Examensarbeit, 2004
152 Seiten, Note: 1,0
1 EINLEITUNG
2 ALLGEMEINE ÜBERLEGUNGEN ZUM THEMA STERBEN UND TOD
2.1 Der Tod aus anthropologischer Sicht
2.2 Der Tod als kulturelles Phänomen
2.3 Resümee
3 GESELLSCHAFTLICHER WANDEL DER TODESVORSTELLUNG
3.1 Der gezähmte Tod
3.2 Der eigene Tod
3.3 Der lange und nahe Tod
3.4 Der Tod des Anderen
3.5 Der ins Gegenteil verkehrte Tod
3.6 Resümee
4 STERBEN UND TOD IN DER HEUTIGEN ZEIT
4.1 Demographische Entwicklungen und Mortalität
4.1.1 Demographische Entwicklung in Rheinland-Pfalz
4.2 Die Situation sterbender Menschen und ihrer Angehörigen in unserer Gesellschaft
4.3 Institutionalisierung des Sterbens
4.4 Soziales Sterben und sozialer Tod
4.5 Phasen des Sterbens nach Elisabeth Kübler- Ross
4.5.1 Erste Phase: Nicht wahr haben wollen und Isolierung, Schock
4.5.2 Zweite Phase: Zorn
4.5.3 Dritte Phase: Verhandeln
4.5.4 Vierte Phase: Depression
4.5.5 Fünfte Phase: Zustimmung
4.5.6 Kritik am Modell von Kübler- Ross
4.6 Trauer
4.6.1 Formen der Trauer
4.6.1.1 Erste Phase : Schock und Apathie
4.6.2.2 Zweite Phase : Desorganisation
4.6.2.3 Dritte Phase : Reorganisation
4.7 Resümee
5 EUTHANASIE UND STERBEHILFE
5.1 Begriffsklärung und Geschichte der Euthanasie
5.1.1 Aktive Sterbehilfe
5.1.2 Passive Sterbehilfe
5.1.3 Indirekte Sterbehilfe
5.2 Gesetzliche Regelungen der Sterbehilfe in der BRD
5.3 Die Diskussion um Sterbehilfe in Deutschland
5.4 Resümee
6 DIE HOSPIZBEWEGUNG
6.1 Begriffsklärung
6.2 Geschichte der Hospizbewegung
6.2.1 Die Hospizbewegung in Deutschland
6.3 Grundsätze und Ziele der Hospizbewegung
6.4 Einrichtungsformen
6.4.1 Hospizinitiativen
6.4.2 Ambulante Hospizdienste
6.4.3 Teilstationäre Hospizdienste
6.4.4 Stationäre Hospizdienste
6.4.5 Kinderhospize
6.4.6 Palliativstationen
6.5 Resümee
7 HOSPIZE IN RHEINLAND-PFALZ
7.1 Allgemeine Informationen zur Hospizlandschaft in Rheinland-Pfalz
7.1.1 Die Landesarbeitsgemeinschaft Hospiz Rheinland-Pfalz (LAG)
7.2 Vereinbarung zur Hospizarbeit in Rheinland- Pfalz
8 HOSPIZE IN RHEINLAND-PFALZ AM BEISPIEL DER EV. DIAKONISSENANSTALT SPEYER, HOSPIZ IM WILHELMINENSTIFT
8.1 Das Hospiz im Wilhelminenstift in Speyer
8.1.1 Entstehung und Gründung des Hospizes
8.1.2 Organisationsstruktur
8.1.3 Zielsetzung und Angebot
8.1.4 Finanzierung
8.1.5 Zusammenarbeit und Kooperation mit anderen Einrichtungen
8.1.6 Öffentlichkeitsarbeit
8.1.7 Mitarbeiter/innen im Hospiz
8.1.8 Fortbildung und Schulung der Mitarbeiter
8.2 Die Gäste des Hospizes
8.2.1 Auswahl und Aufnahme der Gäste
8.2.2 Krankheitsarten, Belegung und Aufenthaltsdauer
8.2.3 Selbstbestimmung der Gäste
8.2.4 Die Angehörigen
8.3 Umgang mit Tod und Trauer
8.4 Hürden und Probleme
8.5 Besondere Aspekte der Hospize in Mainz und Koblenz
8.5.1 Das Christophorus-Hospiz in Mainz
8.5.2 Das Hospiz St. Martin in Koblenz
8.6 Resümee
9 STERBEN UND TOD ALS THEMA FÜR DEN SCHULUNTERRICHT
9.1 Todesvorstellung von Kindern und Jugendlichen
9.2 Tod und Sterben als Thema im Unterricht
10 SCHLUSSBETRACHTUNG
Die vorliegende Arbeit untersucht die verschiedenen Aspekte des Sterbens und Todes in der heutigen Gesellschaft mit einem besonderen Fokus auf der Hospizbewegung. Ziel ist es, die Situation sterbender Menschen darzustellen, die Institutionalisierung des Sterbens zu hinterfragen und die praktische Hospizarbeit in Rheinland-Pfalz am Beispiel des Hospizes im Wilhelminenstift in Speyer zu analysieren.
