Diplomarbeit, 2006
227 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Das Fachgebiet gentechnisch veränderter Organismen
2.1. Ziele und Anwendungsbereiche der Gentechnik bei Pflanzen
2.1.1. Gesteigerte Resistenzen und Toleranz gegen umweltbedingte Stressfaktoren
2.1.2. Veränderungen an Lebensmittel-Inhaltsstoffen
2.1.3. Veränderung von Zierpflanzen
2.1.4. Rohstofferzeugung
2.1.5. Entgiftung und Sanierung von Böden
2.2. Methoden des Gentransfers
2.3. Geschichtliche Entwicklung der Gentechnik bei Pflanzen
2.4. Freisetzungen und kommerzieller Anbau
2.5. Risiken für Mensch und Umwelt
2.6. Problemlösungsstrategien
2.7. Rechtlicher Rahmen der Gentechnik bei Pflanzen
2.8. Ausblick
3. Terminologiewissenschaftliche Grundlagen
3.1. Grundbegriffe
3.2. Eindeutigkeit und Eineindeutigkeit
3.3. Deskriptive und normende Terminologiearbeit
3.4. Zur Frage der Äquivalenz
4. Terminologie der gentechnisch veränderten Organismen
4.1. Textkorpus und Vorgehensweise
4.2. Alphabetische Register
4.2.1. Alphabetisches Register Deutsch – Französisch
4.2.2. Alphabetisches Register Französisch – Deutsch
4.3. Glossar Deutsch – Französisch
5. Fachsprache und Gemeinsprache
5.1. Was ist Fachsprache?
5.2. Was ist Gemeinsprache?
5.3. Binnendifferenzierung von Fachsprache
5.4. Fachsprache und Gemeinsprache
6. Wissenschaftssprache
6.1. Makrostruktur
6.2. Darstellungsweise
6.3. Einfluss des Griechischen und Lateinischen
6.4. Einfluss des Englischen
7. Vermittlung wissenschaftlicher Zusammenhänge in populärwissenschaftlichen Texten
7.1. Erzählerische Darstellung
7.2. Metaphern
7.3. Veränderungen bei Stil und Syntax
7.4. Verringerte Menge und Dichte der wissenschaftlichen Information
7.5. Veranschaulichungsmaterial
8. Vermittlung von Fachtermini in populärwissenschaftlichen Texten
8.1. Erklärung der Termini durch explizite, eingehendere Definitionen
8.2. Erklärung der Termini durch kurze Definitionen
8.3. Implizite Erklärung der Termini
8.4. Umschreiben der Termini
8.5. Nichterklären der Termini
8.6. Sprachliche und wortspielerische Anknüpfung
8.7. Scheinverständlichkeit
9. Schlussbetrachtung
10. Bibliographie
10.1. Quelltexte
10.2. Nachschlagewerke und Internetquellen
10.3. Fachliteratur Gentechnik und fachspezifische Internetquellen
10.4. Fachliteratur Terminologiewissenschaft und Sprachwissenschaft
10.5. Populärwissenschaftliche Artikel
Die vorliegende Arbeit untersucht den Sprachgebrauch und die Vermittlungsstrategien von Fachbegriffen im Kontext gentechnisch veränderter Organismen (GVO) im Deutschen und Französischen. Ziel ist es, Übersetzern eine fundierte terminologische Grundlage zu bieten und aufzuzeigen, wie komplexe wissenschaftliche Inhalte adressatenadäquat für ein populärwissenschaftliches Publikum aufbereitet werden.
2.1.1. Gesteigerte Resistenzen und Toleranz gegen umweltbedingte Stressfaktoren
Herbizidresistenz
Die meisten transgenen Pflanzen sind Pflanzen mit Herbizidresistenz (Resistenz gegen Pflanzengift). Herbizidresistenz wird verliehen, damit gegen Unkraut gespritzt werden kann, ohne der Nutzpflanze zu schaden. Bei Herbiziden gibt es die Unterscheidung zwischen selektiven und nicht-selektiven Wirkstoffen. Nur die selektiven Wirkstoffe können zwischen Unkraut und Nutzpflanze unterscheiden. Ihre Entwicklung ist jedoch aufwändig und sehr kostspielig, da das Herbizid spezifisch auf die Pflanzenart abgestimmt sein muss. Ein Erfolg der Gentechnik ist daher, die Pflanze dem Herbizid-Wirkstoff anzupassen und nicht umgekehrt das Herbizid der Pflanze. Durch die Herbizidresistenz werden die Pflanzen dazu befähigt, den toxischen Stoff des Herbizids zu entgiften und daraufhin nicht wie die Unkräuter abzusterben. Auf diese Art und Weise können nicht-selektive Herbizide eingesetzt werden, ohne der Kulturpflanze zu schaden (vgl. Wenzel 2004/2005: 18). Der amerikanische Agrarkonzern Monsanto stellt sowohl das Saatgut als auch das entsprechende Gift Roundup her. Ein Problem besteht darin, dass mit der Zeit auch die Unkräuter gegen das Herbizid resistent werden und es daraufhin wieder mehr gespritzt werden muss (vgl. Laufmann 2005: 56).
