Diplomarbeit, 1999
110 Seiten, Note: 2
1 Einleitung
1.1 Auswahl des Vergleichslandes
1.1.1 Niederländische Begriffe
1.1.2 Währungsangaben
1.2 Abgrenzung
2 Verschuldungssituation privater Haushalte in Deutschland und den Niederlanden
2.1 Verschuldung
2.2 Gründe für Überschuldung
2.3 Ausmaß der Überschuldung
2.4 Bedeutung von Überschuldung
2.4.1 ... für den Betroffenen
2.4.2 ...für die Gesellschaft
2.4.3 ...für die Ökonomie
2.5 Bedarf der Schuldnerberatung und ihre Aufgaben
3 Formen der Schuldnerberatung in Deutschland
3.1 Anbieter von Schuldnerberatung und ihre Aufgabenverteilung
3.1.1 Öffentliche Träger
3.1.2 Freie Träger der Wohlfahrtspflege
3.1.3 Verbraucherzentralen
3.1.4 Andere Träger und „schwarze Schafe“ der Schuldnerberatung
3.2 Gesetzlicher Rahmen der Schuldnerberatung
3.3 Finanzierung
3.4 Bedarfsdeckung durch Schuldnerberatung
4 Formen der Schuldnerberatung in den Niederlanden
4.1 Anbieter von Schuldnerberatung und ihre Aufgabenverteilung
4.1.1 Die Kommunen
4.1.2 Kommunale Kreditbanken (GKB)
4.1.3 AMW - Algemeen Maatschapelijk Werk
4.1.4 Private und Kommerzielle Anbieter
4.2 Integrale Schuldenhilfe
4.3 Gesetzlicher Rahmen der Schuldnerberatung
4.3.1 Höhe der Vergütung
4.4 Finanzierung
4.5 Bedarfsdeckung durch Schuldnerberatung
5 Neue Möglichkeiten der Schuldenregulierung in Deutschland
5.1 Verbraucherinsolvenzverfahren und Restschuldbefreiung nach der InsO
5.1.1 Gründe für die Schaffung eines Verbraucherinsolvenzverfahrens
5.1.2 Merkmal des Verbraucherinsolvenzverfahrens
5.1.3 Angesprochener Personenkreis
5.1.4 Zuständiges Gericht
5.2 Struktur und Ablauf des Verbraucherinsolvenzverfahren und der Restschuldbefreiung nach der InsO
5.2.1 Erste Stufe: Außergerichtlicher Schuldenbereinigungsversuch
5.2.2 Zweite Stufe: Gerichtliches Schuldenbereinigungsverfahren
5.2.3 Dritte Stufe : Vereinfachtes Insolvenzverfahren
5.2.4 Vierte Stufe: Restschuldbefreibungsverfahren
5.2.5 Die Wohlverhaltensperiode
5.3 Deckung der Beratungs- und Verfahrenskosten
6 Neue Möglichkeiten der Schuldenregulierung in den Niederlanden
6.1 WSNP
6.1.1 Gründe für die Einführung des WSNP
6.1.2 Merkmal des WSNP
6.1.3 Angesprochener Personenkreis
6.1.4 Zuständiges Gericht für die Durchführung des WSNP
6.1.5 Der RvR den ´Bosch
6.2 Struktur und Ablauf des Schuldenbereinigungsverfahrens
6.2.1 Vorbedingung: Gütlicher Einigungsversuch
6.2.2 Antrag auf Gesetzliche Schuldensanierung
6.2.3 Phase der Bestandsaufnahme
6.2.4 Beschlußfassung über einen gesetzlichen Schuldensanierungsplan
6.2.5 Ausführungsphase
6.2.6 Restschuldbefreiung - schone lei
6.3 Deckung der Beratungs- und Verfahrenskosten
7 Schlußbetrachtung
7.1 Praxisrelevanz der Kritik
7.2 Unterschiede in der Schuldnerberatungsstruktur
7.2.1 Fehlendes Element: Die GKB´s
7.2.2 Regelung gewerblicher Schuldnerberatung
7.2.3 Integrative Hilfe mit klaren Aufgabenzuweisungen und zentralen Anlaufpunkten
7.2.4 Deckung des Beratungsbedarfes und Finanzierung
7.3 Unterschiede der Verbraucherinsolvenzverfahren
7.3.1 Unterschiedliche Grundgedanken
7.3.2 Zentrale Organisation der Einführung und einheitliche Regelung
7.3.3 Beratungsangebot
7.3.4 Verfahrensregularien, Antragsformulare und Software
7.3.5 Kompliziertheit des Verfahrens
7.3.6 Laufzeiten des Verfahrens
7.3.7 Flexibilität des Schuldenbereinigungsplanes und der Abtretungserklärung
7.3.8 Verfahrenskosten
7.3.9 Vergütung und Qualifikation Treuhänder
7.3.10 Umgang mit „aussichtslosen“ Fällen
7.4 Schlußwort
Die vorliegende Diplomarbeit untersucht und vergleicht die Strukturen der Schuldnerberatung sowie die Möglichkeiten der Schuldensanierung durch Verbraucherinsolvenzgesetze in Deutschland und den Niederlanden. Ziel ist es, auf Basis einer Analyse der Verschuldungssituation, der Beratungslandschaften und der gesetzlichen Insolvenzrahmenbedingungen zu prüfen, inwieweit die Gesetzgeber und Beratungseinrichtungen beider Länder von den Erfahrungen des jeweils anderen profitieren können.
