Masterarbeit, 2019
86 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Gang der Untersuchung
2 Das Lebensversicherungsgeschäft und dessen Herausforderungen
2.1 Das Geschäftsmodell der Lebensversicherung
2.1.1 Leistungsumfang
2.1.2 Das Kalkulationsprinzip in der Lebensversicherung
2.2 Regulatorische Rahmenbedingungen
2.2.1 Grundlagen von Solvency II
2.2.2 Die Kapitalanlagepolitik unter Solvency II
2.3 Kapitalanlagestruktur ausgewählter Lebensversicherer im Jahr 2016 und 2017
2.4 Herausforderungen des aktuellen Marktumfelds
3 Asset-Liability-Management als Instrument zur Überwindung der Herausforderungen in der Lebensversicherungswirtschaft
3.1 Definition des Asset-Liability-Managements
3.2 Notwendigkeit des Asset-Liability-Managements im aktuellen Marktumfeld
3.3 Konzeption des Asset-Liability-Managements
3.4 Systematik der Methoden eines Asset-Liability-Managements in der Lebensversicherung
3.5 Methoden des Asset-Liability-Managements in der Lebensversicherung
3.5.1 Immunisierungsstrategien
3.5.2 Optimierungsstrategien
3.5.3 Unternehmenssimulationen
3.6 Kritische Würdigung des Asset-Liability-Managements im Hinblick auf die aktuellen Herausforderungen in der Lebensversicherungswirtschaft
3.6.1 Wertung der Matching-Strategien
3.6.2 Ergebnisse der Optimierungsstrategien
3.6.3 Eignung der Unternehmenssimulationen
4 Zusammenfassung und Ausblick
Diese Masterarbeit analysiert die Herausforderungen für die Lebensversicherungsbranche im Kontext des aktuellen Niedrigzinsumfelds und der neuen regulatorischen Anforderungen durch Solvency II. Das primäre Ziel der Untersuchung ist es, das Asset-Liability-Management (ALM) auf seine Eignung hin zu prüfen, um diese Problematiken in der Lebensversicherungswirtschaft zu bewältigen.
2.1.2 Das Kalkulationsprinzip in der Lebensversicherung
Das traditionelle Geschäftsmodell folgt bei der Prämienkalkulation dem versicherungstechnischen (vt.) Äquivalenzprinzip, nach dem zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses der Barwert der erwarteten Prämienzahlungen des VN dem Barwert der erwarteten Leistungszahlungen des Versicherers entspricht. Die sich hieraus ergebenden Nettobeiträge des VN sind während der ganzen Laufzeit konstant und können aufgrund geänderter Verhältnisse nicht angepasst werden. Durch Letzteres und infolge der langen Laufzeiten, müssen die Rechnungsgrundlagen besonders in der Lebensversicherung äußerst vorsichtig gewählt werden. Dementsprechend beinhalten die für die Beitragskalkulation verwendeten Rechnungsgrundlagen erster Ordnung gemäß dem Vorsichtsprinzip hohe Sicherheitszuschläge. Demgegenüber stehen die Rechnungsgrundlagen zweiter Ordnung, die die tatsächlich beobachteten bzw. erwirtschafteten Rechnungsgrößen widerspiegeln. Die Differenz aus den beiden Rechnungsgrundlagen spielt eine große Rolle bei der Ermittlung der Überschüsse eines Versicherungsunternehmens. Generell bilden folgende Größen bei der Beitragsberechnung die Rechnungsgrundlagen: Kalkulationssatz, Sterbe- bzw. Überlebenswahrscheinlichkeiten, Stornowahrscheinlichkeiten und Kostenaufschläge.
