Examensarbeit, 2007
194 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung und allgemeine Problemstellung
1.1 Organisation und begriffliche Einordnung des Schulsports
1.2 Didaktische Konzepte des Schulsports
2. Die Perspektiven des Sports in der Schule
2.1 Die pädagogischen Perspektiven im Lehrplan Sport von Rheinland-Pfalz
2.2 Bedeutung der Perspektiven für den Sportunterricht
3. Theoretische Grundlagen zu Leisten, Leistung und Leistungsmotivation
3.1 Leisten
3.2 Leistung
3.2.1 Perspektiven des Leistungsbegriffs
3.2.2 Messen und Bewerten von Leistung
3.3 Leistungsmotiv und -motivation
3.3.1 Bedingungen leistungsmotivierten Handelns
3.3.2 Motivspezifische Komponenten
3.3.2.1 Hoffen auf Erfolg vs. Furcht vor Misserfolg
3.3.2.2 Kausalattribuierung
3.3.2.3 Die multithematischen Anreize
3.3.3 Das Prozessmodell der Leistungsmotivation
3.4 Der inhaltliche Zusammenhang zwischen Leisten, Leistung und Leistungsmotivation
4. Aktueller Stand der fachdidaktischen Diskussion bezüglich des Schulsports
4.1 Theoretische Aspekte
4.2 Empirischer Forschungsstand
4.3 SPRINT-Studie
4.3.1 Kernaussagen der SPRINT-Studie
4.3.2 Leisten, Leistung und Leistungsmotivation in der SPRINT-Studie
4.4 AOK-DSB-WIAD-Studie I und II
4.4.1 Kernaussagen der AOK-DSB-WIAD-Studien
4.4.2 Leisten, Leistung und Leistungsmotivation in den AOK-DSB-WIAD-Studien
4.5 Augsburger Studie zur Situation des Schulsports in Bayern
4.5.1 Kernaussagen der Augsburger Studie
4.5.2 Leisten, Leistung und Leistungsmotivation in der Augsburger Studie
4.6 Weitere Studien zur Situation des Schulsports
5. Beispiele zur Förderung der drei Konzepte
5.1 Bundesjugendspiele
5.2 Jugend trainiert für Olympia
5.3 Interventionen zur Leistungsmotivationsförderung
6. Eine empirische Pilotstudie: Qualitative Lehrerinterviews
6.1 Konkrete Problemstellung
6.2 Untersuchungsmethodik
6.3 Ergebnisse und Interpretation
7. Diskussion der Ergebnisse im Lichte der Konzepte, des Lehrplans und der Studien
8. Zusammenfassung und Ausblick: Perspektiven für den Schulsport
Die vorliegende Staatsexamensarbeit untersucht die Konzepte "Leisten", "Leistung" und "Leistungsmotivation" im Kontext des Schulsports unter Berücksichtigung didaktischer Konzepte, empirischer Forschungsergebnisse und des rheinland-pfälzischen Lehrplans.
1. Einleitung und allgemeine Problemstellung
Szene 1: Sportunterricht in einer 6. Klasse. Thema der Stunde: Springen am Kasten. Der Lehrer erklärt zu Beginn, dass es das Ziel sei, am Ende der Unterrichtsreihe eine Hocke zu springen. Die Jungen und Mädchen haben nun zuvor die Möglichkeit, im freien Üben an verschieden hohen Längs- und Querkästen, an Pferd und Bock, auf beliebige Art und Weise verschiedene Sprünge auszuprobieren: Aufhocken in den Stand oder in den Kniestand, Grätschsprünge, Durchhocken, etc. Kinder, die gerade nicht üben, beteiligen sich mit dem Lehrer beim Helfen und Sichern. Alle Kinder sind fleißig am Üben und probieren ständig neue und schwierigere Sprungformen an den unterschiedlichen Stationen aus. Lukas versucht sich zunächst am Aufhocken an einem mittelhohen Kasten. Doch auf Grund seiner körperlichen Vorraussetzungen hat er deutliche Schwierigkeiten auf den Kasten zu kommen. Nach wenigen Versuchen stellt er seine Bemühungen mit dem Kommentar ein: „Ich schaffe es ja sowieso nicht später eine Hocke zu springen, ich habe keine Lust mehr, Sport ist ja sowieso doof“, und setzt sich auf die Bank. Der Lehrer versucht ihn zu überreden doch weiter zu machen, und an einen tieferen Kasten zu gehen und es dort zu versuchen. Nur mit größter Mühe gelingt es ihm Lukas zum weiteren Üben zu bewegen. Doch schon bald stellt Lukas, obwohl er nun mittlerweile ein gutes Aufhocken schafft und vom Lehrer auch gelobt wird, auch hier fest: „Ich bin aber immer noch der schlechteste.“ Er bricht seine Versuche erneut ab, woraufhin der Lehrer ihn auffordert, doch etwas motivierter zu sein.
