Diplomarbeit, 2006
130 Seiten, Note: 1,3
1. Einführung
2. Nationale Identität- Theoretische Grundlagen
2.1. Einführung
2.2. Identität
2.2.1. Identität- die umgangssprachliche Bedeutung
2.2.2. Identität in sozialgeschichtlicher Perspektive
2.2.3. Wissenschaftliche Theorie der Identität
2.2.3.1. Bewusstsein als Identität
2.2.3.3. Interaktionismus
2.2.3.4. Postmoderne Lebensverhältnisse
2.2.4. Systematisierung des Begriffes Identität
2.2.5. Zwischenfazit
2.3. Nation
2.3.1. Nation im umgangssprachlichen Verständnis
2.3.2. Nation in der sozialwissenschaftlichen Debatte. Entdeckte Nation vs. Konstruierte Nation
2.3.3. Nation in der sozialwissenschaftlichen Debatte. Historische Entwicklung
2.3.4. Nation in der sozialwissenschaftlichen Debatte. Staatsnation vs. Kulturnation
2.3.4. Matrix der Nationen
2.4. Nationale Identität- eine Form der kollektiven Identität
2.4.1. Abgrenzung von anderen Termini
2.4.2. Die Idee einer kollektive Identität
2.4.3. Vierfeldermatrix der kollektiven Identität
2.5. Identitätsverständnis der Studie
2.5.1. Analytische Dimensionen
2.6. Stand der Forschung
2.7. Fazit
3. Methodik
3.1. Stichprobe
3.1.1. Auswahl der Zeitungen
3.1.2. Auswahl der Artikel
3.1.3. Beschreibung des Datensatzes
3.2. Analyseverfahren
4. Vorstellung von Ergebnissen
4.1. Allgemeine Informationen
4.2. Beschreibung der einzelnen Analysedimensionen
4.2.1. Kontinuität vs. Differenz
4.2.1.1. Häufigkeiten
4.2.1.2. Kontinuität vor dem EU- Beitritt Polens
4.2.1.3. Kontinuität nach dem EU- Beitritt Polens
4.2.1.4. Differenz vor dem EU- Beitritt Polens
4.2.1.5. Differenz nach dem EU- Beitritt Polens
4.2.2. Konformität vs. Rebellion
4.2.2.1. Häufigkeiten
4.2.2.2. Konformität vor dem EU- Beitritt Polens
4.2.2.3. Konformität nach dem EU- Beitritt Polens
4.2.2.4. Rebellion vor dem EU- Beitritt Polens
4.2.2.5. Rebellion nach dem EU- Beitritt Polens
4.2.3. Staatsnation vs. Kulturnation
4.2.3.1. Häufigkeiten
4.2.3.2. Staatsnation vor dem EU- Beitritt
4.2.3.3. Staatsnation nach dem EU- Beitritt
4.2.3.4. Kulturnation vor dem EU- Beitritt Polens
4.2.3.5. Kulturnation nach dem EU-Beitritt Polens
4.2.4. Sicherheit vs. Bedrohung
4.2.4.1. Häufigkeiten
4.2.4.2. Sicherheit vor dem EU- Beitritt Polens
4.2.4.3. Sicherheit nach dem EU- Beitritt Polens
4.2.4.4. Bedrohung vor dem EU- Beitritt Polens
4.2.4.5. Bedrohung nach dem EU- Beitritt Polens
4.3. Gesamtzusammenfassung der Befunde
5. Schlussfolgerungen
5.1. Zusammenfassung und Diskussion
5.2. Methodenkritische Reflexion
5.3. Ausblick
Die Arbeit untersucht, ob durch die Integration in eine transnationale Organisation wie die Europäische Union ein Wandel des Identitätsdiskurses stattfindet, indem sie die Thematisierung der nationalen Identität Polens in der polnischen Presse analysiert.
