Masterarbeit, 2004
85 Seiten, Note: 6.0 (maximum)
Einleitung
1. Vorspann
1.1. Terminologie
1.1.1. Hard-boiled und noir
1.2. Möglichkeiten, Texte zu öffnen
1.3. Mythen
2. Hauptteil
2.1. Jim Thompsons Spiel mit seinen Figuren
2.2. Unendliches Amerika
2.3. Frauengestalten im hard-boiled und in The Killer Inside Me
2.4. Das Motiv der Sexualität
2.4.1. Sexualität als hard-boiled Motiv und in The Killer Inside Me
2.4.2. Eine trivialpsychologische Kausalkette
2.5. Die Ordnungshüter und die Frage der Schuld in The Killer Inside Me
2.6. Männlichkeit im hard-boiled und in The Killer Inside Me
2.6.1. Körper
2.6.2. Männliche Codes/männliches Bewusstsein
2.6.3. Sprache
Exkurs Joe Rothman & Billy Boy Walker
2.7. Gelächter
2.8. Textanlage I
Erzählperspektive, Leserführung und Spannung
2.9. Textanlage II
Gesamtverständnis des Texts
Schlusswort und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht Jim Thompsons "The Killer Inside Me" und zeigt auf, wie der Autor virtuos mit Genremerkmalen der hard-boiled fiction spielt, um diese zu überwinden oder auszuweiten. Im Zentrum steht dabei die Forschungsfrage, wie die sich durch dieses Spiel öffnenden Brüche im Text als Ausdruck eines "things are not as they seem" zu interpretieren sind und inwiefern der Text das hard-boiled Genre tropisch statt rein mimetisch nutzt.
2.1. Jim Thompsons Spiel mit seinen Figuren
[...] — hell, you’ve probably seen me if you’ve ever been out this way — (Thompson The Killer Inside Me, 80)
Bereits beim ersten Stolpern über den Namen des Protagonisten in The Killer Inside Me wird der Leser stutzig. Die Art und Weise, wie dem Leser der Name Lou Ford in einem der ersten Abschnitte des Texts richtiggehend aufgedrängt wird - obschon der Verlauf des Texts dessen Nennung nicht erfordert - weist darauf hin, dass Thompson diesen Namen bewusst gewählt und platziert hat und der Protagonist des Texts auch über seinen Namen an Gestalt gewinnt.
“He’s a different boy now, Lou,” he said, kind of running his words together like foreigners do. “Stays in nights; gets along fine in school. And always he talks about you — what a good man is Deputy Lou Ford.” (TKIM, 3)
Mit dem Namen Ford verbindet sich unser noch gestaltloser Protagonist mit Henry Ford, dem Erfinder der Autoindustrie und einem der Archetypen des mythischen Amerikaners, dessen Name und der Mythos der Tellerwäscherkarriere nicht von einander zu trennen sind. Mark Seltzer bestätigt diesen Befund und bringt zusätzlich ein Haupt-Charakteristikum von Henry Fords Erfolgs-Automobil in den Diskurs ein:
[...] Ford, the Model-T, mass-reproducible person, the hyper-typical deputy sheriff living in the hyper-typical American place, Central City [...] (Seltzer: 160)
1. Vorspann: Dieses Kapitel legt die terminologischen Grundlagen der hard-boiled fiction und führt in das Konzept der Mythen sowie die methodischen Ansätze zur Textanalyse ein.
2. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert detailliert Jim Thompsons Umgang mit Genre-Konventionen, das Frauenbild, das Motiv der Sexualität, die Rolle der Ordnungshüter, sowie die Konstruktion von Männlichkeit und Sprache.
Schlusswort und Ausblick: Das Schlusswort fasst die Analyse zusammen und bettet Thompsons Werk und Leben in den Kontext der US-amerikanischen Kulturgeschichte ein.
Jim Thompson, The Killer Inside Me, hard-boiled, pulp fiction, Männlichkeit, Gewalt, Sexualität, Intertextualität, Narrativik, Lou Ford, Genrekonventionen, Mythos, noir, Identität, Machtverhältnisse
Die Arbeit untersucht Jim Thompsons Roman "The Killer Inside Me" und dessen virtuoses Spiel mit den typischen Merkmalen der hard-boiled fiction.
Zentrale Themen sind die Konstruktion von Männlichkeit, das Motiv der Gewalt, die Rolle von Sexualität als Herrschaftsmittel sowie die Dekonstruktion amerikanischer Mythen.
Ziel ist es zu belegen, dass Thompson Genrekonventionen bewusst nutzt und bricht, um die Texte jenseits einer rein mimetischen Lesart als tropische, vielschichtige Konstrukte zu zeigen.
Die Arbeit nutzt Ansätze der poststrukturalistischen Literaturtheorie, insbesondere das Intertextualitätskonzept von Julia Kristeva und psychoanalytische Deutungsmuster.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung von Figurenkonstellationen, Motiven wie Sexualität und Gewalt, sowie eine tiefgehende Analyse von Erzählperspektive und Sprache.
Schlüsselwörter sind u.a. hard-boiled, Männlichkeit, Gewalt, Sexualität, Narrativik, Jim Thompson und The Killer Inside Me.
Der Name Lou Ford dient als bewusste Anspielung auf Henry Ford, wodurch der Protagonist sofort als "mass-reproducible person" und Archetyp des mythischen Amerikaners in den Diskurs eingeordnet wird.
Die Sprache wird als Machtinstrument analysiert, wobei Thompson einerseits Genre-Klischees (tough talk, wisecracks) bedient und diese gleichzeitig ironisch entlarvt.
Das Gelächter wird als unzähmbares, gewaltvolles Element gedeutet, das nicht als humorvoll, sondern als Ausdruck einer aus den Fugen geratenen Welt und als Begleitung der mörderischen Handlungen fungiert.
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