1. Einleitung und allgemeine Problemstellung: Einführung in die Thematik anhand von zwei Unterrichtsszenen und Darlegung der Zielsetzung der Arbeit.
2. Die Perspektiven des Sports in der Schule: Darstellung der pädagogischen Perspektiven nach Dietrich Kurz und deren Implementierung im Lehrplan Sport Rheinland-Pfalz.
3. Theoretische Grundlagen zu Leisten, Leistung und Leistungsmotivation: Definition und theoretische Herleitung der drei Kernbegriffe sowie deren inhaltlicher Zusammenhang.
4. Aktueller Stand der fachdidaktischen Diskussion bezüglich des Schulsports: Analyse aktueller Studien zum Schulsport und deren Berücksichtigung der Leistungs- und Motivationsaspekte.
5. Beispiele zur Förderung der drei Konzepte: Vorstellung konkreter Praxisbeispiele zur Förderung von Leistung und Motivation wie Bundesjugendspiele und Jugend trainiert für Olympia.
6. Eine empirische Pilotstudie: Qualitative Lehrerinterviews: Vorstellung der Methodik und Durchführung der Lehrerinterviews sowie Analyse und Interpretation der Ergebnisse.
7. Diskussion der Ergebnisse im Lichte der Konzepte, des Lehrplans und der Studien: Synthese der theoretischen Erkenntnisse mit den empirischen Daten und den Ergebnissen aus den Experteninterviews.
8. Zusammenfassung und Ausblick: Perspektiven für den Schulsport: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Entwicklung von Ausblicken für die weitere Forschung.
Schulsport, Leisten, Leistung, Leistungsmotivation, Sportpädagogik, Sportdidaktik, Lehrplan, Sportunterricht, Motivationsförderung, Empirische Forschung, Qualitative Interviews, Leistungsbeurteilung, Sportpsychologie, Handlungsfähigkeit, Bewegungspädagogik.
Die Arbeit analysiert die Konzepte von Leisten, Leistung und Leistungsmotivation im Kontext des Schulsports, wobei didaktische Grundlagen, aktuelle empirische Studien und die praktische Sicht von Sportlehrkräften einbezogen werden.
Die Themenfelder umfassen die theoretische Fundierung des Leistungsbegriffs, pädagogische Perspektiven in Lehrplänen, empirische Untersuchungen zur Schulsportsituation (wie die SPRINT-Studie) sowie die Förderung von Leistungsmotivation durch Sportlehrkräfte.
Ziel ist es, die Bedeutung der drei Konzepte für den Schulsport herauszustellen, ihren Einfluss auf den Unterricht zu untersuchen und deren inhaltlichen Zusammenhang zu klären.
Die Arbeit kombiniert eine umfassende Literaturrecherche, eine Analyse bestehender Lehrpläne (speziell Rheinland-Pfalz) und Studien sowie eine qualitative empirische Untersuchung durch Experteninterviews mit sechs Sportlehrkräften.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine Analyse des aktuellen Forschungsstandes (SPRINT, AOK-DSB-WIAD, Augsburger Studie), Beispiele für die Praxis (Wettbewerbe, Interventionen) und eine qualitative Pilotstudie.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Schulsport, Leistung, Leistungsmotivation, Sportpädagogik, Lehrplananalyse und Motivationsförderung.
Die Interviews zeigen, dass Lehrkräfte zwar objektivierbare Leistung messen, jedoch den "pädagogischen Freiraum" nutzen, um soziale Faktoren (Mitarbeit, Einsatz, Hilfsbereitschaft) in die Notenfindung einzubeziehen, wenngleich dies oft als subjektiv empfunden wird.
Die befragten Lehrkräfte betrachten viele wissenschaftliche Konzepte als "idealtypisch" oder praxisfern und greifen stattdessen auf eine Kombination aus intuitiven Ansätzen und eigenen, über Jahre entwickelten Unterrichtskonzepten zurück.
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