Diplomarbeit, 2007
138 Seiten, Note: 1,3
Geowissenschaften / Geographie - Phys. Geogr., Geomorphologie, Umweltforschung
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
2. Politische und sozio-ökonomische Rahmenbedingungen
2.1 Entwicklung europäischer Umweltschutzpolitik
2.2 Umweltpolitik in Osteuropa
2.3 EU-Umweltpolitik in Osteuropa
2.4 Ursachen von Umweltproblemen
2.4.1 Ursachen des politischen Systems
2.4.2 Spezielle Entwicklung in Ungarn
3. Das Untersuchungsgebiet in der Übersicht
3.1 Ökologische Rahmenbedingungen der Theiß und ihres Einzugsgebietes
3.1.1 Physisch-geographische Eigenschaften der Theiß
3.1.2 Industrieanlagen im Einzugsgebiet der Theiß
3.1.3 Die Regulierung der Theiß
3.2 Kenntnisstand zum Zustand der Theiß und ihres Einzugsgebietes
3.2.1 Geschichte der Theiß-Forschung
3.2.2 Geschichte der Hochwasser
3.2.3 Bisherige Untersuchungen zur Wasserqualität der Theiß und ihrer Zuflüsse
3.3 Generelle Handlungsoptionen zur Flutprävention
4. Methodik, Datenquellen und ihre Herkunft und Arbeitsschritte
4.1 Labormethoden und Stoffinformationen
4.1.1 pH-Wert
4.1.2 Sauerstoff
4.1.3 Stickstoffverbindungen
4.1.4 Phosphorverbindungen
4.1.5 Biologischer Sauerstoffbedarf (BSB5)
4.1.6 Blei
4.2 Messstationen und Vorbereitungen
4.2.1 Messstationen
4.2.2 Vorbereitende Arbeitsschritte
4.3 Der Minnesota Map Server
5. Auswertung und Diskussion der Messergebnisse
5.1 Der pH-Wert im Jahresmittel
5.2 Die Sauerstoffsättigung im Jahresmittel
5.3 Veränderungen im Jahresgang des Gehalts an Stickstoffverbindungen
5.4 Jahresmittelwerte des Gehalts an Phosphorverbindungen
5.5 Entwicklung des Biologischen Sauerstoffbedarfs (BSB5)
5.6 Jahresgang der Bleikonzentrationen im Theißwasser
5.7 Problematik des Schadstoffimports
5.8 Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse
6. Umsetzung der Ergebnisse im GIS und MMS
7. Schlussbetrachtung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die zeitliche Dynamik der Wasserqualität des Flusses Theiß in Ungarn über einen Zeitraum von etwa 20 Jahren, um Auswirkungen politischer Wandel und EU-Beitrittsbestrebungen zu evaluieren sowie Zusammenhänge zwischen Hochwasserereignissen und der Gewässerbelastung zu analysieren.
3.1.2 Industrieanlagen im Einzugsgebiet der Theiß
An dem Fluss Theiß und seinen Zuflüssen befinden sich nur einige Fabriken, die direkt oder indirekt ihr Abwasser in umliegende Kanäle, Flüsse oder direkt in die Theiß einleiten. Das Europäische Schadstoffemissionsregister, der EPER Report der Europäischen Umweltagentur EEA (abzurufen unter http://www.eper.cec.eu.int/), zielt auf eine umfassende Auflistung aller Industrieanlagen, die Emissionen abgeben. Bisher sind zehn Fabriken in Ungarn in dieser Liste zu finden, die in der Nähe der Theiß oder ihrer Zuflüsse liegen. Eine Zuckerfabrik in Szolnok ist der bedeutendste Emittent der Theiß und wird in Kapitel 3.2.3 noch genauer behandelt. Des Weiteren finden sich in dieser Industriestadt, etwa an der Hälfte des Theißlaufes gelegen, drei weitere Fabriken (vgl. Anhang C). Zum einen eine Fabrik zur Metallverarbeitung, die v. A. Stickstoffverbindungen, aber auch geringe Mengen an Schwermetallen und Fluoriden ins Wasser einleitet. Die zweite Anlage stellt Papier her und setzt Abwasser mit vergleichsweise hohem Gehalt an organischen Kohlenstoffverbindungen frei. Die dritte Anlage in Szolnok produziert Düngemittel, wobei Nährstoffe und Schwermetalle freigesetzt werden.
Im Bereich des Kanals Hortóbágy, der in den Fluss Körös mündet, finden sich in der Stadt Debrecen ein Arzneimittelhersteller mit Emissionen von u. A. Schwermetallen und organsichem Kohlenstoff, eine Fleisch- und eine Gemüseverarbeitende Fabrik, die geringe Mengen an Schwermetallen in die Kanalisation einleiten. In der Nähe von Debrecen in Kaba befindet sich eine weitere Arzneimittelfabrik. Im oberen Bereich des Einzugsgebiet am Fluss Sajó bei Miskolc liegt Kazincbarcika mit einer Fabrik, die Kunststoffe herstellt. Vor allem organischer Kohlenstoff wird hier eingeleitet. In der selben Region liegt Sajóbábony, das eine Sondermülldeponie mit Emissionen von Phenolen und Cadmium besitzt.
