Diplomarbeit, 2005
69 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Definition „Sexualstraftäter“
2.1 Sexualdelinquenz
2.2 Sexueller Missbrauch
2.3 Voraussetzungen für sexuellen Missbrauch nach Finkelhor
3 Bewährungshilfe
3.1 Gesetzliche Grundlagen
3.2 Inhaltliche Arbeit
4 Prognoseverfahren für Rückfallrisiko und Gefährlichkeit von Sexualstraftätern
4.1 Prognoseverfahren
4.2 Unterscheidung der Risikofaktoren
4.3 Rückfallrisiko bei Sexualstraftätern (RRS) nach Rehder
4.4 Kriterien zur Beurteilung des Rückfallrisikos besonders gefährlicher Straftäter nach Dittmann
4.5 Angenommener Nutzen für die Bewährungshilfe bei Anwendung der Studien
5 Rückfallrisiko bei Sexualstraftätern (RRS) von U. Rehder
5.1 Aufbau der Studie
5.2 Vorstellung der Kriterien
5.2.1 Hauptkriterien RRS-H
5.2.2 Hauptkriterien RRS-S
5.3 Zusatzkriterien des RRS-SM
6 Studie zur Begutachtung besonders gefährlicher Straftäter nach V. Dittmann
6.1 Aufbau
6.2 Vorstellung der Kriterien
6.2.1 Vorstellung der Hauptkriterienliste
6.2.2 Kriterien zur Beurteilung von Sexualstraftätern
7 Möglichkeiten der Rückfallminimierung in der Bewährungshilfe
7.1 Die Täterindividualprognose
7.2 Vorraussetzungen für die Arbeit der Bewährungshilfe
7.3 Arbeit an den dynamischen Faktoren
7.3.1 Soziale Kompetenz
7.3.2 Spezifisches Konfliktverhalten
7.3.3 Auseinandersetzung mit der Tat
7.3.4 Persönlichkeit, vorhandene psychische Störung
7.3.5 Einsichten des Täters in seine Krankheit oder Störung
7.3.6 Therapiebereitschaft
7.3.7 Sozialer Empfangsraum bei Entlassung
7.3.8 Bisheriger Verlauf nach der (den) Tat(en)
7.3.9 Kognitive Verzerrungen
7.4. Zusammenfassung anhand der Wirkfaktoren von Therapie
8 Ergebnis für die Arbeit in der Bewährungshilfe
8.1 Vorteile und Möglichkeiten
8.2 Nachteile und Gefahren
8.3 Was ist eigentlich mit ...?
8.3.1 ... der praktischen Umsetzung der Studien?
8.3.2 ... den verschiedenen Therapieformen?
8.3.3 ... den zu verwendenden Methoden?
8.3.4 ... den bestehenden Strukturen?
8.3.5 ... anderen Delikten im Bereich der Sexualdelinquenz?
8.3.6 ... dem Arbeitsbedarf in anderen Bereichen der Täterarbeit?
9 Rückfallstudien als Orientierung für die inhaltliche Arbeit mit Sexualstraftätern?
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es zu untersuchen, inwieweit Bewährungshelfer durch die Anwendung wissenschaftlich fundierter Rückfallstudien das Rückfallrisiko von Sexualstraftätern besser einschätzen und durch gezielte Arbeit an dynamischen Faktoren aktiv minimieren können, um die Unsicherheit in diesem Arbeitsfeld zu verringern.
4.1 Prognoseverfahren
Seit den Anfängen der psychowissenschaftlichen Prognosepraxis lassen sich drei Hauptrichtungen der Prognose unterscheiden:
Die intuitive Methode ist eine eher gefühlsmäßige, subjektive Beurteilung ohne weitere Begründung. Sie wird als Ergebnis von Erfahrung und allgemeiner Menschenkenntnis verstanden. Auch wenn sich diese Art der Prognose eher bei Laien finden lassen dürfte, ist es nicht auszuschließen, dass geringe Teile der intuitiven Methode auch in professionellen Prognosegutachten Einfluss haben.
Die klinische Methode (oder empirische Individualprognose) ist – gestützt auf Exploration und psychodiagnostische Verfahren – eine Prognoseentscheidung vor dem Hintergrund des bisherigen Lebenslaufes, insbesondere der Delikt- und Sanktionsbiografie, der therapeutischen Entwicklung und des Verhaltens im Vollzug, des familiären Umfeldes sowie der Arbeits- und Freizeitsituation.
Die statistische Methode versucht, Faktoren zu identifizieren, die eine Unterscheidung zwischen Rückfallgefährdeten und Nichtgefährdeten in Form eines Gut- oder Schlechtpunkt-Systems ermöglichen. Dies geschieht mit Hilfe statistisch-empirischer Vergleiche ausgewählter Lebenslauf- und Persönlichkeitsmerkmale.
