Examensarbeit, 2005
133 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Mulholland Drive
2.1 David Lynch: Von der Malerei zum Film
2.2 Hintergrundinformationen zu Mulholland Drive
2.3 Zum Inhalt
2.4 Die Dramaturgie
2.5 Von der Erzählweise zur Form
2.5.1 Part A
2.5.2 Part B
2.6 Versuch einer Genrezuweisung: Von der Erzählstruktur zum Erzählmuster
2.6.1 Eine Detektivgeschichte
2.6.2 Eine tragische Liebesgeschichte
2.6.3 Der Horrorfilm
2.6.4 Eine Hollywoodsatire
2.6.5 Die Gangstersatire
2.7 Vom Genre zu den Filmzitaten
2.8 Die Unbestimmtheit der Figuren
2.8.1. Frauenfiguren
2.8.2 Adam Kesher
2.9 Das Spiel mit der Wahrnehmung
2.9.1 Doppelungen und Spiegelungen
2.9.2 Das Motiv des Playbacks
2.9.3 Elemente des Phantastischen und komisch-böse Figuren
2.10 Die Vermengung von Sex und Gewalt
2.11 Die Symbole
2.12 Das Unheimliche
2.13 Franz Kafka und David Lynch
3. Traumhaftes Erzählen
3.1 „Traumhaftes Erzählen“ in Blue Velvet
3.1.1 Wie wird erzählt
3.1.2 Was wird erzählt
3.1.3 Traumelemente und das Verschwimmen der Erzählebenen
3.1.4 Auflösung der Raum-Zeit-Struktur
3.1.5 Die Unbestimmtheit der Figuren
3.2 „Traumhaftes Erzählen” in Twin Peaks: Fire Walk with Me
3.2.1 Wie wird erzählt
3.2.2 Was wird erzählt
3.2.3 Die Auflösung von Raum und Zeit
3.2.4 Die Symbole
3.2.5 Die Unbestimmtheit der Figuren
3.2.6 Vermengung von Humor und Horror
3.3 „Traumhaftes Erzählen“ in Lost Highway
3.3.1 Wie wird erzählt
3.3.2 Was wird erzählt
3.3.3 Die Auflösung von Raum und Zeit
3.3.4 Die Unbestimmtheit der Figuren und die Frage des Genres
3.3.5 Sexualität, Misstrauen und Verbrechen
4. Schlusswort
Die vorliegende Arbeit untersucht das „Problem der Interpretierbarkeit“ anhand ausgewählter Filme von David Lynch. Ziel ist es, die spezifische Form des Lynch'schen Films durch eine detaillierte Analyse von Mulholland Drive zu strukturieren, ein Kategoriensystem zu entwickeln und dieses anschließend auf weitere Werke wie Blue Velvet, Twin Peaks: Fire Walk with Me und Lost Highway anzuwenden, um die Herausforderungen bei der Deutung dieser komplexen Filme phänomenologisch zu durchdringen.
2.4 Die Dramaturgie
Die Struktur des Films ist schwer beschreibbar, da es sich hier um eine Art hybride und paradoxe Form handelt: Der Rezipient macht zunächst mehrere Erzählstränge aus, die teilweise linear, zum Teil nichtlinear und aus verschiedenen Erzählperspektiven mittels unterschiedlicher Montagetechniken erzählt werden. Die Erkenntnisse über Figuren und Geschehen werden allerdings im Verlauf der Handlung in Frage gestellt und bisweilen geradezu in ihr Gegenteil verkehrt. Es gibt jedoch ein Indiz, anhand dessen sich das komplexe Geflecht in fünf Abschnitte unterteilen lässt; dabei handelt es sich um den Identitätswechsel der beiden Protagonistinnen, den man vordergründig als Wendepunkt der Geschichte bezeichnen kann.
Aufgrund des Wechsels kann man - der Inhaltsangabe als „Roten Faden“ folgend - eine Dramaturgie der Filmhandlung analog zur „Franz´sche(n) Pyramide“ konstruieren, was anhand des folgenden Schemas verdeutlicht werden soll:
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die polarisierten Reaktionen auf David Lynchs Filme und setzt sich mit seinem eigenen Verständnis von Filmemachen als irrationale Methode auseinander, um das „Problem der Interpretierbarkeit“ als Untersuchungsgegenstand zu definieren.
2. Mulholland Drive: Dieses Kapitel liefert eine detaillierte Analyse des Kinofilms, indem es Dramaturgie, Erzählweise, Genrezuweisungen, die Unbestimmtheit der Figuren und visuelle Symbole untersucht, um ein Kategoriensystem für Lynchs Filmschaffen abzuleiten.
3. Traumhaftes Erzählen: Der Vergleich der Merkmale des „traumhaften Erzählens“ wird auf die Filme Blue Velvet, Twin Peaks: Fire Walk with Me und Lost Highway übertragen, um zu prüfen, ob die Schwierigkeiten bei der Interpretation auf dieses Erzählprinzip zurückzuführen sind.
4. Schlusswort: Das Schlusswort resümiert, dass Lynchs Filme durch eine Fülle von Leerstellen und irreführende „falsche Fährten“ jede objektive Interpretation verweigern, wodurch der Zuschauer selbst als Mitproduzent von Sinn gefordert ist.
David Lynch, Mulholland Drive, Filmtheorie, Interpretierbarkeit, Traumhaftes Erzählen, Erzählstruktur, Phänomenologie, Unbestimmtheit, Doppelung, Spiegelung, Genrezuweisung, Film Noir, McGuffin, Unheimliche, Filmanalyse
Die Arbeit untersucht das „Problem der Interpretierbarkeit“ bei Filmen von David Lynch, indem sie versucht, die komplexen, nichtlinearen Erzählstrukturen des Regisseurs methodisch zu erfassen.
Im Zentrum stehen die Struktur des „traumhaften Erzählens“, die Vermischung von Genres, das Spiel mit der Wahrnehmung des Zuschauers sowie die Rolle von Symbolen und die Unbestimmtheit der Figuren.
Die Arbeit geht der Frage nach, wie sich das „Problem der Interpretierbarkeit“ in Lynchs Filmen darstellt und ob dieses Problem durch das Modell des „traumhaften Erzählens“ als strukturelles Merkmal erklärt werden kann.
Es wird ein phänomenologischer Ansatz gewählt, der durch die Anwendung narratologischer Modelle und genretheoretischer Begriffe eine detaillierte Analyse von Lynchs Werken ermöglicht.
Der Hauptteil gliedert sich in eine intensive Filmanalyse von Mulholland Drive sowie einen vergleichenden Teil, der diese Erkenntnisse auf Blue Velvet, Twin Peaks: Fire Walk with Me und Lost Highway überträgt.
Wesentliche Begriffe sind unter anderem „traumhaftes Erzählen“, „Vieldeutigkeit“, „Unbestimmtheit“, „McGuffin“ und „Film Noir“, die zusammen das filmische Universum Lynchs beschreiben.
Das Modell der Möbius-Schleife dient als zentrales Hilfsmittel, um die komplexe, ineinander verwobene und zirkuläre Erzählstruktur in Lynchs Filmen zu veranschaulichen, bei der Anfang und Ende miteinander verschmelzen.
Der Autor versteht Lynchs Aussagen nicht als „objektives“ Maß für die Deutung, sondern erkennt den Regisseur als einen – wenn auch maßgeblichen – Interpreten seines eigenen, vieldeutigen Werks an.
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