8.1.1 Entstehung und Gründung des Hospizes
Das Hospiz in Speyer hat nicht den „klassischen“ Weg, von einem ambulanten Hospizdienst zu einem stationären Hospiz, gehabt. Es gab in Speyer bereits seit 1990 einen ambulanten Hospizdienst, der allerdings nichts mit der Diakonissenanstalt zu tun hat. Die Diakonissenanstalt und der ambulante Hospizdienst sind somit unabhängig voneinander zu betrachten.
In Speyer wurden von Seiten der Diakonissenanstalt, 1989 erste Überlegungen angestellt ein Hospiz auf dem Gelände der Diakonissenanstalt aufzubauen. Im Jahre 1992 gründete sich, auf Beschluss der Anstaltsleitung, eine Projektgruppe, deren Aufgabe es war ein stationäres Hospiz zu planen. Nachdem sich der Verwaltungsrat im November 1993 dafür aussprach, die Planung eines Hospizes weiterzuführen, gründete sich fünf Monate später, am 20. April 1994, der „Förderverein Hospiz im Wilhelminenstift der ev. Diakonissenanstalt Speyer e.V.“.
Anfang 1995 sagten die evangelische Kirche der Pfalz, das Sozialministerium des Landes und die Stiftung Deutsches Hilfswerk ihre finanzielle Beteiligung am Bau zu. Ausgewählt wurde das Haus des Wilhelminenstiftes. Das Erdgeschoss und das erste Obergeschoss wurden umgebaut und renoviert. Das Erdgeschoss wurde um einen Anbau erweitert. Ab dem 1. Oktober 1995 war auch Frau Rita Schultheis (Pflegedienstleiterin/Interviewpartnerin) an der Realisierung beteiligt. Sie sammelte während des Umbaus zusätzlich Erfahrungen über die Hospizarbeit in anderen Hospizen. Das Hospiz wurde dann am 27. Februar 1996 eröffnet und besteht nunmehr seit acht Jahren.
1 EINLEITUNG: Der Autor schildert seine persönliche Motivation, sich mit der Hospizarbeit und dem Thema Sterben auseinanderzusetzen, initiiert durch universitäre Seminare und eigene Erfahrungen.
2 ALLGEMEINE ÜBERLEGUNGEN ZUM THEMA STERBEN UND TOD: Dieses Kapitel klärt grundlegende Begriffe und beleuchtet den Tod aus einer anthropologischen und kulturhistorischen Perspektive.
3 GESELLSCHAFTLICHER WANDEL DER TODESVORSTELLUNG: Anhand des Modells von Philippe Ariès wird die historische Transformation der Einstellung zum Tod im abendländischen Kulturkreis aufgezeigt.