1 Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die steigende öffentliche Aufmerksamkeit für Sexualstraftaten und stellt die Forschungsfrage, wie Bewährungshelfer das Rückfallrisiko einschätzen und aktiv beeinflussen können.
2 Definition „Sexualstraftäter“: Es werden verschiedene Formen der Sexualdelinquenz sowie die Voraussetzungen für sexuellen Missbrauch nach Finkelhor definiert, um eine Grundlage für die Arbeit zu schaffen.
3 Bewährungshilfe: Dieses Kapitel erläutert die gesetzlichen Rahmenbedingungen und die inhaltliche Arbeit der Bewährungshilfe sowie deren doppeltes Mandat aus Kontrolle und Hilfe.
4 Prognoseverfahren für Rückfallrisiko und Gefährlichkeit von Sexualstraftätern: Es wird ein Überblick über intuitive, klinische und statistische Prognoseverfahren gegeben und die Unterscheidung zwischen statischen und dynamischen Faktoren herausgearbeitet.
5 Rückfallrisiko bei Sexualstraftätern (RRS) von U. Rehder: Die Studie von Rehder wird hinsichtlich ihres Aufbaus und der spezifischen Rückfallkriterien analysiert, wobei der Fokus auf statischen Faktoren liegt.
6 Studie zur Begutachtung besonders gefährlicher Straftäter nach V. Dittmann: Dieses Kapitel stellt das Prognoseinstrument von Dittmann vor, das einen Schwerpunkt auf die Kombination von statischen und dynamischen Faktoren legt.
7 Möglichkeiten der Rückfallminimierung in der Bewährungshilfe: Hier werden Strategien zur aktiven Beeinflussung dynamischer Faktoren durch den Bewährungshelfer erörtert, um das Rückfallrisiko zu mindern.
8 Ergebnis für die Arbeit in der Bewährungshilfe: Das Kapitel diskutiert Vorteile, Möglichkeiten, Nachteile sowie Gefahren bei der Anwendung der vorgestellten Studien in der Praxis der Bewährungshilfe.
9 Rückfallstudien als Orientierung für die inhaltliche Arbeit mit Sexualstraftätern?: Ein Fazit, das die Nützlichkeit der Studien als Orientierungshilfe betont, jedoch auch auf die Notwendigkeit struktureller Veränderungen hinweist.
Sexualstraftäter, Bewährungshilfe, Rückfallrisiko, Prognoseverfahren, statische Faktoren, dynamische Faktoren, Sexualdelinquenz, sexueller Missbrauch, Täterarbeit, Rückfallprävention, Fallanalyse, Intervention, Resozialisierung, Rückfallwahrscheinlichkeit, Kriminologie
Die Arbeit untersucht, wie Bewährungshelfer das Rückfallrisiko von Sexualstraftätern systematisch einschätzen und durch gezielte, fachlich fundierte Arbeit an dynamischen Faktoren minimieren können.
Im Zentrum stehen Prognoseverfahren für Sexualstraftäter, die Unterscheidung zwischen statischen und dynamischen Risikofaktoren, die praktische Arbeit in der Bewährungshilfe sowie die Möglichkeiten zur Zusammenarbeit mit Therapeuten.
Die Forschungsfrage lautet: Inwieweit sollten statische und dynamische Faktoren in der Arbeit der Bewährungshilfe berücksichtigt werden, um aktiv das Rückfallrisiko von Sexualstraftätern zu mindern?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und dem Vergleich zweier spezifischer Rückfallstudien (Rehder und Dittmann), deren Kriterien auf ihre Anwendbarkeit in der Bewährungspraxis geprüft werden.
Der Hauptteil analysiert die Prognosemodelle von Rehder und Dittmann, beschreibt die konkrete Arbeit an dynamischen Faktoren wie sozialer Kompetenz oder Konfliktverhalten und diskutiert die institutionellen Rahmenbedingungen der Bewährungshilfe.
Die zentralen Schlagworte sind Sexualstraftäter, Bewährungshilfe, Rückfallrisiko, Prognoseverfahren sowie die aktive Rückfallprävention durch die Bearbeitung dynamischer Faktoren.
Statische Faktoren (z.B. Alter bei Tat) sind unveränderlich und dienen der allgemeinen Risikoeinschätzung, während dynamische Faktoren (z.B. soziale Kompetenz) modifizierbar sind und Ansatzpunkte für die aktive Arbeit des Bewährungshelfers zur Rückfallvermeidung bieten.
Die Arbeit empfiehlt hierzu größtmögliche Transparenz gegenüber dem Probanden über die Rollenverteilung sowie eine interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Therapeuten, um den Spagat zwischen Kontrolle und helfender Unterstützung professionell zu meistern.
Nein, die Autorin warnt explizit davor, die Studien als alleiniges oder starres Arbeitsinstrument zu nutzen; sie sollen lediglich als wissenschaftlich fundierte Orientierungshilfe zur Strukturierung der fallbezogenen Arbeit dienen.
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