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Themenfeld der Gentechnik ein, begründet die Relevanz für Übersetzer und skizziert den Aufbau der Untersuchung.
2. Das Fachgebiet gentechnisch veränderter Organismen: In diesem Kapitel werden grundlegende Anwendungsbereiche, Methoden und Risiken der Gentechnik bei Pflanzen sowie deren rechtlicher Rahmen dargestellt.
3. Terminologiewissenschaftliche Grundlagen: Dieser Abschnitt erläutert die theoretischen Basisbegriffe der Terminologiearbeit, wie Eindeutigkeit und Äquivalenz, als Vorbereitung auf das Glossar.
4. Terminologie der gentechnisch veränderten Organismen: Dieses Kapitel präsentiert das zentrale, zweisprachige Glossar (Deutsch-Französisch) sowie die methodische Vorgehensweise bei dessen Erstellung.
5. Fachsprache und Gemeinsprache: Hier werden die Unterschiede und Binnendifferenzierungen zwischen Fach- und Gemeinsprache untersucht, um die Grundlage für die spätere Analyse der populärwissenschaftlichen Texte zu schaffen.
6. Wissenschaftssprache: Dieser Teil befasst sich mit den Charakteristika der Wissenschaftssprache, einschließlich der Makrostruktur von Fachartikeln sowie sprachlichen Einflüssen.
7. Vermittlung wissenschaftlicher Zusammenhänge in populärwissenschaftlichen Texten: Hier werden narrative Strategien und Methoden zur vereinfachten Darstellung wissenschaftlicher Inhalte für Laien erläutert.
8. Vermittlung von Fachtermini in populärwissenschaftlichen Texten: Dieses Kapitel analysiert spezifische Techniken wie Definitionen, Umschreibungen und implizite Erklärungen, die in populärwissenschaftlichen Medien zur Vermittlung von Fachbegriffen eingesetzt werden.
9. Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und einem Ausblick auf den praktischen Nutzen sowie mögliche Erweiterungen für Übersetzer.
10. Bibliographie: Das Verzeichnis sämtlicher für die Arbeit herangezogener Quelltexte, Fachliteratur und Internetquellen.
Gentechnik, Pflanzenzüchtung, GVO, Terminologie, Übersetzung, Fachsprache, Wissenschaftssprache, Populärwissenschaft, Gentransfer, Resistenz, Glossar, Fachtermini, Risikobewertung, Sprachvergleich, Vermittlungsstrategien.
Die Diplomarbeit untersucht den Sprachgebrauch und die terminologischen Herausforderungen im Bereich der gentechnisch veränderten Organismen (GVO) beim Sprachenpaar Deutsch-Französisch.
Die Arbeit verknüpft biologische Fachgebiete der Gentechnik bei Pflanzen mit terminologiewissenschaftlichen Grundlagen und linguistischen Analysen zur Wissensvermittlung in Medien.
Ziel ist es, Übersetzer und Dolmetscher bei der fachgerechten Einarbeitung in das Themengebiet GVO zu unterstützen und Strategien aufzuzeigen, wie Fachtermini für ein Laienpublikum verständlich gemacht werden können.
Die Autorin stützt sich auf eine korpusbasierte Analyse von wissenschaftlichen Fachartikeln sowie populärwissenschaftlichen Zeitungs- und Zeitschriftenbeiträgen, aus denen ein zweisprachiges Fachglossar abgeleitet wurde.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fachliche Einführung in die Gentechnik bei Pflanzen, die terminologischen Grundlagen und eine detaillierte Analyse der Strategien, mit denen wissenschaftliche Zusammenhänge populärwissenschaftlich vermittelt werden.
Wichtige Begriffe sind Gentechnik, GVO, Terminologie, Fachübersetzung, Wissenschaftssprache, Wissensvermittlung und Glossar.
Das Glossar dient als praktische Arbeitsgrundlage für Fachübersetzer, um die Äquivalenz zwischen deutschen und französischen Fachtermini im Bereich der Gentechnik sicherzustellen.
Die Autorin stellt fest, dass im Französischen Begriffe oft aufgrund ihrer lateinischen Herkunft weniger als "fremd" wahrgenommen werden und daher seltener explizit erklärt werden als im Deutschen, wo häufiger auf muttersprachliche Dubletten zurückgegriffen wird.
Metaphern werden genutzt, um komplexe biologische Vorgänge anschaulicher zu machen, wobei die Autorin beobachtet, dass ähnliche Metaphern in beiden untersuchten Sprachen verwendet werden.
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