Examensarbeit, 2019
82 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1 Motivation zur Wahl des Themas
1.2 Überlegungen, Fragestellung und Zielsetzung
1.3 Aufbau der Arbeit
2. Der Begriff Mutismus
2.1 Definitionen
2.1.1 totaler Mutismus
2.1.2 selektiver Mutismus
3. Diagnostik
3.1 Diagnostische Kriterien
3.2 Komorbidität und Verlauf
3.3 Ausschlusskriterien
3.4 Diagnostische Grundlagen
3.5 Epidemiologie
3.6 Ätiologie
4. Therapeutische Ansätze
4.1 Psychotherapeutische Ansätze
4.2 Psychiatrische Ansätze
4.3 Sprachtherapeutische Ansätze
4.3.1 SYMUT (Konzept der systemischen Mutismustherapie)
4.3.2 DortMuT (Dortmunder Mutismus Therapie)
5. Inklusion
5.1 der Inklusionsbegriff
5.2 Inklusion im schulischen Alltag – eine Schule für alle
5.3 Bildungsgerechtigkeit im Rahmen der inklusiven Bildung
5.4 Förderschwerpunkt Sprache
6. Mutismus im Schulalltag
6.1 Schulmutismus
6.2 Problematiken und Besonderheiten im Kontext Schule
6.3 Umgang und Förderung mutistischer Kinder im schulischen Setting
6.4 Unterstützte Kommunikation
6.4.1 nonverbale Kommunikationsformen und Unterstützungssysteme im schulischen Alltag
7. Diskussion
8. Fazit
Das primäre Ziel dieser Arbeit besteht darin, aufzuzeigen, welchen Schwierigkeiten Lehrkräfte im inklusiven Alltag begegnen, wenn sie mit mutistischen Kindern konfrontiert werden, und wie sie diese Kinder adäquat in den Unterricht integrieren können, um ihnen eine echte Bildungsteilhabe zu ermöglichen.
1. Einleitung
In unserem täglichen Miteinander ist die Sprache ein wichtiges Werkzeug, um miteinander zu kommunizieren. Steht uns dieses Werkzeug nicht zur Verfügung, können wir uns mit anderen Menschen nur schwer verständigen und wir erleben uns in sozialen Situationen häufig hilflos und ohnmächtig (Dobslaff, 2013, S. 9). Vor allem aber werden Menschen mit einem Gefühl der Ohnmacht konfrontiert, die schweigenden Menschen begegnen. Mutismus ist ein Störungsbild, welches für Menschen, die davon nicht betroffen sind bzw. die diesem Schweigen das erste Mal konfrontiert gegenüberstehen, schwer zu fassen ist. Für einen Außenstehenden ist es kaum nachvollziehbar, weswegen ein Mensch verstummt und sich verbal nicht äußert. Er kann mitunter nicht verstehen, dass eine Person in der Kommunikation mit ihren Mitmenschen nicht spricht, obgleich sie die körperlichen und organischen Voraussetzungen dafür mitbringt (ebd.). Vor allem Kindergarten und Grundschule, sprich Elementar- und Primarbereich, sind soziale Institutionen, in denen das Kind lernen sollte, soziale Beziehungen aufzubauen und Freundschaften zu schließen.
All dies geschieht hauptsächlich über unsere Sprache und durch die Kommunikation miteinander (Hartmann & Lange, 2017, S. 9). Dobslaff (2013) nimmt in seinem Buch Bezug auf die Schule und kommentiert die Institution folgendermaßen:
Die Schule stellt sich als ein Kommunikationsort dar, an dem […] vom Schüler Leistung erwartet wird, wodurch seine Kommunikation stärker unter permanentem Bewertungsdruck steht, der Sprechdialog das hauptsächliche Mittel der Unterrichtsführung ist, um untereinander in wechselnder Hierarchie vielfältige Informationen auszutauschen, Erkenntnisprozesse zu führen, das Verhalten zu regulieren, um Bildungsresultate zu bewerten […] (S. 83)
Vor allem in der Schule stellt das mutistische Kind einen schwerwiegenden Fall für alle Beteiligten dar. Hier geht es neben den schriftlichen Leistungen, die die Schüler erbringen müssen, auch um die mündliche Beteiligung im Unterricht und um eine Integration in einen Klassenverband. Die beteiligten Lehrkräfte müssen versuchen, das Kind trotz seines Schweigens in den Unterricht und den Klassenverband zu integrieren, die anderen Kinder dafür zu sensibilisieren und auch sie selbst
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des selektiven Mutismus ein und erläutert die Relevanz der Thematik für den inklusiven Schulalltag.
