Diplomarbeit, 2006
73 Seiten, Note: 2,0
1 Bilanzierung des Eigenkapitals nach IFRS
1.1 Begriff des Eigenkapitals
1.2 Eigenkapitalabgrenzung nach IAS 32
1.2.1 Eigenkapital als Finanzinstrument
1.2.2 Problemstellung
1.2.3 Eigenkapital oder Fremdkapital
1.2.4 Behandlung von eigenkapitalähnlichen Finanzinstrumenten
1.2.5 Auswirkungen der Abgrenzungsregeln für deutsche Unternehmen
1.2.6 Beurteilung der Eigenkapitalabgrenzung
1.3 Darstellung des Eigenkapitals im Jahresabschluss
1.3.1 Eigenkapital in der Bilanz
1.3.2 Eigenkapitalveränderungsrechnung
2 Analyse des Eigenkapitals nach IFRS
2.1 Funktionen des Eigenkapitals
2.2 Kapitalstrukturanalyse
2.3 Kennzahlen des Eigenkapitals als Beurteilungsmaßstab
2.4. Einfluss immaterieller Vermögenswerte
2.5 Das bilanzanalytische Eigenkapital
2.5.1 Aktivierte Geschäftswerte
2.5.2 Passivischer Unterschiedsbetrag
2.5.3 Latente Steuern
2.5.4 Pensionsrückstellungen
2.5.5 Mezzanine-Kapital und Einlagen in Personengesellschaften
2.6 Faktische Wahlrechte mit Eigenkapitalwirkung
2.6.1 Aktivierung von Entwicklungskosten
2.6.2 Finanzinstrumente
2.6.3 Folgebewertung des Geschäfts- und Firmenwertes
2.6.4 Sonstige Eigenkapitalwirkungen
2.7 Analyse der Eigenkapitalveränderungsrechnung
2.7.1 Neubewertung von Sachanlagen
2.7.2 Währungsumrechnung
Die Arbeit untersucht die gravierenden Auswirkungen der Umstellung der Rechnungslegung von HGB auf IFRS auf die Bilanzierung und Analyse des Eigenkapitals. Im Zentrum steht die Frage, inwieweit durch IAS 32 geänderte Abgrenzungsregeln sowie bestehende Bilanzierungswahlrechte die Höhe des Eigenkapitals und damit verbundene Kennzahlen beeinflussen und ob daraus eine Neuinterpretation dieser Kennzahlen im Rahmen der Bilanzanalyse notwendig ist.
1.2.2 Problemstellung
Aufgabe der IFRS ist es, die Qualität der Finanzberichterstattung zu erhöhen. Durch sie soll eine höhere Transparenz und eine bessere internationale Vergleichbarkeit der Rechnungslegungsvorschriften erreicht werden. Im Vergleich zur HGB-Rechnungslegung sollen Jahresabschlussadressaten einen deutlich besseren Einblick in die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens erhalten. Durch die Novellierung von IAS 32 (also die Veränderung von IAS 32 bzw. der Übergang von IAS 32 (rev. 1998) auf IAS 32 (rev. 2003)) wird dieses Ziel jedoch teilweise nicht mehr verfolgt. Hierdurch kommt es zu einem Bilanzbild, welches für den Abschlussadressaten kaum noch nachvollziehbar ist, denn die geplanten Änderungen in der Eigenkapitalabgrenzung können schwerwiegende Auswirkungen auf die Höhe des Eigenkapitals mit sich führen.
Die Umstellung der Rechnungslegung von HGB auf IFRS lässt allgemein eine Erhöhung des Eigenkapitals erwarten. Durch Vorfälle wie z. B. der Aktivierung von Entwicklungskosten, einer geänderten Nutzungsdauer und Abschreibungsmethode sowie Unterschiede in der Bilanzierung von Leasingverhältnissen und sonstigen Rückstellungen kann das Eigenkapital stark ansteigen. So erhöhte sich beispielsweise das Eigenkapital der Volkswagen AG beim Übergang von HGB auf IFRS im Jahr 2000 um stattliche 11 Milliarden Euro. Dies entsprach einem Plus von 113%! Doch obwohl ein höherer Eigenkapitalausweis empirisch bestätigt wird, können vor allem die internationalen Grundsätze zur Eigenkapitalabgrenzung den Effekt im Einzelfall erheblich dämpfen.
1 Bilanzierung des Eigenkapitals nach IFRS: Dieses Kapitel definiert den Begriff des Eigenkapitals und erläutert die komplexe Abgrenzung zwischen Eigen- und Fremdkapital nach IAS 32 sowie die Darstellung im Jahresabschluss.
2 Analyse des Eigenkapitals nach IFRS: Hier werden die Funktionen des Eigenkapitals, verschiedene Analyse-Instrumente wie die Kapitalstrukturanalyse und Kennzahlen sowie der Einfluss spezifischer Bilanzierungswahlrechte auf die Aussagekraft des Eigenkapitals detailliert untersucht.
Eigenkapital, IFRS, IAS 32, Bilanzanalyse, Fremdkapital, Eigenkapitalquote, Eigenkapitalrentabilität, Mezzanine-Kapital, Bilanzierung, Finanzinstrumente, Unternehmensvergleich, Passivierung, Verbindlichkeiten, Bewertungswahlrechte, Eigenkapitalabgrenzung
Die Arbeit analysiert, wie sich die Bilanzierung und Analyse des Eigenkapitals durch den Wechsel von HGB auf IFRS verändert und welche Auswirkungen dies auf die Bewertung von Unternehmen hat.
Die Schwerpunkte liegen auf der Eigenkapitalabgrenzung gemäß IAS 32, der Ermittlung des bilanzanalytischen Eigenkapitals sowie der kritischen Prüfung von Kennzahlen wie der Eigenkapitalquote und -rentabilität unter Berücksichtigung von Bilanzierungswahlrechten.
Das Ziel ist es, zu klären, ob durch IFRS-Vorschriften beeinflusste Kennzahlen eine neue Interpretation erfordern und wie Bilanzanalytiker methodisch vorgehen sollten, um trotz Bilanzstrukturänderungen aussagekräftige Unternehmensvergleiche anzustellen.
Die Arbeit nutzt eine deduktive Herleitung, basierend auf einer fundierten Auswertung der IFRS-Standards (insbesondere IAS 32) sowie aktueller Fachliteratur und Bilanzanalyse-Methodiken.
Der Hauptteil befasst sich mit der Abgrenzung zwischen Eigen- und Fremdkapital, der Analyse von Funktionen und Kennzahlen des Eigenkapitals sowie der Korrektur bilanzanalytischer Verzerrungen durch aktivierte Geschäftswerte, latente Steuern und Pensionsrückstellungen.
Wichtige Begriffe sind Eigenkapital, IFRS, IAS 32, Bilanzanalyse, Eigenkapitalabgrenzung und Kennzahlen zur Unternehmensbeurteilung.
Da das deutsche Recht Gesellschaftern ein unbedingtes Kündigungsrecht einräumt, müssen deren Einlagen nach IAS 32 häufig zwingend als Fremdkapital klassifiziert werden, was das ausgewiesene Eigenkapital signifikant reduziert.
Es handelt sich um ein bereinigtes Eigenkapital, das der Analyst ermittelt, indem er nicht werthaltige Positionen (z. B. aktivierte Geschäftswerte) abzieht oder berücksichtigte, aber bisher nicht erfasste werthaltige Posten hinzufügt, um eine realistische Vergleichsbasis zu schaffen.
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