Forschungsarbeit, 2006
33 Seiten, Note: 1,0
Medien / Kommunikation - Medien und Politik, Pol. Kommunikation
Einleitung – Abstract
I. Theoretischer Teil
1. Funktion und Funktionieren der Massenmedien
1.1. Was ist Medientheorie? Versuch einer Eingrenzung
1.2. medientheoretische Begrifflichkeiten nach Roesler/Stiegler
1.2.1. Information
1.2.2. Massenmedien
1.2.3. Medienkompetenz
1.3. Journalistische Darstellungsformen
1.3.1. meinungsorientierte Darstellungsformen
1.3.2. nachrichtenorientierte Darstellungsformen
1.4. Krisendefinition und die Medienfunktion der Krisenkommunikation
2. Die Wirklichkeitskonstruktion der Medien im Krieg
2.1. konstruierte Realität nach Luhmann
2.2. Stereotype als Denkfigur
2.3. Feindbildkonstruktion als Ergebnis eines medialen Realitätskonstrukts
2.3.1. Die Funktion der Sprache in der konstruierten Realität – Stereotype
II. Empirischer Teil
3. Analyse der deutschsprachigen Medienberichterstattung über die Rolle Österreichs
3.1. Österreichs Außenpolitik
3.2. Führende österreichische Politiker verschiedener Parteien im Koalitionsstreit
3.3. Bundeskanzler Franz Vranitzky, ein „Zögerer“?"
3.2.1. Die Rolle des Außenministers Dr. Alois Mock
3.4. Sonderfall Peter Handke
Versuch einer Erklärung und Schlussbetrachtung
Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die Rolle der Medien bei der Berichterstattung über die österreichische Anerkennungspolitik gegenüber Kroatien und Slowenien im Jahr 1991 zu untersuchen und zu hinterfragen, inwiefern eine konstruierte Realität den medialen Diskurs beeinflusste.
Die Wirklichkeitskonstruktion der Medien im Krieg
Die Rolle der Medien beschränkt sich trotz aller Objektivitätsansprüche nicht allein auf die Rolle der passiven Informationsvermittler, sondern sie sind selbst aktiver Akteur bei der Konstruktion gesellschaftlicher Wirklichkeiten. Die mediale Realität ist nie ein vollständiges Abbild der gesamten Wirklichkeit, sondern sie kann nur einen begrenzten Ausschnitt der Realität zeigen. Die Auswahl dieser Ausschnitte wird durch persönliche Einstellung und Antizipationen der Berichterstatter, aber auch und vor allem durch interne strukturelle Bedingungen der Medien beeinflusst. Die beschriebene Realität repräsentiert in erster Linie die Stereotypen der Berichterstatter, ihre professionellen Regeln hinsichtlich ihrer politischen Einstellung und daraus resultierender Zwänge bei der Nachrichtenerstellung.
Es wäre von allergrößter Wichtigkeit, dass sich die Rezipienten von Berichterstattungen der Printmedien bewusst machen, dass die Medienwirklichkeit nur unvollständig der Realität entspricht sondern vielmehr ein Konstrukt basierend auf journalistischen Auswahl- und Darstellungsbedingungen ist. Doch diese Medienkompetenz, das Erkennen zwischen medialer und realer Realität scheint nur schwach ausgeprägt zu sein und es darf nach dem Grund gefragt werden.
I. Theoretischer Teil: Dieses Kapitel legt die medientheoretischen Grundlagen dar, wobei insbesondere die Begriffe Information, Massenmedien und Medienkompetenz sowie die Wirklichkeitskonstruktion nach Luhmann erläutert werden.
II. Empirischer Teil: Im empirischen Teil wird die deutschsprachige Printberichterstattung über die Rolle Österreichs bei der Anerkennung der jugoslawischen Teilrepubliken sowie der damit verbundene parteiinterne Koalitionsstreit analysiert.
Versuch einer Erklärung und Schlussbetrachtung: Dieses Kapitel reflektiert die Ergebnisse der Analyse und diskutiert, wie die Medien durch ihre Berichterstattung maßgeblich zur Konstruktion einer spezifischen Realität während des Jugoslawien-Krieges beitrugen.
Medientheorie, Krisenkommunikation, Wirklichkeitskonstruktion, Jugoslawien-Krieg, Medienberichterstattung, Österreich, Anerkennungspolitik, Franz Vranitzky, Alois Mock, Peter Handke, Stereotype, Feindbildkonstruktion, Printmedien, Neutralität, politische Kommunikation.
Die Arbeit untersucht, wie deutschsprachige Medien über die Rolle Österreichs bei der Anerkennung Sloweniens und Kroatiens im Jahr 1991 berichteten und welche Mechanismen der Wirklichkeitskonstruktion dabei zum Einsatz kamen.
Die zentralen Themen sind Medientheorie, die Rolle der Medien in der Krisenkommunikation, die Außenpolitik Österreichs Anfang der 1990er Jahre sowie der Einfluss von politischen Akteuren auf die öffentliche Meinung.
Ziel ist es zu ergründen, ob und wie die Berichterstattung über den Zerfall Jugoslawiens eine einseitige, konstruierte Realität schuf und inwieweit politische Akteure wie Vranitzky und Mock diese Prozesse beeinflussten.
Die Autorin verwendet einen Methodenmix, bestehend aus der Auswertung medientheoretischer Literatur und einer umfassenden Recherche von Printmedien-Artikeln des Jahres 1991 in der Zentraldokumentation der Landesverteidigungsakademie.
Der Hauptteil analysiert die Berichterstattung zum österreichischen Koalitionsstreit, die spezifischen Positionen von Kanzler Vranitzky und Außenminister Mock sowie den „Sonderfall Peter Handke“.
Zu den prägenden Schlüsselwörtern gehören: Medientheorie, Krisenkommunikation, konstruierte Realität, Jugoslawien-Krieg, Medienberichterstattung und Alois Mock.
Mock wird als der umstrittenste Akteur jener Zeit dargestellt, der die Internationalisierung des Konflikts forcierte und teilweise „alleingängig“ agierte, womit er sich erheblicher Kritik ausgesetzt sah.
Dieser Exkurs verdeutlicht, wie extrem die mediale Reaktion ausfällt, wenn ein Autor gegen die etablierte „konstruierte Realität“ anschreibt, und wie stark diese Deutungshoheit bis ins Jahr 2006 anhalten konnte.
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