4 STERBEN UND TOD IN DER HEUTIGEN ZEIT: Es werden die heutigen Rahmenbedingungen des Sterbens analysiert, darunter demografische Daten, die Institutionalisierung des Sterbens sowie psychologische Phasenmodelle.
5 EUTHANASIE UND STERBEHILFE: Dieses Kapitel definiert verschiedene Formen der Sterbehilfe und beleuchtet die kontroverse rechtliche und gesellschaftliche Diskussion in Deutschland.
6 DIE HOSPIZBEWEGUNG: Das Kapitel bietet einen historischen Abriss der Hospizidee sowie eine detaillierte Übersicht der verschiedenen Einrichtungsformen in Deutschland.
7 HOSPIZE IN RHEINLAND-PFALZ: Es wird ein Überblick über die Hospizlandschaft im Bundesland sowie die Rolle der Landesarbeitsgemeinschaft Hospiz (LAG) gegeben.
8 HOSPIZE IN RHEINLAND-PFALZ AM BEISPIEL DER EV. DIAKONISSENANSTALT SPEYER, HOSPIZ IM WILHELMINENSTIFT: Im Hauptteil der empirischen Arbeit wird das Hospiz in Speyer detailliert hinsichtlich Struktur, Zielsetzung und Arbeitsweise beschrieben.
9 STERBEN UND TOD ALS THEMA FÜR DEN SCHULUNTERRICHT: Abschließend werden Möglichkeiten diskutiert, das Thema Tod und Sterben sensibel und fachübergreifend in den schulischen Unterricht zu integrieren.
Hospiz, Sterben, Tod, Palliativmedizin, Sterbehilfe, Trauerkultur, Rheinland-Pfalz, Pflege, Lebensqualität, Hospizbewegung, Schulunterricht, Angehörigenbetreuung, Selbstbestimmung, Sozialer Tod, Interdisziplinäres Team.
Die Arbeit befasst sich mit der Hospizbewegung und den gesellschaftlichen Wandlungsprozessen im Umgang mit dem Sterben und dem Tod, wobei ein besonderer Fokus auf der Situation in Rheinland-Pfalz liegt.
Die zentralen Themen sind der historische Wandel der Todesvorstellungen, die Institutionalisierung des Sterbens in medizinischen Einrichtungen, ethische Fragen der Sterbehilfe sowie die praktische Umsetzung des Hospizgedankens.
Ziel ist es, einen umfassenden Einblick in die Hospizarbeit zu geben und aufzuzeigen, wie durch eine würdige Begleitung die Lebensqualität in der letzten Lebensphase verbessert und der Tod wieder als natürlicher Teil des Lebens wahrgenommen werden kann.
Der Autor stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie auf einen empirischen Teil, in dem qualitative Interviews mit Leitungen stationärer Hospize in Rheinland-Pfalz geführt wurden.
Im Hauptteil liegt der Schwerpunkt auf der detaillierten Fallstudie des Hospizes im Wilhelminenstift in Speyer, inklusive dessen Organisationsstruktur, Finanzierung und Kooperationsmodellen.
Wesentliche Begriffe sind Hospizbewegung, Palliative Betreuung, Selbstbestimmung, Trauerarbeit, Sterbekultur und Ethik in der Medizin.
Das Hospiz in Speyer wurde gewählt, da es das älteste stationäre Hospiz in Rheinland-Pfalz ist, über langjährige Erfahrung verfügt und ein sehr interessantes Beispiel für die christlich-humanitäre Trägerschaft darstellt.
Kinder sind in den Hospizen willkommen und werden laut den Aussagen der Interviewpartner als sehr unvoreingenommen erlebt; ihre Einbindung bei Abschiedsritualen wird oft als bereichernd und wichtig für den eigenen Trauerprozess betrachtet.
Das Hospiz lehnt aktive Sterbehilfe konsequent ab, bietet jedoch durch eine fundierte Schmerztherapie und psychosoziale Betreuung Alternativen, die den Wunsch nach Lebensverkürzung häufig obsolet werden lassen.
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