Im Falle einer gemischten Todesfall- und Erlebensfallversicherung setzt sich der gezahlte Beitrag wegen des kombinierten Versicherungs- und Sparvorgangs aus einem Risiko- und einem zusätzlichen Sparanteil zusammen. Die erste Komponente, der Risikoanteil, kennzeichnet sich durch eine am natürlichen Lebensprozess anknüpfende steigende Prämie und einer konstanten Tarifprämie aus. Somit fällt in den ersten Versicherungsjahren die gezahlte Tarifprämie verhältnismäßig zu dem entsprechenden Risiko, hoch aus. Während dieser Phase bildet das LVU in Höhe des übersteigenden Anteils das Deckungskapital, das akkumuliert verzinst wird. In den späteren Versicherungsjahren kippt dieses Verhältnis und die gezahlte Prämie ist unter Risikogesichtspunkten nicht mehr ausreichend, sodass das angesparte Kapital wieder verzehrt wird. Zu der zweiten Komponente des regelmäßigen Beitrags zählt der Sparanteil. Dieser stellt den dominierenden Teil der Nettoprämie dar und wird während der Laufzeit verzinslich angesammelt, um am Ende der Vertragsdauer die vorher vereinbarte Versicherungssumme zu finanzieren.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Herausforderungen durch das Niedrigzinsumfeld sowie die Auswirkungen der Solvency II-Regulierung und definiert das Ziel der Arbeit.
2 Das Lebensversicherungsgeschäft und dessen Herausforderungen: Dieses Kapitel erläutert das Geschäftsmodell der Lebensversicherung, die Grundlagen von Solvency II sowie die Kapitalanlagestruktur und aktuelle Marktherausforderungen.
3 Asset-Liability-Management als Instrument zur Überwindung der Herausforderungen in der Lebensversicherungswirtschaft: Der Hauptteil definiert und konzipiert das Asset-Liability-Management und bewertet systematisch dessen Methoden wie Immunisierungsstrategien, Optimierungsansätze und Unternehmenssimulationen.
4 Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse hinsichtlich der Eignung des ALM zur Bewältigung der aktuellen Branchenthematik zusammen und gibt einen Ausblick.
Lebensversicherung, Solvency II, Asset-Liability-Management, ALM, Niedrigzinsumfeld, Kapitalanlagepolitik, Risikomanagement, Solvenzkapital, Solvency Capital Requirement, SCR, Immunisierungsstrategien, Cashflow-Matching, Duration-Matching, Unternehmenssimulationen, Deckungskapital.
Die Arbeit untersucht, wie Lebensversicherungsunternehmen im aktuellen Marktumfeld, das von niedrigen Zinsen und der Regulierung durch Solvency II geprägt ist, ihre Kapitalanlagen und Verbindlichkeiten steuern können.
Die Arbeit behandelt schwerpunktmäßig die Geschäftsmodell-Grundlagen der Lebensversicherung, die regulatorischen Anforderungen von Solvency II und die verschiedenen Methoden des Asset-Liability-Managements (ALM).
Das primäre Ziel ist es, zu analysieren, ob und wie das Instrument des Asset-Liability-Managements dazu geeignet ist, die durch das Marktumfeld und die Regulierung verursachten Herausforderungen für Lebensversicherer zu bewältigen.
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse sowie eine empirische Betrachtung der Kapitalanlagestrukturen von fünf großen deutschen Lebensversicherern in den Jahren 2016 und 2017, um die theoretischen ALM-Methoden in die Praxis einzuordnen.
Im Hauptteil werden das Konzept des ALM sowie konkrete Steuerungsinstrumente wie Cashflow-Matching, Duration-Matching, die Portfoliooptimierung nach Markowitz bzw. Leibowitz und komplexe Unternehmenssimulationen im Detail analysiert.
Zu den zentralen Begriffen zählen insbesondere Solvency II, Asset-Liability-Management, Niedrigzinsumfeld, Solvenzkapital (SCR) und diverse Matching- bzw. Optimierungsstrategien.
Solvency II erzwingt durch die marktwertorientierte Bewertung und die damit verbundenen SCR-Anforderungen für Marktrisiken eine stärkere Ausrichtung auf fristenkongruente Kapitalanlagen, was die Versicherer in ihrem Risikomanagement vor neue Anforderungen stellt.
Das Duration-Matching hilft den Versicherern, die Sensitivität ihrer Bilanz gegenüber Zinsänderungsrisiken zu verringern, was besonders wichtig ist, um die langfristigen Garantieverpflichtungen trotz des lang anhaltenden Niedrigzinsumfelds erfüllen zu können.
Unternehmenssimulationen werden im Rahmen des ORSA-Prozesses genutzt, um die Risikoposition eines Versicherers unter verschiedenen Szenarien ganzheitlich abzubilden und so frühzeitig Handlungsalternativen zu identifizieren.
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