rechtsform wurde gewählt, da der genossenschaftliche Gedanke im italienischen Finanzwesen nur eine untergeordnete Rolle spielt und die AG in Italien zudem als überlegene Rechtsform für Bankgeschäfte betrachtet wird.
1 Einleitung: Einführung in die Thematik der Liberalisierung des Bankenmarktes und die Zielsetzung der Arbeit.
2 Der Sparkassensektor in Deutschland: Detaillierte Betrachtung der historischen Entwicklung, Struktur, Marktstellung sowie aktueller Herausforderungen und Treiber der Veränderung im deutschen Sektor.
3 Die Sparkassen in Italien und Frankreich: Analyse der Reformprozesse, Privatisierungsmodelle und deren Auswirkungen auf Profitabilität, Wettbewerb und Struktur in Italien und Frankreich.
4 Entwicklung des deutschen Sparkassensektors: Vergleich der deutschen Ausgangssituation mit den Erkenntnissen aus dem Ausland und Diskussion möglicher Privatisierungskonzepte und Rechtsformen.
5 Zusammenfassung: Synthese der gewonnenen Erkenntnisse und Bewertung der Übertragbarkeit ausländischer Erfahrungen auf den deutschen Sparkassensektor.
Sparkassen, Privatisierung, Landesbanken, öffentlicher Auftrag, Genossenschaft, Aktiengesellschaft, Bankenmarkt, Italien, Frankreich, Wettbewerb, Finanzsektor, Strukturwandel, Rechtsform, Gemeinwohlorientierung, Regionalprinzip
Die Arbeit analysiert die Debatte um die mögliche Privatisierung des deutschen Sparkassensektors und prüft die vorgebrachten Argumente kritisch anhand der Erfahrungen aus Italien und Frankreich.
Die Themen umfassen die rechtlichen Rahmenbedingungen der Sparkassen, die Auswirkungen europäischer Entscheidungen auf den Sektor sowie alternative Rechtsformen wie die Genossenschaft oder die Aktiengesellschaft.
Das Ziel ist die Validitätsprüfung der Argumente für und wider eine Privatisierung des deutschen Sparkassensektors durch einen Vergleich mit den Reformergebnissen in den Nachbarländern.
Es erfolgt eine deskriptiv-analytische Untersuchung, die durch einen Vergleich der institutionellen und wirtschaftlichen Entwicklungen des Bankensektors in Deutschland, Italien und Frankreich gestützt wird.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Status quo in Deutschland, die detaillierte Analyse der ausländischen Reformmodelle und eine vergleichende Diskussion der Privatisierungsargumente.
Zu den prägenden Begriffen zählen Sparkassen-Finanzgruppe, Privatisierungsdiskussion, öffentlicher Auftrag, Bankenmarkt-Liberalisierung und die Rechtsform der Sparkassen.
Die italienischen Sparkassen wurden weitgehend privatisiert und in Aktiengesellschaften umgewandelt, wodurch sie ihre ursprüngliche öffentlich-rechtliche Identität verloren haben und nun wie klassische Geschäftsbanken agieren.
Die französische Regierung entschied sich für diesen Weg, um Ergebnisverbesserungen zu erzwingen, ohne den Sparkassen den Druck des Kapitalmarktes auszusetzen und um sie vor feindlichen Übernahmen zu schützen.
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