Bachelorarbeit, 2020
50 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Begriffsbestimmungen und Definitionen
2.1 Gleichheit
2.2 Gerechtigkeit
2.3 Talent und Begabung
2.4 Gesellschaft
3 Theorie
3.1 Egalitarismus
3.2 Differenzprinzip
3.3 Rational Choice
3.4 Theoretische Grundlage und Begriffe der Spieltheorie
3.5 Handlungsketten
4 Analyse
4.1 Betrachtung der Erpressungssituation als spieltheoretische Situation
4.2 Ursprüngliche Erpressungssituation
4.3 Erweiterung der Erpressungssituation
4.4 Neue Spielsituation
4.5 Analyse der erweiterten Erpressungssituation
5 Fazit
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Analyse des Einflusses von Verteilungsgerechtigkeit auf die Stabilität einer Gesellschaftsstruktur. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, ob sich die Forderung talentierter Personen nach einer höheren Vergütung bei gleichem Arbeitsaufwand negativ auf die gesellschaftliche Stabilität auswirkt.
4.2.1 Akteure
Im Spiel sind ausschließlich zwei unterschiedliche Gruppen von Akteuren aktiv. Das Spiel betrachtet eine hypothetische Gesellschaft, in der ausschließlich zwei unterschiedliche Gruppen von Akteuren aktiv sind, die Talentierten und die Nichttalentierten. So ordnet sich jede Person innerhalb der Gesellschaft zu einer der beiden jeweils homogenen Gruppen zu.
Die Talentierten repräsentieren die Gruppe von Menschen, die von Geburt an Talente haben, die ihnen eine effizientere Arbeits- oder Lernmöglichkeit ermöglichen. Bei gleichem Arbeitsaufwand - also bei der gleichen Dauer und dem gleichen aufgebrachten Engagement - kann eine talentierte Person mehr oder bessere Arbeitsergebnisse erzielen als eine nichttalentierte Person. Durch diese Eigenschaft nehmen Talentierte vor allem Positionen in der Gesellschaft ein, die komplexere Entscheidungen beinhalten und damit meist essenzielle Positionen innerhalb der Gesellschaft sind. Als Beispiel für die Gruppe der Talentierten kann ein Arzt betrachtet werden. Jedoch kann im Umkehrschluss nicht gesagt werden, dass alle Ärzte von Geburt an talentiert seien, oder alle Ärzte gleichviel Engagement für ihre Ausbildung erbracht haben. Allerdings kann davon ausgegangen werden, dass die Ausbildung und die Ausübung des Arztberufes eine höhere mentale Aus- und Belastung erfordert als die meisten anderen Berufe. Ebenfalls sind die Auswirkungen der Entscheidungen größer und die gegebene Fehlertoleranz geringer (vergl. Cambridge University Press 2018).
Die Nichttalentierten repräsentieren die Gruppe von Menschen, die von Geburt an nicht stark ausgeprägte Talente haben, die ihnen eine effizientere Arbeits- oder Lernmöglichkeit ermöglicht. Als Beispiel für die Gruppe der Nichttalentierten kann der Beruf eines Landwirten oder eines Straßenarbeiters angeführt werden. Ebenfalls kann nicht behauptet werden, dass der Beruf eines Landwirten einfach sei, sondern dass die grundlegende Produktion von Lebensmitteln (im Vergleich zu der Arbeit eines Arztes) weder die mentalen Kapazitäten erfordern, noch dass die Entscheidungen eines Landwirten als einzelne Person die gleiche fatale Tragweite haben, wie die eines Arztes (vergl. Cambridge University Press 2018).
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Forschungsfrage und die zentralen Hypothesen über den Zusammenhang zwischen Verteilungsgerechtigkeit, individueller Forderung nach höherer Vergütung und gesellschaftlicher Stabilität vor.
2 Begriffsbestimmungen und Definitionen: In diesem Kapitel werden grundlegende Begriffe wie Gleichheit, Gerechtigkeit, Talent und Gesellschaft definiert und für die Analyse der Arbeit abgegrenzt.
3 Theorie: Das Kapitel führt in die theoretischen Grundlagen des Egalitarismus, des Differenzprinzips nach Rawls, der Rational-Choice-Theorie sowie der Spieltheorie ein.
4 Analyse: Hier wird die Erpressungssituation spieltheoretisch modelliert, schrittweise um Handlungsalternativen erweitert und unter Einbeziehung des Maximin-Prinzips analysiert.
5 Fazit: Das Fazit beantwortet die Forschungsfrage und resümiert, dass Forderungen nach Ungleichheit aufgrund angeborener Talente zur Zersplitterung der Gesellschaft führen können.
Egalitarismus, Verteilungsgerechtigkeit, Differenzprinzip, Spieltheorie, Rational Choice, Stabilität, Talent, Begabung, Erpressungssituation, Maximin-Prinzip, Kooperation, Gesellschaftsstruktur, Anreizargument, Modellierung, Homo Oeconomicus
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Verteilung von Gütern innerhalb einer Gesellschaft und deren Auswirkung auf die Stabilität der Gesellschaftsstruktur.
Die zentralen Felder sind die politische Philosophie (insbesondere Gerechtigkeitstheorien), Spieltheorie sowie die Analyse von Anreizstrukturen in Gesellschaften.
Die Forschungsfrage lautet: Wirkt sich die Forderung von talentierten Personen innerhalb einer Gesellschaft nach einer höheren Vergütung bei gleichem Arbeitsaufwand auf die Stabilität der Gesellschaft aus?
Die Arbeit nutzt eine spieltheoretische Analyse auf Basis der Rational-Choice-Theorie, um komplexe soziale Verhaltensmuster in einem Modell zu vereinfachen.
Der Hauptteil umfasst die theoretische Herleitung der Gerechtigkeitskonzepte sowie eine detaillierte spieltheoretische Analyse, die eine Erpressungssituation zwischen Talentierten und Nichttalentierten modelliert und erweitert.
Zu den Schlüsselwörtern gehören unter anderem Egalitarismus, Differenzprinzip, Spieltheorie, Erpressungssituation und Gesellschaftsstruktur.
Die Exit-Option repräsentiert die Möglichkeit der Akteure, das Wirken für die Gesellschaft einzustellen, was in der Modellierung die Instabilität und die drohende Zersplitterung der Gesellschaft als Konsequenz egoistischen Handelns verdeutlicht.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass nach einer strengen Auslegung des Maximin-Prinzips von Rawls Forderungen nach Ungleichheit, die lediglich auf angeborenen Talenten beruhen, eigentlich unterbunden werden müssten.
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