Examensarbeit, 2006
57 Seiten, Note: 2,0
1. Problematisierung des Themas
2. Begriffsdefinition Leistung
2.1. Etymologisierte Betrachtung
2.2. Leistungsverständnis im Sport
2.3. Leistungsbegriff im Schulsport
2.4. Fazit
3. Stellenwert von Leistung in der Leichtathletik
3.1. Einblick in die Entwicklungsgeschichte der Leichtathletik
3.2. Leistung in der Leichtathletik
3.3. Zur Leistung in der schulische Leichtathletik
4. Leistung in der Schule von heute
4.1. Erzieherische Funktion von Leistung
4.2. Physiologische Begründung für eine Leistungsforderung
4.3. Voraussetzungen für einen Leistungsvollzug
4.4. Analyse des Leistungsaspekts in den gesetzlichen Vorgaben des Schulsports
4.4.1. Grundsätze und Bestimmungen des Schulsports
4.4.2. Rahmenrichtlinien für die schulische Leichtathletik
5. Leistungsvergleich in der Leichtathletik
5.1. Zum Leistungsvergleich in der Leichtathletik
5.2. Der Leistungsvergleich in der schulischen Leichtathletik
5.3. Besonderheiten des Leistungsvergleichs in der schulischen Leichtathletik
6. Empfehlungen für eine schülergerechte Erfahrbarkeit von Leistung und Leistungsvergleich in der schulischen Leichtathletik
6.1. Ansprüche an den schulischen Leichtathletikunterricht
6.2. Zur Rolle der Sportlehrkraft in der schulische Leichathletik
6.3. Leichtathletik stufenspezifisch unterrichten
6.4. Unterrichtsbeispiele für leichtathletische Leistungsvergleiche
7. Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsverhältnis zwischen dem Leistungsbegriff in der wettkampforientierten Leichtathletik und den pädagogischen Anforderungen im schulischen Sportunterricht, um Ansätze für eine schülergerechte Leistungsvermittlung zu entwickeln.
2. Begriffsdefinition Leistung
Bereits mehrfach wurde das Wort Leistung etymologisch betrachtet und es besteht eine weitgehende Übereinstimmung hinsichtlich der Ableitung des Begriffs. Dennoch entstanden verschiedene Interpretationen. Von der Herkunft des Wortes Leistung allein kann nicht direkt auf eine allgemeine Bedeutung geschlossen werden, ist die Aussage von Gaude und Teschner (1971) sowie von Ziegenspeck (1973). Die genannten Autoren verweisen auf die „semantische Mehrdeutigkeit“ (Gaude & Teschner 1971, 1; Ziegenspeck 1973, 13) des Wortes, dessen Ursprung sowohl in dem gotischen „laistjan“ (= folgen, nachfolgen) als auch in der indogermanischen Wurzel „lis“ (= gehen) und in dem gotischen „lais“ (= ich weiß) zu suchen ist.
Baumann deutet den Begriff Leistung aus etymologischer Sicht demnach als Ausführung einer Tätigkeit bzw. Handlung, wobei er den Begriff zum Zeitpunkt seiner Textverfassung im Jahr 1981 als Resultat und Erfolg von Arbeit definiert. Baumanns Aussage unterstreicht den Wandel der Bedeutung des Wortes Leistung im Laufe der Geschichte. Dies wird in der Untersuchung zum pädagogischen Problem der Leistung von Furck (1972), der von einem „Bedeutungswandel“ (Furck 1972, 19) des Begriffs Leistung spricht, bestätigt.
In der Literatur werden derzeit zwei verschiedene Grundauffassungen des Leistungsbegriffs diskutiert. Unterschieden wird zwischen dem produktorientierten bzw. statischen und dem prozessorientierten bzw. dynamischen Leistungsbegriff. Tillmann und Vollstädt (1999) beschreiben dieses als „doppeltes Leistungsverständnis“ (Tillmann & Vollstädt 1999, 4).
1. Problematisierung des Themas: Die Autorin legt ihre Motivation dar, Diskrepanzen zwischen dem Leistungsverständnis im Sportverein und im Schulsport zu untersuchen.
2. Begriffsdefinition Leistung: Es wird zwischen produktorientierter und prozessorientierter Leistung unterschieden, wobei für die Schule die Prozessorientierung als zentral identifiziert wird.
3. Stellenwert von Leistung in der Leichtathletik: Das Kapitel beleuchtet den historischen Hintergrund der Sportart und betont die starke Wettkampforientierung als Kernmerkmal.
4. Leistung in der Schule von heute: Die Leistungsforderung im Sportunterricht wird durch erzieherische und physiologische Funktionen legitimiert und anhand gesetzlicher Vorgaben in Niedersachsen analysiert.
5. Leistungsvergleich in der Leichtathletik: Verschiedene Bezugsnormen (wettkampforientiert, sozial, individuell, normorientiert, sachorientiert) werden auf ihre Übertragbarkeit in den Schulsport geprüft.
6. Empfehlungen für eine schülergerechte Erfahrbarkeit von Leistung und Leistungsvergleich in der schulischen Leichtathletik: Die Autorin leitet konkrete Regeln für die Unterrichtspraxis ab, um Schülerinnen und Schüler individuell zu fördern und Motivation zu sichern.
7. Zusammenfassung: Die Arbeit fasst die wichtigsten Ergebnisse zur Notwendigkeit eines pädagogisch gefilterten Leistungsbegriffs im schulischen Leichtathletikunterricht zusammen.
Leistung, Leistungsvergleich, Schulsport, Leichtathletik, Prozessorientierung, Produktorientierung, Bezugsnorm, Sportpädagogik, Motivationsförderung, Leistungsbewertung, Sportunterricht, Niedersachsen, Gymnasiale Schulform, Individuelle Förderung
Die Arbeit analysiert, wie das Thema Leistung und Leistungsvergleich im Sportunterricht der Schule – konkret am Beispiel der Leichtathletik – pädagogisch sinnvoll und motivierend umgesetzt werden kann.
Die Arbeit behandelt die Begriffsdefinition von Leistung, die Rolle der Sportlehrkraft, die Analyse gesetzlicher Rahmenrichtlinien und die Anwendung verschiedener Bezugsnormen im Leichtathletikunterricht.
Das Hauptziel ist es, einen Weg zu finden, wie Schülerinnen und Schüler positive Leistungserfahrungen in einer Sportart sammeln können, die traditionell stark durch objektive Leistungsmessung und Wettkampf geprägt ist.
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die auf der Analyse sportpädagogischer Literatur und fachdidaktischer Konzepte basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Grundlegung (Leistungsbegriffe), die Analyse der schulischen Bedingungen, den Vergleich verschiedener Bezugsnormen und die Formulierung praktischer Empfehlungen für den Unterricht.
Leistung, Schulsport, Leichtathletik, Prozessorientierung, Bezugsnormen, individuelle Förderung und Motivation.
Im Vereinssport steht oft das objektive Resultat (Produkt) im Vordergrund, während die Schule einen Erziehungsauftrag hat, der die individuelle Persönlichkeitsentwicklung, Chancengleichheit und den Umgang mit Misserfolgen priorisiert.
Sie ist entscheidend, um auch leistungsschwächeren Schülerinnen und Schülern durch den Vergleich mit ihrem eigenen Fortschritt motivierende Erfolgserlebnisse zu ermöglichen, anstatt sie nur am Leistungsniveau der Klassenkameraden zu messen.
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