Diplomarbeit, 2005
93 Seiten, Note: 1,3
1. EINLEITUNG
2. BEGRIFFSKLÄRUNG
2.1 KULTUR
2.2 KULTURELLE IDENTITÄT
2.3 MULTIKULTURELLE GESELLSCHAFT
3. INTERKULTURELLES LERNEN
3.1 INTERKULTURELLES LERNEN ALS TEIL SOZIALEN LERNENS
3.2 DIE ENTSTEHUNG DER KONZEPTIONEN
3.3 ZWEI GRUNDRICHTUNGEN: BEGEGNUNGSPÄDAGOGIK UND KONFLIKTPÄDAGOGIK
3.3.1 UNIVERSALISMUS VS. RELATIVISMUS
3.3.2 ZUR ANNÄHERUNG AN EINE LÖSUNG DER UNIVERSALISUM-RELATIVISMUS-DEBATTE
3.4 DIE ZIELE INTERKULTURELLEN LERNENS
3.4.1 ENTDECKEN DES FREMDEN IM EIGENEN UND DES EIGENEN IM FREMDEN
3.4.1.1 DAS FREMDE
3.4.1.2 SELBSTBILD UND FREMDBILD
3.4.1.3 UMGANG MIT DEM FREMDEN
3.4.2 AUFGEKLÄRTER ETHNOZENTRISMUS
3.4.3 ERKENNEN VON VORURTEILEN UND STEREOTYPEN
3.4.3.1 WAS SIND VORURTEILE?
3.4.3.2 ERKLÄRUNGSANSÄTZE FÜR DIE ENTSTEHUNG VON VORURTEILEN
3.4.4 (INTERKULTURELLE) KOMMUNIKATIONSFÄHIGKEIT
3.4.4.1 KOMMUNIKATION ALS SOZIALE SITUATION
3.4.4.2 NONVERBALE KOMMUNIKATION
3.4.4.3 VERSTÄNDNISPROBLEME
3.4.4.4 METAKOMMUNIKATION
3.4.5 KONFLIKTFÄHIGKEIT
3.5 DIE GRENZEN INTERKULTURELLEN LERNENS
4. THEATER ALS INTERKULTURELLER LERNORT
4.1 THEATER
4.1.1 SPIEL UND REALITÄT
4.1.2 DER SYMBOLCHARAKTER DES THEATERS
4.2 THEATERPÄDAGOGIK IM SPANNUNGSFELD VON PÄDAGOGIK UND KUNST
4.2.1 THEATER UND PÄDAGOGIK: EINE POSITIVE DIALEKTIK?
4.2.2 THEATERPÄDAGOGIK ALS TEIL DER KULTURARBEIT
4.3 ERFAHRUNGSMÖGLICHKEITEN IN DER (INTERKULTURELLEN) THEATERARBEIT
4.3.1 THEATER ALS ÄSTHETISCHES ERFAHRUNGSFELD
4.3.1.1 ZUR BESTIMMUNG EINER „ÄSTHETISCHEN BILDUNG“
4.3.1.2 THEATERSPIEL ALS ÄSTHETISCHE PRAXIS
4.3.2 THEATER ALS (PSYCHO-)SOZIALES ERFAHRUNGSFELD
4.3.2.1 ERFAHRUNG DES SUBJEKTS MIT SICH SELBST
4.3.2.2 ERFAHRUNGEN DES SUBJEKTS MIT DER GRUPPE
4.3.2.3 ERFAHRUNGEN DES SUBJEKTS MIT SEINER LEBENSWELT
4.3.3 ZUSAMMENSPIEL DER DIMENSIONEN
4.4 ZUSAMMENFASSENDES: ÄSTHETISCHE ERFAHRUNGEN, (PSYCHO-)SOZIALE ERFAHRUNGEN UND INTERKULTURELLE LERNPROZESSE DURCH THEATERARBEIT
5. SCHLUßBEMERKUNGEN: ÜBERLEGUNG ZU EINER ÜBERTRAGBARKEIT DER ERGEBNISSE IN DIE THEATERPÄDAGOGISCHE PRAXIS
Die Arbeit untersucht, ob das Theater als Kommunikations- und Erfahrungsmedium einen Beitrag zum interkulturellen Lernen leisten kann. Dabei steht die pädagogische Arbeit mit LaienschauspielerInnen im Mittelpunkt, wobei insbesondere erforscht wird, wie ästhetische und (psycho-)soziale Erfahrungsprozesse interkulturelle Lernprozesse ermöglichen können.
