Masterarbeit, 2020
80 Seiten, Note: 2,7
1. Einleitung
1.1 Gender als Thema der Soziologie
1.2 Aktueller Forschungsstand
1.3 Mehrwert und Forschungsthematik
1.4 Aufbau der Arbeit
2. Grundlegende Definitionen
2.1 Gender
2.2 Geschlechterrollen und Stereotype
2.3 Konzept des ‚Doing Gender‘
2.4 Konzept des ‚Undoing Gender‘
3. Textanalyse aktueller Kinderliteratur
3.1 Die semiotische Textanalyse nach Hans Krah
3.2 „Der Tag, an dem die Oma das Internet kaputt gemacht hat“ – eine genderkritische Analyse
3.2.1 Gender-Träger und Aktionen
3.2.1.1 Die Oma – Der Auslöser
3.2.1.2 Der Opa – Der Pragmatiker
3.2.1.3 Die Mutter – Das Familienoberhaupt
3.2.1.4 Der Vater – Der Passive
3.2.1.5 Luisa – Die Rebellin
3.2.1.6 Max – Der Allwissende
3.2.1.7 Tiffany – Die Unerfahrene
3.2.2 Gender-Zeichen
3.3 „Wir sind nachher wieder da, wir müssen kurz nach Afrika“ – eine genderkritische Analyse
3.3.1 Gender-Träger und Aktionen
3.3.1.1 Marie – die Unwissende
3.3.1.2 Joscha – der vermeintliche Beschützer
3.3.2 Gender-Zeichen
3.4 Zwischenfazit der analysierten Werke
4. Didaktische Handlungsempfehlungen
4.1 Genderbewusster Literaturunterricht nach Schilcher und Müller
4.2 Die elf Aspekte literarischen Lernens nach Kaspar Spinner
5. Ausblick
Die Masterarbeit untersucht, inwieweit Geschlechterklischees in aktuellen kinderliterarischen Werken konstruiert sind und wie diese im Rahmen eines gendersensiblen Literaturunterrichts in der Grundschule reflektiert werden können. Das primäre Ziel ist es, das Potenzial der untersuchten Kinderbücher zur Förderung von Genderkompetenz zu analysieren.
3.2.1.1 Die Oma – Der Auslöser
Aus räumlicher Sicht befindet sich die Oma zunächst in dem Haus der Eltern von Tiffany, Luisa und Max und passt auf diese auf, da Ferien sind und die Eltern arbeiten müssen.103 Sie kritisiert u.a. Luisa energisch für ihre Ausdrucksweise104, woraus sich schließen lässt, dass die Oma neben der aufpassenden Funktion auch erzieherische Funktionen innehat. Des Weiteren öffnet sie die Tür sobald es klingelt, wohingegen die Familie lediglich neugierig hinter ihr steht.105 Aufgrund dessen ist herzuleiten, dass die Oma die Familie nach außen hin repräsentiert und sie die Rolle übernimmt, über die Belange des Hauses zu wachen.
Sobald die Mutter jedoch von der Arbeit nach Hause zurückkehrt, nimmt die Oma eine passivere Rolle ein und agiert kaum noch aktiv. Dies lässt sich insoweit interpretieren, dass die Großmutter die Rolle der Mutter vertritt solange diese aus dem Haus ist. Sobald diese jedoch zurückkehrt, nimmt sie sich selbst zurück. Dadurch wird offensichtlich, dass den agierenden Figuren ein implizites Familienbild106 zugrunde gelegt wird, da anscheinend immer eine Frau im Haus anwesend sein muss, die auf die Kinder aufpasst und das Haus verwaltet.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die anhaltende Präsenz von Geschlechterklischees in der Gesellschaft und Literatur, leitet daraus die Forschungsfrage ab und stellt die untersuchten Werke vor.
2. Grundlegende Definitionen: Dieses Kapitel erläutert zentrale Begriffe wie Gender, Geschlechterrollen, Stereotype sowie die Konzepte ‚Doing Gender‘ und ‚Undoing Gender‘ aus theoretischer Perspektive.
3. Textanalyse aktueller Kinderliteratur: Hier erfolgt eine tiefgehende semiotische Textanalyse der beiden Kinderbücher, wobei die Rollen der Figuren sowie symbolische Gender-Zeichen untersucht werden.
4. Didaktische Handlungsempfehlungen: Das Kapitel bietet Ansätze für einen genderbewussten Literaturunterricht, basierend auf den Analyseergebnissen und theoretischen Modellen zum literarischen Lernen.
5. Ausblick: Der Ausblick fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert Möglichkeiten für weiterführende Forschung sowie die praktische Anwendung im schulischen Kontext.
Gender, Kinderliteratur, Grundschule, Geschlechterrollen, Stereotype, Doing Gender, Undoing Gender, Literaturunterricht, semiotische Textanalyse, Identitätsbildung, Gendersensibilität, Familienbild, Mediennutzung, Rollenkonflikte, Diskriminierungsfreiheit.
Die Arbeit untersucht die Darstellung von Geschlecht und Gender in ausgewählter aktueller Kinderliteratur und deren Relevanz für eine genderbewusste Leseförderung in der Grundschule.
Die Schwerpunkte liegen auf der soziologischen Konstruktion von Gender, der Analyse von Geschlechterrollen in Fiktion sowie didaktischen Strategien zur Reflexion dieser Rollen im Unterricht.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Kinderbücher als Instrument zur Reflexion von Geschlechterklischees genutzt werden können und ob diese Werke ein balanciertes Bild moderner Geschlechterrollen vermitteln.
Die Autorin nutzt die semiotische Textanalyse nach Titzmann und Krah, um sowohl die Oberflächen- als auch die Tiefenstruktur der ausgewählten Texte zu dekonstruieren.
Im Hauptteil findet eine detaillierte Analyse der Figurenrollen und Gender-Zeichen in den Büchern „Der Tag, an dem die Oma das Internet kaputt gemacht hat“ und „Wir sind nachher wieder da, wir müssen kurz nach Afrika“ statt.
Wichtige Begriffe sind Gender, Stereotype, Doing Gender, Identitätsbildung, Gendersensibilität und literarische Kompetenz.
Die Oma wird als eine Figur analysiert, deren Technikunfähigkeit zunächst ein Stereotyp bedient, welches jedoch durch ironische Anspielungen und die fehlende Aufklärung über ihre tatsächliche Kompetenz komplex und deutungsoffen bleibt.
Die Analyse zeigt auf, dass diese Unterscheidung wichtig ist, um das Fiktionalitätsbewusstsein der Kinder zu schulen und zu erkennen, wie sich Wahrheitscharakter und Realitätskonstruktion in der erzählten Welt zueinander verhalten.
Sie schlussfolgert, dass die untersuchten Werke aufgrund ihrer Deutungsoffenheit und der enthaltenen Rollenbrüche sehr gut geeignet sind, um Schülerinnen und Schüler zur kritischen Reflexion über Geschlechterbilder anzuregen.
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