Magisterarbeit, 2001
64 Seiten, Note: sehr gut
1. Einleitung
2. Konstantins Aufstieg und das politische Umfeld
2.1. Das Toleranzedikt des Galerius
3. Die politische und religiöse Situation im Römischen Reich von 311-324
3.1. Die Lage im Westen
3.2. Die Lage im Osten
3.3. Das Mailänder Abkommen
3.4. Der Donatistenstreit
3.4.1. Ergebnis
3.5.1 Licinius und Konstantin als Herrscher über das Römische Reich
3.5.1. Die Religionspolitik des Licinius
3.5.2. Konstantins Gesetzgebung
3.5.3. Der Kampf um die Alleinherrschaft
4. Konstantin als alleiniger Herrscher über das Römische Reich
4.1. Der Arianerstreit
4.1.1. Ergebnis
5. Überlegungen zur Inkorporation der christlichen Kirche in den römischen Staat
6. Diskussion über die Bekehrung Konstantins
7. Gesamtergebnis
Die Arbeit untersucht die Gründe für Konstantins Hinwendung zum Christentum unter Berücksichtigung seiner Religionspolitik und des politischen Umfelds. Dabei wird analysiert, inwiefern das Christentum für Konstantin ein politisch instrumentalisierbarer Faktor zur Festigung seiner Alleinherrschaft und zur Sicherung der Stabilität des Römischen Reiches war.
3.2. Die Lage im Osten
Im Osten herrschten nach dem Tode des Galerius machtpolitische und religionspolitische Spannungen zwischen Maximinus Daia und Licinius.
Die machtpolitischen Auseinandersetzungen bezogen sich auf das von Galerius vererbte Herrschaftsgebiet. Maximinus Daia besetzte ganz Kleinasien bis zum Bosporus, und Licinius nahm die Donau- und Balkangebiete als sein Herrschaftsgebiet in Anspruch. Zunächst einigten sie sich vertraglich über diese neue geographische Aufteilung. Darüber hinaus wurde Maximinus Daia zum ranghöchsten Augustus des Ostens ernannt.
Religionspolitische Spannungen ergaben sich aus der unterschiedlich hohen Anzahl der Christen in den Herrschaftsgebieten. Das hatte eine unterschiedliche Religionspolitik der beiden Herrscher zur Folge.
Anfangs hatte Maximinus Daia beschlossen, dem Toleranzedikt des Galerius nachzukommen. Er hatte seinem Gardepräfekten Sabinus befohlen, das Edikt zu verbreiten. Doch Maximinus Daia tat dies nicht aus religiöser Überzeugung heraus, sondern aus Loyalität gegenüber Galerius. Im November 311 kehrte er zu seiner antichristlichen Religionspolitik zurück, die sich aus religionspolitischen, ökonomischen und ordnungspolitischen Problemen ergab.
Nach dem Erlaß des Toleranzediktes traten viele Bürger zum christlichen Glauben über und verdrängten dadurch zunehmend die alten Kulte. Es bestand die Gefahr, daß die alten religiösen Zentren in Syrien und Kleinasien durch das Anwachsen des Christentums verfallen würden. Die heidnischen Kultbetriebe litten unter dem nachlassenden Tourismus und drohten zusammenzubrechen. Das zog eine Verkümmerung ganzer Berufs- und Produktionszweige nach sich, so daß die Finanzkraft der Städte sank und als Folge die Wirtschaft im Osten des Reiches geschwächt wurde. Maximinus Daia war überzeugt, daß die Erhaltung der christlichen Religion den Untergang der heidnischen Götter nach sich ziehen müsse. Daher versuchte er die altgläubigen Kräfte zu festigen, und die Organisation der alten Kulte und der Priesterschaften zu verbessern.
1. Einleitung: Vorstellung des Themas und der Zielsetzung der Arbeit, den christlichen Kaiser Konstantin und seine Religionspolitik zu analysieren.
2. Konstantins Aufstieg und das politische Umfeld: Darstellung des Regierungspluralismus unter Diokletian und der Machtkämpfe nach dessen Abdanken bis zur Konsolidierung Konstantins.
3. Die politische und religiöse Situation im Römischen Reich von 311-324: Untersuchung der Spannungen zwischen den Herrschern und deren Einfluss auf die Ausbreitung des Christentums sowie die Bedeutung des Mailänder Abkommens und des Donatistenstreits.
4. Konstantin als alleiniger Herrscher über das Römische Reich: Analyse der Alleinherrschaft Konstantins, des Arianerstreits und der kaiserlichen Gesetzgebung zur Integration der Kirche.
5. Überlegungen zur Inkorporation der christlichen Kirche in den römischen Staat: Theoretische Auseinandersetzung mit der Entwicklung der Kirche von einer pseudostaatlichen Struktur hin zu einer in den römischen Staatsapparat inkorporierten Institution.
6. Diskussion über die Bekehrung Konstantins: Kritische Untersuchung der historischen Quellen und Debatten zur Echtheit und Motivation von Konstantins Hinwendung zum Christentum.
7. Gesamtergebnis: Fazit zur Politisierung des Christentums unter Konstantin und zur strategischen Nutzung der Kirche zur Stabilisierung des Reiches.
Konstantin der Große, Römische Reich, Christentum, Religionspolitik, Alleinherrschaft, Donatistenstreit, Arianerstreit, Inkorporation, Staatsreligion, Kirchengeschichte, Sol invictus, Toleranzedikt, Licinius, Nicaea, Pontifex maximus.
Die Magisterarbeit befasst sich mit Konstantin dem Großen und analysiert die politischen sowie strategischen Beweggründe für seine Hinwendung zum Christentum.
Zentrale Themen sind die Religionspolitik der römischen Kaiser, die Transformation der Kirche zur staatlich inkorporierten Institution und der Einfluss von Machtinteressen auf religiöse Entscheidungsprozesse.
Das Ziel ist es aufzuzeigen, dass Konstantins Christenpolitik primär machtpolitisch motiviert war, um das Imperium zu stabilisieren und die Alleinherrschaft zu sichern.
Die Arbeit basiert auf einer quellenkritischen Analyse kaiserlicher Dekrete, zeitgenössischer Berichte (wie Eusebius und Laktanz) und der wissenschaftlichen Forschungsliteratur zur Spätantike.
Der Hauptteil behandelt die politische Situation von 311 bis 324, den Donatisten- und Arianerstreit als Beispiele für staatliche Eingriffe in kirchliche Belange sowie die Gesetzgebung Konstantins.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Inkorporation, Pseudostaatlichkeit, Alleinherrschaft, Pontifex maximus und die konstantinische Wende.
Konstantin agierte als über der Kirche stehender Staatsmann, der Synoden einberief und dogmatische Entscheidungen beeinflusste, um die kirchliche Einheit und damit den staatlichen Frieden zu erzwingen.
Es veränderte den Status des Christentums von einer geduldeten zu einer gleichrangigen Religion und legte den Grundstein für die Integration der Kirche in das römische Staatsgefüge.
Der Autor zeigt auf, dass Konstantin den Christengott lange Zeit im Sinne paganer Traditionen verehrte, wobei der Übergang zu einer exklusiven christlichen Bekehrung historisch nicht eindeutig belegbar ist.
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