3.4.1.1 Das Fremde
Janz (2001a) betont, daß Fremdsein ein Konstrukt der jeweiligen Gesellschaften und Epochen ist, in denen jemand / etwas als fremd angesehen wird (vgl. ders., S. 9). Fremd ist also immer das, was die Mehrheit als nicht zugehörig definiert. „Und es entsteht, soziologisch gesehen, durch Einschließung und Ausschließung“ (ebda.).
Was macht Fremdsein aus? Kurzenberger (1994) stellt fest, „daß das Fremdsein sich durch den Raum und die soziale Umgebung bestimmt und nicht durch sich selbst, daß Fremdsein also keine Eigenschaft, sondern eine Zuschreibung ist, die die am Konflikt Beteiligten wechselseitig vornehmen, vor allem aber, daß Fremdsein jeweils unterschiedlichen geographischen, sozialen und historischen Ort hat“ (S. 49f.).
1. EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der interkulturellen Gesellschaft und Vorstellung der Forschungsfrage bezüglich des Beitrags des Theaters zum interkulturellen Lernen.
2. BEGRIFFSKLÄRUNG: Definition zentraler Begriffe wie Kultur, kulturelle Identität und die kritische Auseinandersetzung mit dem Begriff der multikulturellen Gesellschaft.
3. INTERKULTURELLES LERNEN: Untersuchung der Grundlagen, Ziele und Konzepte interkulturellen Lernens sowie dessen Einordnung in das Soziale Lernen.
4. THEATER ALS INTERKULTURELLER LERNORT: Analyse des Theaters als spezifisches Medium, das durch ästhetische und psychosoziale Erfahrungsprozesse interkulturelle Lernziele unterstützen kann.
5. SCHLUßBEMERKUNGEN: ÜBERLEGUNG ZU EINER ÜBERTRAGBARKEIT DER ERGEBNISSE IN DIE THEATERPÄDAGOGISCHE PRAXIS: Reflexion über die Bedingungen und Grenzen der Übertragung der theoretischen Ergebnisse in die konkrete theaterpädagogische Arbeit.
Theaterpädagogik, Interkulturelles Lernen, Soziales Lernen, Kulturelle Identität, Multikulturelle Gesellschaft, Ästhetische Bildung, Kommunikation, Vorurteile, Stereotype, Ethnozentrismus, Rollenarbeit, LaienschauspielerInnen, Erfahrungsraum, Konfliktfähigkeit, Partizipation.
Die Arbeit untersucht das Potenzial von Theaterprojekten als Lernort für interkulturelle Erfahrungen und Dialoge in einer pluralistischen Gesellschaft.
Die Arbeit verknüpft interkulturelle Erziehungstheorien mit theaterpädagogischen Ansätzen, wobei insbesondere ästhetische und (psycho-)soziale Lernprozesse im Mittelpunkt stehen.
Das Hauptziel ist es, zu prüfen, ob und wie LaiendarstellerInnen durch die ästhetische Beschäftigung mit theatralem Material psychosoziale Lernprozesse durchlaufen, die interkulturelle Kompetenzen fördern können.
Es handelt sich um eine theoretische Reflexion, die verschiedene erziehungswissenschaftliche und theaterpädagogische Ansätze (z.B. nach Nieke, Weintz, Boal) synthetisiert und mit praktischen Erfahrungen der Verfasserin untermauert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Begriffsklärung, eine ausführliche Darlegung interkultureller Lernziele und eine tiefgehende Analyse von Theaterprojekten als ästhetische und psychosoziale Erfahrungsfelder.
Die Arbeit wird wesentlich geprägt durch Begriffe wie Interkulturalität, ästhetische Praxis, soziale Identität, Rollenarbeit, Kommunikation und Konfliktbewältigung.
Das Theater bietet einen geschützten „Als-ob-Raum“, in dem gesellschaftliche Konventionen temporär außer Kraft gesetzt werden können, was neue Perspektiven und ein angstfreieres Experimentieren ermöglicht.
Die Leitung ist entscheidend dafür, Konflikte und Differenzen als Lernchancen zu identifizieren und einen Raum für metakommunikative Prozesse zu schaffen, anstatt diese zu unterdrücken.
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