Diplomarbeit, 2007
133 Seiten, Note: 1,0
0 Einleitung
1. Psychosoziale Aspekte der Krebserkrankung
1.1. Psychosoziale Einflüsse auf die Entstehung von Krebs
1.2. Psychosoziale Belastungen der Patienten in Folge einer Krebserkrankung
1.2.1. Psychosoziale Belastungsfaktoren
1.2.2. Depression als psychiatrische Nebendiagnose in Folge einer Krebserkrankung
1.2.3. Belastungen im Verlauf einer Chemotherapie
2. Psychoonkologische Intervention als Aufgabengebiet Sozialer Arbeit
2.1. Definition und Zielsetzung des Aufgabenbereichs
2.2. Beratungsbedarf
2.2.1.Informationsvermittlung
2.2.2. Sozialrechtliche Beratung und Rehabilitation
2.2.2.1 Sozialrechtliche Beratung
2.2.2.2. Rehabilitation
2.3. Betreuungsbedarf
2.3.1.Emotionale Unterstützung
2.3.2. Copingstrategien
2.4. Behandlungsbedarf
2.5. Angehörigenarbeit im Rahmen der psychosozialen Intervention
2.6. Psychoonkologische Basisleistungen
2.7. Methodische Ansätze des Handlungsfeldes
2.7.1. Entspannungsverfahren
2.7.2. Gruppentherapie
2.7.3. Einzeltherapie
2.7.4. Soziale Beratung
2.7.5. Case Management
2.7.6. Krisenintervention
2.7.7. Kreative Therapien
2.8. Nachsorge als Faktor für verbesserte Lebensqualität
2.9. Lebensqualität als Beurteilungskriterium für Behandlungserfolg
3. Das DRG-Fallpauschalensystem zur Finanzierung von Krankenhausleistungen
3.1. Einleitung
3.2. Begriffliche und inhaltliche Bestimmung der Diagnosis Related Groups (DRG)
3.3. Geschichtliche Entwicklung des DRG-Systems
3.3.1. HCFA – DRGs
3.3.2. AP-DRGs
3.3.3. APR-DRGs
3.3.4. AR-DRG
3.4. Das Deutsche DRG-System: G-DRG
3.4.1. Einleitende Begriffs- und Inhaltsbestimmung der G-DRGs
3.4.2. Gesetzliche Grundlagen des G-DRG-Systems
3.4.3. Grundlagen des G-DRG 2006
3.4.4. ICD-10-GM als Grundlage für die Kodierung von Diagnosen
3.4.5. Der OPS als Instrument der Kodierung von Leistungen am Patienten
3.4.6. Die Deutschen Kodierrichtlinien: DKR
3.4.7. Verschlüsselung von Diagnosen und Prozeduren
3.4.8. Finanzierung von Krankenhausleistungen durch die G-DRGs
3.4.8.1.Kalkulation
3.4.8.2. Preisbildung
3.4.9. Kritik am G-DRG
4. Psychosoziale Betreuung im Rahmen des DRG – Abrechnungssystems
4.1. Auswirkung der DRG-Vergütung auf die psychosoziale Versorgung der Patienten
4.2. DRG-Relevanz von psychosozialer Versorgung
4.3. Psychosoziale Betreuung im OPS-Katalog
4.3.1. Psychosoziale Intervention (9-401)
4.3.2. Sozialrechtliche Beratung (9-401.0)
4.3.3. Familien-, Paar- und Erziehungsberatung (9-401.1)
4.3.4. Nachsorgeorganisation (9-401.2)
4.3.5. Supportive Therapie (9-401.3)
4.3.6. Künstlerische Therapie (9-401.4)
4.3.7. Integrierte psychosoziale Komplexbehandlung (9-401.5)
4.4. Leitlinien zur Kodierung und Dokumentation psychosozialer Leistungen im OPS
4.4.1. Kodierung als Vorraussetzung zur Erlangung von DRG-Relevanz
4.4.2. Dokumentation psychosozialer Leistungen
4.4.3. Kodierung psychosozialer Leistungen
4.5. Psychosoziale Versorgung als Wettbewerbsfaktor im Dienstleistungsunternehmen Krankenhaus
5. Die praktische Umsetzung psychosozialer Betreuung in der aktuellen Krankenhausstruktur
5.1. Grundlagen für die Umsetzung psychosozialer Leistungen
5.1.1. Gesetzliche Grundlagen
5.1.2. Sozialpolitische Rahmenbedingungen für die Umsetzung