1.1 Auswahl des Vergleichslandes
Die Niederlande wurden von mir aus den folgenden Gründen als Vergleichsland herangezogen:
Nahezu zeitgleich zur deutschen Insolvenzordnung (1. Januar 1999) trat in den Niederlanden am 1. Dezember 1998 mit dem WSNP (Wet schuldsanering natuurlijke personen / Gesetz zur Schuldenregulierung natürlicher Personen) eine vergleichbare Regelung der Verbraucherinsolvenz mit nachfolgender Restschuldbefreiung für natürliche Personen in Kraft.
Die Niederlande werden häufig als beispielhaft für die soziale Absicherung der Bürger angesehen. Ob dies im Bereich Schuldnerberatung und Schuldenregulierung nur ein Vorurteil ist oder Realität, stellt eine interessante Fragestellung dar.
Bestätigt sich, dass die Niederlande eine bessere Schuldnerberatungspolitik als Deutschland betreibt, so lassen sich möglicherweise für die deutsche Schuldnerberatung Verbesserungsmöglichkeiten und Forderungen an die Gesetzgebung formulieren.
1 Einleitung: Darstellung der Zielsetzung der Arbeit, der Relevanz des Zwei-Länder-Vergleichs zwischen Deutschland und den Niederlanden sowie der methodischen Abgrenzung.
2 Verschuldungssituation privater Haushalte in Deutschland und den Niederlanden: Analyse der Verschuldungsgründe und -ausmaße sowie der sozioökonomischen Bedeutung von Überschuldung für Betroffene, Gesellschaft und Ökonomie.
3 Formen der Schuldnerberatung in Deutschland: Detaillierte Vorstellung der verschiedenen Anbietertypen, deren Finanzierungsstrukturen und der bestehenden Defizite in der Bedarfsdeckung.
4 Formen der Schuldnerberatung in den Niederlanden: Untersuchung des niederländischen Systems mit Fokus auf kommunale Kreditbanken (GKB), integrale Schuldnerhilfe und private Anbieter.
5 Neue Möglichkeiten der Schuldenregulierung in Deutschland: Eingehende Erläuterung der Insolvenzordnung (InsO), des Ablaufs des Verbraucherinsolvenzverfahrens und der Restschuldbefreiung.
6 Neue Möglichkeiten der Schuldenregulierung in den Niederlanden: Beschreibung des Gesetzes zur Schuldsanierung natürlicher Personen (WSNP) und dessen Verfahrensstruktur inklusive der Rolle des Treuhänders.
7 Schlußbetrachtung: Synthese der Ergebnisse, kritische Würdigung der deutschen Gesetzgebung im Vergleich zum niederländischen Modell und Ausblick auf Verbesserungspotenziale.
Schuldnerberatung, Schuldenregulierung, Verbraucherinsolvenz, InsO, WSNP, Restschuldbefreiung, Überschuldung, Sozialhilfe, Kommunale Kreditbanken, GKB, Schuldensanierung, Haushaltsfinanzierung, Wohlverhaltensperiode, Treuhänder, Vergleichsland
Die Arbeit befasst sich mit einem rechtsvergleichenden Ansatz der Schuldnerberatungs- und Schuldenregulierungsstrukturen in Deutschland und den Niederlanden unter besonderer Berücksichtigung der neuen Verbraucherinsolvenzregelungen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der Verschuldungsursachen, der verschiedenen Beratungsangebote (öffentlich, frei-gemeinnützig, privat), der Finanzierung der Schuldnerberatung sowie den Verfahrensabläufen der jeweiligen Insolvenzgesetze.
Das Ziel ist die Evaluierung der deutschen und niederländischen Ansätze, um zu prüfen, ob das niederländische Modell der Schuldensanierung Verbesserungsmöglichkeiten für die deutsche Schuldnerberatungspraxis bietet.
Es handelt sich um eine vergleichende Literaturstudie, ergänzt durch eine empirische Erhebung in Form einer telefonischen Befragung von acht Schuldnerberatungseinrichtungen im Raum Rhein-Main-Neckar.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Schuldensituation beider Länder, die detaillierte Beschreibung der Schuldnerberatungsorganisationen sowie eine tiefgehende Analyse der jeweiligen Insolvenzverfahren (InsO in Deutschland vs. WSNP in den Niederlanden).
Zentrale Begriffe sind Schuldnerberatung, Restschuldbefreiung, Verbraucherinsolvenz, GKB (Kommunale Kreditbanken), Treuhänder, WSNP und Insolvenzordnung (InsO).
Die GKB nehmen eine zentrale Rolle ein, da sie neben der Schuldnerberatung als kommunale Einrichtungen auch Sanierungskredite vergeben, was in Deutschland in dieser organisierten Form weitgehend fehlt.
Der Autor argumentiert, dass eine Dauer von sieben Jahren zu lang ist, um den Schuldnern eine wirtschaftliche Zukunftsperspektive zu bieten, und sieht darin ein demotivierendes Hindernis, das die Gläubigerbefriedigung über den "Fresh-Start"-Gedanken stellt.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