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Problematik der Umweltqualität in Osteuropa dar und definiert das Ziel der Arbeit, die Wasserqualität der Theiß unter Berücksichtigung politischer Veränderungen und Hochwasserereignisse zu bewerten.
2. Politische und sozio-ökonomische Rahmenbedingungen: Dieses Kapitel erläutert die Entwicklung der europäischen Umweltschutzpolitik und die spezifischen Herausforderungen des sozialistischen Systems in Osteuropa sowie die Transformationsprozesse in Ungarn.
3. Das Untersuchungsgebiet in der Übersicht: Hier werden die ökologischen Rahmenbedingungen, die Industriebelastungen und die Historie der Hochwasser sowie der Theiß-Forschung im Einzugsgebiet detailliert beschrieben.
4. Methodik, Datenquellen und ihre Herkunft und Arbeitsschritte: Dieses Kapitel beschreibt die verwendeten Labormethoden zur Bestimmung von sechs Wasserqualitätsparametern, die Datenherkunft sowie die technische Umsetzung der Ergebnisse mittels GIS und dem Minnesota Map Server.
5. Auswertung und Diskussion der Messergebnisse: Dieser zentrale Teil der Arbeit analysiert die Trends der Wasserqualitätsparameter (pH-Wert, Sauerstoff, Stickstoff, Phosphor, BSB5, Blei) im Zeitverlauf und diskutiert deren Korrelation mit Hochwasserereignissen sowie die Problematik des Schadstoffimports.
6. Umsetzung der Ergebnisse im GIS und MMS: Dieses Kapitel beschreibt die technische Integration der erhobenen Umweltdaten in eine webbasierte GIS-Anwendung unter Nutzung des Minnesota Map Servers.
7. Schlussbetrachtung und Ausblick: Diese Zusammenfassung bewertet die generelle Verbesserung der Wasserqualität der Theiß und reflektiert die Rolle von Hochwasserereignissen und grenzüberschreitenden Umwelteinflüssen.
Theiß, Ungarn, Wasserqualität, Hochwasser, GIS, Minnesota Map Server, Umweltschutz, EU-Umweltrichtlinien, Schadstoffimport, industrielle Belastung, Stickstoff, Phosphor, BSB5, Blei, Gewässermonitoring
Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung der Wasserqualität der Theiß in Ungarn im Zeitraum von 1987 bis 2004 unter Berücksichtigung von politischen Systemveränderungen, EU-Beitrittsprozessen und den Auswirkungen von Hochwasserereignissen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der Gewässerbelastung durch verschiedene Parameter, der Rolle von industriellen Einleitungen, dem grenzüberschreitenden Schadstoffimport aus Nachbarländern und der Implementierung von GIS-basierten Monitoring-Lösungen.
Das Ziel ist es, die Entwicklung der Wasserqualität der Theiß über zwei Jahrzehnte hinweg zu bewerten und zu prüfen, inwieweit politische Transformationen und Hochwasserereignisse diese Entwicklung beeinflusst haben.
Die Untersuchung basiert auf der Auswertung von Langzeit-Messdaten internationaler Institute (wie VITUKI und EEA), der Anwendung statistischer Korrelationsanalysen sowie der GIS-basierten Visualisierung und Einbindung in eine Internetanwendung.
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Auswertung der Parameter pH-Wert, Sauerstoffsättigung, Stickstoff- und Phosphorgehalt, BSB5 sowie Bleikonzentrationen in verschiedenen Flussabschnitten und diskutiert diese im Kontext von Industrieunfällen und Hochwasserereignissen.
Zentrale Begriffe sind Theiß, Wasserqualität, Hochwasser, GIS, Umweltschutz, EU-Richtlinien, Schadstoffimport und Monitoring.
Entgegen der ursprünglichen Vermutung zeigen die Daten, dass Hochwasserereignisse nach Korrelationsanalysen nur eine geringfügige Rolle bei der Beeinflussung der untersuchten Wasserqualitätsparameter spielen.
Die Theiß weist über den betrachteten Zeitraum eine überraschend gute Wasserqualität auf, wobei die meisten Parameter eine positive Tendenz hin zu „gut“ oder „sehr gut“ zeigen, was maßgeblich durch verbesserte Umweltgesetzgebung und wirtschaftliche Transformationen begünstigt wurde.
Der Schadstoffimport, insbesondere aus rumänischen Bergwerken und Industriebetrieben, stellt ein andauerndes Problem dar, das die Wasserqualität der Zuflüsse stark beeinträchtigt, wobei der Fluss selbst eine gewisse Selbstreinigungskraft aufweist.
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