Diplomarbeit, 2006
178 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Problemlage
3 Zum Stand der Forschung
4 Zwischenbilanz und leitende Fragestellung
5 Methode
5.1 Qualitative empirische Sozialforschung
5.2 Methoden der Datenerhebung, Aufbereitung und Auswertung
5.2.1 „Zum Sportverständnis von Jugendlichen“ – der Hintergrund der Studie
5.2.2 Datenerhebung
5.2.3 Datenaufbereitung
5.2.4 Datenauswertung
5.3 Die Rahmenbedingungen für das Teilprojekt „Gesundheit“
5.3.1 Datenerhebung und Aufbereitung
5.3.2 Datenauswertung: Die Auswertungsstrategie
5.4 Kritische Anmerkungen
6 Zum Bedeutungsumfang von „Gesundheit“ und „Fitness“ bei Jugendlichen
6.1 Gesundheit – was ist gemeint?
6.1.1 Gesundheit als Handlungsvoraussetzung
6.1.2 (Sportliche) Handlungseffekte
6.1.3 Unspezifische Definitionen
6.1.4 Äußeres Erscheinungsbild
6.1.5 Sonstige Bedeutungen
6.2 Die Assoziationsanalyse zu „Gesundheit“
6.3 Der Stellenwert von „Gesundheit“ bei Jugendlichen
6.4 Was verstehen die Jugendlichen unter „Fitness“?
6.4.1 Die innerbegriffliche Perspektive auf „Fitness“
6.4.1.1 Allgemeine (körperliche) Leistungsfähigkeit
6.4.1.2 (Figurbezogenes) Aussehen
6.4.1.3 Exkurs: Der Fitness-Begriff im Sprachgebrauch
6.4.2 Die kontextuelle Perspektive
6.4.2.1 Sportarten
6.4.2.2 Sportkontexte
6.4.2.3 Intensität
6.4.2.4 Geschlecht
6.4.2.5 Alter
6.5 Zwischenfazit
7 Die Argumentationsfigur „Gesundheit – Sport – Fitness“ im Sportverständnis Jugendlicher
7.1 „Gesundheit“ im Sportverständnis der Jugendlichen
7.1.1 Die Funktionsperspektive: „Gesundheit“ als Voraussetzung sportlicher Aktivität
7.1.2 Die Effektperspektive: negative gesundheitliche Folgen sportlicher Aktivität
7.1.3 Die Effektperspektive: Positive gesundheitliche Folgen des Sporttreibens
7.2 „Fitness“ im Sportverständnis der Jugendlichen
7.2.1 Die Funktionsperspektive: „Fitness“ als Voraussetzung sportlicher Aktivität
7.2.2 Die Effektperspektive: „Fitness“ als (erwartete) Konsequenz sportlicher Aktivität
7.3 Fazit: Die Zweck-Mittel-Relation „Gesundheit – Sport – Fitness“
8 Gruppierungen
8.1 „Gesundheit“ und „Fitness“ – eine Frage des Geschlechts?
8.2 Prägt die Sporterfahrung die Einstellungen zu „Gesundheit“ und „Fitness“?
9 Diskussion der Befunde
9.1 Die Ergebnisse vor dem Hintergrund aktueller Forschung
9.2 Inhaltliche Implikationen
9.3 Methodische Implikationen
10 Ausblick
Diese Arbeit zielt darauf ab, die subjektiven Gesundheits- und Fitnesskonzepte Jugendlicher im Kontext ihres Sportverständnisses explorativ zu analysieren und zu untersuchen, wie diese Begriffe in ihrem alltäglichen Sprachgebrauch und in Bezug auf ihre sportlichen Aktivitäten verhandelt werden.
6.1.1 Gesundheit als Handlungsvoraussetzung
Im Verständnis der befragten Jugendlichen stellt sich Gesundheit deutlich als Voraussetzung für Handlungsfähigkeit dar. Alle hier zuzuordnenden Aussagen, beschreiben Gesundheit im Sinne funktioneller (sportlicher) Leistungsvoraussetzungen, wobei die Jugendlichen häufig Bedingungen nennen, die die Teilnahme am Sport ermöglichen oder verhindern.
Die Jugendlichen tun dies einerseits in positiver Argumentationsrichtung: Ein „guter“ Gesundheitszustand werde benötigt, um (sportlich) handlungsfähig zu sein. Nach Maja beispielsweise müsse man „[...] als Sportler sehr auf seine Gesundheit achten“. Jana meint: „Ja, wenn man nicht gesund ist, kann man nicht richtig trainieren.“ Und für Nadine ist der Verein dazu da, „dass man zu Turnieren fahren kann, dass der Trainer gut ist, dass man ordentliche Voraussetzungen hat, dass man gesundheitlich vom Verein unterstützt wird, dass die Ärzte haben und so“.
Andererseits argumentieren die Jugendlichen mit negativem Vorzeichen: Ein unzureichender gesundheitlicher Status verhindere (sportliche) Aktivitäten. Dies wird von einigen mit allgemeinen Formulierungen artikuliert (Silke, Daniel und Fiona), während andere – wie z.B. Patrick und Boris – von eigenen, teils sportinduzierten Verletzungen berichten, die zu Einschränkungen des Sportengagements führen.
Silke: [...] wenn man nicht gesund ist, kann man ja keinen Sport treiben.
Daniel: [...] wenn man querschnittsgelähmt ist, dann kann man ja weniger gut Sport machen [...].
Fiona: Wenn man krank ist, dann sagt [ein Freizeitsportler], ich kann nicht mitmachen und dann ist gut, [...]. [Ein Nichtsportler] das ist auf jeden Fall einer, der faul ist oder natürlich gesundheitsbedingt keinen Sport machen kann, [...]. Also einer der keinen Sport macht, der faul ist oder halt nicht dazu in der Lage ist, [...].
