Diplomarbeit, 2006
94 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 TOURISMUS: AUSWEG ODER SACKGASSE?
1.2 METHODISCHE VORGEHENSWEISE
1.3 STAND DER WISSENSCHAFT
2 Hintergrund
2.1 TOURISMUS
2.2 ENTWICKLUNGSLÄNDER – ÄGYPTEN
2.3 DIE TOURISMUSINDUSTRIE ALS WACHSTUMSMARKT
2.3.1 Welttourismus
2.3.2 Entwicklungsländertourismus
2.3.3 Ägyptischer Tourismus
2.3.4 Wachstumsmodell nach Butler
3 Tourismus am Scheideweg: Der ELT zwischen Erwartungen und Problemen
3.1 ERWARTUNGEN
3.1.1 Entwicklungsländer in der Weltwirtschaft – Ägypten
3.1.2 Warum Tourismus?
3.2 ÖKONOMISCHE AUSWIRKUNGEN DES ELT – ÄGYPTEN
3.2.1 Volkswirtschaftliche Wachstumsimpulse
3.2.2 Erwirtschaftung von Devisen
3.2.3 Tourismus und Beschäftigung
3.2.4 Steuereinnahmen aus dem Tourismus
3.2.5 Regionale Entwicklungsimpulse
3.3 PROBLEME
3.3.1 Externe Effekte
3.3.1.1 Ökologische Auswirkungen – Ägypten
3.3.1.2 Soziokulturelle Auswirkungen – Ägypten
3.4 BEWERTUNG UNTER DEM KRITERIUM DER NACHHALTIGKEIT I
4 Tourismus als Marktsystem
4.1 DIE TOURISTISCHE NACHFRAGE
4.2 DAS TOURISTISCHE ANGEBOT
4.3 ZIELGEBIETE
4.4 BEWERTUNG UNTER DEM KRITERIUM DER NACHHALTIGKEIT II
5 Perspektiven: Tourismus verändert die Welt – verändert die Welt auch den Tourismus?
5.1 UMWELTBEWUSSTSEIN ALS CHANCE?
5.2 GENERAL AGREEMENT ON TRADE IN SERVICES (GATS)
6 Zusammenfassung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen der Tourismusförderung als wirtschaftlichem Hoffnungsträger für Entwicklungsländer und den damit einhergehenden ökologischen, sozialen und soziokulturellen Herausforderungen am Beispiel Ägyptens. Die zentrale Forschungsfrage lautet, ob der Tourismus für Ägypten tatsächlich einen nachhaltigen Ausweg aus der Unterentwicklung darstellt oder langfristig in eine wirtschaftliche und ökologische Sackgasse führt.
3.3.1.1 Ökologische Auswirkungen – Ägypten
Basis des touristischen Potentials ist in nicht wenigen Fällen eine intakte Umwelt. Um langfristig vom Tourismus profitieren zu können, ist es durchaus im Sinn der touristischen Anbieter sowohl in den IL als auch in den EL, dieses natürliche Potential zu bewahren. Es herrscht ein weitgehender Konsens, dass der vermeintliche Widerspruch zwischen Ökonomie und Ökologie für die Tourismusindustrie in anderer Art und Weise gilt, als dies in anderen Wirtschaftssektoren der Fall ist: Es gilt, den „Tourismus ökonomisch machbar und ökologisch verträglich zu gestalten.“ Die Grundproblematik im Bereich Tourismus und Umwelt ist damit erkannt, die Frage die es auch oder gerade hinsichtlich der Entwicklungen im ELT zu stellen gilt, ist die, ob ein verändertes Bewusstsein auch zu verändertem Handeln führt.
a) Flugverkehr
Erst die Liberalisierung des Flugverkehrs ermöglichte den Boom des ELT. Mit sinkenden Flugpreisen wurden Fernziele gegenüber Nahzielen oder dem Inland hinsichtlich des Preises konkurrenzfähig. Gründe für diesen Preisrückgang ist sowohl ein durch die Liberalisierungen erhöhter Konkurrenzkampf zwischen den Airlines, als auch die direkte und indirekte Subventionierung etwa von Flughäfen oder Kerosin. Im internationalen Flugverkehr wurden beträchtliche Überkapazitäten aufgebaut mit der Konsequenz, dass Kundenanteile meist nur über eine aggressive Preispolitik gehalten werden können.
