Diplomarbeit, 2002
88 Seiten, Note: 1,7
1. EINLEITUNG
2. DIFFERENZIERUNG DES AGGRESSIONS- UND GEWALTBEGRIFFES
2.1. Begriffsbestimmungen Aggression und Gewalt
2.2. Personale und strukturelle Gewalt
2.3. Erscheinungsformen
2.3.1. Innerfamiliäre Gewalt…
2.3.2. …und Jugendgruppengewalt
2.4. Ursachen
2.4.1. Soziologische Ansätze
2.4.1.1. Das Modell von Sozialstruktur und Anomie
2.4.1.2. Die Subkulturtheorien
2.4.2. Psychologische Ansätze
2.4.2.1. Die Theorien der angeborenen Aggression
2.4.2.2. Die Frustrations-Aggressions-Theorie
2.4.2.3. Die Theorie des sozialen Lernens
2.4.3. Schlussfolgerungen zu den Ursachen der Gewalt
3. DIE MEDIEN
3.1. Begriffsbestimmung Medien
3.2. Bestandsaufnahme zum Fernsehverhalten von Kindern
3.2.1. Die Fernsehnutzung von Kindern zwischen drei und dreizehn Jahren
3.2.2. Die kindliche Fernsehnutzung an verschiedenen Wochentagen
3.2.3. Die kindliche Fernsehnutzung zu verschiedenen Tageszeiten
3.2.4. Die kindliche Nutzung verschiedener Fernsehsender
3.2.5. Bevorzugte Inhalte kindlicher Fernsehnutzung
3.3. Bestandsaufnahme zu Gewaltdarstellungen im deutschen Fernsehen
3.3.1. Die Ergebnisse bezogen auf das Gesamtprogramm
3.3.2. Die Ergebnisse bezogen auf die einzelnen Sender
3.3.3. Die Ergebnisse bezogen auf die inhaltliche Struktur
3.3.4. Die Ergebnisse bezogen auf die unterschiedlichen Programmgenres
3.4. Schlussfolgerungen zum Fernsehverhalten und zu den Gewaltdarstellungen
3.5. Die Faszination Kinder und Jugendlicher an Fernsehgewalt
4. DIE MEDIENWIRKUNGSFORSCHUNG
4.1. Zur historischen Dimension der Diskussion um die Wirkung von Gewaltdarstellungen
4.2. Begriffsbestimmung Wirkung
4.3. Zur Entwicklung der Forschungsannahmen und der Forschungsstrategien
4.4. Methoden der Medienwirkungsforschung
4.4.1. Die Inhaltsanalyse
4.4.2. Das Experiment
4.4.3. Die Feldstudie
4.4.4. Die Metaanalyse
4.4.5. Multimodale Untersuchungen
4.5. Thesen zu Wirkung von Gewaltdarstellungen
4.5.1. Die Katharsisthese
4.5.2. Die Inhibitionsthese
4.5.3. Die Stimulationsthese
4.5.4. Die Habitualisierungsthese
4.5.5. Die Suggestionsthese
4.5.6. Die These der Wirkungslosigkeit
4.5.7. Die Theorie des sozialen Lernens
4.6. Schlussfolgerungen zur Medienwirkungsforschung
5. HABEN GEWALTAKTE VON KINDERN UND JUGENDLICHEN IHRE URSACHE IN GEWALTDARSTELLUNGEN?
5.1. Beispiele für Nachahmungstaten
5.2. Pro und Contra in der wissenschaftlichen Debatte
5.2.1. Pro
5.2.2. Contra
5.2.3. Fazit
5.3. Interventionsmöglichkeiten aus pädagogischer Sicht
5.3.1. Medienpädagogische Ansätze
5.3.2. Ansätze der Gewaltprävention
6. SCHLUSSFOLGERUNGEN UND AUSBLICK
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Rezeption von Gewaltdarstellungen in Film und Fernsehen und dem tatsächlichen Aggressionsverhalten von Kindern und Jugendlichen. Ziel ist es, die wissenschaftliche Debatte zu beleuchten und pädagogische Interventionsmöglichkeiten aufzuzeigen, ohne dabei monokausale Erklärungen vorwegzunehmen.
