Wissenschaftlicher Aufsatz, 2007
12 Seiten
Einleitung
I. Die Reformation in Deutschland
II. Die Aufklärung
III. Aufgeklärte Säkularität als deutsches Modell
IV. Wahrnehmung von Kirchen und Religion in der deutschen Gesellschaft
V. Christliche Kirchen und europäische Integration
Die vorliegende Arbeit analysiert die historischen und verfassungsrechtlichen Entwicklungslinien, die das Verhältnis von Staat und Kirche in Deutschland geprägt haben, und untersucht, wie dieses spezifische Modell der "aufgeklärten Säkularität" in einem europäischen Kontext einzuordnen ist.
III. Aufgeklärte Säkularität als deutsches Modell
Staat und Kirche sind in Deutschland zwar voneinander getrennt. Dennoch wirken sie auf vielen Gebieten im Interesse der gesamten Gesellschaft zusammen (sog. „aufgeklärte Säkularität“). Die Religionsfreiheit, die in Art. 4 GG garantiert ist, gilt nicht nur für die christlichen Kirchen, sondern auch für andere Religionsgemeinschaften. Diese umfassende Gewährleistung kann nur der säkulare Staat garantieren.
Gleichwohl ist die Trennung von Kirche und Staat in Deutschland nicht vollständig und strikt vollzogen worden. In vielen sozialen und schulisch-kulturellen Bereichen bestehen Verflechtungen, beispielsweise über kirchliche, aber staatlich mitfinanzierte Trägerschaft von Kindergärten, Schulen, Krankenhäusern oder Pflegeheimen. Die christlichen Kirchen besitzen den Status von Amtskirchen, sie stellen demnach zwar keine staatliche Institution, aber eine Körperschaft des öffentlichen Rechts dar (Art. 140 GG i.V.m. Art. 137 Abs. 5 der Weimarer Reichsverfassung). Die Kirchensteuer wird über den Staat eingezogen und an die jeweiligen Kirchen bzw. an den Zentralrat der Juden in Deutschland weitergeleitet. Außerdem ist der Religionsunterricht laut Grundgesetz fakultatives, aber dennoch ordentliches Unterrichtsfach in den Schulen, mit Ausnahme weniger Bundesländer. Dieser Unterricht wird oft von einem Vertreter einer der beiden großen christlichen Amtskirchen abgehalten.
Einleitung: Die Einleitung skizziert den historischen Dualismus von weltlicher Macht und Kirche sowie die unterschiedlichen Wege, die Staaten wie Deutschland, Frankreich und England in diesem Verhältnis einschlugen.
I. Die Reformation in Deutschland: Dieses Kapitel erläutert die dauerhafte Zweiteilung der christlichen Welt durch die Reformation und den resultierenden Grundsatz "cuius regio, eius religio" als ersten Schritt zu einer Verfassungsordnung.
II. Die Aufklärung: Der Abschnitt beschreibt das Zeitalter der Aufklärung in Deutschland, das zu einer Trennung von Religion und staatlicher Ordnung sowie zur Anerkennung von Gewissens- und Religionsfreiheit führte.
III. Aufgeklärte Säkularität als deutsches Modell: Hier wird das spezifische deutsche Modell erläutert, das trotz Trennung von Kirche und Staat eine konstruktive Zusammenarbeit und institutionelle Verflechtungen vorsieht.
IV. Wahrnehmung von Kirchen und Religion in der deutschen Gesellschaft: Das Kapitel verdeutlicht, dass der neutrale Staat dennoch auf Wertegemeinschaften angewiesen ist und die Kirchen als Partner für das Gemeinwohl betrachtet.
V. Christliche Kirchen und europäische Integration: Abschließend wird das Interesse der Kirchen an der Rechtslage innerhalb der Europäischen Union thematisiert, wobei die Ähnlichkeiten des europäischen Ansatzes zum deutschen Leitbild betont werden.
Verhältnis von Staat und Kirche, Reformation, Aufklärung, aufgeklärte Säkularität, Religionsfreiheit, Grundgesetz, Religionsgemeinschaften, Amtskirchen, Europäische Integration, Europäischer Verfassungsvertrag, Gemeinwohl, Demokratisierung, Laizismus, Glaubensfreiheit, konfessionelle Homogenität.
Die Arbeit befasst sich mit der historischen Genese und dem heutigen rechtlichen sowie gesellschaftlichen Verhältnis zwischen Staat, Kirche und Gesellschaft in Deutschland.
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung durch Reformation und Aufklärung, dem Konzept der aufgeklärten Säkularität, der öffentlichen Rolle der Kirchen und der Einbettung dieser Strukturen in den europäischen Prozess.
Das Ziel ist es, das deutsche Modell des Verhältnisses von Staat und Religion aufzuzeigen und zu verdeutlichen, wie dieses von anderen europäischen Ansätzen abweicht.
Es handelt sich um eine historische und rechtswissenschaftliche Analyse, die einschlägige Fachliteratur und verfassungsrechtliche Grundlagen auswertet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der Reformation und Aufklärung, eine Definition der aufgeklärten Säkularität sowie eine Erörterung des aktuellen Status der Kirchen und deren Bedeutung für die europäische Integration.
Zentrale Begriffe sind unter anderem aufgeklärte Säkularität, Religionsfreiheit, das Verhältnis von Staat und Kirche sowie die europäische Integration.
Während in Frankreich das Ziel einer strikten Trennung und der Emanzipation von Religion verfolgt wird, basiert das deutsche Modell auf einer kooperativen Säkularität, bei der Staat und Kirche im Interesse der Gesellschaft zusammenarbeiten.
Kirchen werden in Deutschland als gesellschaftliche Akteure betrachtet, die Werte vermitteln und maßgeblich am Demokratisierungsprozess sowie in sozialen und bildungspolitischen Bereichen zum Gemeinwohl beitragen.
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