2.2.3.1. Bewusstsein als Identität
Aus den drei im Duden vorgestellten Definitionen ist die zweite (Identität wird „[2] als Selbst erlebte innere Einheit der Person“ verstanden)26der für diese Arbeit nötigen soziologischen Definition am nächsten. Diese psychologische Betrachtungsweise zielt auf die Selbstwahrnehmung des Individuums. Wenn im psychologischen Bereich weitergeforscht wird, dann wird eine dem Identitätsproblematik nahe „Ich-Instanz“27 gefunden. Die Ich-Instanz stellt die analytischen Grundlagen für die Psychoanalyse dar. „Ich“ stellt bei Freud eine von den drei Persönlichkeitsinstanzen dar. „Eine Handlung des Ichs ist dann korrekt, wenn sie gleichzeitig den Anforderungen des Es, des Über- Ichs und der Realität genügt, also deren Ansprüche miteinender zu versöhnen weiß.“28 „Es“ stellt dabei die instinktive und triebhafte Bedürfnisse dar und das „Über Ich“ ist der „Inbegriff aller moralisch-hemmenden Kräfte, die während der Sozialisation durch Erziehung entwickelt wurden. Es handelt sich dabei um Normen des Verhaltens, die sich aus dem Ich und seiner Auseinandersetzung mit den Es Ansprüchen entwickeln und die auch als Inbegriff der »Verantwortung« bezeichnet werden können.“29 So ist der Begriff der Norm aufgetaucht, ein soziologischer Begriff „...für allgemein sozial gültige Regeln des Handelns“30. Aufnahme und allgemeine Annerkennung in der Soziologie hat der psychologische Begriff des „Ich“ erst mit der Einführung des Terminus „Ich Identität“31 gefunden. Dieser Begriff ist spezifisch für die psychoanalytisch orientierte Theorie der Persönlichkeit und der Persönlichkeitsbildung durch Sozialisation. „Er (Der Begriff der Ich- Identität, Anm. d. Verf.) umschreibt ein spezifisches Resultat der Vermittlung von Individuum und Gesellschaft“32 Durch den Psychoanalytiker Erikson ist der Begriff in der Soziologie erst anerkannt worden.
1. Einführung: Die Einleitung beleuchtet den Kontext der EU-Erweiterung 2004 und die damit verbundene Debatte über nationale Identität in Polen als Ausdruck sozialen Wandels.
2. Nationale Identität- Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erarbeitet wissenschaftliche Definitionen von Identität und Nation, um das Verständnis von nationaler Identität theoretisch zu rahmen.
3. Methodik: Der Autor beschreibt das Forschungsdesign, welches auf einer qualitativen Inhaltsanalyse mit Elementen der Grounded Theory basiert und eine Stichprobe von 378 Artikeln umfasst.
4. Vorstellung von Ergebnissen: Dieses Kapitel präsentiert die empirischen Befunde entlang der vier Dimensionen Kontinuität vs. Differenz, Konformität vs. Rebellion, Staatsnation vs. Kulturnation sowie Sicherheit vs. Bedrohung.
5. Schlussfolgerungen: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert den Wandel des Identitätsdiskurses sowie methodenkritische Aspekte und einen Ausblick auf künftige Forschung.
Nationale Identität, Europäische Union, Polens EU-Beitritt, Kollektive Identität, Presseanalyse, Staatsnation, Kulturnation, Soziologie, Sozialer Wandel, Identitätsdiskurs, Patriotismus, Integration, Politische Kommunikation, Grounded Theory.
Die Arbeit analysiert den Wandel des nationalen Identitätsdiskurses in Polen im Kontext der EU-Integration, basierend auf einer Untersuchung meinungsbildender Presseerzeugnisse.
Die Untersuchung deckt die theoretischen Konzepte von Identität und Nation ab und verknüpft diese mit der empirischen Beobachtung gesellschaftlicher Debatten über Souveränität, Patriotismus und europäische Integration.
Die Forschungsfrage lautet, ob im Zuge der Integration Polens in die EU ein messbarer Wandel des Identitätsdiskurses stattfindet und wie sich dieser äußert.
Es wurde eine qualitative Inhaltsanalyse mit Elementen der Grounded Theory angewendet, ergänzt durch deskriptive quantitative Auswertungen der Häufigkeiten bestimmter Codierungen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Herleitung der Identitätsbegriffe sowie eine systematische Präsentation der Ergebnisse entlang spezifischer Analysedimensionen.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie nationale Identität, EU-Integration, Identitätsdiskurs, Presseanalyse und soziologische Identitätstheorie charakterisieren.
Der Autor orientiert sich an der Dichotomie von Friedrich Meinecke: Während die Staatsnation auf politischer Geschichte und Verfassung basiert, stützt sich die Kulturnation auf gemeinsame Sprache, Literatur und Religion.
Die Analyse zeigt, dass eine "rebellische" Identitätskomponente in der polnischen Debatte stark präsent ist, insbesondere als Ausdruck historischer Erfahrungen und als Reaktionsmuster gegenüber politischen Autoritäten.
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