2. Der Begriff Mutismus: Das Kapitel definiert Mutismus, grenzt ihn von anderen Störungen ab und erläutert die Hauptformen (totaler und selektiver Mutismus).
3. Diagnostik: Hier werden Kriterien für die Diagnose, Ausschlusskriterien, epidemiologische Daten sowie Erklärungsansätze zur Entstehung (Ätiologie) detailliert beschrieben.
4. Therapeutische Ansätze: Das Kapitel gibt einen Überblick über verschiedene psychotherapeutische, psychiatrische und sprachtherapeutische Ansätze zur Behandlung von Mutismus.
5. Inklusion: Hier erfolgt eine terminologische und rechtliche Einordnung des Inklusionsbegriffs sowie eine Beschreibung des Förderschwerpunkts Sprache im schulischen Kontext.
6. Mutismus im Schulalltag: Dieses Kernkapitel untersucht die Auswirkungen des Mutismus auf den schulischen Alltag, beleuchtet Fördermöglichkeiten und stellt Konzepte der Unterstützten Kommunikation sowie nonverbale Strategien vor.
7. Diskussion: Das Kapitel diskutiert kritisch die Möglichkeiten der schulischen Inklusion von Kindern mit Mutismus sowie den Einsatz kompensatorischer Hilfen.
8. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf die notwendigen Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Inklusion schweigender Kinder.
selektiver Mutismus, Inklusion, Förderschwerpunkt Sprache, Unterstützte Kommunikation, Schulmutismus, Sprechhemmung, Bildungsteilhabe, sonderpädagogischer Förderbedarf, Angststörungen, Nachteilsausgleich, Regelschule, soziale Kommunikation, nonverbale Kommunikation, Diagnose, Interdisziplinäre Förderung
Die Arbeit befasst sich mit den Möglichkeiten und Herausforderungen, schweigenden Kindern – speziell jenen mit selektivem Mutismus – eine Teilhabe am inklusiven Unterricht in Regelschulen zu ermöglichen.
Zentrale Felder sind die Definition und Diagnostik des Mutismus, therapeutische Ansätze, die rechtlichen und pädagogischen Rahmenbedingungen der Inklusion sowie konkrete Strategien zur Förderung im schulischen Setting.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Lehrkräfte schweigende Kinder trotz ihrer Kommunikationsstörung erfolgreich in den Klassenverband integrieren können, ohne diese unter unzumutbaren Druck zu setzen.
Die Arbeit basiert auf einer kritischen Literaturanalyse und -aufarbeitung aktueller wissenschaftlicher Quellen, Fachpublikationen und rechtlicher Rahmenbedingungen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zu Mutismus, eine Darstellung therapeutischer Verfahren, eine Klärung inklusiver Konzepte und eine detaillierte Analyse der schulischen Praxis, insbesondere des Umgangs mit dem Störungsbild im Unterricht.
Typische Schlüsselbegriffe sind selektiver Mutismus, Inklusion, Unterstützte Kommunikation, Schulmutismus und Bildungsteilhabe.
Da das deutsche Schulsystem stark auf mündlicher Kommunikation und ständiger Leistungsbewertung basiert, stellt die Sprechverweigerung eine Barriere dar, die sowohl das betroffene Kind als auch die Lehrkräfte oft ohnmächtig und hilflos zurücklässt.
Sie dient als wichtiges Hilfsmittel, um dem Kind Wege zur Partizipation ohne Lautsprache zu eröffnen, wobei die Autorin kritisch betont, dass sie nur ein Mittel zum Zweck sein sollte und das Ziel der verbalen Kommunikation nicht aus den Augen verlieren darf.
Der Nachteilsausgleich wird als notwendige Unterstützung für eine gerechte Leistungsbewertung befürwortet, jedoch kritisch hinterfragt, da er bei falscher Anwendung das Schweigen verfestigen könnte, anstatt die Überwindung des Störungsbildes zu fördern.
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