Problem und Konsequenz dieser Entwicklung sind ein erhöhter Schadstoffausstoß und steigender Energiebedarf. Obwohl der Verbrauch pro Sitzplatz in den vergangenen 45 Jahren halbiert werden konnte, ist der absolute Energieverbrauch aufgrund der quantitativen Entwicklung im selben Zeitraum um das 25fache angestiegen.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Ambivalenz des Tourismus als wirtschaftlichen Katalysator versus seine negativen ökologischen Folgen und führt in die Problemstellung am Beispiel Ägyptens ein.
2 Hintergrund: Dieses Kapitel definiert den Tourismusbegriff und ordnet Ägypten als Entwicklungsland ein, bevor das globale Wachstum des Tourismusmarktes analysiert wird.
3 Tourismus am Scheideweg: Der ELT zwischen Erwartungen und Problemen: Hier werden die ökonomischen Erwartungen an den Tourismus in Entwicklungsländern den negativen externen Effekten gegenübergestellt, wobei der Fokus auf Ägypten liegt.
4 Tourismus als Marktsystem: Das Kapitel durchleuchtet die Funktionslogik der Tourismusindustrie, insbesondere die Nachfrage- und Angebotsstrukturen sowie die daraus resultierende Krisenanfälligkeit.
5 Perspektiven: Tourismus verändert die Welt – verändert die Welt auch den Tourismus?: Dieser Abschnitt diskutiert die Rolle des Umweltbewusstseins sowie den Einfluss internationaler Handelsabkommen (GATS) auf die nachhaltige Ausrichtung der Tourismusbranche.
6 Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit resümiert, dass der Tourismus für große Volkswirtschaften wie Ägypten eher eine Starthilfe als einen nachhaltigen Ausweg aus der Unterentwicklung bietet und weist auf die bestehende Reformnotwendigkeit hin.
Tourismus, Ägypten, Entwicklungsländer, Nachhaltigkeit, Tourismusindustrie, ökonomische Auswirkungen, Deviseneinnahmen, ökologische Belastung, soziale Auswirkungen, Marktsystem, Flugverkehr, GATS, Beschäftigung, Standortwettbewerb, Strukturentwicklung.
Die Arbeit analysiert die Ambivalenz des Tourismus in Entwicklungsländern, speziell in Ägypten, und hinterfragt, ob dieser als nachhaltiger Ausweg aus der Unterentwicklung dienen kann.
Die zentralen Themen sind das quantitative Wachstum des Tourismus, seine ökonomische Bedeutung für Entwicklungsländer, ökologische sowie soziokulturelle Probleme und die Frage nach langfristiger Nachhaltigkeit.
Das Ziel ist es, die ökonomischen Vorteile der Tourismusförderung gegen die damit verbundenen strukturellen und ökologischen Risiken abzuwägen und die Tragfähigkeit des touristischen Wachstumsmodells zu bewerten.
Die Arbeit nutzt eine systemtheoretische und ökonomische Analyse, kombiniert mit einer Fallstudie Ägyptens, um durch den Vergleich von Daten und Wirkungszusammenhängen Schlussfolgerungen abzuleiten.
Der Hauptteil behandelt die ökonomischen Wachstumsimpulse, den Devisenbeitrag, Beschäftigungseffekte sowie die ökologischen und sozialen Herausforderungen und die Marktsysteme der Tourismusbranche.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Tourismus, Ägypten, Nachhaltigkeit, Entwicklungsländer, ökonomische Effekte, externe Kosten, Marktsystem und Krisenanfälligkeit.
Ägypten dient als klassisches Beispiel für ein Entwicklungsland, das den Tourismus gezielt zur wirtschaftlichen Öffnung und Modernisierung nutzt, dabei aber mit ausgeprägten Problemen wie Abhängigkeit und Ressourcenknappheit kämpft.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass der Tourismus in Ägypten die Volkswirtschaft zwar stützt, aber strukturelle Reformen eher überdeckt und langfristig eher in eine ökologische und ökonomische Sackgasse führen könnte.
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