Patrick skatet u.a. deswegen nicht mehr, weil zwar „die Verletzung weg ist. Aber die Gefahr ist groß, wenn ich jetzt noch mal stürze, dass sie dann schlimmer wird. Und das will ich noch nicht riskieren […]“.
Boris: […] ich kann nur noch freizeitmäßig ein bisschen Fußball und Basketball spielen. Das liegt an Verletzungen usw. Früher habe ich Fußball relativ professionell im Verein gespielt, war dann auch regelmäßig beim Training. Da habe ich dann auch die ganze Woche Leistungssport betrieben. Mittlerweile ist es nicht mehr als Freizeitsport.
1 Einleitung: Diese Einleitung verortet die Arbeit im Rahmen eines Forschungsprojekts zum subjektiven Sportverständnis und begründet die explorative Analyse der Gesundheitskonzepte Jugendlicher.
2 Problemlage: Es wird die Relevanz subjektiver Gesundheitskonzepte für gesundheitsfördernde Interventionen dargelegt und die Bedeutung des Jugendalters sowie der Gegenwartsorientierung hervorgehoben.
3 Zum Stand der Forschung: Das Kapitel bietet einen Überblick über bisherige qualitative Studien und zentrale Modelle, wie sie von Mrazek, Fuchs, Brehm und Kolip entwickelt wurden.
4 Zwischenbilanz und leitende Fragestellung: Die kritische Reflexion des Forschungsstandes deckt Defizite in gängigen Fragebogenkonstruktionen auf und leitet die zentralen Forschungsfragen für die Arbeit ab.
5 Methode: Hier werden die qualitativen Erhebungsmethoden, das Sampling der 50 Interviews, die Aufbereitungs- und Auswertungsstrategien sowie die Gütekriterien ausführlich erläutert.
6 Zum Bedeutungsumfang von „Gesundheit“ und „Fitness“ bei Jugendlichen: Die Bedeutungsebenen werden differenziert analysiert und Kategorien für das Verständnis von Gesundheit und Fitness durch die Jugendlichen entwickelt.
7 Die Argumentationsfigur „Gesundheit – Sport – Fitness“ im Sportverständnis Jugendlicher: Dieses Kapitel rekonstruiert die zentrale Argumentationsfigur der Jugendlichen über die Zweck-Mittel-Relation zwischen Sportaktivität und den Konzepten Gesundheit und Fitness.
8 Gruppierungen: Hier werden die Ergebnisse hinsichtlich möglicher geschlechtsspezifischer Unterschiede und des Einflusses der Sporterfahrung auf die Einstellungen untersucht.
9 Diskussion der Befunde: Die gewonnenen Erkenntnisse werden vor dem Hintergrund aktueller Forschung diskutiert und inhaltliche sowie methodische Implikationen abgeleitet.
10 Ausblick: Das Kapitel schließt mit einer Bilanz der explorativen Arbeit und benennt zukünftigen Forschungsbedarf.
Subjektive Gesundheitskonzepte, Jugendalter, Sportverständnis, Fitness, Qualitative Sozialforschung, Sportaktivität, Gesundheitshandeln, Leistungsorientierung, Handlungsvoraussetzung, Verletzungserfahrung, Gesundheitsförderung, Körperbild, Identitätsentwicklung, explorative Analyse, Sportsoziologie.
Die Arbeit untersucht, welche subjektiven Vorstellungen Jugendliche von Gesundheit und Fitness haben und wie diese Konzepte mit ihrem Verständnis von Sport und sportlicher Aktivität verknüpft sind.
Die Arbeit fokussiert auf die Unterscheidung zwischen Gesundheitskonzepten und Fitnessbegriffen, die subjektive Bedeutung von Sportaktivitäten sowie die Rolle von Sporterfahrungen und Geschlecht.
Ziel ist es, die "Argumentationsfigur" der Jugendlichen zu explorieren: Wie definieren sie Gesundheit und Fitness, und in welchem Verhältnis stehen diese zu ihrem eigenen Sporttreiben?
Es handelt sich um eine qualitative empirische Sozialforschung, die auf Einzelinterviews mit 50 Jugendlichen basiert und durch Kurzportraits sowie eine quantifizierende Assoziationsanalyse ergänzt wird.
Der Hauptteil analysiert die Bedeutungsebenen von Gesundheit und Fitness, die Argumentationsfigur "Gesundheit – Sport – Fitness" sowie mögliche Differenzierungen nach Sporterfahrung und Geschlecht.
Wichtige Begriffe sind subjektive Gesundheitskonzepte, Jugendalter, Sportverständnis, Fitness, qualitative Forschung und Handlungsvoraussetzungen.
Verletzungen werden von Jugendlichen oft als zentraler Bestandteil der Sportrealität gesehen, was dazu führt, dass Sport teilweise als gesundheitsriskant wahrgenommen wird und Gesundheit eher als "Voraussetzung" denn als "Ziel" von Sport gilt.
Die Studie zeigt, dass Jugendliche zwischen diesen Begriffen differenzieren: "Fitness" wird stärker als funktionaler Zuwachs oder ästhetisches Ziel verstanden, während "Gesundheit" eher abstrakt bleibt oder mit der Abwesenheit von Krankheit assoziiert wird.
Der Begriff beschreibt den Mechanismus, bei dem mangelnde Fitness zu weniger Erfolgserlebnissen im Sport führt, was wiederum den Spaß mindert und letztlich zur Sportabstinenz führt.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