2.4.1.1. Das Modell von Sozialstruktur und Anomie
Die Vokabel „Anomie“ wurde erstmals 1893 von Durkheim zur „Erklärung sozialer Desintegrationserscheinungen im Gefolge der Arbeitsteilung“ publiziert. Der Begriff bezeichnet wörtlich übersetzt Regel- oder Normlosigkeit, wurde aber in unterschiedlichen soziologischen Publikationen verschieden interpretiert. In der Fortführung der Anomietheorie Durkheims betonte der amerikanische Soziologe Merton 1938 ausdrücklich die Anomie als gesellschaftliches Phänomen und bezog in der Konsequenz sozialstrukturelle Elemente in die Auseinandersetzung mit abweichendem Verhalten mit ein. Merton meint mit Anomie nicht die individuelle Normlosigkeit (diese bezeichnet er als Anomia), sondern versteht Anomie als gesellschaftlichen Zustand, der durch das Auseinanderklaffen allgemein verbindlicher Werte und Normen gekennzeichnet ist.
Ausgangspunkt für Mertons Anomietheorie ist die Tatsache, dass verschiedene Individuen aufgrund ihrer unterschiedlichen gesellschaftlichen Platzierung unterschiedliche Chancen haben, ihre persönlichen Ziele zu verwirklichen. Seine Frage hierbei ist nun, inwieweit die Bedingungen innerhalb einer Gesellschaft auf bestimmte Personen einen Druck ausüben, sich abweichend zu verhalten.
1. EINLEITUNG: Einführung in die Problematik und Vorstellung der zentralen Fragestellung bezüglich medialer Gewalteinflüsse.
2. DIFFERENZIERUNG DES AGGRESSIONS- UND GEWALTBEGRIFFES: Theoretische Abgrenzung der Begriffe sowie Erläuterung von Ursachen durch soziologische und psychologische Theorien.
3. DIE MEDIEN: Bestandsaufnahme zum Fernsehverhalten von Kindern und Analyse von Gewaltdarstellungen im deutschen Fernsehen.
4. DIE MEDIENWIRKUNGSFORSCHUNG: Historischer Rückblick, methodische Ansätze und Diskussion verschiedener Wirkungsthesen in der Forschung.
5. HABEN GEWALTAKTE VON KINDERN UND JUGENDLICHEN IHRE URSACHE IN GEWALTDARSTELLUNGEN?: Untersuchung konkreter Beispiele für Nachahmungstaten und kontroverse wissenschaftliche Debatten zu diesem Thema.
6. SCHLUSSFOLGERUNGEN UND AUSBLICK: Zusammenfassung der Ergebnisse und Forderung nach ganzheitlichen pädagogischen Präventionsstrategien.
Medienwirkungsforschung, Gewaltdarstellungen, Fernsehen, Aggressionsverhalten, Kinder, Jugendliche, Anomie, Sozialisation, Medienpädagogik, Gewaltprävention, Nachahmung, Medieneinfluss, Medienkompetenz, Verhaltensrepertoire, Familiäre Gewalt.
Die Arbeit untersucht, welchen Einfluss die mediale Darstellung von Gewalt – insbesondere in Film und Fernsehen – auf das Verhalten von Kindern und Jugendlichen ausübt.
Im Fokus stehen die Definition von Gewalt, soziologische und psychologische Erklärungsmodelle für abweichendes Verhalten, das tatsächliche Fernsehnutzungsverhalten der jungen Zielgruppe sowie die wissenschaftliche Debatte um Wirkungsannahmen.
Die Forschungsfrage zielt darauf ab, zu ergründen, ob ein direkter kausaler Zusammenhang zwischen Gewaltdarstellungen in Medien und realen Gewalthandlungen Jugendlicher besteht.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die verschiedene sozialwissenschaftliche Modelle, Studien (wie z.B. von Groebel, Gleich, Feierabend und Windgasse) und Theorien der Medienwirkungsforschung vergleicht und kritisch bewertet.
Neben der Begriffsbestimmung und Ursachenforschung werden der Status quo des Fernsehverhaltens, die historische Entwicklung der Medienwirkungsforschung sowie die Pro- und Contra-Argumente in der wissenschaftlichen Debatte detailliert diskutiert.
Medienwirkungsforschung, Gewaltdarstellungen, Aggressionsverhalten, Medienpädagogik, Jugendgewalt, Sozialisation und Präventionsansätze.
Die Familie wird als die primäre Instanz identifiziert, in der Kinder und Jugendliche soziale Normen und Verhaltensweisen erlernen. Gewalt im familiären Umfeld gilt laut Arbeit als wesentlicher Faktor, der die Anfälligkeit für spätere Gewaltanwendung erhöht.
Die Arbeit führt diese Faszination auf die Identifikation mit filmischen Figuren, das Bedürfnis nach stellvertretenden Erfahrungen in einer kontrollierten Umgebung und den Wunsch zurück, den Ohnmachtsgefühlen der Adoleszenzphase zu entfliehen.
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