5.1.3. Qualitätssicherung als Grundlage für Effizienz
5.1.4. Integration psychosozialer Leistungen in den medizinischen Behandlungsprozess
5.2. Berufspolitische Aktivitäten zur Erfassung psychosozialer Leistungen im DRG-System
5.3. Bedarfs-Screening als Vorraussetzung für praktische Psychoonkologie
5.3.1.Notwendigkeit der Anwendung von Screeningverfahren
5.3.2. Patientenzugang zu psychosozialer Betreuung
5.3.3. Anforderungen an Screeninginstrumente
5.4. Einsatz von Screeninginstrumenten in der Praxis
5.4.1.Hornheider Screeninginstrumente zur Erfassung der Betreuungsbedürftigkeit
5.4.2. Psychoonkologische Basisdokumentation
5.5. Integrierte psychosoziale Betreuung am Beispiel von Brustzentren
5.6. Stellenwert professioneller SA im Rahmen der praktischen Umsetzung
5.6.1. Historische Entwicklung des Aufgabenfeldes
5.6.2. Zuständigkeit der SA im psychosozialen Betreuungsprozess
5.6.3. Aktuelle Finanzierungsgrundlage der Sozialen Arbeit im Krankenhaus
5.6.4. Bedeutung SA im psychosozialen Betreuungsprozess
6. Resümee
Die vorliegende Diplomarbeit untersucht die Auswirkungen des DRG-Fallpauschalensystems auf die psychosoziale Versorgung krebskranker Patienten im Akutkrankenhaus. Ziel der Arbeit ist es, aufzuzeigen, wie die Soziale Arbeit trotz der ökonomischen Restriktionen durch das DRG-System ihre professionelle Bedeutung wahren und ihre Leistungen wirksam in den Behandlungsprozess integrieren kann.
1.2.1. Psychosoziale Belastungsfaktoren
In der Literatur finden sich keine eindeutigen Aussagen bezüglich bestimmter Persönlichkeitsmerkmale und deren gesicherten Auswirkung auf die Entwicklung oder Heilung von Krebserkrankungen. Der Nachweiß existierender Folgen einer Krebserkrankung hingegen kann ungleich einfach erbracht werden.
Zahlreiche Belastungen körperlicher und seelischer Art, die infolge einer Krebserkrankung beim Betroffenen auftreten können, beeinträchtigen die Lebensqualität der Patienten gravierend. (vgl. Mehnert 2006 S. 229f) Gerade die Vielzahl von körperlichen, psychischen und sozialen Folgen, mit denen Krebspatienten im Verlauf ihrer Erkrankung und Behandlung konfrontiert sind, macht die Krankheit, neben ihrer Prognose und Therapie, zu einer starken Belastung. (vgl. Muthny 1993 S. 60ff) Die Angst an Krebs zu erkranken ist in der Bevölkerung nach wie vor hoch. Krebs, dass bedeutet Leid und stark verringerte Lebensqualität. Noch in den siebziger Jahren herrschte medizinische Unwissenheit im Umgang mit der Krankheit, was zur Folge hatte, dass in der Bevölkerung kaum Aufklärung betrieben wurde und somit wenig über Entstehung, Behandlung und Verlauf bekannt war. Dies führte dazu, dass erkrankte Menschen sich von der Öffentlichkeit zurückzogen und von ihrem Umfeld gleichwohl gemieden wurden. (vgl. Hartmann 1991 S.16) Die Angst, wie ein Aussätziger behandelt zu werden, lies erst in den letzten Jahren, dank der Entwicklung Öffentlichkeitsoffensiver Onkologischer Beratungsstellen und verbesserten Methoden der Früherkennung und der medizinischen Behandlung, nach. (Hartmann 1991 S.46; Mehnert 2006 S.229) Dennoch ist die Krankheit für die Mehrheit der Patienten auch heute noch mit lang anhaltenden Folgen physischer, psychischer und sozialer Natur verbunden.
1. Psychosoziale Aspekte der Krebserkrankung: Dieses Kapitel thematisiert die Entstehung von Krebs im psychosozialen Kontext und analysiert die vielfältigen Belastungen, denen Tumorpatienten während ihrer Erkrankung ausgesetzt sind.
2. Psychoonkologische Intervention als Aufgabengebiet Sozialer Arbeit: Hier werden Interventionsmöglichkeiten der Sozialen Arbeit sowie methodische Ansätze wie Beratung, Therapie und Krisenintervention detailliert vorgestellt.
3. Das DRG-Fallpauschalensystem zur Finanzierung von Krankenhausleistungen: Dieses Kapitel erläutert die Konzeption, historische Entwicklung und die Funktionsweise des deutschen DRG-Abrechnungssystems.
4. Psychosoziale Betreuung im Rahmen des DRG – Abrechnungssystems: Es wird die problematische Integration psychosozialer Leistungen in die DRG-Vergütung analysiert und die Möglichkeiten einer Kodierung nach OPS-Katalog aufgezeigt.
5. Die praktische Umsetzung psychosozialer Betreuung in der aktuellen Krankenhausstruktur: Dieser Teil beschreibt die praktische Arbeit, insbesondere durch Screeninginstrumente und die Netzwerkarbeit am Beispiel von Brustzentren.
6. Resümee: Das Resümee fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und betont die Notwendigkeit, psychosoziale Leistungen als festen Bestandteil in die klinische Versorgung zu integrieren.
Psychoonkologie, Soziale Arbeit, DRG-Fallpauschalensystem, Krebs, psychosoziale Belastung, Krankenhaus, OPS-Katalog, Kodierung, Krankheitsverarbeitung, Lebensqualität, Entlassungsmanagement, Qualitätssicherung, screening, Case Management, Brustzentren.
Die Arbeit befasst sich mit der psychosozialen Versorgung krebskranker Patienten unter den Bedingungen des DRG-Fallpauschalensystems in deutschen Krankenhäusern.
Zentrale Themen sind die psychosozialen Folgen einer Krebserkrankung, die Möglichkeiten der Unterstützung durch die Soziale Arbeit und die ökonomische Einordnung dieser Leistungen in das Abrechnungssystem.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie psychosoziale Betreuung trotz des hohen ökonomischen Drucks im DRG-System als notwendiger und qualitätssichernder Teil der Krankenhausbehandlung erhalten und durch korrekte Kodierung sichtbar gemacht werden kann.
Die Autorin nutzt eine umfassende Literaturanalyse sowie Erkenntnisse aus Evaluationsstudien und praxisbezogenen Leitfäden zur Dokumentation psychosozialer Leistungen.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Betrachtung von Krankheitsbelastungen, die Darstellung psychosozialer Interventionsmethoden sowie die detaillierte Analyse der DRG-Finanzierung und der praktischen Kodier- und Dokumentationspraxis.
Schlüsselbegriffe sind Psychoonkologie, Soziale Arbeit, DRG, psychosoziale Versorgung, Kodierung und Lebensqualität.
Screeninginstrumente helfen dabei, Patienten mit besonderem psychosozialem Betreuungsbedarf objektiv und frühzeitig zu identifizieren, um Ressourcen zielgerichtet einzusetzen und eine Chronifizierung von Beschwerden zu verhindern.
Das Case Management dient als integrative Methode zur Koordination komplexer Hilfeprozesse über die Grenzen der eigenen Profession hinaus, was insbesondere für die Entlassungsplanung und Nachsorge entscheidend ist.
Da psychosoziale Leistungen im aktuellen DRG-System oft nicht direkt vergütungsrelevant sind, besteht wenig ökonomischer Anreiz zur Dokumentation; dennoch ist sie für die Transparenz und künftige Anerkennung der Profession unerlässlich.
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